Autor Thema: „Verbote nützen gar nichts“ - Interview mit Dr. Astrid Plenk / KiKA  (Gelesen 315 mal)

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medienpolitik.net        09.10.2018

Medienpolitik:
„Verbote nützen gar nichts“

Interview mit Dr. Astrid Plenk, KiKA-Programmgeschäftsführerin
Zitat
Der Kinderkanal von ARD und ZDF KiKA hat eine neue App für sein Angebot, den „KiKA-Player“ entwickelt, der ab Herbst mit vielen kindgerechten Zusatzfunktionen in App-Stores zum Download bereitstehen soll. Mit dieser Mediathek für Kinder wollen ARD und ZDF die digitale Angebotswelt von KiKA im Netz zeitgemäß und orientiert an den Bedürfnissen der Jüngsten weiterentwickeln. Damit soll für Kinder und ihre Eltern ein geschützter und verlässlicher Kommunikationsraum im Netz geschaffen werden. „Unser Ziel war, erst an den Markt zu gehen, wenn unsere Zielgruppe und wir mit dem Produkt absolut zufrieden sind und der Content gut dargestellt und auffindbar sein wird. Das stand für uns im Vordergrund – weniger der Zeitfaktor“, so Astrid Plenk in einem medienpolitik.net-Gespräch. Kinder müssten lernen, sich in einer permanent verändernden Gesellschaft zurechtzufinden. Es gehe um Aufklärung, Teilhabe und kritischen Umgang, also um eine Stärkung ihrer Kompetenzen, Fertigkeiten und Fähigkeiten.
Zitat
Medienpolitik.net: Haben Sie für Ihr Online-Angebot auch eine wissenschaftliche Begleitung?

Plenk: Der umfangreiche Usability-Test zur App wurde durch Vertreterinnen der Medienforschung von ARD, ZDF und KiKA in Zusammenarbeit mit der Agentur Rich Harvest in Hamburg durchgeführt. Die Erkenntnisse flossen in die Umsetzung des „KiKA-Players“ ein. Grundsätzlich suchen wir immer den Austausch mit Experten, vom Pädagogen bis zur wissenschaftlichen Fachberatung für ein jeweiliges Thema. Das ist ein üblicher und gelernter Ansatz im täglichen Redaktionsalltag.
Zitat
Medienpolitik.net: In Frankreich wurden Smartphones und Tablets an den Schulen verboten. Anscheinend weil man mit negativen Auswirkungen rechnet. Sie treiben die Onlinenutzung für Kinder weiter voran. Haben Sie keine Bedenken?

Plenk: Die Digitalisierung wird auf alle Lebens-, Bildungs- und Arbeitsbereiche einwirken, von der smarten Küche über selbstfahrende Autos bis hin zum digitalen Schulmaterial. Unsere Kinder leben inmitten dieser Veränderungen. Verbote nützen da gar nichts. Vielmehr müssen Kinder lernen, sich in einer permanent verändernden Gesellschaft zurechtzufinden. Es geht um Aufklärung, Teilhabe und kritischen Umgang, also um eine Stärkung ihrer Kompetenzen, Fertigkeiten und Fähigkeiten. Sicher braucht es auch Regeln. Wir setzen hier an verschiedensten Stellen im Programm und auch außerprogrammlich an: Zum Beispiel über unser wöchentliches crossmediales Medienmagazin „Timster“ mit seiner breiten Palette an Medienthemen. Auch greifen wir im September mit dem Themenschwerpunkt „Respekt für meine Rechte! – Abenteuer digital“ über sieben Programmtage hinweg konzentriert das Thema Digitalisierung kindgerecht auf und bieten Zusatzmaterialien für Eltern und Pädagogen. Kinder im Umgang mit Medien fit und kritisch zu machen, ist unsere Aufgabe und ein permanenter Prozess.
Zitat
Medienpolitik.net: Mit dem neuen Telemedienauftrag können Sie ja online mehr anbieten als bisher. Wie wollen Sie das nutzen?

Plenk: Unser integriertes Telemedienkonzept beschreibt eine non-lineare Produktpalette, die ausgehend von unserem Content entwickelt wird. Je nach Rechtelage lässt es Verweildauern von 24 Monaten zu. Unser KiKA-Angebotsportfolio ist innerhalb dieses Rahmens stimmig. Kinder und Jugendliche sind neugierig und versiert im Umgang mit Medien, sie möchten im Netz unkompliziert jederzeit all das schauen, was sie suchen oder sich inspirieren lassen. Warum wir keine Lizenzen einstellen durften, ist unseren jungen und jüngsten Zuschauern schlicht nicht vermittelbar. Insofern ist die in Aussicht gestellte Öffnung eine echte, an Nutzererwartungen orientierte, die wir sehr begrüßen.
Weiterlesen auf :
http://www.medienpolitik.net/2018/10/medienpolitikverbote-nuetzen-gar-nichts/



Siehe auch :
"KiKa-Player" geht an den Start
https://gez-boykott.de/Forum/index.php?topic=28495.0

KiKaNiNCHEN-App vom MDR trackt Kinder
https://gez-boykott.de/Forum/index.php?topic=28635.0

KiKA-Chefin: "Nicht auf verschiedenen Hochzeiten vertanzen"
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Die "Maus" und "logo" auf Instagram
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