Autor Thema: Direktanmeldung  (Gelesen 30590 mal)

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Re: Direktanmeldung
« Antwort #135 am: 06. April 2018, 12:21 »
Hallo @gerechte Lösung, habe eine kleine Anmerkung zu folgendem Einzelpunkt...

......
In der Verwaltungsvereinbarung Beitragseinzug wir von Kundenbetreuung gesprochen.
https://fragdenstaat.de/files/foi/49305/Verwaltungsvereinbarung_Beitragseinzug.pdf
Der Nutzer/ Teilnehmer ist der Kunde.
Ein Kunde bekundet seinen Willen, ein Angebot zu nutzen.
...
Wird der Kunde gar nicht mehr gefragt und er wird zwangsangemeldet, dann ist er eben nicht mehr Kunde sondern ein sog. ZWANGSMITGLIED.
Denn Zwangskunden gibt es nicht, da die Willensbekundung fehlt!
...

...worauf sich auch schon andere Foristen bezogen hatten, nämlich was die Führung der Zwangsbezahler in der sogenannten Verwaltungsvereinbarung "Beitrags"-Einzug als "Kunden" anlangt.

Bei aller denkbaren und plausiblen Erwägbarkeit der Verhältnisse hinsichtlich ihrer vermutlichen Rechtswidrigkeit auch im obigen Zusammenhang gibt aus Sicht des fiktiven Besuchers die eigentliche Begriffswahl "Kunde" nicht viel her im Hinblick auf expressiv verbis & unmittelbar daraus ableitbare Folgerungen obiger Art.

Der Begriff "Kunde" entstammt mn. Erinnerung nach einfach dem "Neuen Steuerungsmodell" der öffentlichen Verwaltung (Einführung späte 1990er Jahre) wo wohl unter anderem auch das Ziel verfolgt wurde, der öff. Verwaltung schlicht einen "zeitgemässeren" Anstrich zu verpassen  -  "Kunde" klingt einfach besser als Untertan, und manche/r fällt tatsächlich darauf rein. Seit der Einführung besagten Neuen Steuerungsmodells werden dem Vernehmen nach ja selbst unsere - mit wohlgemerkt freundlichem Verlaub - Hartzies beim Amt als "Kunden" geführt, und es ist gar nicht so unwahrscheinlich bzw. würde es den fiktiven Besucher überhaupt nicht wundern, wenn mittlerweile selbst Knastinsassen als "Kunden" der Justizverwaltung geführt würden.

Das haben sich die ÖRR-Fuzzies und deren subalterne HiWis beim sogenannten "Beitragsservice" (die ja bekanntlich gerne richtig Verwaltung spielen möchten) einfach abgeguckt.


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Die "Karlsruher Festspiele" sind vorbei - aber sie können durchaus trotzdem noch in die Geschichte eingehen. Vielleicht hängen sie sogar Bayreuth noch ab. - Beide haben / hatten irgendwie "Götterdämmerung" zum Thema, künstlerisch & handwerklich liegt Bayreuth vorn, die Karlsruher Inszenierung ist aber moderner gestaltet.

"Es ist dem Untertanen untersagt, das Maß seiner beschränkten Einsicht an die Handlungen der Obrigkeit anzulegen."

Offline pinguin

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Re: Direktanmeldung
« Antwort #136 am: 06. April 2018, 14:32 »
Seit der Einführung besagten Neuen Steuerungsmodells werden dem Vernehmen nach ja selbst unsere - mit wohlgemerkt freundlichem Verlaub - Hartzies beim Amt als "Kunden" geführt,
Bitte berücksichtige, daß niemand verpflichtet ist, sich dort zu melden; Du wirst nicht dazu gezwungen. Die Meldepflicht in diesen Fällen besteht nur dann, wenn Du staatliche Leistungen unterstützend erhalten möchtest.


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Wer sich so aufführt, als wäre er ein Verfassungsfeind, wundere sich bitte nicht, wenn er auch so behandelt wird, als wäre er einer.

Offline gerechte Lösung

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Re: Direktanmeldung
« Antwort #137 am: 06. April 2018, 15:21 »
Seit der Einführung besagten Neuen Steuerungsmodells werden dem Vernehmen nach ja selbst unsere - mit wohlgemerkt freundlichem Verlaub - Hartzies beim Amt als "Kunden" geführt, und es ist gar nicht so unwahrscheinlich bzw. würde es den fiktiven Besucher überhaupt nicht wundern,

wenn mittlerweile selbst Knastinsassen als "Kunden" der Justizverwaltung geführt würden.
Es ist der freie Wille der sog. 'Hartzies' , sich beim Amt zu melden. Die werden dazu nicht unmittelbar gezwungen, indirekt natürlich schon.
Wer genug Reserven hat, braucht sich nicht zu melden. Also keine Zwangsanmeldung. Kein Mitglied.

Bei den anderen fehlt die Freiwilligkeit, die Bekundung, zumindest in den allermeisten Fällen.


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Re: Direktanmeldung
« Antwort #138 am: 06. April 2018, 20:00 »
Lieber @pinguin & gerechte Lösung, natürlich habt Ihr mit Eurem Einwand voll & ganz Recht. Mir war es aber im akt. Zusammenhang auch nur darum gegangen, kurz den vmtl. Entstehungshintergrund dieser schrägen Begriffswahl (& damit den Untertanen unserer Tage zum "Kunden" zu erklären) zu illustrieren - in dem Sinne zum einen, dass heutzutage praktisch jede Behörde, die unmittelbaren Umgang mit dem Untertanen pflegt, sich des "Kunden" bedient [& damit diesem die Illusion vermittelt, er hätte was zu melden (schliesslich ist doch der "Kunde" König :->)].

Zum anderen insofern, als es vmtl. schwierig werden dürfte - bei manchem Posting der lt. Tage in dem Zusammenhang konnte man anflugsweise den Eindruck in der Richtung gewinnen - den ÖRR-Fuzzies bzw. deren HiWis vom Etablissement in Köln damit so etwas wie ein neues (vorsätzliches) Vergehen vorwerfen und diesen Herrschaften schon daraus (oder aus einer als verräterisch angesehenen falschen begrifflichen Benennung) quasi als "Beweis" einen neuerlichen oder weiteren Strick drehen zu können, der über die analytisch gewiss nachvollzieharen Aussagen hinaus geeignet wäre, darauf basierenden Angriffen gegen den "Rundfunkbeitrag" noch zusätzliche Schlagkraft zu verleihen.


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Offline gerechte Lösung

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Re: Direktanmeldung
« Antwort #139 am: 06. April 2018, 20:14 »
... , dass heutzutage praktisch jede Behörde, die unmittelbaren Umgang mit dem Untertanen pflegt, sich des "Kunden" bedient [& damit diesem die Illusion vermittelt, er hätte was zu melden (schliesslich ist doch der "Kunde" König :->)].
Immer noch Bürger und sozusagen (Zwangs-)Mitglied eines Ortes/ Region.
Z.B. : Bundesbürger,
Z.B. : Bürger Lars-Dietrich,
Man ist nicht Untertan, sondern man wird verwaltet von der Staatsverwaltung.

Der Rundfunk verwaltet keine Bürger, sondern nimmt gern die (Zwangs-)Anmeldung des Bürgers entgegen und führt ihn ganz regulär als Kunde.

Bei der Direktanmeldung müsste dieser Kunde eben als Mitglied geführt werden, da seine Willensbekundung fehlt.
Man hätte dann Kunden und Mitglieder?? ??  Geht nicht.


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« Letzte Änderung: 06. April 2018, 20:22 von gerechte Lösung »

Offline art18GG

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Re: Direktanmeldung
« Antwort #140 am: 09. Juli 2018, 14:01 »
Seit dem Jahresbericht 2017 nennt der Beitragsservice die gesetzlich ungeregelte Zwangsanmeldung nicht mehr Direktanmeldung, sondern automatische Anmeldung (vgl. ebda.  S.17).
https://www.rundfunkbeitrag.de/e175/e5774/Jahresbericht_2017.pdf

Im (obigen) Beitrag https://gez-boykott.de/Forum/index.php/topic,15406.msg165551.html#msg165551 habe ich bereits darauf hingewiesen, dass über diesen gesetzlosen Zustand im Zeitraum 2014 bis 2016 bereits 6,2 Millionen Anmeldungen vorgenommen wurden.

Mit den 1,2 Millionen Direktanmeldung im Jahre 2017 kommen wir damit auf
7,4 Millionen Direktanmeldungen,
die in vielen Fällen zur Einleitung von Vollstreckungsmaßnahmen führen.

Klage vor EGMR gegen Direktanmeldung wegen Verstoß gegen Art. 6 und 13 EMRK
https://gez-boykott.de/Forum/index.php?topic=27528.0

Schreiben an den Ministerpräsidenten Armin Laschet
https://gez-boykott.de/Forum/index.php?topic=25835.0


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« Letzte Änderung: 29. Juli 2018, 13:03 von DumbTV »
Ein öffentlich-rechtlicher Rundfunk, der nur finanzierbar ist, wenn Menschen ihre Grundrechte verlieren, gehört abgeschafft.

Offline helm

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Re: Direktanmeldung
« Antwort #141 am: 09. Juli 2018, 18:25 »
Zitat
[...] 1,2 Millionen Direktanmeldung im Jahre 2017 [...]
Man beachte vor allem den Anteil der Leute, die freiwillig bzw. aus eigenen Stücken eine Meldung machen.
Die viel beschworene "breite Akzeptanz" sieht wohl etwas anders aus.


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Offline unGEZahlt

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Re: Direktanmeldung
« Antwort #142 am: 09. Juli 2018, 20:27 »
Zitat
[...] 1,2 Millionen Direktanmeldung im Jahre 2017 [...]
..... Die viel beschworene "breite Akzeptanz" sieht wohl etwas anders aus.

Ja, lt. Geschäftsbericht 2017 soll es nur 0,4 Millionen freiwillige Anmeldungen (Akzeptanz) gegeben haben.

Würde grob ausgedrückt bedeuten:

25 % akzeptieren den Rundfunkbeitrag.
75 % lehnen den Rundfunkbeitrag ab.

Das passt ja auch zu den unabhängigen Umfragen zum Rundfunkbeitrag.

Es wird ja aber nie eine nachvollziehbare Erklärung dafür geben,
weshalb die Sucht dieses Viertels an Rundfunk-Abhängigen nach melderechtlichem Maßstab finanziert werden soll.

Das kann jede intelligente Person bereits schon alleine nicht mit dem Gewissen vereinbaren.
(Und mit der Logik auch bloß nicht.)

Markus


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Lebenslänglich für NICHTS? -> Nein Danke, ö.-r. R.!
Ist der Rundfunkbeitrag nun die Strafe für das Bedürfnis, ein Dach über den Kopf haben zu wollen?
Zwangsbeitragszahlung = Korruptionsunterstützung. Das zahle ich NICHT, schon allein aus Gewissensgründen.

"Lasst Gerechtigkeit walten, selbst wenn die Welt einstürzt!“ (aus -JFK, Tatort Dallas-, 1991)

Offline pinguin

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Re: Direktanmeldung
« Antwort #143 am: 09. Juli 2018, 21:03 »
sondern automatische Anmeldung
Die ebenfalls nicht statthaft ist, darf doch die Nichtreaktion des "Kunden" nicht als Zustimmung gewertet werden.


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« Letzte Änderung: 09. Juli 2018, 21:36 von seppl »
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Offline Leo

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Re: Direktanmeldung
« Antwort #144 am: 14. September 2018, 14:37 »
Zum Thema der "Direktanmeldung" hier auch mal ein Querverweis zu einem anderen Beitrag von pinguin:

Klage/Widerspruch nach EMRK Art. 10 - Wie entscheidet das Gericht [Sammlung]
https://gez-boykott.de/Forum/index.php/topic,28698.msg180466.html#msg180466


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