Autor Thema: Internes Handbuch: Wie die ARD kommunizieren soll  (Gelesen 25514 mal)

Offline noGez99

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Re: Internes Handbuch: Wie die ARD kommunizieren soll
« Antwort #15 am: 12. Februar 2019, 13:00 »
Zitat
Ich finde sehr gut, dass man den Sendern jetzt definitiv bewusste Manipulation vorwerfen kann.

Das hatten wir doch schon in der Verwaltungsvereinbarung Beitragsservice:

Nachweissammlung: Manipulation der Rechtsprechung durch die Sender-Juristen?
http://gez-boykott.de/Forum/index.php/topic,20121.msg130093.html#msg130093
[...]
Die Verwaltungsvereinbarung für Sender und Beitragsservice besagt:
"nur positive" Urteile sind in die zentrale Rechtsdatenbank Juris einzugeben und durch Kommentierung zu bekräftigen.


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« Letzte Änderung: 12. Februar 2019, 14:03 von Bürger »
(nur meine Meinung, keine Rechtsberatung)       und         das Wiki jetzt !!

Offline seppl

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Re: Internes Handbuch: Wie die ARD kommunizieren soll
« Antwort #16 am: 12. Februar 2019, 13:13 »
Hier eine gesicherte Impression, mit was sich Frau Wehling beschäftigt.
Unter "News": Polizei, Politisches Framing, Nationalsozialismus

https://web.archive.org/web/20190212121145/http://www.elisabethwehling.com/outreach/


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« Letzte Änderung: 12. Februar 2019, 14:04 von Bürger »
„Eine ewige Erfahrung lehrt jedoch, daß jeder Mensch, der Macht hat, dazu getrieben wird, sie zu mißbrauchen. Er geht immer weiter, bis er an Grenzen stößt.
Wer hätte das gedacht: Sogar die Tugend hat Grenzen nötig. Damit die Macht nicht mißbraucht werden kann, ist es nötig, durch die Anordnung der Dinge zu bewirken, daß die Macht die Macht bremse.“ (Montesquieu)

Offline ope23

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Re: Internes Handbuch: Wie die ARD kommunizieren soll
« Antwort #17 am: 12. Februar 2019, 13:27 »
Ich bekomme langsam Angst vor diesen Menschen.
Ich nicht... das, was dieses BIFI verkauft, scheint mir ziemlicher banaler Bullshitbingo (zitiert nach drboe) zu sein. Und die ARD-Leute fallen darauf rein. Ich bin mir sicher, dass die kleine Handvoll wirklich durchtriebener Politiker, die es in Deutschland gibt, darüber lachen wird.

Kurzanalyse:
- "Berkeley International Framing Institute" - allein schon der Name. "Berkeley" wird als Marke verkauft und soll weltläufige Wissenschaftlichkeit suggerieren (wegen der allerdings sehr renommierten University of California, die einen wichtigen Standort in Berkeley hat). Vermutlich steht "Berkeley" aber auch für eine bestimmte Art des strukturierten Denkens so wie Kumon oder Dianetik oder auch nur Suzuki-Methode usw.; ich stehe sowas extrem skeptisch gegenüber. Vermutlich hat die Frau vom BIFI während ihrer Doktorarbeit in Linguistik so nebenbei sich in dieser Denkstruktur einweisen und darf den Berkeley-Tag an die Stirn pappen lassen.

- Die Dame schreibt von sich selbst (aus der Webseite ihres BIFI):
Zitat
With a decade of scientific research across various disciplines and using an array of qualitative and quantitative empirical methods, including conceptual discourse, imagery, and gesture analysis, social-behavioral experimental research and surveys, and neuroscience, I (...)
Ja, nee, in zehn Jahren zwischen "vielen" Disziplinen geforscht (also bissel herumgelesen und herumspekuliert), etwas Statistik gemacht (bei Linguistik mittlerweile üblich), nebenbei Begriffsdiskurse, Imagination und Körpersprache und ebenso nebenbei Sozialexperimente gemacht und nebenbei etwas Neuroscience gelesen (das Wort "including" ist im Englisch sehr, sehr weit zu verstehen - ich z.B. habe mehrere Fremdsprachen gelernt, including Russisch, obwohl ich gerade mal zwei russische Sätze sagen kann und nix verstehe).

- Dazu passt auch, dass ihr Buch als eher oberflächlich kritisiert wurde (siehe hierzu den Artikel in Wikipedia zu ihrer Person)

- Wenn dann so dünne Tipps kommen wie
Zitat
"Denken und sprechen Sie zunächst immer über die moralischen Prämissen."
und
Zitat
"Sagen Sie, dass Sie mit der Sendung mit der Maus und dem Sandmännchen aufgewachsen sind",
dann interessiert mich nicht einmal dieses Handbuch der Manipulation.

Wenn jemand über moralische Prämissen sprechen will, die er selbst gar nicht verinnerlicht hat, dann ist er verlogen, und Verlogenheit wird durchschaut, auch von sog. "einfachen" Menschen ohne Abitur und Ph.D. aus Berkeley.

Und das mit dem Sandmännchen würde ich mir ganz gründlich verkneifen. Den Vogel schießt aber jemand anderes ab:
Zitat
[...] hat mit Ernie und Bert Lesen und Schreiben gelernt und behauptet, durchs Fernsehen mehr gelernt zu haben als durch Schule und Studium zusammen.
Quelle: https://blog.tvspielfilm.de/author/cholst/
Quelle: Erhöhung des Rundfunkbeitrags? Über Geld spricht man nicht
https://gez-boykott.de/Forum/index.php/topic,30132.msg188544.html#msg188544

Kann es sein, dass schon eine ganze Anzahl von örR-Beschäftigten sich selbst das Gehirn gewaschen hat? Merken die echt nix mehr?


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« Letzte Änderung: 12. Februar 2019, 14:10 von Bürger »

Offline seppl

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Re: Internes Handbuch: Wie die ARD kommunizieren soll
« Antwort #18 am: 12. Februar 2019, 13:43 »
Hier nun auch die Anfrage an den NDR zum Dokument:

Framinganweisungen im Dokument "Unser gemeinsamer, freier Rundfunk ARD"
https://fragdenstaat.de/anfrage/framinganweisungen-im-dokument-unser-gemeinsamer-freier-rundfunk-ard/


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Offline Zeitungsbezahler

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Re: Internes Handbuch: Wie die ARD kommunizieren soll
« Antwort #19 am: 12. Februar 2019, 15:15 »
Und ihr könnt euch drauf verlassen, daß diese "Beratung" ähnlich teuer wie das Brudergutachten war und damit gleich wieder in die Rubrik gehört: Wofür wird der Rundfunkbeitrag zweckwidrig verwendet... - siehe
Sammlung: Wo wird der Rundfunkbeitrag (rechtswidrig) ausgegeben?
https://gez-boykott.de/Forum/index.php/topic,23623.0.html


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« Letzte Änderung: 12. Februar 2019, 15:23 von Bürger »

Offline Bürger

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Re: Internes Handbuch: Wie die ARD kommunizieren soll
« Antwort #20 am: 12. Februar 2019, 15:25 »
Danke für das Zusammentragen und die IFG-Anfragen.
Denen sollte sich zu gegebenem Zeitpunkt mglw. auch die Frage nach den Kosten für diese "Beratung" anschließen.
Dann kann man deren "Funktionsnotwendigkeit" ggf. in Zweifel ziehen...
(wobei "Funktionsnotwendigkeit" hier natürlich seeeeehr vielfältig auslegbar wäre :o ::) )


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Offline Zeitungsbezahler

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Re: Internes Handbuch: Wie die ARD kommunizieren soll
« Antwort #21 am: 12. Februar 2019, 15:29 »
Aber umgekehrt betreiben wir ja auch schon erfolgreich "Framing", ohne daß wir das als solches erkannt haben:

- Zwangsbeitrag
- Gefängnisrundfunk

- Abzockservice
- Bruderurteil
- Brudergutachten
- Schandurteil

Weitere Ergänzungen erwünscht!


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« Letzte Änderung: 12. Februar 2019, 15:50 von Bürger »

Offline ChrisLPZ

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Re: Internes Handbuch: Wie die ARD kommunizieren soll
« Antwort #22 am: 12. Februar 2019, 16:55 »
VAUNET - Verband Privater Medien, 12.02.2019

Kommunikationshilfe für die ARD

Hans Demmel, Vorstandsvorsitzender VAUNET, zur Medienberichterstattung rund um das Papier "Unser gemeinsamer, freier Rundfunk ARD" des Berkeley International Framing Institute

Zitat
"Die ARD sollte es eigentlich können: Auch in eigener Sache überzeugend zu kommunizieren. Unter dem Vorsitz eines früheren Regierungssprechers sollten die Anstalten nicht nur das Weltgeschehen, sondern auch ihre eigenen Belange überzeugend auf den Punkt und "rüber" bringen. […]

Weiterlesen auf:
https://www.vau.net/auftrag/content/kommunikationshilfe-ard


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Offline ChrisLPZ

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Re: Internes Handbuch: Wie die ARD kommunizieren soll
« Antwort #23 am: 12. Februar 2019, 17:06 »
oder auch:
Welt (Welt+ Abo) bzw. Printausgabe Die Welt Nr.36 - Dienstag 12.02.2019 - auf Seite 2 (!)
Internes Handbuch - Wie die ARD ihre Beitragszahler beeinflussen will
Von Christian Meier
https://www.welt.de/kultur/medien/plus188590441/Kampf-um-Rundfunkbeitrag-So-will-die-ARD-die-Buerger-beeinflussen.html

Zitate aus dem Artikel der Welt:
Zitat von: Welt, 12.02.2019
bereits unter dem ARD-Vorsitz des MDR – die Vorsitzende der ARD war 2016 und 2017 die MDR-Intendantin Karola Wille – habe man laut Pfab angefangen, sich „intensiver damit auseinander zu setzen, welche Rolle Sprache spielt“.

Zitat von: Welt, 12.02.2019
Aufgebaut ist das Papier denn auch tatsächlich wie eine Anleitung für ARD-Führungspersonal, das in der Öffentlichkeit für den Fortbestand des beitragsfinanzierten Rundfunksystems werben soll. Vor allem unter Verwendung von, O-Ton des Manuals, „Narrativen, Schlagwörtern und Slogans zu den vier Themenbereichen Unser Rundfunk ARD (Legitimation), Freiheit (Unabhängigkeit), Beteiligung (Beitragsakzeptanz) und Zuverlässigkeit (Reform & Zukunft).“

Zitat von: Welt, 12.02.2019
Bei dem Begriff griff „Zwangsgebühren“ schrillen die inneren Alarmglocken der Menschen, weil sie eine Ungerechtigkeit vermuten. Der ARD müsse es darum gelingen, Begriffen dieser Art moralische Prinzipien entgegenzusetzen, zu denen vor allem ein „gesellschaftliches Miteinander“ gehöre.

Zitat von: Welt, 12.02.2019
Die ARD soll darum ihr Einstehen für das Prinzip der Inklusion (alle gesellschaftlichen Gruppen werden gleichermaßen im Programm gespiegelt) beispielsweise so kommunizieren: „Für uns sind alle Mitbürger gleich viel wert.“ Diese Botschaft soll den Öffentlich-Rechtlichen auf eine moralische Flughöhe verhelfen, die sie von ihren Gegnern, die Einsparungen, Zusammenlegungen oder gleich die komplette Abschaffung fordern, deutlich unterscheide.

Zitat von: Welt, 12.02.2019
[…] „Konsument“ vermeiden, denn es vermittele den Eindruck, man könne sich im Programm wie in einem Supermarkt bedienen, müsse aber nur für das gewählte Produkt bezahlen. „Bezahlen“ solle man auch nicht sagen. Sondern darüber reden, dass die Bürger den Rundfunk „ermöglichen“.

Zitat von: Welt, 12.02.2019
Gar nicht aufgreifen dürfe das ARD-Personal Begriffe ihrer Gegner, wie etwa „Staatsfunk“ und „Quotenfixierung“. Ratschlag: „Nutzen Sie nie, aber auch wirklich nie, den Frame Ihrer Gegner.“ Andererseits sei der Streit über die Zukunft des Rundfunks an sich wertvoll (“wirkkräftiger als eine Werbekampagne“), denn er schaffe wichtige Aufmerksamkeit. Nur müssten eben die richtigen Begriffe gewählt werden, um die Debatte auch zu gewinnen. Oder es braucht immer mal wieder eine richtig lebensnahe Geschichte. Zum Beispiel so: „Sagen Sie, dass Sie mit der Sendung mit der Maus und dem Sandmännchen aufgewachsen sind.“ Denn: „Das macht Sie und die ARD nahbar und authentisch.“

Zitat von: Welt, 12.02.2019
So sei das Wort Gemeinwohlmedien „viel treffender“ als der öffentlich-rechtliche Rundfunk.

Zitat von: Welt, 12.02.2019
Dass die Anleitung aber bereits gefruchtet hat, kann vermutet werden. Denn im vergangenen Juni startete die Kampagne „„Wir sind deins. ARD“. Das Strategiepapier enthält einen Vorschlag für eine Sprachregelung, die dem sehr nahe kommt: „Die ARD ist die Gesellschaft: Wir sind Ihr.“

Zitat von: Welt, 12.02.2019
Zum Abschluss bietet das kleine Handbuch sogar einige mögliche Slogans an […]
„Die ARD ist der verlängerte Arm des Bürgers“ […]
„Andere wollen Geldgewinne. Wir wollen Kulturgewinn.“ […] 
„Kein entdemokratisiertes Rundfunksystem.“ […]

Zitat von: Welt, 12.02.2019
Es wäre nur gut gewesen, wäre die ARD dabei so offen und transparent vorgegangen, wie sie das für sich in der Außendarstellung in Anspruch nimmt. Eine sprachliche Manipulation durch die Hintertür dürfte den Gegnern der Öffentlich-Rechtlichen mehr Gründe geben, an der Abschaffung des Systems in der jetzigen Form zu arbeiten.


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« Letzte Änderung: 12. Februar 2019, 18:57 von Bürger »

Offline Nichtgucker

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Re: Internes Handbuch: Wie die ARD kommunizieren soll
« Antwort #24 am: 12. Februar 2019, 17:16 »
"Kein entdemokratisiertes Rundfunksystem"

Wo ist das öffentlich-rechtliche Rundfunksystem demokratisch ?
Können die Bürger den Intendanten aus einer Reihe von Bewerbern wählen ?


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« Letzte Änderung: 12. Februar 2019, 18:59 von Bürger »

Offline ope23

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Re: Internes Handbuch: Wie die ARD kommunizieren soll
« Antwort #25 am: 12. Februar 2019, 18:12 »
Oder es braucht immer mal wieder eine richtig lebensnahe Geschichte. Zum Beispiel so: „Sagen Sie, dass Sie mit der Sendung mit der Maus und dem Sandmännchen aufgewachsen sind.“ Denn: „Das macht Sie und die ARD nahbar und authentisch.“
Warum wohl nicht ein anderes Beispiel: "Sagen Sie, wieviel Sie verdienen." Warum also nicht? Denn: "Das macht Sie und die ARD unnahbar und unsympathisch."

So sei das Wort Gemeinwohlmedien „viel treffender“ als der öffentlich-rechtliche Rundfunk.
Wer sich dieser Art von "Gemeinwohl" verweigert, wird als Bürger entehrt, wenn nicht sogar in den Knast geworfen. Diese Art "Gemeinwohl" geht aber absolut gegen historische Erfahrungen, die zum deutschen Grundgesetz geführt haben.

Dass die Anleitung aber bereits gefruchtet hat, kann vermutet werden. Denn im vergangenen Juni startete die Kampagne „„Wir sind deins. ARD“. Das Strategiepapier enthält einen Vorschlag für eine Sprachregelung, die dem sehr nahe kommt: „Die ARD ist die Gesellschaft: Wir sind Ihr.“
Läuft diese Kampagne noch?  ::) Wenn die ARD meins ist, möchte ich die Möglichkeit haben, das Sendeprogramm zu beeinflussen. Ich hätte z.B. wieder soviel klassische oder auch avantgardistische Musik, wie es sie in den 1970ern gab. Stockhausen hat im WDR-Studio angefangen. Kann man sich heute beim gegenwärtig verfetteten Zustand der ARD-Sender gar nicht mehr vorstellen. Und ist mal in den letzten zehn Jahren aus der Met übertragen worden?

Zum Abschluss bietet das kleine Handbuch sogar einige mögliche Slogans an […]
„Die ARD ist der verlängerte Arm des Bürgers“ […]
Ganz ehrlich: Ich habe zuerst "...des Bruders" gelesen. Wirklich.^^
...der Große Bruder, nicht der vom 18.7.

„Andere wollen Geldgewinne. Wir wollen Kulturgewinn.“ […] 
Merke ich nix davon. Fein- und Schöngeister müssen lang aufbleiben und bekommen dann mal 45 Minuten etwas vornehmen Dünnsch... War früherTM wirklich besser.

„Kein entdemokratisiertes Rundfunksystem.“ […]
Typischer Schuss ins eigene Knie. Wurde ja schon kommentiert.

Es wäre nur gut gewesen, wäre die ARD dabei so offen und transparent vorgegangen, wie sie das für sich in der Außendarstellung in Anspruch nimmt. Eine sprachliche Manipulation durch die Hintertür dürfte den Gegnern der Öffentlich-Rechtlichen mehr Gründe geben, an der Abschaffung des Systems in der jetzigen Form zu arbeiten.
Ich glaube, diesen fetten Wink mit dem Zaunpfahl wird in der ARD keiner verstehen, und wenn doch, bleibt er nicht lang. Stattdessen wird plump durch die Hintertür sprachlich manipuliert.

Aber schon richtig, wir sollten nicht die Frames der ARD übernehmen. Eine der diversen GEZ-Verballhornungen hat ja so gut funktioniert, dass es zu einer Unterlassungsklage kam. Der Werbeeffekt war immens. So ähnlich wie "Lu.thansa" mit zwei... äh... beieinanderliegenden Störchen als Logo. War Ende der 70er, falls sich noch jemand dran erinnert.


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« Letzte Änderung: 12. Februar 2019, 19:00 von Bürger »

Offline KlarSchiff

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Re: Internes Handbuch: Wie die ARD kommunizieren soll
« Antwort #26 am: 12. Februar 2019, 18:42 »
meedia, 12.02.2019
Wofür braucht die ARD denn ein “Framing Manual”?
Generalsekretärin Susanne Pfab über den viel diskutierten Sprach-Leitfaden

Aktuell macht ein "Framing Manual" die Runde durch Redaktionen. Das 89-seitige Dokument stammt vom Berkeley International Framing Institut und wurde im Auftrag der ARD erstellt. In dem an ARD-Mitarbeiter gerichteten Papier wird umfangreich beschrieben, wie mit Hilfe des so genannten Framings bestimmte Sichtweisen in die öffentliche Debatte eingebracht werden können. MEEDIA sprach mit der ARD-Generalsekretärin Susanne Pfab über das Manual und auch die Kritik daran.

von Stefan Winterbauer

Zitat
Der Begriff Framing wurde in Deutschland vor allem durch die Sprachwissenschaftlerin Dr. Elisabeth Wehling von eben jenem Berkeley Framing Institut bekannt gemacht, das nun auch von der ARD beauftragt wurde. In Talkshows, bei Veranstaltungen und in Vorträgen hat Wehling Framing erläutert, oft auch am Beispiel von Begriffen, die mit der Flüchtlingsthematik zusammenhängen. Grob gesagt geht es beim Framing darum, dass die Wahl bestimmter Worte und Begrifflichkeiten unterbewusst Wertungen und Bedeutungen mit transportiert. So wird beispielsweise beim Begriff “Flüchtlingsflut” die Ankunft geflüchteter Menschen mit einer Naturkatastrophe gekoppelt, was eine negative Konnotation mit sich bringt. Im Gespräch mit MEEDIA erläutert die ARD-Generalsekretärin Susanne Pfab Sinn und Zweck des “Framing Manuals” der ARD.
[...]
Aber wer hat das Manual konkret in Auftrag gegeben?
Wir haben während des Vorsitzes des MDR unter Intendantin Karola Wille angefangen, uns damit zu befassen.
[...]

weiterlesen unter
https://meedia.de/2019/02/12/wofuer-braucht-die-ard-denn-ein-framing-manual-generalsekretaerin-susanne-pfab-ueber-den-viel-diskutierten-sprach-leitfaden/


Edit "Bürger": Link-Informationen ergänzt.
Bitte immer die Forum-Regeln zur Verlinkung beachten und die erforderlichen Informationen wie u.a. auch Quelle und Datum mit angeben.
Die Moderatoren haben nicht die Kapazitäten, dies ständig anzupassen und darauf hinzuweisen.
Danke für das Verständnis und die zukünftige konsequente Berücksichtigung.


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« Letzte Änderung: 12. Februar 2019, 20:37 von Bürger »
Der deutsche Steuer-und Abgabenkuli stellt den Eliten eine Allmende bereit auf der sich jedes Rindvieh sattgrasen kann.
Horst Seehofer: "Diejenigen die entscheiden sind nicht gewählt und diejenigen die gewählt werden haben nichts zu entscheiden"

Offline cook

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Re: Internes Handbuch: Wie die ARD kommunizieren soll
« Antwort #27 am: 12. Februar 2019, 19:12 »
Vielleicht müsste man auch mal das Wort "Generalsekretärin" framen? Wenn das nicht voll nach Staat klingt??
ARD > Organisation > Generalsekretariat (wikipedia)
https://de.wikipedia.org/wiki/ARD#Generalsekretariat
Zitat
Das Generalsekretariat wurde 2006 gegründet.[8] ARD-Generalsekretärin ist seit 1. Januar 2015 die Juristin Susanne Pfab.[9]

Der Generalsekretär ist dem jeweiligen, alle zwei Jahre wechselnden ARD-Vorsitzenden unterstellt und mitverantwortlich für

1. die strategische Positionierung der ARD,
2. die Interessenvertretung nach außen und
3. die Öffentlichkeitsarbeit.[10]

Der Dienstort des Generalsekretärs ist Berlin, verwaltungstechnisch zuständig ist der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB). Die Amtszeit beträgt fünf Jahre.

Der Generalsekretär ist zugleich der stellvertretende Vorsitzende der ARD-Strategiegruppe. Er hat ein Zutritts- und Mitwirkungsrecht in allen Kommissionen und Arbeitsgruppen, auch bei den Tochterunternehmen, in der Fernsehprogrammkonferenz und den ARD-politisch relevanten Gremien. [...]

So will man also demnächst unstaatlicher wirken: indem man das Gegenteil von Privat in Gemeinwohl umtauft.

Blöd, wenn dann einer denkt: Gemeinwohlverein? Is ja ne freiwillige Spende.
Und dann klingelt doch nicht ganz so privat der Gerichtsvollzieher.

Auch unfreiwilig komisch: „Für uns sind alle Mitbürger gleich viel wert."
Haha. Das trifft ja sogar zu: "Egal ob armer Rentner oder Milliardär: du bist uns 17,50 wert."

Im Grunde wird ja eines klar zum Ausdruck gebracht:
Man möchte sich nicht mit den lästigen Gegnern beschäftigen - ekel, ekel - sondern viel lieber die Disussion vermeiden und alles wegframen.

Wie in der DDR 1.0! Auch damals war Sprache wichtiger als Realität.
Karola Wille bringt ja beste interne Kenntnisse dieses Regimes mit und macht jetzt eben im Staatsfunk weiter kräftig Klassenkampf.

Alle für wenige. Ein Beitrag. Einfach.


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« Letzte Änderung: 12. Februar 2019, 20:33 von Bürger »

Offline Zeitungsbezahler

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Re: Internes Handbuch: Wie die ARD kommunizieren soll
« Antwort #28 am: 13. Februar 2019, 08:17 »
Vergesst nicht auch das Framing für die Rundfunkverweigerer, Nichtnutzer und Selbstdenker:

- Reichsbürger
- AFD-Sympathisanten
- Schwarzseher
- Querulanten
- keine Beitragserhöhung seit 10 Jahren
- Beitragsanpassung

Demnächst sind wir dann noch Volksschädlinge, weil wir uns an dem Quatsch nicht beteiligen...


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« Letzte Änderung: 13. Februar 2019, 23:18 von Bürger »

Offline fahrer

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    • Fahrgemeinschaft Runder Tisch Dresden am Donnerstag
Re: Internes Handbuch: Wie die ARD kommunizieren soll
« Antwort #29 am: 13. Februar 2019, 09:40 »
Was hab ich gelacht, als ich die Nachricht gestern auf meinem Newsticker entdeckt habe. Den Öffis geht der Arsch auf Grundeis und sie haben keine bessere Idee, als mit dem Sandmännchen aufzuwarten.
Davon mal abgesehen, ist „Framing“ nichts wirklich neues. Neu ist nur, dass man es jetzt „Framing“ nennt. Der ein oder andere selbständige Dienstleister wird diese Methode wohl auch gelegentlich anwenden um die Kundenbeziehung zu festigen, ohne dafür ein „Institut“ beauftragen zu müssen und ohne zu wissen, dass man das Framing nennt.
Insofern ein gutes Zeichen, wenn den Öffi-Bonzen nix besseres einfällt.

Auf der anderen Seite könnte man den Framing-Spieß auch umdrehen, um neue Mitstreiter zu gewinnen. Man könnte sagen, dass einst beliebte Unterhaltungssendungen stillschweigend aus dem „Programm“ genommen und gegen langweiligen Mist (Agitprop) ersetzt wurden. Selbst Comedy-Sendungen dienen heutzutage der politischen Erziehung und sind nicht lustig. „Und dafür zahlen Sie?“

Dann kurz aufzeigen, wie der Zahlungsboykott abläuft und unbedingt potenzielle Mitstreiter zum nächsten Runden Tisch einladen.


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