Autor Thema: IRT-Skandal: Patente und Tränen  (Gelesen 618 mal)

Offline ChrisLPZ

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IRT-Skandal: Patente und Tränen
« am: 23. Januar 2018, 19:42 »

Bildquelle: http://up.picr.de/30936905js.jpg

Süddeutsche Zeitung, 23.01.2018

Betrugsvorwurf
Patente und Tränen

Prozessauftakt im spektakulären Fall um das Münchner Institut für Rundfunktechnik IRT von ARD und ZDF: Wem gehören 200 Millionen Euro?

Von Klaus Ott

Zitat
Ein Geldspürhund in der Waschküche und ein weinender Zeuge; angeblicher Verrat und zwei 200-Millionen-Euro-Klagen; und dann auch noch einer der bekanntesten bayerischen CSU-Politiker gegen den Bayerischen Rundfunk (BR). Die Geschichte, die sich derzeit rund um den BR und das Münchner Institut für Rundfunktechnik (IRT) abspielt, hat das Zeug zum Fernsehkrimi. Die Handlung führt über die Alpen bis nach Italien. Das einzige, was noch fehlt für einen abendfüllenden Film, ist eine Leiche. So weit geht der Streit, der an diesem Mittwoch beim Landgericht Turin geführt und am Donnerstag vor dem Münchner Landgericht fortgesetzt wird, dann aber doch nicht.

Der namhafte CSU-Mann, das ist Peter Gauweiler, der als Anwalt mal gegen die Deutsche Bank streitet, mal für Airbus, mal gegen Daimler. In diesem Fall vertreten der Jurist und seine Kanzlei eine Firma namens Bräu, die der Familie des Patentanwalts K. gehört. Der soll mit seiner Frau und der Gemeinschaftsfirma Bräu sowie zusammen mit einem italienischen Unternehmen das Institut für Rundfunktechnik (IRT) schmählich betrogen haben: um fast 200 Millionen Euro. Dieses Geld will das Technik-Institut, das vor allem von ARD und ZDF getragen wird, nun bei Gericht einklagen. Mit Hilfe des BR, der sich in der ARD um diesen Streit kümmert. Am Ende stünden die vielen Millionen in erster Linie den Beitragszahlern zu, den Hörern und Zuschauern, von denen die Anstalten dann etwas weniger Geld bräuchten. Denn das IRT ist seit Jahren auch auf Zuschüsse von seinen beitragsfinanzierten Gesellschaftern angewiesen.

Es könnte der größte Kriminalfall werden, der sich in Deutschland jemals im öffentlich-rechtlichen Rundfunk abgespielt hat. […]

Weiterlesen auf:
http://www.sueddeutsche.de/medien/betrugsvorwurf-patente-und-traenen-1.3837407

Zum Thema siehe u.a. auch:
IRT-Skandal beim Rundfunk - Gefährliche Klage vom 15.10.2017
https://gez-boykott.de/Forum/index.php/topic,24848.msg157329.html#msg157329

Neues vom IRT-Lizenz-Skandal vom 10.10.2017
https://gez-boykott.de/Forum/index.php/topic,24795.msg157080.html#msg157080

Technik-Institut von ARD und ZDF - Gespaltene Erlöse, seltsame Geschäfte vom 15.06.2017
https://gez-boykott.de/Forum/index.php/topic,23390.msg149116.html#msg149116


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Offline drone

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Re: IRT-Skandal: Patente und Tränen
« Antwort #1 am: 23. Januar 2018, 20:32 »
Naja, ...
Zitat
[...] Zeug zum Fernsehkrimi. Die Handlung führt über die Alpen bis nach Italien. Das einzige, was noch fehlt für einen abendfüllenden Film, ist eine Leiche. [...]
... die könnte, dieser Dramaturgie Rechnung tragend, von einem "Beitragszahlungsverweigerer" (stellvertretend für ca. 5 Mio.) gespielt werden.


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Offline drone

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Re: IRT-Skandal: Patente und Tränen
« Antwort #2 am: 23. Januar 2018, 23:40 »
Apropos IRT: Denn so soll dann die Zukunft ausschauen (oder: warum der ÖRR weiterhin trotzdem noch viel, viel mehr Geld braucht, oder: Wie Radio, TV und Telekommunikation endlich eins werden). Zu finden in dieser PM des IRT von heute:

Pressemitteilung des IRT, vom 23.01.2018
Forschungsprojekt 5G-Today: 5G-Testfeld für die TV-Übertragung im Bayerischen Oberland
von unbekannt
Zitat
• Untersuchung des Rundfunkmodus FeMBMS (Further evolved Multimedia Broadcast Multicast Service) in 5G für die großflächige TV-Übertragung
• Projektpartner: Bayerischer Rundfunk, Institut für Rundfunktechnik (IRT), Kathrein, Rohde & Schwarz und Telefónica Deutschland
• Testsendungen vom Sender Wendelstein sowie von weiteren Standorten in München ab Herbst 2018

[München, 23. Januar 2018]
Im Rahmen des bayerischen Forschungsprojektes 5G-Today entsteht derzeit im Bayerischen Oberland ein 5G-Testfeld für den Rundfunk. Unter Leitung des Instituts für Rundfunktechnik untersuchen die Projektpartner Kathrein und Rohde & Schwarz die großflächige TV-Übertragung im Rundfunkmodus FeMBMS (Further evolved Multimedia Broadcast Multicast Service) in 5G. Unterstützt werden sie von den assoziierten Partnern Telefónica Deutschland und dem Bayerischen Rundfunk, der das 5G FeMBMS - Sendernetz als Testfeld auf seinen Senderstandorten betreibt.

Der neue Netzstandard 5G gilt als Schlüsseltechnologie, wenn künftig Fahrzeuge hoch automatisiert fahren oder Geräte im Internet der Dinge miteinander vernetzt werden. Darüber hinaus bietet 5G auch ein großes Potenzial für die effiziente Verbreitung von Medieninhalten. Mit der Einführung von 5G könnte ein weltweiter Markt mit Millionen von Smartphones und Tablet-PCs als potentiellen TV-Empfängern entstehen, welche Live-TV-Dienste, Mediatheken, Soziale Netzwerke und viele weitere Mediendienste attraktiv kombinieren können. Im Juni 2017 wurden unter Beteiligung von europäischen Rundfunkanstalten und der Industrie internationale Standardisierungsarbeiten abgeschlossen, um Rundfunkangebote effizient in großflächigen 4G- und 5G-Netzen zu übertragen.

Dazu sagt Jochen Mezger, Geschäftsfeldleiter Netztechnologien am IRT: „Gemeinsam mit EBU, BBC, RAI und SWR sowie Industriepartnern haben wir die Rundfunkanforderungen für 5G definiert und in die internationale Standardisierung erfolgreich eingebracht. Diese enthalten u.a. einen 100-Prozent-Rundfunkmodus sowie vergrößerte Senderabstände. Wir freuen uns, dass wir im Projekt 5G-Today jetzt die Standardisierungsergebnisse in einem Testfeld umsetzen und evaluieren können“. [...]

„Mit den Entwicklungen in 5G nähert sich der Standard den klassischen Parametern eines Rundfunkübertragungssystems an. Damit wird eine großflächige und wirtschaftliche Fernsehprogrammverbreitung möglich. Wir begrüßen die Gelegenheit im Projekt 5G-Today das Netz der Zukunft mit unserer bestehenden Sendeinfrastruktur zu testen“, sagt Prof. Birgit Spanner-Ulmer, Direktorin Produktion und Technik des Bayerischen Rundfunks. [...]

Projektpartner:
Institut für Rundfunktechnik GmbH [...]
Kathrein [...]
Rohde & Schwarz [...]
Assoziierte Projektpartner:
Bayerischer Rundfunk
Telefónica Deutschland Holding AG [...]
Fördergeber:
Bayerische Forschungsstiftung [...]
Weiterlesen in (vollständig leider nur als PDF, 5 Seiten):
https://www.irt.de/fileadmin/media/downloads/pressemitteilungen/2018/20180123_PM_5G-Today.pdf

(...und wir fangen (langsam) an, zu verstehen, wohin die Reise wirklich gehen soll, im "Forschungsland" und "Testgebiet" von Bayern und seinem BR... WTF)


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« Letzte Änderung: 23. Januar 2018, 23:54 von drone »

Offline ope23

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Re: IRT-Skandal: Patente und Tränen
« Antwort #3 am: 24. Januar 2018, 00:47 »
Dieses 5G ist also wie ein quasi hyperschnelles Internet und soll dann nur für mehr oder weniger lineares Fersehen gebraucht werden.

Technisch: Wenn es je umgesetzt wird, wird es eine Insellösung bleiben und nicht über Bayern hinauskommen.

Politisch: Das sieht mir eher nach einem künstlichen Technikprojekt aus, damit einigen Subjekten - Rundfunkheinis und durchaus auch Ingenieuren - feste Jobs zugeschoben werden. Aber der Output für die Volkswirtschaft wird Null sein. Sprich: rausgeschmissenes Geld.

Hoffentlich wird das IRT geschlossen. Das braucht keiner.

Der technische Fortschritt im Digitalen kommt aus den USA oder aus Japan, aber bestimmt nicht aus Bayern oder auch nur aus Deutschland.



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