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  • Dresdner Reden 2019: u.a. Karola Wille "Wahl-/Medienfreiheit" So 17.2.19 11h: 17. Februar 2019

Autor Thema: Dresdner Reden 2019: u.a. Karola Wille "Wahl-/Medienfreiheit" So 17.2.19 11h  (Gelesen 5423 mal)

Offline seppl

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Frau Willes Rede "ES GEHT UM DEMOKRATIE – UNSER GEMEINSAMER FREIER RUNDFUNK" ist auf der Homepage des Dresdner Schauspielhauses bisher(?) nicht veröffentlicht worden. Das ist unüblich.
Für 2018 sind sämtliche Reden als Tondokument abrufbar.
Für 2019 alle bisher gehaltenen außer der vom 17. Februar!

Reden 2018
https://www.staatsschauspiel-dresden.de/spielplan/a-z/dresdner_reden_2018/

Reden 2019 (Stand 25.02.2019)
https://www.staatsschauspiel-dresden.de/spielplan/a-z/dresdner_reden_2019/
Zitat
Zum Nachhören
Dresdner Rede Doris Dörrie (03.02.2019)
Dresdner Rede Robert Menasse (24.02.2019)

Edit "Bürger":
Danke. In der Tat bemerkenswert - schließlich ist die letzte Rede von gestern bereits heute veröffentlicht.
Die Rede von Frau Wille vor einer Woche jedoch noch nicht.


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« Letzte Änderung: 25. Februar 2019, 21:28 von Bürger »
„Eine ewige Erfahrung lehrt jedoch, daß jeder Mensch, der Macht hat, dazu getrieben wird, sie zu mißbrauchen. Er geht immer weiter, bis er an Grenzen stößt.
Wer hätte das gedacht: Sogar die Tugend hat Grenzen nötig. Damit die Macht nicht mißbraucht werden kann, ist es nötig, durch die Anordnung der Dinge zu bewirken, daß die Macht die Macht bremse.“ (Montesquieu)

Offline gez-negativ

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Edit "Bürger":
Danke. In der Tat bemerkenswert - schließlich ist die letzte Rede von gestern bereits heute veröffentlicht.
Die Rede von Frau Wille vor einer Woche jedoch noch nicht.

Das ist schon irgendwie fast ein wenig seltsam?
Kann es sein, dass es da inhaltlich Formulierungen gab, die der Kritik nicht standhalten könnten?


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« Letzte Änderung: 26. Februar 2019, 02:24 von Bürger »

Offline PersonX

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Es kann im Rahmen der Möglichkeiten liegen, dass Frau Dr. Wille noch keine Freigabe für eine vollständige Wiedergabe einer möglichen Aufzeichnung erteilt hat. Wer es genauer wissen will, könnte seine Anfrage direkt an Frau Dr. Wille richten.


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« Letzte Änderung: 26. Februar 2019, 02:24 von Bürger »
Beim Benutzen von Geräten mit zu kleinem Bild werden öfters Zeichen nicht richtig eingegeben auch nicht immer sauber kontrolliert, wer also solche Zeichenfehler findet z.B. "ein" statt "eine", darf diese behalten, wenn der Inhalt des Textes nicht völlig entstellt wird.

Offline seppl

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Die Rede wurde heute im Laufe des Tages veröffentlicht:

Dresdner Rede Karola Wille
https://www.staatsschauspiel-dresden.de/spielplan/a-z/dresdner_reden_2019/

Audio-Direktlink (mp3, ~1:20 Std., ~190mb)
https://www.staatsschauspiel-dresden.de//download/11461/dresdner_rede_karola_wille_17022019.mp3(Link führt zu einem Angebot des örR. Zum Aufrufen der Webseite URL kopieren (Klick auf "Auswählen", dann ctrl+c), in einem neuen Browserfenster/-tab in die Adresszeile einfügen (ctrl+v) und bestätigen)


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« Letzte Änderung: 02. März 2019, 20:13 von ChrisLPZ »
„Eine ewige Erfahrung lehrt jedoch, daß jeder Mensch, der Macht hat, dazu getrieben wird, sie zu mißbrauchen. Er geht immer weiter, bis er an Grenzen stößt.
Wer hätte das gedacht: Sogar die Tugend hat Grenzen nötig. Damit die Macht nicht mißbraucht werden kann, ist es nötig, durch die Anordnung der Dinge zu bewirken, daß die Macht die Macht bremse.“ (Montesquieu)

Offline seppl

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Also, sich die Rede anzuhören lohnt wirklich, wenn man auch andere Kommunikationsebenen betritt:

Ich habe 2 Mal kurz reingehört und bereits einen klaren freudschen Versprecher und eine Textstelle entdeckt, die unverständlicherweise mit "Meinungen" die Begriffe "richtig" und "falsch" in Verbindung bringt. Meinungen sind subjektive Ansichten. Falsch ist es nicht was sie sagt aber unnötig und von der Ausdrucksweise her sinnlos. Da das Manuskript dem Sprachrythmus zufolge abgelesen wurde, wurde dieser Fehler im Text auch so geschrieben:

min 15:38
Zitat
Meinungen sind niemals wahr
und kurz darauf min 15:47
Zitat
...aber sie sind niemals falsch - Meinungen.

Der freudsche Versprecher war übrigens "Schlagseite" anstelle von "Schlagzeile". Fragt sich, wer durch die kurz zuvor erschienenen Schlagzeilen (Framing Skandal) Schlagseite bekommen hat: Sie selber, der MDR oder gar der ÖRR an sich.

Stockende Sprache, trockener Mund, nervöses Lachen an unpassenden Stellen.

Desweiteren versteht Frau Wille offensichtlich Art 5 GG nicht (Als Intendantin des MDR!):
Sehr unflüssig trug sie folgenden Satz vor (min 16:10 )
Zitat
"...und dazu gehört auch, dass bewusst unwahre Tatsachenb... darstellungen ... v...von vornherein nicht ...bewusst unwahre Tatsachenbehauptungen überhaupt nicht von der Meinungsfreiheit geschützt sind. Und daraus folgt eine wichtige Regel, und Sie sehen, ich komme immer mehr zur Rolle der Medien..."

Soweit mir bekannt ist, umfasst die Meinungsfreiheit auch das Lügen.
In Artikel 5 GG ist für jeden leicht festzustellen, dass dort kein einschränkender Passus das Lügen verbietet:
Zitat
(1) Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten.
Was strafbar ist, ist die Verleumdung, wenn eine andere Person dadurch geschädigt wird! Aber die Behauptung, dass die Erde eine Scheibe ist, darf man nach wie vor kundtun...
Frau Wille schränkt hier offiziell in einer Rede die Meinungsfreiheit ein! Es dürfen ihrer Auffassung nach nur sogenannte "Wahrheiten" verbreitet werden! Frau Wille hat eine juristische Ausbildung absolviert! Und trägt solche Sachen in einer Dresdner Rede als Intendantin der ÖRR vor! Unglaublich! Mittelalter!

Die "wichtige Regel", die ihrer Auffassung nach daraus für die Medien folgt, ist logischerweise dann im Schluss ungültig.

Ich würde gerne Mitleid mit Frau Wille haben, aber da mir der ÖRR schon jahrelang das Leben erschwert, geht das absolut nicht...


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« Letzte Änderung: 02. März 2019, 11:56 von seppl »
„Eine ewige Erfahrung lehrt jedoch, daß jeder Mensch, der Macht hat, dazu getrieben wird, sie zu mißbrauchen. Er geht immer weiter, bis er an Grenzen stößt.
Wer hätte das gedacht: Sogar die Tugend hat Grenzen nötig. Damit die Macht nicht mißbraucht werden kann, ist es nötig, durch die Anordnung der Dinge zu bewirken, daß die Macht die Macht bremse.“ (Montesquieu)

Offline azdb-opfer

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Der freudsche Versprecher war übrigens "Schlagseite" anstelle von "Schlagzeile". Fragt sich, wer durch die kurz zuvor erschienenen Schlagzeilen (Framing Skandal) Schlagseite bekommen hat: Sie selber, der MDR oder gar der ÖRR an sich.
Ihre Rede hat offensichtlich auch Schlagseite bekommen.

Stockende Sprache, trockener Mund, [...]
Liegt das möglicherweise am Schlafmangel?

Video MDR Sachsenspiegel - MDR-Intendantin übt Selbstkritik (~2 min):
Zitat
Bis früh halb drei hatte Karola Wille an ihrer Rede geschrieben. Zu wichtig sei ihr dieses anderthalbstündige Statement […]
https://www.mdr.de/mediathek/mdr-videos/a/video-275552.html(Link führt zu einem Angebot des örR. Zum Aufrufen der Webseite URL kopieren (Klick auf "Auswählen", dann ctrl+c), in einem neuen Browserfenster/-tab in die Adresszeile einfügen (ctrl+v) und bestätigen)
Die Frau hatte mehrere Monate Zeit, diese Rede zu schreiben. Normalerweise sollte sowas eine/mehrere Woche(n) vorher komplett fertig sein. Ich vermute, sie musste nach dem Framing-Manual-Skandal erstmal Wehlings B.I.F.I.-Ideologie aus dem Manuskript entfernen und danach alles neu schreiben.

Ich würde gerne Mitleid mit Frau Wille haben [...]
Ich habe kein Mitleid. Wenn ihr der Job nicht mehr gefällt, kann sie jederzeit gehen.


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« Letzte Änderung: 02. März 2019, 18:39 von Bürger »

Offline ope23

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(Das .mp3 der Rede hat hoffentlich aber jemand gesichert, oder? Mir waren die 300 MB zuviel, um sie im ICE zu verbraten...)

Ich weiß auch nicht, ob ich mir die Zeit nehmen soll, mal die ganzen Buzzwords mitzuzählen, die da mutmaßlich in den Saal gestottert werden (trockener Mund? Ablesen vom Manuskript? ehrlich, von einer Ex-Medien(honorar)professorin und Intendantin erwarte ich deutlich mehr an Rede- und Sprechkunst). Ich höre ja so schon kein Radio, da muss ich mir eine ruckelig vorgesprochene örR-Rede wirklich nicht...


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Offline azdb-opfer

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(Das .mp3 der Rede hat hoffentlich aber jemand gesichert, oder? Mir waren die 300 MB zuviel, um sie im ICE zu verbraten...)
Hier ist eine Kopie:
http://web.archive.org/web/20190302193829/https://www.staatsschauspiel-dresden.de/download/11461/dresdner_rede_karola_wille_17022019.mp3

Ich weiß auch nicht, ob ich mir die Zeit nehmen soll, mal die ganzen Buzzwords mitzuzählen, die da mutmaßlich in den Saal gestottert werden (trockener Mund? Ablesen vom Manuskript? ehrlich, von einer Ex-Medien(honorar)professorin und Intendantin erwarte ich deutlich mehr an Rede- und Sprechkunst).
Ich habe in dieser Rede zum ersten Mal die Stimme und Sprache von Frau Wille gehört. Vorher dachte ich immer, sie als Intendantin wäre ein Medienprofi, eine Entertainerin, eine richtige "Rampensau". Jetzt ist mein Weltbild zusammengebrochen. Fast hatte ich den Eindruck, das war tatsächlich ihr erster Auftritt vor Publikum.

Ich habe mir auch nur Teile davon angetan, bei ihrem Vortrag hatte ich immer die Stimme ihres Ex-SED-Genossen Erich M. bei seiner Volkskammer-Rede am 13.11.1989 im Hinterkopf (es fehlten nur die Zwischenrufe und das Gelächter):
Zitat
Ich liebe doch alle ... alle Menschen
Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=1XBEqyu5Mck
(Video ~1:30min)


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« Letzte Änderung: 02. März 2019, 22:47 von Bürger »

Offline sonne2016

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Ich habe in dieser Rede zum ersten Mal die Stimme und Sprache von Frau Wille gehört. Vorher dachte ich immer, sie als Intendantin wäre ein Medienprofi, eine Entertainerin, eine richtige "Rampensau". Jetzt ist mein Weltbild zusammengebrochen. Fast hatte ich den Eindruck, das war tatsächlich ihr erster Auftritt vor Publikum.
Die meisten dieser Sprechblasenerzeuger sind doch, überspitzt ausgedrückt, ohne Souffleure und/oder Teleprompter nichts. Wille stellt keine Ausnahme dar und man wundert sich, dass solche Personen, deren rhetorische Fähigkeiten gegen Null tendieren, es überhaupt "so weit" bringen konnten.


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« Letzte Änderung: 03. März 2019, 00:33 von Bürger »

Offline ope23

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Von mir als jobbedingt rednerischer Semiprofi eine Einschätzung:

Ich habe jetzt doch ins .mp3 reingehorcht, bei einem Beitragszahler zuhause mit Breitbandanschluss... aber nur die allererste Begrüßung und zwei Stellen irgendwo in der Mitte angehört, insgesamt vielleicht 15 Sekunden. Die Dame spricht den Text gerade so, als ob die Sprechvorlage etwas zu klein gedruckt zum Ablesen geraten ist, so dass sie immer durch die Brille aufs Papier linsen musste. Aber eher vermute ich, sie hat den Text noch nie vorher gesehen  :o, geschweige denn selbst geschrieben...   ::)



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Offline U15000

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    • GEZ Nein danke!
... wundert sich, dass solche Personen, deren rhetorische Fähigkeiten gegen Null tendieren, es überhaupt "so weit" bringen konnten.

Zitat
Glaßbrenner, Adolf

    Gedichte
        Verbotene Lieder Bern 1844
Die Raupe
http://www.zeno.org/nid/20004828836
Es wird sich niemals ändern.
Willst du es wandeln, musst du handeln. Danke pjotre


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solo Dio mi può giudicare
mi faccio gli affari miei, e non giudico nessuno

Offline seppl

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Desweiteren versteht Frau Wille offensichtlich Art 5 GG nicht (Als Intendantin des MDR!):
Sehr unflüssig trug sie folgenden Satz vor (min 16:10 )
Zitat
"...und dazu gehört auch, dass bewusst unwahre Tatsachenb... darstellungen ... v...von vornherein nicht ...bewusst unwahre Tatsachenbehauptungen überhaupt nicht von der Meinungsfreiheit geschützt sind. Und daraus folgt eine wichtige Regel, und Sie sehen, ich komme immer mehr zur Rolle der Medien..."

Ich fragte über "Frag den Staat" nach der Quelle dieser Behauptung und bekam heute folgende Antwort:
Intendantin MDR Dresdner Rede: "Unwahrheiten sind von der Meinungsfreiheit nicht geschützt"
https://fragdenstaat.de/anfrage/intendantin-mdr-dresdner-rede-unwahrheiten-sind-von-der-meinungsfreiheit-nicht-geschutzt/#nachricht-167783

Zitat
Sehr geehrter Herr ...,
ich darf Ihnen den Eingang Ihrer Mailanfrage vom 03.03.2019 bestätigen. Darin nehmen Sie Bezug auf die Dresdner Rede der Intendantin des MDR und fragen nach der Grundlage der darin enthaltenen Äußerung "....dass bewusst unwahre Tatsachenbehauptungen überhaupt nicht von der Meinungsfreiheit geschützt sind."
Dieses Zitat gibt die Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts wieder. Im Beschluss vom 13. April 2000 (Az. 1 BvR 589/95)
https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/2000/04/rk20000413_1bvr058995.html
hat das Gericht festgestellt: "Unter den Schutz der Meinungsfreiheit fallen - insoweit entgegen der Auffassung des Landgerichts in dem angegriffenen Urteil - nicht nur Werturteile, sondern auch Tatsachenbehauptungen, wenn sie meinungsbezogen sind. Außerhalb des Schutzbereichs von Art. 5 Abs. 1 Satz 1 GG liegen nur bewusst unwahre Tatsachenbehauptungen und solche, deren Unwahrheit bereits im Zeitpunkt der Äußerung unzweifelhaft feststeht. Alle übrigen Tatsachenbehauptungen mit Meinungsbezug genießen den Grundrechtsschutz, auch wenn sie sich später als unwahr herausstellen (vgl. BVerfGE 99, 185 <197>)."
Ich hoffe, ich konnte Ihnen damit weiterhelfen und verbleibe mit freundlichen Grüßen
...

Der zitierte Beschluss war übrigens ein Nichtannahmebeschluss! Eine Frau hatte Verfassungsbeschwerde eingelegt, weil ihr verboten wurde, eine Tatsachenbehauptung zu wiederholen, die ihre persönliche Einzelerfahrung verallgemeinert und rufschädigend auf den Betroffenen, die Deutsche Gesellschaft für Humanes Sterben (DGHS) wirkt.

Insofern ist es richtig, wenn Frau Wille sagt, dass unwahre Behauptungen nicht geschützt sind. Die Frage ist, was der unnötige und bestärkende Begriff "überhaupt nicht" bewirken soll. Unwahre Behauptungen kann man natürlich immer äußern. Der Schutz wird erkennbar nur dann aufgehoben ("tritt zurück"), wenn z.B. wie in diesem Fall, Rufschädigung durch die Unwahrheit droht. In diesem Fall wurde sogar nicht die Erstäußerung zum Thema, sondern das Wiederholen. Die Beschwerdeführerin wollte mit der Verfassungsbeschwerde erreichen, die Unwahrheit - vom Art. 5 Abs. 1 GG geschützt - wiederholen zu dürfen. Die Beschwerde wurde nicht angenommen, eben weil hier kein Grundrechtsschutz besteht.


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« Letzte Änderung: 08. März 2019, 12:03 von Bürger »
„Eine ewige Erfahrung lehrt jedoch, daß jeder Mensch, der Macht hat, dazu getrieben wird, sie zu mißbrauchen. Er geht immer weiter, bis er an Grenzen stößt.
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Offline ChrisLPZ

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Desweiteren versteht Frau Wille offensichtlich Art 5 GG nicht (Als Intendantin des MDR!):
Sehr unflüssig trug sie folgenden Satz vor (min 16:10 )
Zitat
"...und dazu gehört auch, dass bewusst unwahre Tatsachenb... darstellungen ... v...von vornherein nicht ...bewusst unwahre Tatsachenbehauptungen überhaupt nicht von der Meinungsfreiheit geschützt sind. Und daraus folgt eine wichtige Regel, und Sie sehen, ich komme immer mehr zur Rolle der Medien..."

Transkription des Vor- und Nachlaufs dieses Zitats:
ab min 12:45

Zitat von: Dresdner Rede von Fr. Wille
Letztlich beruht dieses Sytem auf dem Vertrauen in die aufklärerische Funktion von Argumenten der Bürgerinnen und Bürger. Das Miteinander argumentieren ist so etwas wie das Lebenselement einer repräsentativen Demokratie.

Das ist anstrengend, das kostet Zeit und manche hätten sicher gerne  eine schnelle Entscheidung, eine Entscheidung, in der man einfach durchgreift und eine Entscheidung trifft. Es ist aber tatsächlich wie Barack Obama gesagt hat, immer wieder die legitime Arbeit des politischen Prozesses, in dem Macht durch Konsens erhalten wird und nicht durch Zwang und in dem die Rechte von Minderheiten und die Mitwirkung tatsächlich garantiert wird.

Und in einer funktionierenden Demokratie eröffnet der Diskurs in der demokratischen Öffentlichkeit der politischen Minderheit eine reale Chance ihre politischen Ziele tatsächlich durchzusetzen. Und nur unter dieser Voraussetzung überhaupt kann von der Minderheit verlang werden, dass sie die Entscheidung der Mehrheit akzeptiert, auch wenn sie ihr nicht gefällt.

Nur wer diesen Mechanismus letztlich anerkennt, steht auf dem Boden des Grundgesetzes.
Wer aber dem politischen Wettbewerber ankündigt, wenn er erst einmal an der Macht sei, hat diese Fundament  vermutlich bereits verlassen.

Wenn wir uns jetzt die Bedeutung vergegenwärtigen, die ein freier und offener Diskurs für das Funktionieren der Demokratie hat, wird klar, dass es so etwas wie einen Rahmen bedarf, einen *räusper* rechtlichen Rahmen, (so) dass die Auseinandersetzung tatsächlich mit den Mitteln des Arguments in unserer Gesellschaft erfolgen kann.

Die Bürgerinnen und Bürger, sie alle können nur dann eine verantwortliche Wahl treffen, wenn sie die Fakten, wenn sie über die Ansichten von Parteien, Gruppen, Institutionen *räusper* von einzelnen in der Gesellschaft, sowie über die Lösungen und Ansätze gesellschaftliche Probleme zu lösen, tatsächlich umfassend informiert sind.

Demokratie setzt den informierten und den urteilsfähigen Bürger voraus. Damit dies gelingen kann, ist vor allem die Fähigkeit und Bereitschaft notwendig, Tatsachen von Meinungen zu unterscheiden.

Tatsachen sind, wir Juristen sagen dem Beweis zugänglich, d.h. sie können bewiesen oder widerlegt werden. Fakten sind die Essenz für Journalisten, sie sind die Währung des Journalismus. Die Zahlen müssen stimmen, die Daten müssen stimmen, die Zitate müssen stimmen.
Fakten unterscheiden sich durch ihre Beweisbarkeit von den Meinungen, die letzendlich immer von subjektiver Einschätzung geprägt sind. Nur Fakten können letztendlich wahr oder falsch sein. Meinungen sind niemals wahr.  Sie sind sympthisch, sie sind nicht sympathisch, sie sind manchmal gut begründet, manchmal voreilig, manchmal naiv, aber sie sind niemals Falschmeinungen.

Ein rationaler Diskurs für die Demokratie ist genau auf dieser Basis von Fakten und der Unterscheidbarkeit von Fakten und Meinungen schlechthin konstituierend, so dass das ganze funktioniert - funktionieren kann.

...und dazu gehört auch, dass bewusst unwahre Tatsachenb... darstellungen ... v...von vornherein nicht ...bewusst unwahre Tatsachenbehauptungen überhaupt nicht von der Meinungsfreiheit geschützt sind. Und daraus folgt eine wichtige Regel, und Sie sehen, ich komme immer mehr zur Rolle der Medien... Es ist vielleicht die Wichtigste von allen. Meinungen, die einem unsympathisch sind, die man nicht teilt, sind deshalb noch keine Lügen, sie sind einfach andere Meinungen. Und unbequeme Meinungen müssen wir alle aushalten - auch die Medien.

Idealerweise sollte man sich unbequemen Meinungen sogar stellen *kicher*, mit ihnen auseinandersetzen, dazu gehört manchmal besser zuhören *kicher*, dazu gehört auch die Bereitschaft eigene Dinge zu korrigieren und ich fand es interessant, dass BP Steinmeier zu Beginn diesen Jahres gesagt hat: „Wir müssen mehr lernen zu streiten - unsere unterschiede auszuhalten“. […]


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Offline drboe

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  • Ersatzmaßstab Wohnung: das BVerfG erklärt die Welt
Das hört sich doch gut an: Fakten sind die Essenz für Journalisten, ... Die Zahlen müssen stimmen, die Daten müssen stimmen, die Zitate müssen stimmen.

Ich füge hinzu: die Zahlen, Daten und Zitate müssen durch Quellen belegt, die Quellen genannt werden, auf dass der Rezipient sie prüfen kann. Schauen wir also einmal hin, nämlich beim selbst ernannten Faktenfinder der ARD. Also z. B. hier:

http://faktenfinder.tagesschau.de/ausland/skripal-russische-medien-desinformation-101.html

Quellen werden eindeutig überbewertet, scheint man sich bezüglich Währung des Journalismus zu denken.
Das ist kein Faktenfinder sondern eine Meinungsschleuder!

M. Boettcher


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« Letzte Änderung: 08. März 2019, 12:05 von Bürger »
Während unseres endlosen Krieges gegen Syrien habe ich keinen einzigen glaubwürdigen Beweis dafür gesehen, dass die "Gasangriffe" von der syrischen Armee ausgingen. Und ich habe es satt, dass wir Syrien jedes Mal bombardieren, wenn Al-Qaidas "Weisshelme" ein weiteres Ereignis unter falscher Flagge veranstalten. Ein mutiger Journalist sollte sich fragen, warum alle Gasopfer Zivilisten sind und niemals die Terroristen selbst. (Richard H. Black, US-Senator, Republikaner, auf Facebook)

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Zitat
Karola Wille
"ES GEHT UM DEMOKRATIE – UNSER GEMEINSAMER FREIER RUNDFUNK"
Preis: 12 €


Die Frage nach der Demokratie einmal etwas anders betrachtet:

Umfrage: Unzufriedenheit über Funktionieren der Demokratie gewachsen
https://gez-boykott.de/Forum/index.php/topic,30894.0
Zitat
Umfrage: Unzufriedenheit über Funktionieren der Demokratie gewachsen
Zitat
Immer mehr Menschen in Deutschland sind mit dem Funktionieren der Demokratie unzufrieden.


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« Letzte Änderung: 30. April 2019, 12:37 von Bürger »

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