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Autor Thema: Gewährleistung von Vielfalt - Wilhelm / Herres - planet-interview.de  (Gelesen 854 mal)

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planet-interview.de        13.09.2018

Interview: Jakob Buhre
Gewährleistung von Vielfalt

Der ARD-Vorsitzende Ulrich Wilhelm und Programmdirektor Volker Herres sprachen auf einer Pressekonferenz über Geschäftsgeheimnisse, „Babylon Berlin“, Schlager-Playback und Übergriffe auf Journalisten. Außerdem Antworten der RBB-Intendantin Patricia Schlesinger und des GVK-Vorsitzenden Lorenz Wolf.
Zitat
Erwähnenswert:
– Die genauen Kosten der ARD-Intendantentagung im Berliner Fünf-Sterne-Hotel Waldorf-Astoria bleiben vermutlich ein Geschäftsgeheimnis. Mehrere Nachfragen hierzu führten zu keinem Ergebnis.
– Der katholische Geistliche und Vorsitzende der Gremienvorsitzendenkonferenz Lorenz Wolf möchte die Frage, ob Playback mit dem Achten Gebot vereinbar ist, weder mit Ja noch mit Nein beantworten.
Zitat
Herr Wilhelm, Sie sprechen von der „ungeteilten Beauftragung“, das klingt so ein bisschen wie: ‚Wir bleiben, was wir sind und ändern wollen wir auch nichts.‘

Wilhelm: Das ist keinesfalls so gemeint. Schon der Blick in die Realität zeigt ja, dass wir uns massiv ändern. Es gibt kein Medienunternehmen, das nicht im Zuge der Digitalisierung in großer Veränderung begriffen ist, es gibt Häuser, auch im BR, wo enorm viel verändert worden ist, mit Personalabbau verbunden, auch mit schrumpfenden Haushalten. Unser Haus hat in vier Haushalten hintereinander fast 80 Millionen dauerhaft herausgenommen. Diese Verbindung aus Medienwandel und Beibehaltung des linearen Angebots für die Teile der Bevölkerung, die das auch noch weiterhin präferieren, aber Ausbau von Mediatheken, von Audiotheken, auch von unterschiedlichen Angeboten, auch auf Drittplattformen im Zuge des neuen Telemedienauftrags, bei fehlender Kompensation der Teuerung, anhaltendem Personalabbau – das ist kein Bild über das ich die Überschrift setzen würde „weiter so“, oder „Besitzstände verteidigen“. Uns ist sehr wohl bewusst, dass sich vieles ändert, wir betreiben das auch aktiv, da geht es aber um etwas Anderes. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk ist ja mit einem Leitbild geschaffen worden, mitten in der Gesellschaft zu sein, und allen Menschen ein Angebot von Wert zu machen.
Die Leute finden aber ganz Unterschiedliches für Sie spannend, für manche ist Sport enorm wichtig, für andere Politik und je nischiger wir werden, desto mehr hätten wir ein Bild, wo die Allgemeinheit für etwas bezahlt, was dann allerdings nur die Präferenzen weniger trifft. Ich halte nichts davon, zu sagen: Wir verengen uns ganz stark auf Kultur, Bildung und Information, und vernachlässigen etwa Film, Sport oder Unterhaltung.
Zitat
Herr Wilhelm, Sie haben eingangs das Urteil des BVerfG erwähnt und betont, dass auf inhaltliche Vielfalt wertgelegt wird. Im Fernsehen gibt es im ARD-Hauptprogramm wiederkehrende Musikformate bzw. Musiksendungen zur Primetime ausschließlich für Schlager. Auf welcher Grundlage schließt man die anderen Genres aus, wenn Sie doch die Vielfalt betonen?

Volker Herres (ARD-Programmdirektor): Man muss sagen, unseren Vielfaltsauftrag erfüllen wir über das Gesamtangebot, nicht in einzelnen Kanälen. Auch wenn das Gemeinschaftsprogramm einen wichtigen Beitrag dazu leistet steht Musik generell nicht im Fokus des Gemeinschaftsprogramms. Das Gemeinschaftsprogramm versteht sich als informationsorientiertes Vollprogramm, für ein breites Publikum. Musik steht nicht im Fokus des Ersten Deutschen Fernsehens. Aber wir haben gleichwohl, wir haben schon aus Bayreuth übertragen, um mal etwas ganz Anderes zu nehmen, wir übertragen regelmäßig – wenn auch Spät, aber da erreichen Sie am ehesten auch das Publikum – Rock- und Pop-Konzerte. Das SWR3-Popfestival können Sie im Ersten Deutschen Fernsehen verfolgen (am 21.09.2018, 23.30 Uhr bis 01:15 Uhr), wir haben immer, auch anlassbezogen, einzelne Konzerte von Künstlern aus der Rock- und Pop-Szene ins Erste genommen.
In den Unterhaltungsformaten spielt der Schlager eine große Rolle, insbesondere bei Silbereisen, der hat sich prächtig entwickelt, sich immer mehr von dem volkstümlichen Genre von dem er ursprünglich kam hin entwickelt in eine modernere Schlagerwelt, die eine große Rolle spielt, übrigens auch bei jungen Leuten, das unterschätzt man immer. Das ist oft eine urbane Sicht, die wir da vielleicht alle haben in unseren Milieus.
„Immer wieder Sonntags“ ist in der Tat ein Genre, wo wir die volkstümliche Musik pflegen. Das ist ein ausgewogener Mix, den wir da erfüllen. Wir haben im Gemeinschaftsprogramm nicht den Anspruch ein umfassendes Spektrum des musikalischen Angebots von der Klassik bis zu Rock/Pop oder Electro-Szene oder was es alles, über Schlager und volkstümliche Musik hinaus, gibt abzubilden. Das kann ein Vollprogramm nicht leisten.
Es ist sozusagen falsch, vom Gemeinschaftsprogramm Das Erste ein ausgewogenes Musikprogramm zu erwarten.
Weiterlesen auf :
http://www.planet-interview.de/interviews/gewaehrleistung-von-vielfalt/50490/



Siehe auch :
Ulrich Wilhelm bleibt auch 2019 ARD-Vorsitzender
https://gez-boykott.de/Forum/index.php?topic=28703.0

"Kostenbewusste" Hauptversammlung - RBB lädt die ARD ins „Waldorf Astoria“
https://gez-boykott.de/Forum/index.php?topic=28691.0

ARD-GVK: Zukunftsfähiger örR braucht modernen Telemedienauftrag
https://gez-boykott.de/Forum/index.php?topic=26859.0


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  • IP logged  »Letzte Änderung: 14. September 2018, 17:17 von Bürger«

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  • Beiträge: 668
Bemerkenswert:

1) Wie sich der öffentlich-rechtliche Rundfunk sich immer wieder traut hinter dem Geschäftsgeheimnis seiner Vertragspartner zu verstecken. Zuletzt bei dieser "Burlesque-Performance" und jetzt hier hinter dem Hotel.
Zitat
Erwähnenswert:
– Die genauen Kosten der ARD-Intendantentagung im Berliner Fünf-Sterne-Hotel Waldorf-Astoria bleiben vermutlich ein Geschäftsgeheimnis. Mehrere Nachfragen hierzu führten zu keinem Ergebnis.
Quelle: im Einstiegsbeitrag verlinkter Artikel
Zur Doppelmoral von ARD-ZDF-GEZ bzgl. "Transparenz" vs. "Geschäftsgeheimnis" siehe u.a. auch unter
Medien sehen Geschäftsgeheimnisgesetz kritisch
https://gez-boykott.de/Forum/index.php/topic,28700.0.html


2) Wie der Programmgolum Herres keine Antwort zum Schlagerwahn gibt und dann auch noch behauptet, sie müssten nicht in jedem Kanal Vielfalt zeigen. Das ist schlicht falsch. "Binnenpluralismus" nennt sich die Anforderung des Bundesverfassungsgerichts. Es reicht nicht aus im Ersten Hofberichterstattung der Regierung zu senden und nachts um 3 auf zdf-info mal was Kritisches.
Zitat
Wir haben im Gemeinschaftsprogramm nicht den Anspruch ein umfassendes Spektrum des musikalischen Angebots von der Klassik bis zu Rock/Pop oder Electro-Szene oder was es alles, über Schlager und volkstümliche Musik hinaus, gibt abzubilden. Das kann ein Vollprogramm nicht leisten.
Es ist sozusagen falsch, vom Gemeinschaftsprogramm Das Erste ein ausgewogenes Musikprogramm zu erwarten.
Quelle: im Einstiegsbeitrag verlinkter Artikel


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  • IP logged  »Letzte Änderung: 14. September 2018, 19:26 von Bürger«

 
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