Autor Thema: WDR vor "Kulturwandel" / Abschlussbericht - Monika Wulf-Mathies  (Gelesen 699 mal)

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Westdeutsche Zeitung        12.09.2018

Vorwürfe sexueller Belästigung:
WDR vor "Kulturwandel"

Bonn. Nach den Vorwürfen sexueller Belästigung gegen Mitarbeiter des Westdeutschen Rundfunks (WDR) hat die frühere Gewerkschaftschefin Monika Wulf-Mathies einen «Kulturwandel» bei dem Sender gefordert.
Zitat
«Es hat sich sehr schnell gezeigt, dass das Thema sexuelle Belästigung nur die Spitze des Eisbergs ist, hinter dem sich Machtmissbrauch, vielfältige Diskriminierungserfahrungen und eine Unzufriedenheit mit dem Betriebsklima verbergen», sagte sie am Mittwoch.
Es fehle an klaren Regeln und gegenseitiger Wertschätzung, so Wulf-Mathies in Bonn.
Weiterlesen auf :
http://www.wz.de/newsticker?articleId=1.2763748&date=2018-09-12



Siehe auch :
Wulf-Mathies stellt Mittwoch Abschlussbericht zum WDR vor
https://gez-boykott.de/Forum/index.php?topic=28683.0

WDR : Gewerkschafterin Wulf-Mathies prüft Vorwürfe
https://gez-boykott.de/Forum/index.php?topic=27259.0


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Re: WDR vor "Kulturwandel" / Abschlussbericht - Monika Wulf-Mathies
« Antwort #1 am: 12. September 2018, 18:28 »

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DWDL.de        12.09.2018

von Uwe Mantel
"Kosmetische Korrekturen werden nicht ausreichen"

Vier Monate lang untersuchte Monika Wulf-Mathies, wie der WDR in der Vergangenheit mit Belästigungsvorwürfen umging - und übte nicht nur daran Kritik. Generell würden viele bis heute ein wertschätzendes Betriebsklima vermissen. Der WDR benötige einen Kulturwandel.
Zitat
"Ich wusste, dass Sie kritisch sein würden. Sie sind dieser Erwartung gerecht geworden", sagte WDR-Intendant Tom Buhrow im Anschluss an die Vorstellung der Ergebnisse zu Wulf-Mathies. Und die fielen tatsächlich wenig schmeichelhaft aus, vor allem, weil sie sich nicht nur mit der Frage des Umgangs mit Belästigungsvorwürfen beschäftigte, die sich vor allem auf die Vergangenheit bezog, sondern auch mit einem offenbar bis heute ungünstigen Betriebsklima.
Zitat
Wulf-Mathies macht eine ganze Reihe von Vorschlägen, welche Konsequenzen zu ziehen sind. Besonders stellte sie die Abgabe einer Selbstverpflichtung des WDR heraus, also das klare Bekenntnis, dass sexuelle Belästigung, Diskriminierung und Machtmissbrauch nicht geduldet werden, Beschwerden ernst genommen und gründlich untersucht werden, Opfer vor Vergeltungsmaßnahmen geschützt werden und je nach Schwere des Fehlverhaltens abgestufte Sanktionen ergriffen werden. All das gelobte WDR-Intendant Tom Buhrow, der sich auch nochmal im Namen des WDR bei allen Opfern entschuldigte. Konkret schlug sie zudem die Einrichtung einer "Clearing-Stelle" vor, die Beschwerden entgegennehmen, prüfen und entsprechend weiterleiten soll. Damit sollen bisherige Kommunikationsprobleme im Beschwerdeverfahren gelöst werden.
Zitat
"Das hohe Maß an Dezentralität begünstigt die Entwicklung eines Eigenlebens in den Direktionen", sagte sie bei der Vorstellung des Berichts. Die Folge seien Abschottung, Silo-Strukturen und die Bildung von Seilschaften. Ungünstig sei auch, dass es gar keine WDR-weiten Auswahlkriterien für Führungskräfte gebe.
Zitat
Konkrete Maßnahmen wollte Buhrow am Mittwochnachmittag nicht versprechen - er müsse sich jetzt erstmal eingehend mit dem Bericht befassen. Eine Clearingstelle sei in jedem Fall aber eine sehr gute Idee, die Verbesserung des Betriebsklimas wichtig. "Ich möchte einen WDR, in dem wir angstfrei miteinander umgehen. Wir können und werden nicht die Hierarchien abschaffen. Aber eine gute Führungsverantwortung bedetuet, dass man sich auch unangenehmens anhört - so wie ich heute. Auch wenn ich ein paar Mal schlucken musste, ist das ein sehr notwendiger Prozess." Gelinge der, dann gewinne der WDR insgesamt. "Wertschätzung schafft Wertschöpfung", fasst Wulf-Mathies zusammen, bei Tom Buhrow klingt es ganz ähnlich: "Gute Leistung und gute Laune gehören zusammen".
Weiterlesen auf :
https://www.dwdl.de/nachrichten/68720/kosmetische_korrekturen_werden_nicht_ausreichen/


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« Letzte Änderung: 12. September 2018, 18:50 von Bürger »

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Re: WDR vor "Kulturwandel" / Abschlussbericht - Monika Wulf-Mathies
« Antwort #2 am: 13. September 2018, 17:36 »

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Süddeutsche Zeitung       12.09.2018

Von Hans Hoff
Eine 22-seitige Klatsche für Tom Buhrow

In Köln stellte die ehemalige ÖTV-Gewerkschaftsvorsitzende Monika Wulf-Mathies ihren Bericht "#MeToo - Die Verantwortung des WDR als Arbeitgeber" vor.
Er beleuchtet, wie der Sender in der Vergangenheit mit Vorwürfen der sexuellen Belästigung umgegangen ist.
Bei ihren Untersuchungen und Gesprächen im WDR habe sie ein starkes Machtgefälle festgestellt, sagte Wulf-Mathies.
WDR-Intendant Tom Buhrow kündigte Konsequenzen an.

Zitat
Buhrow nahm die 22-seitige Klatsche, die er selbst Ende April in Auftrag gegeben hatte, sichtlich berührt entgegen. "Ich wusste, dass Sie kritisch sein würden. Sie sind dieser Erwartung gerecht geworden", sagte er und gab sich erst einmal als Büßer. "Ich möchte im Namen des WDR um Entschuldigung bitten, bei all jenen, denen so etwas widerfahren ist", sagte er. Er werde die Empfehlungen sehr ernst nehmen, versprach er, müsse aber die Folgen erst mit dem Personalrat beraten. "Dieser Maßnahmenkatalog wird nicht in der Schublade verschwinden", kündigte er an. "Das wird zu Konsequenzen führen."
Weiterlesen auf :
https://www.sueddeutsche.de/medien/wdr-sexuelle-belaestigung-1.4126237




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Spiegel        12.09.2018

Aus Bonn berichtet Kendra Stenzel
Tom Buhrows schwere Hausaufgaben

Machtmissbrauch, Diskriminierung, Männerdominanz und strukturelle Probleme: Eine Prüfkommission stellt dem WDR ein harsches Zeugnis aus. Intendant Buhrow wirbt um Vertrauen - personelle Konsequenzen zieht er nicht.
Zitat
Tom Buhrow muss sichtbar schlucken. Angespannt fixiert er unsichtbare Punkte im Raum, während neben ihm Ausdrücke wie "Machtmissbrauch", "Diskriminierung" und "Unzufriedenheit mit dem Betriebsklima" fallen. Und immer wieder ist da dieser eine unangenehme Begriff: "Strukturelles Problem."
Zitat
Ein strukturelles Machtgefälle ziehe sich durch den gesamten WDR, von der Führungsebene bis hin zu freien Mitarbarbeiten. Doch der Fisch stinkt bekanntlich vom Kopf, und so macht Wulf-Mathies ohne große diplomatische Umschweife deutlich, wo die Verantwortlichkeit liegt: in der Führungsetage - in der bei Einstellungen nicht genug auf soziale Kompetenz und charakterliche Eignung geachtet werde.
Zitat
Konkrete personelle Veränderungen schlägt Wulf-Mathies nicht vor, mögliches Fehlverhalten von Führungskräften wird in ihrem Bericht nicht an Namen gebunden - was in Buhrows Sinne sein dürfte.
Zitat
Fehlt also noch der Strukturwandel. Doch Strukturen, die über Jahrzehnte gewachsen sind, in einem Unternehmen mit 4000 Angestellten und Tausenden freien Mitarbeitern, verschwinden nicht von heute auf morgen. Das weiß auch Buhrow. "Hierarchie werden wir nicht abschaffen", sagt er. Wichtig sei es daher besonders, Vertrauen zu schaffen zwischen Kollegen und Vorgesetzten.
Zitat
Die Neunzigerjahre seien jedoch eine andere Zeit gewesen, in der es weniger Bewusstsein für Machtmissbrauch und Belästigung gegeben habe, räumt sie ein. Bis sich ein neues Bewusstsein wirklich auf allen Ebenen des WDR und anderen Unternehmen gefestigt hat, werden wohl noch einmal ein paar Jahrzehnte vergehen.
Weiterlesen auf :
http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/machtmissbrauch-beim-wdr-tom-buhrows-schwere-hausaufgaben-a-1227819.html




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Westdeutsche Zeitung        12.09.2018

#MeToo-Debatte
WDR: Sexueller Missbrauch ist nur Spitze des Eisbergs

In ihrem #MeToo-Bericht kritisiert Monika Wulf-Mathies vor allem in den WDR-Direktionen Strukturen, die Machtmissbrauch begünstigen. Der Intendant verspricht Reformen, aber keine personellen Veränderungen.
Zitat
Auch behinderten die dezentralen Strukturen der einzelnen WDR-Direktionen einen effizientes Personalmanagement. Es gebe nicht einmal einen Konsens über die Anwendung von Grundsätzen der Personalführung, Fort- und Weiterbildung oder der Bewertung von Führungskräften. Die „Silo-Strukturen“ (jeder Bereich blickt nur auf sich) und starke Hierarchien förderten die Machtkonzentration, Personalverantwortung werde unterbewertet. So überrascht es eigentlich nicht, dass „WDR“ nicht gleich „WDR“ ist.
Weiterlesen auf :
https://www.wz.de/nrw/wdr-sexueller-missbrauch-ist-nur-spitze-des-eisbergs_aid-32908951



Siehe auch :
Tagesspiegel / dpa        12.09.2018
Wulf-Mathies mahnt "Kulturwandel" an
https://www.tagesspiegel.de/medien/abschlussbericht-zu-metoo-beim-wdr-wulf-mathies-mahnt-kulturwandel-an/23059410.html

Kölner Stadt-Anzeiger        12.09.2018
Strukturen beim WDR lassen Raum für Machtmissbrauch und Diskriminierung
https://www.ksta.de/kultur/laut-bericht-strukturen-beim-wdr-lassen-raum-fuer-machtmissbrauch-und-diskriminierung-31256006



Neue WDR-Chefredakteurin Ellen Ehni: „Zivilcourage ist mein Ziel“
https://gez-boykott.de/Forum/index.php?topic=28668.0
Zitat
Wenn man, so schwer das auch ist, wirklich etwas Positives aus den Vorkommnissen ziehen kann, die im Rahmen von #MeToo zu Tage getreten sind, dann Folgendes: Wir sind uns dabei bewusst geworden, dass es an bestimmten Stellen im WDR Machtgefälle gibt – nicht nur zwischen Menschen in der Unternehmensleitung und Redakteuren, sondern eigentlich noch mehr zwischen festangestellten und freien Mitarbeiten beziehungsweise Menschen, die nur kurzzeitig in Redaktionen beschäftigt sind, also Praktikanten oder Volontären.


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Re: WDR vor "Kulturwandel" / Abschlussbericht - Monika Wulf-Mathies
« Antwort #3 am: 14. September 2018, 17:23 »

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DJV NRW       13.09.2018

Kontakt: Beate Krämer, Pressereferentin, 0211 233 99-200
WDR: Zeitenwende nach #MeToo

„Es geht um mehr als #MeToo. Es geht um eine notwendige Zeitenwende in Bezug auf Unternehmenskultur und interne Machtstrukturen. Das ist aus unserer Sicht das wesentliche Ergebnis des Berichts von Dr. Monika Wulf-Mathies“, bewertet Volkmar Kah, Landesgeschäftsführer des DJV-NRW, den gestern vorgelegten Bericht "#MeToo – Die Verantwortung des WDR als Arbeitgeber".
Zitat
Ausdrücklich warnt der DJV-NRW davor, so zu tun als ob es sich um ein Problem aus der Vergangenheit handelt. „Dass es anscheinend erst der Berichte in anderen Medien bedurfte, um im WDR einen Lerneffekt zu erzeugen, spricht für die besondere Bedeutung eines kritischen Journalismus. Für den WDR als Unternehmen und seine aktuelle Führungsriege ist diese Aussage der Gutachterin aber eine deutliche Ohrfeige“, so Volkmar Kah, der selbst Mitglied des WDR-Rundfunkrates ist. Wulf-Mathies konstatiert in ihrem Bericht, dass es bis 2015 kein geregeltes Verfahren zum Umgang mit sexuellem Missbrauch gab und kritisiert, dass die Aufklärung „auch danach eher lückenhaft blieb.“
Zitat
„Wir fordern die Geschäftsleitung auf, ihrer Verantwortung für den WDR konsequent und nachhaltig gerecht zu werden“, so Kah. Dazu gehören zum einen sehr konkrete Maßnahmen wie die konsequente Umsetzung eines nachvollziehbaren, einheitlichen Personalmanagements aber auch die ernsthafte Arbeit am Prozess eines Kulturwandels – insbesondere mit Blick auf die Führungskräfte. „Wir stimmen Frau Wulf-Mathies zu, dass ein solcher Wandel nur gelingen kann, wenn sich alle Beteiligten gemeinsam auf den Weg machen. Aber es muss auch klar sein, dass die Verantwortung beim Intendanten liegt. Personalrat und Redakteursvertretung haben dabei ein andere Rolle als die Geschäftsleitung.“
Weiterlesen auf :
https://m.djv-nrw.de/meldungen/djv-bundesverband/meldungen-detail/article/wdr-zeitenwende-nach-metoo.html


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Re: WDR vor "Kulturwandel" / Abschlussbericht - Monika Wulf-Mathies
« Antwort #4 am: 21. September 2018, 18:18 »

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detektor.fm       20.09.2018

Redaktion: Nora Auerbach
Die Arbeit fängt jetzt erst an

Nach dem Abschlussbericht zu den Fällen von sexueller Belästigung beim WDR bleiben weiterhin Fragen offen, sagt Marta Orosz von correctiv.
Zitat
Über den Abschlussbericht zu den Vorwürfen der sexuellen Belästigung beim WDR und darüber, was seit April alles passiert ist, hat detektor.fm-Moderatorin Eva Morlang mit Marta Orosz von correctiv.org gesprochen. Sie war an der Recherche beteiligt, durch die weitere Fälle an die Öffentlichkeit geraten sind.
Weiterlesen auf :
https://detektor.fm/gesellschaft/detectiv-abschlussbericht-sexuelle-belaestigung-wdr



Siehe auch :
taz.de        12.09.2018
Nur die Spitze des Eisbergs
http://www.taz.de/!5531593/

WDR stellt sich neu auf: Mehr Menschen auf mehr Wegen erreichen
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Tags: wdr