Autor Thema: Offener Brief: Erst kommt der Auftrag, dann der Beitrag  (Gelesen 15285 mal)

Offline ChrisLPZ

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Re: Offener Brief: Erst kommt der Auftrag, dann der Beitrag
« Antwort #30 am: 11. September 2017, 08:41 »
Habe Herrn Buermeyer mal eine Mail geschickt: und hier die Antwort:

Zitat
Sehr geehrte Frau Schreiber,

sicherlich kann man gegen Details der Gebührenregelungen immer etwas
einwenden, ein steuerfinanzierter Rundfunk ist in Deutschland aber aus
gutem Grunde verfassungsrechtlich nicht möglich.

Diese möglicherweise kritikwürdigen Details ändern aber ohnehin nichts
daran, dass ich den ör Rundfunk für eine der wichtigsten
gesellschaftlichen und kulturellen Errungenschaften in Deutschland
halte, die es unbedingt zu erhalten gilt - nicht zuletzt um Fake News
und geistigen Brandstiftern entgegenzutreten.

Mit besten Grüßen

Ulf Buermeyer

Der einzige erkennbare und immer wieder vorgebrachte Grund, der gegen einen steuerfinanzierten örR spricht, ist die Staatsferne, die auch unter der jetzigen Beitragsfinanzierung nicht gegeben ist. Dies wird hier im Forum und an andere Stelle reichlich thematisiert. Herr Buermeyer spricht von Gebührenregelung, was ein Hinweis darauf sein könnte, dass er als Jurist nicht ausreichend über die Problematik informiert ist. Dass der Rundfunk eine wichtige gesellschaftliche und kulturelle Errungenschaft darstellt, steht ausser Frage.
Die These den Versorgungsauftrag des örR bei über 8,5 Milliarden Euro an jährlichen Gesamteinnahmen vor die Beitragshöhe zu stellen (These 8: Der Auftrag bestimmt den Beitrag – nicht umgekehrt), ist an Dreistigkeit nicht mehr zu übertreffen, insbesondere wenn man die anderen europäischen Rundfunkanstalten zum Vergleich heranzieht. Eine BBC, der wohl immer noch qualitativ hochwertigste öffentliche Rundfunk, wird durch Gesamteinnahmen von ca. 6 Milliarden Euro jährlich finanziert (4,1 Milliarden Euro davon durch die TV licence fee, der Rest durch Werbung und Verkauf von eigenen Produktionen). Der ORF, France Télévisions und die italienische Rai kommen mit je 1-2 Milliarden Euro aus.

Es geht hier also darum, auf dem Rücken der zwangsbebeitragten Wohnenden, eine weitere Expansion des örR in die digitale Welt zu finanzieren, ohne dass die Mehrausgaben an anderer Stelle eingespart werden.

Zitat von: Zitat aus These 8
Von Verfassungs wegen ist dieser Auftrag ohnehin auf das Funktionserforderliche zu begrenzen und trägt insoweit den Interessen der Beitragszahler bereits Rechnung.

Dass das örR Angebot bereits weit über dieses Ziel hinausgeschossen ist, findet keine Erwähnung.

Dass die Expansion des örR in die digitale Welt für den Beitragszahler eine Mehrbelastung darstellt, zeigt das Beispiel des reinen Online-Jugendkanals Funk, der mit 45 Millionen Euro jährlich finanziert wird. Die hierzu eingestellten Fernsehsender EinsPLUS und ZDF-Kultur hatten kumulativ ein Jahresbudget von ca. 20 Millionen Euro. Dem zufolge auch hier Augenwischerei, als bei dem Start des Jugendkanals sehr wohl dessen Jahresbudget genannt und dies mit der Schliessung von zwei Fernsehkanälen legitimiert wurde, ohne jedoch den finanziellen Mehraufwand aufzuzeigen.

Zurück zu Herrn Buermeyer. Einen "Interessenskonflikt" könnte evtl. der nun durch den Werbevermarkter AS&S vermarktete Podcast Burmeyers darstellen Die AS&S ist eine 100% Tochterfirma der ARD.
Siehe hierzu: http://www.new-business.de/medien/detail.php?rubric=MEDIEN&nr=712033


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« Letzte Änderung: 11. September 2017, 10:52 von ChrisLPZ »

Offline René

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Re: Offener Brief: Erst kommt der Auftrag, dann der Beitrag
« Antwort #31 am: 11. September 2017, 09:00 »
Chris, bitte den Dialog mit der Dame fortführen und die Ergebnisse hier posten.


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Offline Zeitungsbezahler

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Re: Offener Brief: Erst kommt der Auftrag, dann der Beitrag
« Antwort #32 am: 11. September 2017, 09:12 »
Als ich den Zeitungsartikel im Original gelesen hatte, waren meine ersten Gedanken: Rößner, kenne ich doch, die Frösche selbst quaken also, wahrscheinlich sind die anderen Unterzeichner aus dem gleichen Teich, dann habe ich mich über die Redaktion geärgert, der dies nicht aufgefallen ist, die Forderungen nach Mediendurchdringung auf allen möglichen Spielfeldern hätte spätestens jetzt beim Redakteur die Alarmglocken klingeln lassen müssen und nach einem Hintergrundbericht oder Kommentar verlangt.

Der offene Brief ist nicht nur anmaßend sondern direkt unverschämt den Zahlschafen gegenüber.


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« Letzte Änderung: 11. September 2017, 14:28 von Bürger »

Offline TVFranz

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Re: Offener Brief: Erst kommt der Auftrag, dann der Beitrag
« Antwort #33 am: 11. September 2017, 10:37 »
Ich habe die Redaktion vom Tagesspiegel angeschrieben und auf die hier im Forum aufgedeckten Dinge hingewiesen. Von dem verantwortlichen Redakteur kam folgende Antwort:

Zitat
Sehr geehrteXXXXXXXXX,

vielen Dank für Ihre Mail zu meinem Bericht über den Offenen Brief zur Zukunft der öffentlich-rechtlichen Medien. Bei den Unterzeichner handelt es sich zwar überwiegend um Wissenschaftler, aber Sie haben recht, bei vielen von ihnen handelt es sich um Vertreter der Zivilgesellschaft.

Dass die Sender an den Beratungen im Vorfeld des Briefes an den Beratungen beteiligt waren, wird hingegen thematisiert. Wenn Sie den Links im Text folgen, werden Sie überdies feststellen, dass wir durchaus eine kritische Haltung auch zum öffentlich-rechtlichen Rundfunk pflegen. Dies muss nicht jedes Mal wiederholt werden, sonst würde der Wahlspruch des Tagesspiegel nicht rerum cognoscere causas sondern ceterum censeo heißen.

Mit freundlichen Grüßen

Kurt Sagatz

Der Tagesspiegel
Redaktion Medien
Askanischer Platz 3, 10963 Berlin
***
[...]


Für die Nicht-Lateiner unter uns:
Das Motto der als liberal eingestuften Zeitung ist rerum cognoscere causas – die Ursachen der Dinge erkennen.

und ceterum censeo bedeutet laut google übersetzer  "aber ich denke". :o

Na hoffentlich!!! Kann ich da nur sagen.
Für mich sieht das ganz danach aus, als hängt der Tagesspiegel mit drin. Er wird als willfähriges Sprachrohr genutzt. Er macht aus sogenannten Vertretern der Zivilgesellschaft Wissenschaftler und tarnt seine angeblich kritische Haltung hinter wachsweichen Links.

Mich würde auch interessieren, wie ein offener Brief möglichst publikumswirksam lanciert wird. Kann mich jemand aufklären. War in diesem Fall der Tagesspiegel der Erstveröffentlicher, schönes Wort?? ::)

Ja richtig, Mausfeld zeigt es ganz klar auf. Wer die Meinungshoheit hat, lenkt die Massen.


***Edit "Bürger":
Unnötige Angaben und persönliche Daten entfernt.
Danke für das Verständnis und die zukünftige Berücksichtigung.


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« Letzte Änderung: 11. September 2017, 14:43 von Bürger »
Haben Sie zum Erhalt Ihrer Freiheit schon den Zwangsbeitrag entrichtet ?

Je lauter Demokratie beschworen wird, desto weiter haben wir uns von ihr entfernt! Freie, selbstbestimmte Kulturen kennen das Wort garnicht. Sie leben es!

Bei ARD und ZDF sitzen Sie in der ersten Reihe - ob Sie wollen oder nicht!

Offline ChrisLPZ

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Re: Offener Brief: Erst kommt der Auftrag, dann der Beitrag
« Antwort #34 am: 11. September 2017, 11:13 »
Ich habe die Redaktion vom Tagesspiegel angeschrieben und auf die hier im Forum aufgedeckten Dinge hingewiesen.
Herzlichen Dank für Deine Bemühungen!

[..] aber Sie haben recht, bei vielen von ihnen handelt es sich um Vertreter der Zivilgesellschaft [..]
Und viele dieser Vertreter der Zivilgesellschaft profitieren direkt oder indirekt finanziell vom Rundfunkbeitrag.
Sind sie somit wirklich als "Vertreter der Zivilgesellschaft" zu klassifizieren? Ich habe da meine Zweifel.

Dass die Sender an den Beratungen im Vorfeld des Briefes an den Beratungen beteiligt waren, wird hingegen thematisiert.
Das ist richtig. Es wurde auch gesagt, dass an der Formulierung der Thesen die Sender nicht beteiligt waren. Wozu diese in meinen Augen unnötige Zusatzinformation? Sie dient in meinen lediglich dazu, zu suggerieren, dass die Sender nur eine nebensächliche Rolle bei dem Ganzen spielen. Wer war eigentlich von Senderseite daran beteiligt? Wieso werden die Namen bzw. deren Position nicht genannt? Hierbei auffällig, dass zahlreiche bereits verkündete Forderungen der Rundfunkanstalten und aus der Politik Einzug in das Thesenpapier erhielten.

und ceterum censeo bedeutet laut google übersetzer  "aber ich denke". :o
Herr Sagatz bezieht sich damit auf den Beginn des Satzes: "Dies muss nicht jedes Mal wiederholt werden[..]"
Ceterum censeo = im Übrigen meine ich, im Übrigen bin ich der Meinung (als Einleitung einer wiederholt vorgebrachten Überzeugung oder Forderung)

Zitat
In der Zeit vor Beginn des Dritten Punischen Krieges beantragte Cato in jeder Senatssitzung die Zerstörung Karthagos.
"Ceterum censeo Carthaginem esse delendam"
Dabei soll er alle seine Reden mit diesem Ausspruch beendet haben – unabhängig vom eigentlichen Gegenstand der Diskussion.
https://de.wikipedia.org/wiki/Ceterum_censeo_Carthaginem_esse_delendam

Diese Anmerkung Sagatz' suggeriert in meinen Augen irgendwie, dass wir den örR zerstören wollten, was keineswegs der Fall ist.
Bezüglich des "rerum cognoscere causas" könnte sich der Tagesspiegel hier und in anderen "Rundfunkbeitragsbereichen" folglich durchaus mehr anstrengen ;)


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Offline Zeitungsbezahler

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Re: Offener Brief: Erst kommt der Auftrag, dann der Beitrag
« Antwort #35 am: 11. September 2017, 11:14 »
Zum Tagesspiegel: Sagen wir es so: Die Qualität ist analog zu anderen Druckmedien in den letzten Jahrzehnten zurückgegangen, insbesondere wenn über Dinge berichtet wird, von denen ich ausnahmsweise ziemlich viel Ahnung habe wird mir klar, daß ein richtig gut recherchierter und aufbereiteter Artikel wahnsinnig arbeitsintensiv sein muß, diese Zeit hat in der schnellebigen Gegenwart scheinbar niemand mehr.
Juristische Spitzfindigkeiten, wie wir sie in unserem Forum diskutieren, dürften damit Zeitungsthemen sprengen, muß man doch den gemeinen Leser abholen, ihn aber auch interessieren.
Damit ist die Vertiefung eines solchen Themas eine Herausforderung, die umfassend tatsächlich nur hier oder in einer juristischen Fachzeitschrift aufbereitet werden könnte.

Dennoch sollte man vom Redakteur erwarten, daß er das Thema und auch den Anlaß einordnen kann, es setzt voraus, daß er immer etwas mehr weiß (Hintergrundwissen hat), als er schreibt.

Der Tagesspiegel selbst hat bezüglich Rundfunkbeitrag noch nicht so richtig Linie gefunden, von kommentarlos abkopierten Presseerklärungen des Beitragsservice, eher neutrale Berichterstattung über ergangene VG-Urteile bis zu vernichtenden Programmkritiken mit Verweis auf die Rundfunkbeiträge und die Bezahlung der Macher war schon alles dabei, eine saubere Ablehnung des Onlineangebotes des ÖRR wegen Konkurrenz zum eigenen Geschäftsmodell habe ich noch nicht vernommen.
Da ist also noch Potential drin...


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Offline Schluss-mit-lustig

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Re: Offener Brief: Erst kommt der Auftrag, dann der Beitrag
« Antwort #36 am: 11. September 2017, 12:31 »
Soso!

Da rauft sich also eine Gruppe von 45 Rundfunk-Experten zusammen um noch einmal eine Lobeshymne auf den sog. "öffentlich-rechtlichen Rundfunk" in seiner derzeitigen Gestalt anzustimmen.

Und es soll auch noch den Eindruck machen, als hätte sich diese Gruppe ganz aus freien Stücken zusammengerauft.

Kannste knicken, Alter! Offensichtlicher geht es ja wohl gar nicht mehr!

Natürlich ging diese Initiative vom örR selbst aus - bezahlt aus zwangsbeigetriebenen Geldern u. a. von Geringverdienern!!

Wär's nicht skandalös, wär's einfach nur noch peinlich!   >:(


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Offline GEiZ ist geil

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Re: Offener Brief: Erst kommt der Auftrag, dann der Beitrag
« Antwort #37 am: 11. September 2017, 12:39 »
Natürlich ging diese Initiative vom örR selbst aus - bezahlt aus zwangsbeigetriebenen Geldern u. a. von Geringverdienern!!

Davon gehe ich auch aus. War zu erwarten. Als nächstes folgen noch fake-Gutachten und eine Fernsehshow mit gefälschtem Abstimmungsergebnis.


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Offline FelsinderBrandung

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Re: Offener Brief: Erst kommt der Auftrag, dann der Beitrag
« Antwort #38 am: 11. September 2017, 12:51 »
Zitat
Davon gehe ich auch aus. War zu erwarten. Als nächstes folgen noch fake-Gutachten und eine Fernsehshow mit gefälschtem Abstimmungsergebnis.
Zwar etwas OT aber die Fernsehshow gibt es spätestens am 24.09.2017 ab 18 Uhr
Ein Artikel in der Zeit online vom 07.09.2017:
Zitat
Die Bundestagswahl kann manipuliert werden
Die Software der Bundestagwahl ist unsicher, Ergebnisse können gefälscht werden. Das haben Fachleute ZEIT ONLINE demonstriert. Bundeswahlleiter und BSI sind alarmiert.
Von Kai Biermann und Holger Stark

Quelle:
http://www.zeit.de/digital/datenschutz/2017-09/bundestagswahl-wahlsoftware-hackerangriff-sicherheit-bsi-bundeswahlleiter


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Offline FelsinderBrandung

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Re: Offener Brief: Erst kommt der Auftrag, dann der Beitrag
« Antwort #39 am: 11. September 2017, 13:00 »
und noch ein kleines 'Schmankerl', ich habe Herrn Dellwo in einer Mail gefragt, warum er diesen offenen Brief unterschrieben hat. Hier die Antwort:

Zitat
Sehr geehrte Frau Schreiber,

ich habe selber sehr viel an Kritik gegenüber den öffentlich-rechtlichen Medien und ihre Einfassung in die bürgerliche Vermittlung aller Ereignisse der Welt und der Gesellschaften, aber hinsichtlich des Versuches, die umfassende Privatisierung der Medien voranzutreiben finde ich, dass man sie unterstützen soll. Und was ihren Manipulationsvorwurf betrifft, so gilt das natürlich insoweit, als das die bürgerliche Gesellschaft nur ein Innen kennt und kein Außen, d.h. sie gibt das wieder, was mehrheitlich die Menschen denken. Mehrheitlich meint hier nicht 51 Prozent sondern Mehrheitlich meint eigentlich die gesamte Gesellschaft, denn von Pegida bis zur Linkspartei gibt es keine Vorstellung mehr von einem grundsätzlichem Anderen. Dieses Problem lösen Sie nicht über die Medien. 40 Jahre Staats-TV in der ehemaligen DDR zeigen, dass die Wirkung der veröffentlichten Meinung gegenüber den aus ihrer eigenen Triebstruktur herauskommenden Interessen der Gesellschaft (Triebstruktur = ökonomische Rationalität und täglich eingeübte Lebensreproduktion) nur oberflächlich bleibt und letztlich nicht greift.

Mit freundlichen Grüssen
Karl-Heinz Dellwo

-----------------------------------
LAIKA-Verlag GmbH & Co. KG
Karl-Heinz Dellwo
Schulterblatt 25
D-20357 Hamburg
***
[...]


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« Letzte Änderung: 11. September 2017, 14:43 von Bürger »

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Re: Offener Brief: Erst kommt der Auftrag, dann der Beitrag
« Antwort #40 am: 11. September 2017, 13:28 »
Die Webseite http://zukunft-öffentlich-rechtliche.de/ ist nun online.
Neben der erneuten Auflistung der 10 Punkte, werden dort Unterschriften für Unterstützer der Thesen gesammelt.

@FelsinderBrandung
Danke für die Anfrage an Herrn Dellwo.


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« Letzte Änderung: 11. September 2017, 13:38 von ChrisLPZ »

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Re: Offener Brief: Erst kommt der Auftrag, dann der Beitrag
« Antwort #41 am: 11. September 2017, 14:46 »
laut denic.de ist
Domaininhaber: "Kooperative Berlin Medienproduktion KBM GmbH"

Zitat
Markus Heidmeier, Medienentwickler, Gründer KOOPERATIVE BERLIN
Zu den Formaten, die er in den letzten Jahren kreiert oder co-entwickelt hat, zählen u.a. „Auf Klo für das Content-Netzwerk Funk von ARD und ZDF, [..] NETZ.REPORTER auf DRadio Wissen, die wöchentliche Sendung Breitband auf Deutschlandradio Kultur


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Offline ChrisLPZ

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Re: Offener Brief: Erst kommt der Auftrag, dann der Beitrag
« Antwort #42 am: 11. September 2017, 15:15 »
laut denic.de ist
Domaininhaber: "Kooperative Berlin Medienproduktion KBM GmbH"

Zitat
Markus Heidmeier, Medienentwickler, Gründer KOOPERATIVE BERLIN
Zu den Formaten, die er in den letzten Jahren kreiert oder co-entwickelt hat, zählen u.a. „Auf Klo für das Content-Netzwerk Funk von ARD und ZDF, [..] NETZ.REPORTER auf DRadio Wissen, die wöchentliche Sendung Breitband auf Deutschlandradio Kultur

Und nicht nur das.. Zitat aus dem Ausgangsposting:
Zitat
Weitere Informationen zum Offenen Brief werden veröffentlicht auf der Webseite http://zukunft-öffentlich-rechtliche.de/
Domaininhaber (admin-c):
Oliver Baumann-Gibbon, Kooperative Berlin Medienproduktion KBM GmbH, Schönhauser Allee 161a, Berlin
Zitat
[..]Neben dem Studium arbeitete er unter anderem beim ZDF, Arte und diversen Filmproduktionen [..] Projektmanager in der Bertelsmann Stiftung
Quelle: https://web.archive.org/web/20170910051635/http://www.kooperative-berlin.de/team/oliver-baumann/


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Re: Offener Brief: Erst kommt der Auftrag, dann der Beitrag
« Antwort #43 am: 11. September 2017, 15:18 »
Zitat
[...] „Dieses Papier soll auch ein Signal an die Ministerpräsidentinnen und -präsidenten sowie an die Rundfunkkommission senden, dass es in der Gesellschaft weitaus mehr Befürworter eines starken öffentlich-rechtlichen Angebots gibt als dessen Kritiker. [...]

...ähm, bitte?

Wie kann mit einem Thesenpapier, das (wie gewonnene?)
- 40 Erstunterzeichner und bislang noch nicht einmal
- ~150 Mitunterzeichner
vorweist, ein "Signal an die Ministerpräsidentinnen und -präsidenten sowie an die Rundfunkkommission senden, dass es in der Gesellschaft weitaus mehr Befürworter eines starken öffentlich-rechtlichen Angebots gibt als dessen Kritiker"?

Sieht so der "wissenschaftliche Ansatz" aus?

Hm. Also die Unterschriftenaktion von
www.rundfunk-protest.de
https://online-boykott.de/unterschriftenaktion
hat mittlerweile über 110.000 Unterzeichner. Ziehen wir mal generös 10% Fehlerquote ab, blieben immerhin noch 100.000 - und das - wohlgemerkt - gänzlich ohne politisch-mediale Unterstützung wie z.B. Tagesspiegel und dadurch ausgelöste weitere mediale Verbreitung.

Aber selbst wenn dort mal Unterzeichner im 5- oder 6-stelligen Bereich zustande kommen sollten, so wäre dies noch keine "weitaus größere Mehrheit" der 40 Mio Beitragskonten.
Die bisherigen unabhängigen(!) und repräsentativen Umfragen scheinen da eine andere Sprache zu sprechen.

Auch spricht es nicht gerade für Unabhängigkeit, sondern eben für Befangenheit, wenn die "überwiegende Mehrheit" der Initiatoren und Erstunterzeichner aus Profiteuren aller Couleur besteht.

Sei's drum.

Vielleicht sollte man diesen Ansatz auch anders lesen
Zitat
"Signal an die Ministerpräsidentinnen und -präsidenten sowie an die Rundfunkkommission senden, dass es in der Gesellschaft weitaus mehr Befürworter eines starken öffentlich-rechtlichen Angebots gibt als dessen Kritiker"
Hm... Stärke darf nicht allein das Kriterium sein, denn die "Breitenwirkung und Suggestivkraft" trägt ein gefährliches Potenzial in sich - dies ist auch vom BVerfG so beurteilt.
Viel wichtiger wäre ein "starke KRITISCHES" öffentlich-rechtliches Angebot, welches auch tatsächlich dem Ideal einer 4. Gewalt nachkommt. Eine 4. Gewalt als Kontrollinstrument gegenüber der Politik, selbst wenn es nur mit 1 Milliarde pro Jahr gefüttert würde, wäre schon eher diskutabel.
Solange aber die "Kontrollgremien" reine Feigenblätter sind, kann man sich diese Überlegungen erst einmal sparen.

Dabei fällt mir auf, dass genau auch diese Kontrollgremien überhaupt nicht Gegenstand der Thesen sind.
WARUM NICHT?
Oder habe ich etwas übersehen?
Korrektur: In These 3 steht etwas dazu.
Allerdings wird da nicht auf die Zusammensetzung der Gremien Bezug genommen.
Es klingt so, als ob der alte Klüngel einfach nur weitermachen soll, aber eben etwas "transparenter".


Das "Kritische" fehlt mir hier, das "Starke" ist mir zu überbetont.
Das stimmt nachdenklich über das eigentliche Ansinnen und den Bewusstseinshorizont der Initiatoren.


Dessen ungeachtet:
Vielleicht sollte man sich aber noch mal genauer mit den Thesen selbst inhaltlich auseinandersetzen?

Denn: Nüchtern betrachet muss die These 8
"Der Auftrag bestimmt den Beitrag – nicht umgekehrt."
ja eigentlich nicht verkehrt sein ;)
Der "Auftrag" könnte heutzutage ja durchaus auch enger definiert sein und damit der Beitrag deutlich geringer ausfallen.
Nichts anderes ist ja u.a. auch unser Anliegen:
Definition des "Grundversorgungsauftrags".
Wozu wohl insbesondere gerade nicht die horrenden Pensionsverpflichtungen, HalliGalli-Herzschmerz-Quotensport und sittenwidrige Intendanten-, Moderatoren- und B-Promi-Bezüge gehören dürften.

Auch These 9
"Klassische Angebote müssen überprüft werden."
Zitat
Im Gegenzug zur Weiterentwicklung des Online-Angebots sind die Länder im Übrigen aufgefordert zu überprüfen, ob und inwieweit bei einer Herausbildung des Internet als Leitmedium auf klassische Angebote verzichtet werden kann.
Allerdings sei anzumerken, dass ein Internet als "Leitmedium" jeden mit einschließt.
Das ist der fundamentale Unterschied einer "multiplen Telemedienordnung" zur althergebrachten "dualen Rundfunkordnung".
Insofern stellt sich hier die Frage, inwiefern die Idee eines "Leitmediums" Internet überhaupt angebracht ist.


Auch These 10
"Ein Verbreitungsweg neben dem Internet unter öffentlicher Kontrolle muss zukünftig erhalten bleiben."
kann durchaus interessant gelesen werden:
Zitat
Die Erhaltung eines Verbreitungsweges neben dem Internet muss gewährleistet werden, weil so der Zugang zu den öffentlich-rechtlichen Angeboten für Personen sichergestellt wird, die nicht über einen Internetanschluss verfügen. Auch unter sicherheitsrelevanten Aspekten ist der terrestrische Ausspielweg notwendig, um im Gefahrenfall über eine vom Netz unabhängige Verbreitungsinfrastruktur zu verfügen.
Wenn dies bedeutet, dass es neben dem Internet nur noch einen(!) öfentlich-rechtlichen bundesweiten Rundfunksender gäbe (ggf. mit regionalen Zeitfenstern), dann wäre sogar einer der Forderungen der Unterschriftenaktion Genüge getan ;)
www.rundfunk-protest.de
https://online-boykott.de/unterschriftenaktion
Zitat
2. Ein bundesweit kostenlos empfangbares Fernseh- und Radioprogramm für die Übermittlung von Nachrichten und Informationen und für die Koordinierung im Katastrophenfall, Finanzierung aus Steuermitteln.

Also, vielleicht sollte man - trotz aller formeller Kritik am Zustandekommen dieser Thesen-Kampagne - die schließlich angeblich beabsichtigte Debatte sachlich-kritisch begleiten?

...und damit auch zeigen, dass eine "überwiegende Mehrheit" zu allererst ein Interesse an der Grundrechtswahrung hat und öffentlich-rechtliche Medien zu allererst eine dienende Funktion zu erfüllen haben. Nicht - wie derzeit - geradezu umgekehrt.


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« Letzte Änderung: 11. September 2017, 15:38 von Bürger »

Offline maikl_nait

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Re: Offener Brief: Erst kommt der Auftrag, dann der Beitrag
« Antwort #44 am: 11. September 2017, 16:03 »
Hallo!

Zitat
Die Erhaltung eines Verbreitungsweges neben dem Internet muss gewährleistet werden, weil so der Zugang zu den öffentlich-rechtlichen Angeboten für Personen sichergestellt wird, die nicht über einen Internetanschluss verfügen. Auch unter sicherheitsrelevanten Aspekten ist der terrestrische Ausspielweg notwendig, um im Gefahrenfall über eine vom Netz unabhängige Verbreitungsinfrastruktur zu verfügen.

Das Thema "Katastrophen-Fall" ist technisch und juristisch durch -- jeder Veranstalter kann verpflichtet werden, auf seinen "Vertriebwegen" im Katastrophen-Fall Durchsagen ohne Verschlüsselung aufschalten zu lassen. Verteilstrukturen und das technische Drumherum sind möglich, nicht nur in kleinen Ländern wie Liechtenstein, sondern auch in den großflächigen USA, wo auch private Veranstalter eingebunden werden. Und das über die komplette Breite (Funk, Kabel, Satellit, Internet, Funktelefonie).

Das durchsichtige Rumgejammer soll nur zu größeren Etats führen.

MfG
Michael


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