Autor Thema: Erhebung der TV- Einschaltquoten bzw. Zuschauerquoten  (Gelesen 2690 mal)

Offline ChrisLPZ

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Notizen zur Erhebung der
TV- Einschaltquoten bzw. Zuschauerquoten

Da es erstaunlicherweise noch keinen Thread zu diesem Thema gibt, hier einige Notizen, Zitate und Links zum Thema (ohne Anspruch auf Vollständigkeit).


Warum werden die Quoten gemessen?

Berthold Seliger:
Zitat
Die Quote ist eine Erfindung der Werbeindustrie. Zwar wurden früher auch die Einschaltquoten gemessen, das war aber nicht die Richtschnur der Programmpolitik - und die Quoten lagen oft erst Wochen später überhaupt vor. Erst für das Privatfernsehen wurde die Quote wichtig, weil die Konsumindustrie ein großes Interesse daran hatte, darüber detailliert Bescheid zu wissen, was die meisten Zuschauer bringt. Wo und wann es sich lohnt, Werbung zu schalten. In einem durch Zwangsgebühren finanzierten öffentlich-rechtlichen Fernsehen, das den Gesetzesauftrag ernst nimmt, ist das aber eigentlich völlig irrelevant. Deswegen sollte man auch unbedingt und sofort alle Werbung bei den Öffis komplett abschaffen.
http://www.heise.de/tp/artikel/45/45509/2.html

Thomas Bellut (Intendant des ZDF):
Zitat
Wenn wir zur Hauptsendezeit nicht mehr so viele Menschen erreichen würden wie bisher, hätten wir auf die Dauer ein Problem: Dann würden Bundeskanzler oder Ministerpräsidenten ihre Interviews nicht mehr dem heute-journal im ZDF oder den Tagesthemen in der ARD geben, sondern womöglich einem Privatsender. Das darf nicht passieren.
http://www.zeit.de/2013/22/fernsehen-volker-herres-thomas-bellut/seite-2


Wer misst die Quoten?

Die Erfassung der Einschaltquoten wird in Deutschland seit 1985 von der Nürnberger Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) im Auftrag der Arbeitsgemeinschaft der Fernsehforschung (AGF) durchgeführt.

Arbeitsgemeinschaft der Fernsehforschung (AGF) - (als Auftraggeber)
Zitat
Die AGF ist ein Zusammenschluss der großen deutschen Fernsehanbieter:
  • ARD und ZDF
  • Mediengruppe RTL Deutschland (Bertelsmann) (RTL, RTL II, SuperRTL, VOX, N-TV, RTL-Nitro)
  • ProSiebenSat1 AG (ProSieben, SAT.1, kabel eins, Sat.1 Gold, ProSieben 7Maxx und Sixx)
mehr Informationen auf Wikipedia
Firmenwebseite der AGF

Nürnberger Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) - (als Auftragnehmer)
Zitat
Die GfK SE mit Sitz in Nürnberg ist das größte deutsche Marktforschungsinstitut, derzeit weltweit die Nummer fünf der Branche und im mehrheitlichen Besitz (56.5 %) des GfK-Vereins.
Das Unternehmen erhebt die Einschaltquoten für das Fernsehen in der Bundesrepublik Deutschland. Die Gemeinde Haßloch dient als durchschnittlicher Ort als Testmarkt für das Instrument GfK BehaviorScan, mit dem vor allem die Wirkung von Fernsehwerbung untersucht und die Neueinführung von Produkten simuliert wird. Vom Unternehmen wird unter anderem auch der GfK-Konsumklimaindex errechnet.
mehr Informationen auf Wikipedia
Firmenwebseite der GfK

Die Kosten der Ermittlung der Einschaltquoten belaufen sich jährlich auf ca.18-20 Millionen Euro und werden durch die AGF getragen.
Eine Aufstellung der anteiligen Kosten der in der AfG vertretenen Fernsehanbieter konnte ich nicht finden.
Die teilnehmenden Haushalte bekommen für ihre Teilnahme lediglich eine einmalige Pauschale von 250 Euro sowie einen monatlichen Stromkostenzuschuss von 10€.


Wer nimmt am Messverfahren teil?

Zitat
Seit dem 01.07.2012 besteht das AGF-Fernsehpanel aus 5.000 täglich berichtenden Haushalten (Fernsehpanel deutschsprachig), in denen fast 10.500 Personen leben. Damit wird die Fernsehnutzung von 75,02 Mio. Personen ab 3 Jahre bzw. 38,32 Mio. Fernsehhaushalten abgebildet (Stand 01.01.2017).
https://www.agf.de/forschung/methode/fernsehpanel/

In Wirklichkeit sind es einige Hundert mehr, da vertraglich 5000 „täglich berichtende Haushalte“ vereinbart worden waren.
  • Insgesamt beteiligt sind lt. einiger Berichte ca. 5.640 Haushalte, in denen ca. 13.000 Personen leben.
  • Diese sogenannten Panel-Haushalte sollen 75 Millionen (s.u.) deutsche Zuschauer repräsentieren.
  • Die Auswahl der Haushalte für die repräsentative Stichprobe geschieht durch eine telefonische Kontaktaufnahme.
  • Erfasst werden Zuschauer ab einem Alter von drei Jahren
  • Der Haupteinkommensbezieher des Haushalts muss deutscher Staatsbürger oder Bürger einer EU-Nation sein**.
Aus dem letztgenannten Grund entspricht die Zahl der repräsentierten Haushalte auch nicht der aktuellen Gesamtbevölkerungszahl der Bundesrepublik Deutschland, da anscheinend die Nicht-EU-Ausländer von der Gesamtbevölkerungszahl abgezogen werden.

Den Einschlusskriterien der Haushalte fehlt es an Transparenz.
Es liegen keine veröffentlichte Informationen über die soziodemographischen Kriterien der auserwählten Haushalte bzw. Testseher vor.
Zudem werden die auserwählten Testseher zur Verschwiegenheit verpflichtet.
Zitat
Dass die 10.500 GfK-Mitspieler alle 72 Millionen Zuschauer in Deutschland repräsentieren, dafür soll der Mikrozensus bürgen: das Testpanel als mikroskopisches Abbild der Gesellschaft in Bezug auf Geschlecht, Alter, Bildung, Wohnort etc. Das Problem: Niemand kann die Angaben der mächtigen GfK überprüfen. Das viertgrößte Meinungsforschungsinstitut der Welt mit mehr als 12.000 Mitarbeitern hat in Deutschland das Monopol auf die Ermittlung der Quoten. Es verpflichtet jeden Testseher zur Verschwiegenheit.
http://www.tvspielfilm.de/news-und-specials/interviewsundstories/kritik-an-messung-von-zuschauerzahlen-nimmt-zu-quote-im-zwielicht,6042811,ApplicationArticle.html
Und
Zitat
Von einer Geheimdienstmitarbeit kann man insofern sprechen, als man von der Big Brother Firma dringend gebeten wird, mit niemandem darüber zu sprechen und im eigenen Interesse seine Anonymität zu wahren. Diese wie eine Geheimhaltungsverpflichtung aussehende Bitte wird von den Abgehörten offenbar ernst genommen. Sie bleiben im Dunkeln. Man kennt sie nicht. Als ich diese Passage im Vertrag las, unterschrieb ich sofort. Wann hat man schon mal Gelegenheit, Geheimnisverrat zu verüben.
http://www.abendzeitung-muenchen.de/inhalt.joseph-von-westphalen-abgehoert.3cd76020-b6e7-4e33-8862-b50ecdc92ff0.html

Zur Thematik der Nichterfassung der Nicht-EU-Ausländer** ein Zitat aus einem Interview mit Hans Weingartner (Regisseur der Mediensatire „Free Rainer - Dein Fernseher lügt“) von April 2011:
Zitat
Es gibt viel zu wenig Boxen: 5640 Stück! Das ist für eine seriöse Statistik viel zu wenig, ein schlechter Witz im Grunde.
Zweitens: die Boxen messen nur, welcher Kanal am Gerät an ist, aber nicht ob auch jemand zuschaut (Stichwort Bügelfernsehen).
Drittens: für die Werbewirtschaft weniger relevante Bevölkerungsgruppen werden ausgegrenzt. Keine einzige Quotenbox steht bei Nicht-EU-Ausländern oder Migranten. In Deutschland leben beispielsweise 3 Millionen Türken, das sind fast 5 % der Bevölkerung! Dass sich das Privatfernsehen nicht für die interessiert, ist schon schlimm, aber dass ARD und ZDF ebenfalls auf eine Quotenerfassung der Türken verzichten, schlichtweg ein Skandal. Die hätten die vertragliche Pflicht, auch denen Programm anzubieten. Ich habe versucht, letztes Jahr einen türkisch-deutschen Film zu finanzieren. Da hieß es immer: tut uns leid, das bringt keine Quote. Ist ja auch logisch, keine Box, keine Quote. Gerade vor dem Hintergrund der Sarrazin-Debatte ist das doch haarsträubend: Da wird auf der einen Seite von den Migranten verlangt, sich zu integrieren, auf der anderen Seite interessiert man sich nicht für sie.

An dieser Stelle auch die Antwort Weingartners auf die Frage „Wie waren die Reaktionen im Nachhinein (auf Ihren Film)?“
Zitat
Das Fernsehen hat den Film totgeschwiegen, boykottiert.
http://www.casting-network.de/Offener-Bereich/cn-klappe/lesen/119-Die-Einschaltquote-Ein-Interview-mit-Hans-Weingartner.html


Ebensowenig werden die „Nichtnutzer“ bzw. „Wenignutzer“ berücksichtigt, da diese anscheinend erst gar nicht in das Studien-Panel aufgenommen werden.
Hierzu ein Zitat aus einem Leserkommentar bei heise.de vom 09.11.2015 :
 
Zitat
Mich wählten sie vor sechs oder sieben Jahren aus. Die Verträge waren schon unterschrieben und die Box wurde geliefert.
...Als ich dann dem Techniker gegenüber erwähnte, daß ich eh nur ein bis zwei Sendungen pro Monat gucken würde, meinte er, daß ich eh nicht in ihr gewünschtes Profil passen würde. Der Vertrag wurde dann wegen Nichterfüllung auf Kundenseite gekündigt - obwohl ich alle vorher vereinbarten Anschlüsse hatte.Telefonisch wurde mir dann auch nochmal gesagt, daß sie kein Interesse an Nichtsehern hätten, da sie ja die Nutzung und nicht die Nichtnutzung erfassen wollen. Außerdem wollen sie sich ja keine Querulanten in ihr Erfassungsnetz holen.
http://www.heise.de/forum/heise-online/News-Kommentare/Einschaltquoten-Neue-Messung-ab-2016/Re-Und-bei-konsequenten-Nichtschauern-wie-mich/posting-23897803/show/


Wie wird gemessen?

Die Messung erfolgt mittels des sogenannten Teleskopie-Verfahrens. Der GfK-Meter (eine an die TV-Geräte des teilnehmenden Haushalts registriert einmal pro Sekunde welcher Kanal bzw. welche Sendung gewählt ist.
Der GfK-Meter besitzt eine spezielle Fernbedienung, über welche man sich als jeweiliger Nutzer anmeldet. Gesellt sich jemand zum Fernsehen hinzu, meldet auch dieser sich an. Die Übermittlung der Daten an die GfK erfolgt dann jede Nacht zwischen 3.00 und 6.00 Uhr.

Die erheblichen Schwächen des Systems sind also offensichtlich
  • Die Datenerhebung erfolgt nur über relativ wenige Haushalte, deren Einschlusskriterien nur Deutsche bzw. Europäische Staatsbürger umfasst. Somit fliessen die Nicht-EU-Staatsbürger** nicht in die Quote ein, die jedoch ebenfalls zur Zahlung des Zwangsbeitrags herangezogen werden, aber vermutlich eher ihre eigenen Landessender über Satellit verfolgen.
  • Nichtnutzer werden a priori ausgeschlossen.
  • Wenignutzer entsprechen anscheinend auch nicht den Einschlusskriterien und werden ebenfalls ausgeschlossen.
  • Das GfK-Meter-Messgerät registriert nur die Anmeldung, Abmeldung und den Wechsel der Fernsehkanäle. Lässt man den Fernseher laufen und geht anderen Beschäftigungen nach gilt die TV-Sendung als komplett angesehen.
  • Keine Transparenz bezüglich der Auswahl und Zusammensetzung des Panels. Auf der Webseite der GfK finden sich lediglich Angaben zur Verteilung innerhalb der groben Altersklassen und zur Verteilung in den verschiedenen Bundesländern.

** Der Ausschluss von Nicht-EU-Bürgern aus dem Studienkollektiv wurde anscheinend nach Angaben der GfK Anfang 2016 geändert.
Nähere Details sind nicht bekannt bzw. werden nicht preisgegeben. Das Ganze bleibt auch weiterhin eine nicht ernstzunehmende "Black Box".
Siehe auch:
"Wir schützen das System" - Wer kontrolliert eigentlich die Einschaltquote?
http://gez-boykott.de/Forum/index.php/topic,22016.msg140599.html#msg140599

Zum Thema siehe auch:
Fehler im AGF-System: Sky viel stärker als angenommen vom 12.01.2017
http://gez-boykott.de/Forum/index.php/topic,21634.msg138446.html#msg138446


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« Letzte Änderung: 07. Februar 2017, 22:53 von ChrisLPZ »

Offline Spark

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Re: Erhebung der TV- Einschaltquoten bzw. Zuschauerquoten
« Antwort #1 am: 23. April 2016, 01:53 »
Dazu passen auch sehr schön die Aussagen von Hans-Joachim Strauch, Geschäftsführer der ZDF Werbefernsehen GmbH:
Zitat
Unser Ziel ist es, den Werbekunden ein verlässliches Umfeld zu bieten, und diesem Anspruch werden wir gerecht.
Zitat
Beim Absatz ist letztlich die Kaufkraft entscheidend, und deshalb haben wir schon immer Konsumzielgruppen in den Vordergrund gestellt.

Und genau so werden auch die Quoten ermittelt, durch die entsprechende Konsumzielgruppe.
Soviel zum Thema Unabhängikeit, aber mache sich jeder selbst ein Bild.

Quelle: http://meedia.de/2015/04/10/zdf-vermarkter-kritisiert-privatsender-melken-des-apparats-ist-zur-strategie-geworden/


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« Letzte Änderung: 23. April 2016, 02:15 von Spark »
"Wenn so eine Welle des Aufruhrs durch das Land geht, wenn "es in der Luft liegt", wenn viele mitmachen, dann kann in einer letzten, gewaltigen Anstrengung dieses System abgeschüttelt werden."
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(Mulder)

Offline Shran

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Re: Erhebung der TV- Einschaltquoten bzw. Zuschauerquoten
« Antwort #2 am: 23. April 2016, 02:43 »
Genau mein Denken. Sollen die doch rausfinden wer TV glotzt mittels der Technik der Quotenrechnung.
Wer nach Statistiken geht und damit argumentiert es gäbe 90% TV-Besitzer, kann im gleichen zug auch die Quotenrechnung nutzen und sogar noch differenzieren.

Hab zwar nicht alles gelesen aber es scheint das es durchaus möglich wäre.


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Eat the Rich

Offline volkuhl

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Re: Erhebung der TV- Einschaltquoten bzw. Zuschauerquoten
« Antwort #3 am: 23. April 2016, 06:02 »
...
Wer nach Statistiken geht und damit argumentiert es gäbe 90% TV-Besitzer, kann im gleichen zug auch die Quotenrechnung nutzen und sogar noch differenzieren.
...

In Leipzig haben sie sogar von 100% gesprochen, was zu schallendem Gelächter beim Publikum geführt hat.  ;D


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Offline 907

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Re: Erhebung der TV- Einschaltquoten bzw. Zuschauerquoten
« Antwort #4 am: 23. April 2016, 09:22 »
Insgesamt beteiligt sind lt. einiger Berichte ca. 5.640 Haushalte, in denen ca. 13.000 Personen leben.

Verteilung der TV Testzuschauerhaushalte in Deutschland


Stern.de Infografik

42.000 Millionäre und 18 Milliardäre leben in Hamburg


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Offline ChrisLPZ

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Re: Erhebung der TV- Einschaltquoten bzw. Zuschauerquoten
« Antwort #5 am: 03. Mai 2016, 08:14 »
Die Einschaltquote wird künftig auch im Internet gemessen
http://gez-boykott.de/Forum/index.php/topic,18670.0.html


Bildquelle: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/f/ff/S%C3%BCddeutsche-Zeitung-Logo.svg/1280px-S%C3%BCddeutsche-Zeitung-Logo.svg.png

Süddeutsche Zeitung, 02.05.2016

Die Einschaltquote wird künftig auch im Internet gemessen


Zitat
  • Die Medienforschungsgesellschaft AGF wird ab September neben den Fernsehquoten auch die Nutzung von Online-Videos erfassen.
  • Zunächst sollen PCs und Laptops miteinbezogen werden, später auch die Daten von Tablets und Smartphones.
  • Die Arbeitsgemeinschaft Fernsehforschung (AGF) misst seit mehr als 25 Jahren die Fernsehnutzung.
Immer mehr Menschen weichen vom klassischen Fernsehen auf Angebote im Internet aus. Darauf reagiert nun auch die Medienforschung. Ab September wird sie regelmäßig Gesamtreichweiten für TV und Online-Streaming veröffentlichen. Das teilte die Arbeitsgemeinschaft Fernsehforschung (AGF) am Montag in Frankfurt mit. Zunächst kommen die Informationen zur Nutzung von Online-Videos am PC und Laptop hinzu. Einige Monate später sollen dann auch die Daten von Tablets und Smartphones berücksichtigt werden.[..]

Weiterlesen auf:
http://www.sueddeutsche.de/medien/quote-die-einschaltquote-wird-kuenftig-auch-im-internet-gemessen-1.2977936


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« Letzte Änderung: 03. Mai 2016, 23:21 von Bürger »

Offline Shran

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Re: Erhebung der TV- Einschaltquoten bzw. Zuschauerquoten
« Antwort #6 am: 19. September 2016, 03:28 »
  • Zunächst sollen PCs und Laptops miteinbezogen werden, später auch die Daten von Tablets und Smartphones.
  • Die Arbeitsgemeinschaft Fernsehforschung (AGF) misst seit mehr als 25 Jahren die Fernsehnutzung.

1. Wie soll das gehen? Mit einem modifizierten Bundestrojaner?  ;D
2. Wie genau können die Daten schon sein? Hat mal einer die AGF gefragt?
3. Was ist mit Privatsphäre, wenn die Messung zu "explizit" ist?
4. Wieso machen die das schon und finden nicht heraus, dass einige kein TV schauen? Anhand der suspekten Prozentzahlen wurde deren Daten wohl kaum benutzt oder es sind schlechte Daten.

Email ist raus. ^^,

Spektrum der Wissenschaft
Josef Frei aus Basel fragt: Wie werden Zuschauerquoten ermittelt?

http://www.spektrum.de/frage/wie-werden-zuschauerquoten-ermittelt/587276


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« Letzte Änderung: 19. September 2016, 03:50 von Shran »
Eat the Rich

Offline ChrisLPZ

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Re: Erhebung der TV- Einschaltquoten bzw. Zuschauerquoten
« Antwort #7 am: 12. Januar 2017, 18:33 »
Zum Thema siehe auch:
Fehler im AGF-System: Sky viel stärker als angenommen vom 12.01.2017
http://gez-boykott.de/Forum/index.php/topic,21634.msg138446.html#msg138446


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Online ellifh

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Re: Erhebung der TV- Einschaltquoten bzw. Zuschauerquoten
« Antwort #8 am: 12. Januar 2017, 20:29 »
"Die AGF misst seit mehr als 25 Jahren die Fernsehnutzung. Berücksichtigt werden dabei den Angaben zufolge zwischen 800 und 900 Sender. Zu den Gesellschaftern der AGF gehören die öffentlich-rechtlichen Sender von ARD und ZDF und die großen Privatsendergruppen RTL und ProSiebenSat.1."

...na und weiter heisst es, die Zahlen der Internetnutzung werden in die Fernsehquote einfliessen. Da können sich unsere Staatsfunker wieder mit (-selbst) geschönten Zahlen beweihräuchern, wie toll doch die Quoten sind und wie wichtig der Staatsfunk |-für die Meinungsbildung |- |-


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Gattungen, die sich nicht anpassen, gehen zugrunde.

Paul Watzlawick

Online noGez99

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Re: Erhebung der TV- Einschaltquoten bzw. Zuschauerquoten
« Antwort #9 am: 23. September 2017, 16:04 »
Weil es gerade im anderen Thread die Frage aufkam was Markanteil ist...
NDR Rundfunkrat stimmt Verträgen zu, Kritik an BDZV, Programmbeschwerden
https://gez-boykott.de/Forum/index.php/topic,24555.msg155745.html#msg155745

Der "Markt" ist die Gesamtmenge der gerade fernsehenden Zuschauer

Zitat
Der Markt, das sind nicht alle Deutschen, sondern nur die, die tatsächlich gerade fernsehen; von denen wiederum sieht ein Teil einen bestimmten Sender – das ist der Marktanteil.
Quelle: http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/37555/2/1

[...]

                        diese Sendung Sehende   
Marktanteil =  ------------------------------------
                        alle gerade Fernsehende         

[...]

Wenn also nur 3 Zuschauer in der Nacht die gleiche Sendung sehen, hat die Sendung einen Marktanteil von 100%

Schauen alle drei die Sendungen 1,2 und 3 an, dann haben die Sendungen 1,2 und 3 je einen Marktanteil von je 33%


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« Letzte Änderung: 23. September 2017, 16:29 von Bürger »
(nur meine Meinung, keine Rechtsberatung)       und         http://rundfunkbeitragsklage.de/info/ jetzt !!!           das Wiki jetzt !!

Offline pinguin

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Re: Erhebung der TV- Einschaltquoten bzw. Zuschauerquoten
« Antwort #10 am: 23. September 2017, 19:33 »
@noGez99
Aber Ver**sche ist das schon?

Korrekterweise müssten alle Rundfunkunternehmen verpflichtet sein, den Marktanteil einer einzelnen Sendung aus 100% aller TV-Zuschauer zu ermitteln, die genau zum Zeitpunkt dieser einzelnen Sendung dem Rundfunkonsum fröhnen.

Du schreibst:
Der "Markt" ist die Gesamtmenge der gerade fernsehenden Zuschauer
Die "Gesamtmenge" kann sich doch nur auf TV-Konsumenten beziehen, ohne Betrachtung des konsumierten TV-Produkts?


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« Letzte Änderung: 23. September 2017, 19:55 von Bürger »
Hinweis: Private Mitteilungen werden nicht mehr beantwortet; jede Kommunikation bitte nur noch via Forumsbeitrag.

Online noGez99

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Re: Erhebung der TV- Einschaltquoten bzw. Zuschauerquoten
« Antwort #11 am: 23. September 2017, 20:10 »
@pinguin

Ja, das sind geschönte Zahlen.
Beziehungsweise was man jeweils betrachtet. Für die Fernsehanstalt ist das schon in gewisser Weise interessant, wieviel Zuschauer sie vom gesamten Kuchen bekommt.
Es hat aber auch seltsame Effekte:
Angenommen eine Serie hat einen Fanclub von 10 000 Zuschauern in der Nacht, bei 20 000 Zuschauern insgesamt, also "Marktanteil" von 50%.
Sie wird dann auf einen besseren Programmplatz verschoben. Nun hat sie vielleicht 12 000 Zuschauer, also mehr. Da aber die Gesamtzahl der Zuschauer jetzt 48 000 ist, rutscht sie auf 25% Prozent "Marktanteil" ab, obwohl mehr Zuschauer zuschauen.

Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast.


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(nur meine Meinung, keine Rechtsberatung)       und         http://rundfunkbeitragsklage.de/info/ jetzt !!!           das Wiki jetzt !!

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