Autor Thema: Argumente zum Weiterdenken 10  (Gelesen 1618 mal)

Offline gelddruckmaschine

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Argumente zum Weiterdenken 10
« am: 06. Juli 2014, 00:10 »
Zusammenhänge zwischen TV-Konsum und verschiedenen Persönlichkeitsstörungen

Prof. M. Spitzer (Vorsicht Bildschirm! dtv 34327) gibt verschiedene deutsche und internationale Studien wieder, die Zusammenhänge zwischen TV-Konsum und verschiedenen Persönlichkeitsstörungen belegen:

So wurde in den USA eine Verdoppelung von Tötungsdelikten innerhalb von 10 bis 15 Jahren nach Einführung des Fernsehens in den 50er Jahren festgestellt (S. 203).

Durch die Darstellung extremer Aggressionen wird Gewaltanwendung als gangbarer Weg Konflikte zu lösen und Ziele zu erreichen sichtbar vor Augen gestellt. Im Konfliktfall wird auf solche Verhaltensmuster - die man jetzt schon kennt - eher zurückgegriffen, als wenn diese bis dahin weder gesehen, noch bekannt sondern tabuisiert und damit zunächst undenkbar wären.

Die Reizleitung in den Nervenzellen zur Ausführung von Kapitalverbrechen sind über die Synapsen hinweg allein schon durch die wiederholte Visualisierung aktiviert und damit durchlässig geworden. (Wikipedia: Die Synapse bezeichnet die Stelle einer neuronalen Verknüpfung, über die eine Nervenzelle in Kontakt zu einer anderen Zelle steht – einer Sinneszelle, Muskelzelle, Drüsenzelle oder anderen Nervenzelle. Synapsen dienen der Übertragung von Erregung, erlauben aber auch die Modulation der Signalübertragung, und sie vermögen darüber hinaus durch anpassende Veränderungen Information zu speichern.)

Da ein Abstumpfungsprozess eintritt, müssen darüber hinaus die Produzierenden die Reize steigern, was wiederum die Hemmschwelle gewalttätig zu werden sinken lässt.

In Deutschland weist Prof. Spitzer vor einem vergleichbaren Entstehungshintergrund einen Zusammenhang zwischen Fernsehkonsum und Gewaltdelikten bei überstimulierten Jugendlichen nach. Er stellt hier einen Prozess der Desensibilisierung gegenüber realer Gewalt und deren Opfern fest sowie die Weckung eines ‚Appetits auf Gewalt’ (S. 205).


Als Lehrer von verhaltensgestörten, aggressiven, hypermotorischen und trauma-
tisierten Kindern und Jugendlichen lehne ich Fernsehen auf der Grundlage der
Arbeiten von Prof. Spitzer wegen der schädigenden Wirkungen auf Körper, Psyche und Sozialverhalten grundsätzlich ab: Nach jedem Wochenende mit ausgiebigem TV-Konsum sind überstimulierte Kinder und Jugendliche überreizt und übermüdet – in jedem Fall angefüllt mit visuellem und seelischem Müll, der ihre Aufnahmefähigkeit blockiert. In vielen Fällen agieren sie den seelischen Ballast im Unterricht oder in den Pausen auf Kosten anderer aus in Form von körperlicher, verbaler oder sozialer Gewalt als Mobbing und anderen Einschüchterungsmechanismen.

Ich werde auf keinen Fall für Fernsehkonsum als potentiell gefährliches ‚Amusement’, das ‚unsere’ Kinder und Jugendliche nachhaltig schädigt und durch das ich täglich, vor allem zu Wochenbeginn noch mehr Arbeit habe, auch nur einen Cent entrichten.
Da ich es, wie gesagt, selbst ablehne zu konsumieren, sehe ich hierzu auch weder einen Anlass noch eine Verpflichtung.


--- EDIT Moderator: ---

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« Letzte Änderung: 16. August 2014, 12:53 von Viktor7 »

Offline Viktor7

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Re: Argumente zum Weiterdenken 10
« Antwort #1 am: 06. Juli 2014, 10:37 »
Prof. M. Spitzer
http://de.wikipedia.org/wiki/Manfred_Spitzer

Zitat
… In diesem Zusammenhang übt Spitzer harte Kritik an einem Teil der Bildungspolitiker: „Enquetes laden ausschließlich Experten ein, die von Medienunternehmen-gesponserten Medieninstituten stammen. Das erklärt, warum sie dann empfehlen, dass jeder Schüler einen Laptop haben soll, obwohl wir wissen, dass der dem Lernen mehr schadet als nutzt.“ …

Zitat
… Michael Hanfeld, der das Buch in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung kritisch bewertete, merkte gleichwohl an, dass sich jeder Spitzers Einschätzung „vorbehaltlos anschließen“ dürfte, der schon einmal beobachtet habe, „in welcher psychischen Disposition sich Jugendliche befinden, die ihre analoge, herkömmliche Freizeitgestaltung suspendiert und für eine Karriere als Ego-Shooter-Spieler aufgegeben“ hätten. …

Es gibt auch Kritisches im Wikipedia Beitrag, dies gilt unvoreingenommen zu überprüfen.


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