Autor Thema: Dresdner Reden 2019: MDR-Intendantin Wille "Demokratie ist eine Baustelle"  (Gelesen 2434 mal)

Offline ChrisLPZ

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MDR, 17.02.2019

MDR-Intendantin Karola Wille: "Demokratie ist eine Baustelle"

von Kathrin König 

Zitat
Demokratie ist immer nur so stark, wie wir sie machen. Das wissen wir gerade in Ostdeutschland". Mit diesen Worten eröffnete MDR-Intendantin Karola Wille am Sonntag ihre Dresdner Rede vor den fast ausverkauften Rängen im Staatsschauspiel. Für die promovierte Juristin ist "Demokratie eine Baustelle." Und um den Bauplan für so eine Baustelle umzusetzen, genüge der Blick ins Grundgesetz, in dem alle Spielregeln und Anforderungen für eine repräsentative Demokratie beschrieben seien. "Die Regierung und das Parlament müssen ihre Arbeit fortlaufend in Frage stellen und korrigieren", verlangte Wille. Was herauskommen könne, wenn sie das nicht mehr können oder wollen, sei gerade in Großbritannien zu sehen.  […]

Tatsachen von Meinungen unterscheiden
[…]
Demokratie braucht Fakten
[…]
Aufgaben der klassischen Medien
[…]
Das Zuhörer-Echo
Barbara Sommer (li.) hatte ihrem Mann die Eintrittskarten zur Dresdner Rede von Karola Wille geschenkt. Auf den Geschenkumschlag schrieb sie: "Ein bisschen Kultur muss auch sein." […]

Weiterlesen auf:
https://www.mdr.de/sachsen/dresden/dresden-radebeul/dresdner-reden-mdr-intendantin-karola-wille-100.html(Link führt zu einem Angebot des örR. Zum Aufrufen der Webseite URL kopieren (Klick auf "Auswählen", dann ctrl+c), in einem neuen Browserfenster/-tab in die Adresszeile einfügen (ctrl+v) und bestätigen)

Video MDR Sachsenspiegel - MDR-Intendantin übt Selbstkritik (~2 min):
Zitat
Bis früh halb drei hatte Karola Wille an ihrer Rede geschrieben. Zu wichtig sei ihr dieses anderthalbstündige Statement […]
https://www.mdr.de/mediathek/mdr-videos/a/video-275552.html(Link führt zu einem Angebot des örR. Zum Aufrufen der Webseite URL kopieren (Klick auf "Auswählen", dann ctrl+c), in einem neuen Browserfenster/-tab in die Adresszeile einfügen (ctrl+v) und bestätigen)

Audiopodcast des kompletten Vortrags möglicherweise demnächst hier:
https://www.staatsschauspiel-dresden.de/spielplan/monatsplan/dresdner_reden_2019/1153/(Link führt zu einem Angebot des örR. Zum Aufrufen der Webseite URL kopieren (Klick auf "Auswählen", dann ctrl+c), in einem neuen Browserfenster/-tab in die Adresszeile einfügen (ctrl+v) und bestätigen)

Direktlink zur Audioaufzeichnung der Rede (mp3, ~1:20 Std., ~190mb)
https://www.staatsschauspiel-dresden.de//download/11461/dresdner_rede_karola_wille_17022019.mp3(Link führt zu einem Angebot des örR. Zum Aufrufen der Webseite URL kopieren (Klick auf "Auswählen", dann ctrl+c), in einem neuen Browserfenster/-tab in die Adresszeile einfügen (ctrl+v) und bestätigen)

siehe auch:
Dresdner Reden 2019: u.a. Karola Wille "Wahl-/Medienfreiheit" So 17.2.19 11h
https://gez-boykott.de/Forum/index.php/topic,29490.0

Internes Handbuch: Wie die ARD kommunizieren soll
https://gez-boykott.de/Forum/index.php/topic,30135.0


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« Letzte Änderung: 04. März 2019, 10:35 von ChrisLPZ »

Online ope23

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Dieses "vor den fast ausverkauften Rängen" ist schon aufgrund allgemeiner Lebenserfahrung unglaubwürdig. Bei Vorträgen in Theater, Oper oder Konzertsaal wird normalerweise nur das Parkett besetzt.

Ein Forumane berichtete hierzu unter
Dresdner Reden 2019: u.a. Karola Wille "Wahl-/Medienfreiheit" So 17.2.19 11h
https://gez-boykott.de/Forum/index.php/topic,29490.msg188917.html#msg188917
Ausverkauft sieht anders aus. Auffällig: Es fehlt überwiegend die Jugend.
[...]


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« Letzte Änderung: 18. Februar 2019, 02:11 von Bürger »

Offline PersonX

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Bei Vorträgen in Theater, Oper oder Konzertsaal wird normalerweise nur das Parkett besetzt.
Das Wissen fehlte, denn dann würde die Aussage "ausverkauft" tatsächlich zutreffen. Im Parkett waren nur wenige Lücken - vielleicht 6 Plätze, soweit zu sehen, die aber durch Nachrücken hätten gefüllt werden können. Im ersten Rang waren ein paar mehr Plätze nicht besetzt, welche von den im zweiten Rang verbliebenen Personen wahrscheinlich hätten befüllt werden können.


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« Letzte Änderung: 18. Februar 2019, 15:16 von Bürger »
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Online seppl

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"Demokratie ist eine Baustelle?" Soll das heißen, je länger sie dauert, desto teurer wird sie?  ;)


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« Letzte Änderung: 18. Februar 2019, 15:16 von Bürger »
„Eine ewige Erfahrung lehrt jedoch, daß jeder Mensch, der Macht hat, dazu getrieben wird, sie zu mißbrauchen. Er geht immer weiter, bis er an Grenzen stößt.
Wer hätte das gedacht: Sogar die Tugend hat Grenzen nötig. Damit die Macht nicht mißbraucht werden kann, ist es nötig, durch die Anordnung der Dinge zu bewirken, daß die Macht die Macht bremse.“ (Montesquieu)

Offline U15000

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Zitat
"Die Regierung und das Parlament müssen ihre Arbeit fortlaufend in Frage stellen und korrigieren", verlangte Wille.
Quelle: im Einstiegsbeitrag verlinkter Artikel

Um damit den Parlamenten und Regierungen nichts nachgesagt werden kann, werden für die Rechtsakte die Ministerialbeamten bemüht.


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« Letzte Änderung: 18. Februar 2019, 15:19 von Bürger »
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mi faccio gli affari miei, e non giudico nessuno

Offline MichaelEngel

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"Demokratie ist eine Baustelle?" Soll das heißen, je länger sie dauert, desto teurer wird sie?  ;)

Unser freier, gemeinsamer MDR ist wie ein Auto. Nach 10 Jahren verursacht unser Rundfunkkapital nur Instandhaltungskosten.


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« Letzte Änderung: 18. Februar 2019, 15:18 von Bürger »

Online seppl

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Demokratie ist also eine Baustelle, soso...

dann setzen wir den Gedanken doch mal in die wehlingschen Slogans aus dem "Manual" um (Appendix "Slogans"ab S. 85):

"Kontrollierte Baustellen statt jeder wie er will."
"Baustellen statt Umsatz."
"Baustellen kann man nicht kaufen."
"Kein Baustellenausverkauf."

Es zeigt sich Konzeptlosigkeit und daraus Unfähigkeit, stimmige Metaphern zu finden.
Baustelle soll wohl sowas Arbeiter-und-Bauernstaat-bodenständiges ausdrücken.
Vielleicht auch eine Abänderung der vorgegebenen Satzbauideen auf den letzten Drücker?

Vielleicht kann man ja mal wieder dahin zurückkehren, dass eine Demokratie eine Demokratie ist, eine Baustelle eine Baustelle, Schnaps Schnaps und "Ihr" nicht "Wir" seid, sondern "Ihr" bleibt!

Diese babylonisierte Verframung der Sprache anstelle von Klartext ist furchtbar, wenn es um konkrete Informationen eines Medienkonzerns/ die Darstellung eines konkreten Vorteils daraus gehen soll... Völlige Verwirrung soll den vermeintlichen Gegner wohl mundtot machen.

Immer soll irgendwas irgendwas anderes sein...
Wenn es doch wenigstens heißen würde "Demokratie ist wie eine Baustelle!"


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« Letzte Änderung: 18. Februar 2019, 15:20 von Bürger »
„Eine ewige Erfahrung lehrt jedoch, daß jeder Mensch, der Macht hat, dazu getrieben wird, sie zu mißbrauchen. Er geht immer weiter, bis er an Grenzen stößt.
Wer hätte das gedacht: Sogar die Tugend hat Grenzen nötig. Damit die Macht nicht mißbraucht werden kann, ist es nötig, durch die Anordnung der Dinge zu bewirken, daß die Macht die Macht bremse.“ (Montesquieu)

Offline MichaelEngel

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Immer soll irgendwas irgendwas anderes sein...
Wenn es doch wenigstens heißen würde "Demokratie ist wie eine Baustelle!"

Unser freier, gemeinsamer MDR ist ein verschrottungsreifes Auto.

Unser verbliebenes Rundfunkkapital, das Blech, soll durch ein Insolvenzverfahren verwertet und neu verteilt werden, so dass es wieder produktiv werde.


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« Letzte Änderung: 18. Februar 2019, 15:21 von Bürger »

Offline NichtzahlerKa

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Seit gefühlt 50 Jahren bedudelt sichert uns der ÖRR die Demokratie. Und nun ist sie also eine Baustelle. Dann darf doch die Frage gestellt werden, ob es eine Abriss- oder Aufbaubaustelle ist, auf der sich die Öffis betätigen. Man hat als Außenstehender eine Meinung dazu.


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« Letzte Änderung: 18. Februar 2019, 15:21 von Bürger »

Offline PersonX

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Die Demokratie ist vielleicht eine Reformstbaustelle, weil sich vielleicht zu wenige beteiligen und mitwirken. Zudem ist es in einer Demokratie möglich, dass Minderheiten durch Mehrheiten keine hinreichende Beachtung finden, obwohl das so nicht vorgesehen ist.


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Offline NichtzahlerKa

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Die Demokratie ist vielleicht eine Reformstbaustelle, weil sich vielleicht zu wenige beteiligen und mitwirken.
Das ist ein wichtiger Punkt. Aber wie soll man sich auch beteiligen? Früher hat die Frau alles erledigt und der Mann konnte nach seiner körperlichen Arbeit noch zum Stammtisch gehen. Heute arbeiten beide und haben keine Zeit für "Parteiarbeit". Außerdem hocken wir im Büro und müssen in der Freizeit dann noch Sport machen. Ich denke tatsächlich, dass auch die Lebensumstände der Demokratie den Saft entziehen. Übrig bleiben in den Parteien dann nämlich nur Verwaltungsbeamte die 14 Uhr Feierabend machen und zweitklassige Jura- oder Politikabsolventen die schon immer in die Politik wollten und sich den Prof. Dr. dann vom Staat spendieren lassen. Wir können die aber nicht abwählen, weil die Trägheit im Wahlsystem (5%-Hürde) alles mit flüssigem Beton umschließt.


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« Letzte Änderung: 18. Februar 2019, 17:33 von Bürger »

Offline unGEZahlt

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  • Bin Wohnungsmieter bekam 2013 dafür Lebenslänglich
Hat die damit vielleicht die absolute ARDZDFDR-Nutzlosigkeit zugegeben ( ? ? )

Diese Idee von der baufälligen, maroden Demokratie muss noch recht Neu sein. ( ? )

Lt. medienkorrespondenz.de hatte ja Karola Wille 2016 noch die Demokratie als offensichtlich intakt, i. O. dargestellt.
( Quelle: mk 12/16, Karola Wille bleibt bis zum Jahr 2023 MDR-Intendantin, https://www.medienkorrespondenz.de/politik/artikel/karola-wille-bleibt-bis-zum-jahrnbsp2023-mdr-intendantin.html )
Zitat
Wille 2016: „Der Mitteldeutsche Rundfunk ist für unsere ... unsere Demokratie wichtig....."

Wer sich dann die Mühe machen wollen würde, Karola Wille ernst zu nehmen, müsste ja dann zu folgendem Umkehrschluss gelangen.
Wille 2019: "Trotz der Demokatieabgabe hat die Demokratie reparaturbedürftigen Schaden genommen!"

Markus

( Anm.: Und was für eine Behauptung ist dann für 2022 geplant?
In Etwa: "Es gibt keine Demokratie mehr! ARDZDFDR müssen sie erst wieder aufbauen!" )


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« Letzte Änderung: 18. Februar 2019, 19:33 von unGEZahlt »
Lebenslänglich für NICHTS? -> Nein Danke, ö.-r. R.!
Ist der Rundfunkbeitrag nun die Strafe für das Bedürfnis, ein Dach über den Kopf haben zu wollen?
Zwangsbeitragszahlung = Korruptionsunterstützung. Das zahle ich NICHT, schon allein aus Gewissensgründen.

Ulrich Wilhelm (sinngemäß auf der BVerfG-Toilette) : "Wenn sie ARDZDFundDR nicht bezahlen können, dann sollen sie doch ihre Handys verkaufen!“

( Quelle: https://gez-boykott.de/Forum/index.php/topic,28135.msg177046.html#msg177046 )

Online seppl

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Diese Idee von der baufälligen, maroden Demokratie muss noch recht Neu sein. ( ? )

Hier erkennt man, dass Frau Wille einen falschen, bzw. sehr ungenauen Frame angewandt hat. Ausdrücken wollte sie m.M.n, dass an einer Demokratie ständig gearbeitet werden muss. Eine Demokratie wird aber nicht "fertig", wie eine Baustelle es werden soll. Es ist Kennzeichen der Demokratie, dass es ein offenes System ist, in dem immer wieder neue Gegebenheiten zu neuen  Entscheidungen drängen. Kennzeichen einer Baustelle ist hingegen, dass eine Fertigstellung und ein Abschluss angestrebt wird. Die Baustelle soll sich also irgendwann selbst vernichten indem das Werk abgeschlossen ist. Demokratie ist in diesem Bild also eher als "ewige Baustelle" zu bezeichen, was aber an echte, aktuelle Bauvorhaben erinnert, die durch die Nichtsichtbarkeit eines Abschlusses in starker Kritik stehen. (Und dadurch immer teurer werden).


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Offline MichaelEngel

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unGEZahlt, die Idee von der baufälligen, maroden Demokratie ist lediglich eine Projektion auf die Demokratie von dem, was der Rundfunk ist. Die Idee des immer daran Arbeitens stammt aus dem framing manual.

Unser verbliebenes Rundfunkkapital, das Blech, soll durch ein Insolvenzverfahren verwertet und neu verteilt werden, so dass es wieder produktiv werde.

Die gerecht bezahlten Verwalter unseren Rundfunkkapitals, die Intendanten (darunter Karola Wille), wird es trotz aller Unterstützung der Politik und der Justiz nicht gelingen,  die Insolvenz unseres freien, gemeinsamen Rundfunks lange zu verschleppen. Wir brauchen dringend einen Insolvenzverwalter für unser Rundfunkkapital: vielleicht schafft er, unseren freien, gemeinsamen Rundfunk zu sanieren?



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« Letzte Änderung: 18. Februar 2019, 22:34 von MichaelEngel »

Offline marx

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  • Murks? Nein danke!
Karola Wille erwähnt in ihrer Dresdner Rede vom 17.02.2019 den anstehenden 70. Jahrestag des Grundgesetzes, sowie das 30. Jubiläum der friedlichen Revolution.

Aufgrund anhaltender Zuschauerflucht verlas am 08.11.1989 im DDR-Fernsehen Christa Wolf einen Appell der Gruppen "Neues Forum", "Demokratischer Aufbruch", "Sozialdemokratische Partei", "Demokratie Jetzt", Initiative "Frieden und Menschenrechte".
Aktuelle Kamera vom 08.11.1989 Neue SED Führung - Wdh MDR vom 08.11.1994
[Video ~23min, Sprungzeit ~12:20...14:50min]
https://youtu.be/71ephjxfYx4?t=740


Wer könnte diesen Appell heute vortragen?

Anja Reschke?

"Bleiben Sie bei uns"

Zitat von:  Wiederholbare Appelle der Weltgeschichte (1) - "Bleiben Sie bei uns"
"Liebe Mitbürgerinnen, liebe Mitbürger,

wir alle sind tief beunruhigt. Wir sehen die Tausenden, die täglich unserem öffentlich-rechtlichen Rundfunk den Rücken kehren. Wir wissen, dass eine verfehlte Politik bis in die letzten Tage hinein ihr Misstrauen in die Erneuerung dieses Gemeinschaftsfunks bestärkt hat. Wir sind uns der Ohnmacht der Worte gegenüber Massenbewegungen bewusst, aber wir haben kein anderes Mittel als unsere Worte. Die jetzt noch weggehen, mindern unsere Hoffnung. Wir bitten Sie, bleiben Sie doch bei Ihrem Rundfunk, bleiben Sie bei uns!

Was können wir Ihnen versprechen? Kein leichtes, aber ein nützliches Konsumieren. Keinen schnellen Verstand, aber Mitwirkung an großen Veränderungen. Wir wollen einstehen für Demokratie, freie Entscheidung, Rechtsstaatlichkeit und Menschenrecht. Unübersehbar ist: Jahrzehnte alte Verkrustungen sind in Wochen aufgebrochen worden. Wir stehen erst am Anfang des grundlegenden Wandels in unserem Land.

Helfen Sie uns, eine wahrhaft demokratische Gesellschaft zu gestalten, die auch die Vision eines demokratischen Rechtsstaats bewahrt. Kein Traum, wenn Sie mit uns verhindern, dass er wieder im Keim erstickt wird. Wir brauchen Sie. Fassen Sie zu sich und zu uns, die wir hier bleiben wollen, Vertrauen."

Die Pressekonferenz am Folgetag hielt Günter Schabowski und er verkündete nach Beschluss des Ministerrates das unverzügliche Inkrafttreten einer folgenschweren Übergangsregelung.
Schabowskis Pressekonferenz - 09.11.1989 - fast volle Länge + Berliner Mauer
[Video ~30min, Sprungzeit ~16:35min]
https://youtu.be/SAEhZZ31UQc?t=995
Zitat
"Wir hoffen, dass sich auf diese Weise - äh - diese Bewegung selbst reguliert [...]" (19:55)
Zitat
"We hope, people will be convinced, more and more, that it would be better for them to stay here, because, the processes of -- renewing our society -- are beginning to show results." (24:50)
Zitat
"Auch dort, darüber hat es schon eine Festlegung und eine Information gegeben, dass jeder wieder also seine Bitte äußern kann - oder seinen Wunsch oder seine Vorstellung - zurückzukehren. Ich bin sicher, wir werden auch in dieser Hinsicht bestimmte Vereinfachungen [...]" (26:15)



Zitat von: Karola Wille, Dresdner Rede v. 17.2.2019
"Letztlich geht es immer um die Frage, wie man eine gute Demokratie organisiert und immer um das selbe Problem: wie läßt sich das Handeln der staatlichen Organe auf die Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger in dem Land tatsächlich zurückkoppeln. Das Grundgesetz hat sich hier für eine repräsentative Demokratie entschieden und die gewählten Abgeordneten sind Vertreter des ganzen Volkes und nur ihrem Gewissen unterworfen. Mag sein *Zwinkelsmiley*, dass das System ein wenig schwerfällig erscheint, aber es hat unbestreitbare, große Vorteile in einer globalisierten Welt voller Komplexität. Es sind die gesellschaftlichen Langzeitfolgen von Entscheidungen, die finanziellen Langzeitfolgen [...]"


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« Letzte Änderung: 04. März 2019, 12:38 von Bürger »

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