Autor Thema: NWZ-Analyse: Der Weiße Elefant ist das Geld  (Gelesen 412 mal)

Offline ChrisLPZ

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NWZ-Analyse: Der Weiße Elefant ist das Geld
« am: 18. Januar 2019, 19:54 »

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Nordwest Zeitung, 18.01.2019

NWZ-Analyse
Der Weiße Elefant ist das Geld

Die niedersächsische Landesregierung wollte mit einem Symposium die Frage nach der Zukunft des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Deutschland beantworten. Doch das hochkarätige Forum verfehlte es, Antwort auf die wichtigste Frage zu geben und vergaß damit diejenigen, die den Karren ziehen – die Gebührenzahler, schreibt NWZ-Nachrichtenchef Alexander Will.

von Alexander Will

Zitat
Kann man in Hannover über die Zukunft der öffentlich-rechtlichen Medien diskutieren, ohne Vertreter niedersächsischer Verlage einzuladen? Die niedersächsische Landesregierung meint, man kann. Kann man über die Zukunft der öffentlich-rechtlichen Medien diskutieren, ohne kritische Gebührenzahler einzuladen? Die niedersächsische Landesregierung meint, man kann.

Das hatte am Donnerstag allerdings zur Folge, dass ihr Symposium zur Zukunft des öffentlich-rechtlichen Rundfunks zu einer Selbstbestätigungsveranstaltung wurde – trotz einzelner kritischer Töne.
Die bezogen sich jedoch vor allem auf die Programmgestaltung. Der medienpolitische Weiße Elefant hingegen stand stundenlang weitgehend unbeachtet im Raum.
Doch das Vieh ist nicht zu übersehen. Es ist nämlich acht Milliarden Euro schwer. Das ist das Gebührenaufkommen von ARD und ZDF im Jahr 2017. […]

Die Warnung des Medienwissenschaftlers Bernd Gäbler verhallte angesichts dieser vermeintlich sicheren Position weitgehend ungehört. Er gab zu bedenken, dass selbst die juristische Absicherung der Gebühren noch lange nicht bedeute, dass diese auch gesellschaftlich akzeptiert seien. […]

Doch die Öffentlich-Rechtlichen und auch die Politik fühlen sich sicher, und deswegen brüten sie weitere Begehrlichkeiten aus.  […]

Der Weg, wie man ihn sich in den öffentlich-rechtlichen Chefetagen und Teilen der Politik vorstellt, ist damit ziemlich klar geworden: Ausdehnung der Aufgaben gekoppelt mit automatischer finanzieller Rundumversorgung. Bluten soll der Gebührenzahler. […]

Weiterlesen auf:
https://www.nwzonline.de/meinung/hannover-nwz-analyse-der-weisse-elefant-ist-das-geld_a_50,3,3142136992.html


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« Letzte Änderung: 19. Januar 2019, 00:42 von Bürger »

Offline ChrisLPZ

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Re: NWZ-Analyse: Der Weiße Elefant ist das Geld
« Antwort #1 am: 24. Januar 2019, 16:59 »

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Nordwest Zeitung, 24.01.2019

Fünf Erwiderungen zur Kritik an ARD und ZDF

In seinem Text „Der Weiße Elefant ist das Geld“ hat NWZ-Nachrichtenchef Alexander Will mehrere Aspekte des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Deutschland kritisiert. Das forderte Widerspruch heraus. NDR-Sprecher Martin Gartzke antwortet.

von Martin Gartzke, Sprecher Norddeutscher Rundfunk

Zitat
Bei allem Respekt vor seiner Meinungsfreude: Einigen der Gedanken von Alexander Will zum Mediensymposium der Niedersächsischen Landesregierung möchte ich widersprechen. Fünf Klarstellungen zu seiner „NWZ Analyse“:

1. Die Gagen von Schauspielern und Schauspielerinnen, die Honorare für Sport-Experten oder für die Moderation von Shows sind Marktpreise. […]

2. Für die Betriebsrenten haben ARD und Deutschlandradio schon 2017 einen neuen Tarifvertrag mit den Gewerkschaften geschlossen. […]

3. In Hannover ging es darum, wie der öffentlich-rechtliche Rundfunk für die Zukunft aussehen könnte. […] Ein Beispiel dafür aus der jüngeren Zeit ist „funk“ […]

4. Den Sendern geht es nicht anders als anderen Unternehmen: Die Preise, die sie zahlen müssen, steigen. […]

5. Die Zustimmungswerte für den NDR sind anhaltend hoch. […]

Weiterlesen auf:
https://www.nwzonline.de/meinung/reaktion-fuenf-erwiderungen-zur-kritik-an-ard-und-zdf_a_50,3,3335233283.html


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Offline NichtzahlerKa

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Re: NWZ-Analyse: Der Weiße Elefant ist das Geld
« Antwort #2 am: 24. Januar 2019, 18:51 »
Der weiße Elefant war ein sehr guter Artikel!
Schauen wir uns doch mal die Antworten des NDR genauer an:
Zitat
1. Die Gagen von Schauspielern und Schauspielerinnen, die Honorare für Sport-Experten oder für die Moderation von Shows sind Marktpreise. […]
Erstmal rein logisch: Ein "Marktpreis" setzt sich aus Angebot und Nachfrage zusammen. Wenn ich die Nachfrage als größter und teuerster Nachfrager überhaupt antreibe, dann treibe ich den Marktpreis vor mir her.
Inhaltlich: Bei Sport wurden nicht Preise, sondern Zahlungen ohne Mehrwert angeprangert, weil Fußball eh laufen würde. "Teuer" ist ein Verhältnis! Dieses Verhältnis Leistung/Zwangspreis ist nahe Null. Das macht es "teuer". Würden sie für 8 Milliarden die Welt heilen, oder wenigstens etwas vom Wert Wikipedia betreiben, dann hätte niemand ein Problem mit den Öffis.

Zitat
2. Für die Betriebsrenten haben ARD und Deutschlandradio schon 2017 einen neuen Tarifvertrag mit den Gewerkschaften geschlossen. […]
Man hat die Betriebsrenten um ein Prozent pro nachträglicher Steigerung (ja die wachsen auch in der Pension mit) verringert. Das eigene Wunschgehalt als monatliche Betriebsrente wächst jetzt also in der Pension gerade noch mit der Teuerungsrate... WOW. Wer mehr für Pension ausgibt, als für (orbitanten) Lohn, der hat doch nicht alle Latten am Zaun.

Zitat
3. In Hannover ging es darum, wie der öffentlich-rechtliche Rundfunk für die Zukunft aussehen könnte. […]
Es sind halt alles Millionäre und da weiß man ja: Über Geld spricht man nicht, Geld hat man.

Zitat
4. Den Sendern geht es nicht anders als anderen Unternehmen: Die Preise, die sie zahlen müssen, steigen. […]
Nur das Unternehmen das nicht einfach an die Kunden weitergeben, sondern optimieren, optimieren, optimieren und um den besten Preis kämpfen. Ein echtes Unternehmen fängt die Teuerung komplett durch Verbesserung ab. Egal ob Computer, Auto, Kühlschrank. Die Kiste aus den 50ern bekäme man heute für ein Appel und ein Ei hergestellt. Man kriegt etwas Besseres als früher und darum kann der Preis mit der Teuerung steigen. Aber bei den Öffis hat keiner unser Wirtschaftssystem auch nur im Ansatz verstanden. Und solche Leute wollen uns informieren?

Zitat
5. Die Zustimmungswerte für den NDR sind anhaltend hoch. […]
Solche Aussagen sind im Grunde einfach frei erfunden. Die Studien dahinter sind nichmal diesen zweiten Satz hier wert.

Fazit: Mal wieder ein Kandidat für die Nebelkerze oder Langnase des Monats.


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Offline LECTOR

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Re: NWZ-Analyse: Der Weiße Elefant ist das Geld
« Antwort #3 am: 28. Januar 2019, 11:17 »
Man kann den Autor Alexander Will nur beglückwünschen für diesen gelungenen und intelligenten Artikel! Bereits der Titel mit dem "Weißen Elefant" ist gut gewählt - wenn man bedenkt, dass damit auch "in den Sand gesetzte technische Großprojekte" bezeichnet werden.1)

Der Autor versteht es, die wichtigsten Aspekte auf den Punkt zu bringen. So wenn er schreibt:
Zitat
Doch das Vieh ist nicht zu übersehen. Es ist nämlich acht Milliarden Euro schwer [...] Wer in Deutschland einen Haushalt führt, der muss pro Jahr 210 Euro zwangsweise an ARD und ZDF abführen. Es gibt kein Entkommen.
Der Zwangscharakter dieser Zahlungsverpflichtung bleibt das eigentliche Skandalon. Deswegen beginnt die längere Aufzählung der kritischen Punkte auch erneut mit diesem Aspekt:
Zitat
Dass diese Akzeptanz erodiert, liegt nicht nur an der Höhe des Beitrags und seinem Charakter als Zwangsgebühr [...]

Und sehr gut getroffen ist auch die Diskrepanz zwischen dem zunehmenden Akzeptanzverlust und der Eigenwahrnehmung der Apparatschiks:
Zitat
Doch die Öffentlich-Rechtlichen und auch die Politik fühlen sich sicher, und deswegen brüten sie weitere Begehrlichkeiten aus […]

Daher nochmals ein großes Kompliment an den Autor Alexander Will für diese Analyse und luziden Artikel!

1) Siehe den Artikel 'Weißer Elefant' als Untier der Moderne, in: Spektrum der Wissenschaft
https://www.spektrum.de/news/weisser-elefant-als-untier-der-moderne/341101


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