Autor Thema: Supermediathek: Wie realistisch ist eine gemeinsame Plattformlösung ...  (Gelesen 1308 mal)

Offline ChrisLPZ

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Meedia, 09.07.2018

Supermediathek: Wie realistisch ist eine gemeinsame Plattformlösung von Verlagen und TV?

Fünf Jahre ist der Versuch her, mit "Germany's Gold" eine kommerzielle Mediathek für öffentlich-rechtliche Angebote zu etablieren – die Idee scheiterte, wie bereits das privatwirtschaftliche Projekt Amazonas, am Kartellamt. 2018 ist die Idee eines Sender-übergreifenden Angebots wieder da. MEEDIA fasst zusammen, wie die Vorschläge für eine neue "Supermediathek" aussehen und wie Experten die Chancen für eine Umsetzung einschätzen.

Von Marvin Schade

Zitat
Es ist ein Idee, die alle erst einmal “interessant” finden, worüber es sich “nachzudenken” lohnt – die Supermediathek, in der öffentlich-rechtliche Anbieter, private Sender und Verlage ihre Inhalte bündeln. Auch um der Konkurrenz aus den USA entgegenzuwirken. Selten hört man von allen Seiten gleichermaßen so viele Interessensbekundungen wie aktuell zu diesem Thema. Umso erstaunlicher, dass es – wenn man den Aussagen glaubt – bislang nur lose Gespräche gegeben haben soll.

Von der Gesellschaftsmediathek bis hin zur europäischen Lösung
[…]
Ziele gibts viele – die Wege sind (noch) begrenzt
[…]
Hindernis Kartellrecht: Haben Unternehmen aus bisherigen Konzeptionierungsfehlern gelernt?

Weiterlesen auf:
https://meedia.de/2018/07/09/supermediathek-wie-realistisch-ist-eine-gemeinsamen-plattformloesung-von-verlagen-und-tv/


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Offline maikl_nait

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Hallo!

Es gibt reichlich Fragen ohne Antwort, daher ist es "interessant" genug, darüber laut "nachzudenken":

- soll es eine Suchmaschine "über alles" geben (damit würde der örR den "Fake-News"TM-Konkurrenten gleichgestellt)
- soll es "Sperren" gegen allzu leichten Wechsel zu anderen Sendern geben (All-in-One oder "Kanal"-Betreiber)
- wer darf wieviel Video-Minuten einstellen
- wer darf wieviel Text einstellen ("Presse-ähnliche" Angebote beim örR)
- wie wird Werbung verteilt
- wer bekommt wieviel Werbeeinnahmen, Gebühren bzw Beiträge
- wird es allgemeine Zugangsbeschränkungen geben oder frei erreichbare kostenlose (Lock-)Angebote und zugangsbeschränkte Bezahlpakete
- wie werden die Rechteinhaber bezahlt, wenn alles im Internet steht
- müssen dazu bestehende Verträge geändert oder neue geschlossen werden
- kann der Portal-Dienst so aufgestellt werden, daß das Kartellamt mitspielt
- wer kontrolliert den Inhalt (NetzDG)
- wie wird der Jugendschutz implementiert
- Datenschutz -- wie werden Nutzungen erfasst
- wer bezahlt die Anschubfinanzierung (Rundfunk-Beiträge für Internet)

Das Dilemma:
- dank Sky, netflix, Facebook und Youtube gibt es schon Plattformen, es muß also viel Angebot leicht erreichbar eingestellt werden um konkurrieren zu können -- das beißt sich mit den bisher gekauften Rechten
- der örR degradiert sich selber dann zu einem von vielen "Kanal"-Betreibern auf der Plattform -- das beißt sich mit dem Alleinstellungsanspruch der Öffies, aber auch die anderen wollen eine eigenständige Erkennbarkeit, eine Markenidentität ("Pro7" "RTL" statt Kanal #7, #9)

Ich befürchte, die Beteiligten werden einen großen Haufen "Kohle" verbrennen, um zu demonstrieren, daß so ein Super-Portal nicht funktioniert.

MfG
Michael


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« Letzte Änderung: 11. Juli 2018, 10:39 von maikl_nait »
- "Überflüssige Gesetze tun den notwendigen an ihrer Wirkung Abbruch." - Charles de Secondat, Baron de la Brède et de Montesquieu
- qui custodiet custodes manipulatores opinionis?
- Schönen Gruß vom saarländischen Dachdecker "Unsern ÖRR in seinem Lauf, hält weder Ochs noch Esel auf"

Offline drone

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Ich werd' nicht dafür bezahlt, mir Gedanken über Supermediatheken und weitere Auswüchse des ÖRR zu machen, die ein totgerittenes Pferd weiterhin zum Galopp zu bewegen suchen. Ich möchte einzig die freie Entscheidung darüber, ob ich zu einer Finanzierung dieser Gespinste beitragen will oder nicht. Ich für meinen Teil will es nicht, da ich nichts davon für lebensnotwendig erachte oder gar als Bereicherung betrachten kann.

Es zeigt mir vielmehr, wie schlecht es um unsere Demokratie und ihre grundgesetzlichen Werte bereits bestellt ist...


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Offline pinguin

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@maikl_nait

Das eine ist die Theorie, das andere die Praxis.

Daß eine Supermediathek kommt, halte ich nicht für wahrscheinlich; gerade aus Gründen des Urheberrechts im Falle von Fremdfabrikaten.

Freilich wäre es denkbar, daß alle Beteiligten miteinander vereinbaren, alle ihre Eigenproduktionen gegenseitig für die Nutzung in einer derartigen Supermediathek freizugeben und, bspw. mit einer Bezahlschranke zu versehen, doch gilt dieses eben nicht für Fremdprodukte.

Im EU-Recht braucht es für die gewerbliche/wirtschaftliche Nutzung für jeden Vertriebsweg eine separate Genehmigung des Urhebers. Ist vom EuGH abschließend durchdiskutiert und im Forum bereits behandelt.

Der Vertriebsweg "Rundfunk" ist nicht identisch mit dem Vertriebsweg "Kabel" ist nicht identisch mit dem Vertriebsweg "Internet" ist nicht identisch mit dem Vertriebsweg "Druckerzeugnis".

Zudem gilt in Europa ja die Vorgabe des Fernsehens ohne Grenzen, also ohne räumliche Beschränkungen, Bezahlschranken sind ja zulässig.


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Offline linkER

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produzentenallianz.de      09.07.2018

Dr. Christoph Palmer :
PRODUZENTEN VERMISSEN REGELUNGEN FÜR KREATIVE / Debatte

Bei einer aktuellen Debatte über den Telemedienauftrag auf meinungsbarometer.info, äußert sich Dr. Christoph Palmer, Geschäftsführer der Produzentenallianz, dass er ausdrücklich bedaure "dass die Länder die Änderungen des Rundfunkstaatsvertrages nicht zum Anlass genommen haben, Regelungen zu treffen, um Produzenten und Kreative umfassend für die Entwertung des Filmschaffens durch die langen Verweilzeiten zu kompensieren." Doch er habe noch Hoffnung.
Zitat
Seinen Debattenbeitrag sowie weitere Diskussionsbeiträge u.a. von

Claus Grewening, Bereichsleiter Medienpolitik der Mediengruppe RTL

Dr. Thomas Bellut, Indendant des ZDF

Dr. Reiner Haseloff, Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt
Weiterlesen auf :
https://www.produzentenallianz.de/presseschau/einzelansicht/article/dr-christoph-palmer-produzenten-vermissen-regelungen-fuer-kreative-debatte.html


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Offline ope23

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 Die in den öffentlich-rechtlichen Echokammern kapieren zwei Dinge nicht.

1. So eine und nur eine (also: 1 Stück) Supermediathek will niemand. Das widerspricht dem Verhalten von Konsumenten, aus "mehreren" Angeboten wählen können zu wollen. Warum wohl gibt es S*t*rn und M*d*a M***t, obwohl beide Firmen zum selben Konzern gehören und auch nahezu identische Produktauswahl haben?

2. Die Ware wächst nicht im Fernsehgarten wie Unkraut, so dass man jede Woche die SuperMediaThek mit dem Zeug aus dem Fernsehgarten neu bestücken könnte. Das Projekt wird scheitern, weil es irgendwann nicht genug Produzenten geben wird. Kann natürlich sein, dass dann Garagenvideos von indonesischen Jugendlichen in die Supermediathek kommen werden, weil nix anderes mehr zu bekommen ist.

(Auf ähnliche Probleme stoßen Zeitungsverlage, wenn sie Online-Zeitungen mit Leserreportagen und Blogs zu füllen versuchen.)

So altbacken wie die Intendanten zu denken scheinen, würde es mich nicht wundern, dass sie meinen, die Deutschen freuten sich über eine supergroße Sammlung von VHS-Videos, nur halt nicht im Schrank und im Keller, sondern in digitaler Form.


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Offline MMichael

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Supermediathek will niemand.

??? Sicher?

Der Internetintendant will das irgendwie zwar auch nicht so richtig ... ABER: Er will wenigstens 2,5% der 8.000.000.000,00 Mrd. jährlich:
Zitat
re:publica 2018 – Leonhard Dobusch: Internetintendanz
Full Title: Internetintendanz: Öffentlich-rechtliches Internet jenseits der Anstalten Find out more at: https://18.re-publica.com/node/21232
Quelle (Schaubild mit den 200 Mio für die Intendanz): //youtu.be/n8yo8eq41tY?t=1495

Im Übrigen finde ich das "richtiger", wenn ein (neues) öffentlich-demokratisches Medienverwaltungs- und -bereitstellungsunternehmen (MU) gegründet wird. Die Fensehsender (FS) sollen Fernseh machen und können ihre Progammzeitungen ins Internet stellen. Die "Beiträge" werden dann nach der Sendung von den FS an das MU übergeben. Beide (FS + MU) werden aus allgemeinen (demokratisch kontrollierten) Steuergeldern finanziert. Wobei die Mischfinanzierung (Bezahlschranken, Abo) möglich sein sollte.   

Apropos "Supermediathek" im Internet:
Zitat
Unsere Erwartung, dass «alles» im Netz und dann augenblicklich mit einem Klick oder Wisch auf unseren mobilen Geräten ist, ist also für den weiter zunehmenden Stromverbrauch des Internets verantwortlich – die rapide steigende Energieeffizienz der zugrundeliegenden Technologiekomponenten kann unseren noch viel schneller wachsenden Datenhunger nicht kompensieren.
Quelle: https://www.ethz.ch/de/news-und-veranstaltungen/eth-news/news/2015/03/wieviel-strom-braucht-das-internet.html

Nur, weil wir uns daran gewöhnt haben sollen, immer und überall alles zu bekommen, ist es eben nicht gut!  :(
Was auch das Beispiel Ladenöffnungszeiten zum 24/7-Konsum auf Kosten von Frauen, Müttern, Kindern, Ressourcen (Umwelt, Energie) etc. zeigt. >:(

Zitat
Dieser riesige Produktberg  ist zusätzlich sehr viel größer, als die Menschen in dieser satten Gesellschaft für ein „gutes Leben“ benötigen.
Quelle: http://www.otto-ullrich.de/Texte_files/Ullrich%20-%20Wachstum.pdf ;)


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Offline drboe

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  • Ersatzmaßstab Wohnung: das BVerfG erklärt die Welt
Ich habe nichts gegen eine SuperMediathek. Ich habe aber etwas dagegen, diese zu finanzieren. Mein Wunsch ist nicht mehr ÖR-Dummfug aus allen Rohren und über alle Kanäle oder deren Mix mit den unterirdischen Versatzstücken deutscher Privatsender von RTL, Sat1, Pro7 und Co. Davon braucht es nicht mehr, sondern deutlich weniger.

Angesichts der geringen Informationsdichte und der miesen Qualität würde man es nicht merken, wenn man das ZDF, SR und Radio Bremen einstampft, aus dem Rest vier 4-Länderanstalten formt und die neben ihrem regionalen Programm ein Gemeinschaftsprogramm produzieren lässt. Es wäre auch problemlos möglich, ab Mitternacht die TV Sender abzuschalten. Begrenzt man dann dann noch die Zahl der Hörfunksender auf 2-3 je Anstalt und die Zahl der Webseiten auf max. 10, so wäre ohne echten Verlust viel Geld gespart. Dazu weniger Intendanten bei deutlich reduzierten Gehältern und Betriebstenten, ohne doppeltes Korrespondentennetz. 5-6 € je Monat müssten dafür eigentlich reichen.

M. Boettcher


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« Letzte Änderung: 13. Juli 2018, 22:52 von Bürger »
Während unseres endlosen Krieges gegen Syrien habe ich keinen einzigen glaubwürdigen Beweis dafür gesehen, dass die "Gasangriffe" von der syrischen Armee ausgingen. Und ich habe es satt, dass wir Syrien jedes Mal bombardieren, wenn Al-Qaidas "Weisshelme" ein weiteres Ereignis unter falscher Flagge veranstalten. Ein mutiger Journalist sollte sich fragen, warum alle Gasopfer Zivilisten sind und niemals die Terroristen selbst. (Richard H. Black, US-Senator, Republikaner, auf Facebook)

Offline cook

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Supermediathek -- Man muss sich die dahinterstehende Aussage klar machen:

- Die Zeitungen sind fast tot, Papier will keiner mehr lesen, online nur kostenlos
- Den ÖRR will auch keiner mehr. Niemand will den Mist freiwillig sehen. Sie schaffen es ohne Hilfe oder viel Geld nicht, auf prominenter Stelle auf den Internet-Plattformen gefunden zu werden. Funk zum trotz...
- Den Privaten gehen die Werbemillionen aus, weil die Vermarktung lieber ins Netz geht, wo die Nutzer sind, die mit deutschem TV-Mist nichts anfangen können (gezielte Ansprache der Kaufkraft, "more bang for the buck")

Die "Lösung":
Aufbau einer (kartellrechtswidrigen) Plattform, die alles das zusammenpackt, was keiner mehr haben will.

Wer findet den Fehler?


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« Letzte Änderung: 13. Juli 2018, 22:52 von Bürger »

Offline pinguin

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Was auch das Beispiel Ladenöffnungszeiten zum 24/7-Konsum auf Kosten von Frauen, Müttern, Kindern, Ressourcen (Umwelt, Energie) etc. zeigt. >:(
Liegt doch an jedem Bürger selber? Auch 10% Rabatt locken mich jedenfalls sonntags nicht zum Einkaufen, weil es nichts gibt, was man nicht auch in der Zeit von Mo - Sa kaufen könnte. Den Geschäftsinhabern mache ich jedenfalls keinen Vorwurf; eher der Politik, die Sonntagsöffnungszeiten überhaupt zuläst.

- Die Zeitungen sind fast tot, Papier will keiner mehr lesen, online nur kostenlos
Wir leben noch in der Epoche, die eine große Handelskette durch ihren weitbekannten Slogan, der hier nicht wiedergegeben werden soll, mit geprägt hat, der allerdings keinesfalls von gesamtgesellschaftlichem Weitblick zeugt.

Wo anscheinend nur Zahlen zählen, geht der Blick dafür verloren, daß Mensch auch nur ein Gewohnheitstier ist, der, einmal im Trott, nur schwer wieder daraus findet.

Letztlich ist alles reine Psychologie.

Zeitungen würden auch in gedruckter Form, (die Druckpressen müssen ausgelastet sein),  erheblich mehr Leute bestellen und lesen, wenn sie erstens die Zeit dafür hätten, vernünftiges Lesen auch in der Schule gelehrt würde, (zu DDR-Zeiten hatte es im Deutschunterricht durchaus auch mal eine Tageszeitung zum Durcharbeiten, je Schulbank 1 Exemplar), und die Zeitung auch bezahlbar wäre, was wiederum vernünftige Löhne voraussetzt, so daß an der Zeitung nicht gespart werden müsste, weil sie den Leuten als am ehesten einzusparende monatliche finanzielle Last erscheint.


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« Letzte Änderung: 13. Juli 2018, 22:54 von Bürger »
Die Europäische Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten hat den Rang eines Bundesgesetzes, (BVerfG - 2 BvR 1481/04 - Rn. 30), und bricht gemäß Art. 31 GG jede Art von Landesrecht, welches sich außerhalb der vom Bund gesetzten Norm bewegt, (BVerfG - 2 BvN 1/95 - Rn. 66).

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Offline cook

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Ja und nein.

Ja, wären mehr Leute gebildet, würden sie auch mehr "echten" Journalismus schätzen und dafür bezahlen (egal in welcher Form, Papier oder online). Es war noch nie so billig, Zeitung zu lesen.

Es sind gerade die 10-20 Prozent der Bevölkerung, die noch als gebildet gelten können, die den ÖRR verweigern, aber ihr Geld dafür aufwenden sollen. Es ist geradezu pervers, wenn Zeitungsverlage mit dem ÖRR kooperieren wollen, der ihnen den Markt vollends kaputt macht.

Und nein, denn harte Zahlen sind auch im Medienbereich wichtig. Es ist ein romantischer Irrglaube, der gerade in Deutschland hochgehalten wird, dass Geld stinke und das Wahre, Schöne, Gute ohne jenes auskäme, geradezu entgegengesetzt sei.

Für einige darbende Dichter und Denker mag das sogar gelten.

Der Journalismus aber muss selbst überlebensfähig sein. Nur das garantiert Unabhängigkeit. Es darf keine Bestandsgarantie geben, weil sonst alle Anreize verloren gehen, guten Journalismus zu machen. Verlage und Sender sind käuflich. Wir müssen uns entscheiden, wer sie kaufen darf. Der Konsument. Oder der Bürokrat, der Parteigenosse?


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Offline Dauercamper

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Es sind gerade die 10-20 Prozent der Bevölkerung, die noch als gebildet gelten können, die den ÖRR verweigern, aber ihr Geld dafür aufwenden sollen. Es ist geradezu pervers, wenn Zeitungsverlage mit dem ÖRR kooperieren wollen, der ihnen den Markt vollends kaputt macht.
Denkfehler 1: Die Zeitungsverleger glaubten, dass sie sich erlauben könnten, Abonnenten zu verlieren und sich die Verluste im Internet zurück verdienen lassen würden. Das wäre genauso blöde, als wenn ein Buchverleger keine Bücher mehr drucken lassen würde und glauben würde, Ebooks würden das kompensieren. So blöd muss man erst mal sein !
Denkfehler 2: Nachdem die Verluste der Abonnenten die Anzahl der Verlage dezimierte und dafür sorgte, dass nur wenige Verlagshäuser überlebten, sollen jetzt die Nutzer im Internet plötzlich für Inhalte zahlen, die vorher kostenfrei waren.

Der Journalismus aber muss selbst überlebensfähig sein.
Die Abonnenten, die weg sind, die kommen nicht zurück.


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« Letzte Änderung: 13. Juli 2018, 22:56 von Bürger »

Offline pinguin

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Die Abonnenten, die weg sind, die kommen nicht zurück.
Ist nicht ganz richtig; langjährige Kunden kommen durchaus zurück, wenn sie sich ein erneutes Abo leisten können, (man denke hier mal nur an die unzähligen Rentner, wo die Rente gerade so reicht), und sie die Zeitung qualitativ überzeugt.


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Offline Dauercamper

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Jaaa, wenn du aber erst die Inhalte im Internet platt walzt und die Abonnenten dafür zur Kasse bittest, damit die Abonnenten die Inhalte aus der Zeitung kostenfrei im Internet finden, bist du deine Abonnenten dauerhaft los. Die Zeitungsverleger hat keiner gezwungen ihre Produkte ins Internet zu stellen. Die gingen davon aus, dass die Werbeindustrie dauerhaft einspringen würde. Diese Fehleinschätzung führte zu den Pleiten etlicher Verlage.

Selbst Lokalredaktionen waren vor Zeiten des Internets, eine wichtige Informationsquelle und ein Zeitungsabo war in vielen Familien selbstverständlich. Was übriggeblieben ist, ist eine handvoll Verlage, die von einander abschreiben
 (#)

Sowas ist geschenkt noch zu teuer
 :angel:

"guten Journalismus" findet man nur noch selten


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