Autor Thema: Schutz der Presse gefährdet - Zeitungsverleger wenden sich an MP Kretschmann  (Gelesen 2607 mal)

Offline René

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Badische Zeitung, 28.07.2017

Schutz der Presse gefährdet
Zeitungsverleger wenden sich an Ministerpräsident Kretschmann.

Zitat
Die Sorge der Zeitungsverleger ist groß: Zwar dürfen ARD und ZDF nach dem geltenden Rundfunkstaatsvertrag keine presseähnlichen Angebote im Internet verbreiten, die sich nicht auf einzelne ihrer Sendungen beziehen. Dennoch hat nach Ansicht des Verbands Südwestdeutscher Zeitungsverleger (VSZV) "die Textberichterstattung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks im Internet ein derartiges Ausmaß erreicht, dass der Schutze der Presse nicht mehr gewährleistet ist". Dabei seien "Grenzen beim Gebrauch von dem Kriterium des Sendungsbezugs nicht erkennbar". Die Verleger sehen die wirtschaftliche Existenzgrundlage der privaten Presse gefährdet, wenn Texte im Internet-Angebot von ARD und ZDF für sich selbst stehen und es keinen inhaltlichen oder zeitlichen Bezug zur TV-Sendung gibt – dieser vielmehr konstruiert wird. (...)

Weiterlesen:
http://www.badische-zeitung.de/ratgeber/computermedien/schutz-der-presse-gefaehrdet--139912607.html


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« Letzte Änderung: 29. Juli 2017, 01:32 von Bürger »

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  • So hatten sie es sich auch diesmal wieder gedacht.
Es ist eben nicht nur so...

Badische Zeitung, 28.07.2017
Schutz der Presse gefährdet
Zeitungsverleger wenden sich an Ministerpräsident Kretschmann.
Zitat
...Dabei seien "Grenzen beim Gebrauch von dem Kriterium des Sendungsbezugs nicht erkennbar". Die Verleger sehen die wirtschaftliche Existenzgrundlage der privaten Presse gefährdet, wenn Texte im Internet-Angebot von ARD und ZDF für sich selbst stehen und es keinen inhaltlichen oder zeitlichen Bezug zur TV-Sendung gibt – dieser vielmehr konstruiert wird. (...)

...dass »die Revolution ihre Kinder frisst«, sondern halt auch schon einmal die Reaktion ihre Eltern bzw. Grosseltern oder den einen oder anderen Patenonkel bzw. Patentante. Die Presse hatte es sich ohnehin auch die ganzen Jahre viel zu gemütlich gemacht im Nachkriegsdeutschland und dessen sozio-politischem setting.

Natürlich mag es eine besondere Überraschung sein, dass es ihr jetzt von Seiten ihrer ambitiös gewordenen »öffentlich-rechtlichen« "Geschwister" (also eher unvermuteter Seite) an die Wäsche geht - aber auch das kommt bekanntlich schon seit Ewigkeiten selbst in den besten Familien vor :->.

Der letzte Schachzug der etablierten Politik, sich - entgegen der offensichtlichen Trends - durch den Kauf des ÖRR mit dem Geld der Bürger und der Unternehmen die »Elite« der ö.r. Medien und deren 8 - 9 Mrd. p. a. schweren Apparat zum Bundesgenossen und zu ihrem Parteienfunk zu machen, hätte ihnen schon im Jahr 2011 und mit dem krebsartigen Wuchern auch des Bestandes an Anstalten, Programmen, Produktionsfirmen etc. pp. Warnung genug sein können und müssen.

Auch »öffentlich-rechtliches« big business auf Grundlage genannter Kapitalgrösse (sogar ohne jedes unternehmerische Risiko) ist big business, sogar ganz besonders. Und dieser staatlich mit vom Bürger abgepresstem Geld alimentierte Moloch langt jetzt eben zu. Er möchte halt noch fetter werden.

Und ob die Politik sich rührt, dürfte mehr als zweifelhaft sein. Die hat ja - abgesehen von der vermutlich kommenden »Entgegnung«, sie dürfe doch überhaupt gar keinen Einfluss auf bewusst staatsfern® eingerichtete Akteure wie den ÖRR nehmen - längst erkannt, dass eine der Macht gewogene Einheitsberichterstattung viel besser ist als Medienpluralismus - war ja nicht alles schlecht z. B. in der DDR :->.

OT: Und angesichts der (vorgeblichen) öffentlichen politischen Aufregung über das, was die PIS bis letzte Woche vorhatte, vergegenwärtige man sich doch nur, dass dem Vernehmen nach schon vor ungefähr 7 Jahren ein Friedrich als Innenminister ungestraft öffentlich ein Urteil des BVerfG (Abschuß von Zivilflugzeugen durch die BW?) als »Privatmeinung« abqualifizieren konnte. Und es ist auch noch nicht so lange her, dass ein Schäuble in einem Stoßseufzer etwas später auch schon einmal öffentlich gewünscht haben soll, das BVerfG an die Kette der etablierten Politik zu legen.


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« Letzte Änderung: 29. Juli 2017, 01:35 von Bürger »
Die "Karlsruher Festspiele" sind vorbei - aber sie können durchaus trotzdem noch in die Geschichte eingehen. Vielleicht hängen sie sogar Bayreuth noch ab. - Beide haben / hatten irgendwie "Götterdämmerung" zum Thema, künstlerisch & handwerklich liegt Bayreuth vorn, die Karlsruher Inszenierung ist aber moderner gestaltet.

"Es ist dem Untertanen untersagt, das Maß seiner beschränkten Einsicht an die Handlungen der Obrigkeit anzulegen."

Offline cook

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Die Naivität der deutschen Presselandschaft ist schon fast rührend. Da werden Bettelbriefe an diejenigen geschrieben, die die ganze Misere verursacht und im Grunde gar kein Interesse an unabhängigen Medien haben.

Dabei hätten es die Presselurche ja in der Hand, den Umsturz des deutschen Mediensystems in eine Parteienpropagandamaschine als Leitthema zu dokumentieren und zu kommentieren. Stattdessen werden diejenigen, die sich gegen die staatliche Bevormundung zur Wehr setzen, mit schöner Regelmäßigkeit als Schwarzseher und Reichsbürger verunglimpft, falls überhaupt über den Justizskandal berichtet wird.

Lieber Zeitungsverlegerverband, für die Veruntreuung von staatlichen Beihilfengeldern zum Schaden des Wettbewerbs sind EU-Kommission und Bundeskartellamt zuständig. Dort darf man sich beschweren. Auch kann man den ÖRR mit Unterlassungsklagen und einstweiligen Verfügungen überziehen, wenn man es ernst meint. Aber es ist natürlich viel bequemer, einen Brief an den Onkel Ministerpräsident zu schreiben und dann weiter in Selbstmitleid versinkend auf die Charts mit den stetig fallenden Umsatzzahlen zu blicken.


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« Letzte Änderung: 29. Juli 2017, 01:35 von Bürger »

Online Markus KA

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  • Das Ende des Rundfunkzwangsbeitrags naht!
Na eeeeeeeeeendlich sind die süddeutschen Zeitungsverleger aufgewacht.
Hab mich schon seit Monaten gefragt, wie lange sie noch schlafen werden.
Man braucht sich nur die Nachrichten-Internetseite des SWR anzuschauen.
Pressemitteilungen wie in einer Zeitung, finanziert mit RUNDFUNKbeiträgen und man fragt sich, wie lange sich das die süddeutschen Zeitungen noch gefallen lassen.
Man darf eben die Hoffnung nie aufgeben ;)

Zitat
Sie fordern "ein generelles Verbot pressemäßiger öffentlich-rechtlicher Berichterstattung" – zumindest sollte aber bei einer Novellierung des Telemedienauftrags das derzeit geltende Schutzniveau für die private Presse aufrecht erhalten bleiben.

Man sollte die Verleger darauf hinweisen, dass es mit einer lächerlichen Forderung nicht getan ist.
Die Erfahrung hat gezeigt, dass Briefe an Herrn Kretschmann keine oder nur belanglose Anworten bringen.
Hier müssen Klagen die Entscheidung bringen.

Es ist anGerichtet!!! 8)

Hierzu auch:
Verleger gegen Radio Bremen: Nach der Abmahnung folgt die Klage
http://gez-boykott.de/Forum/index.php/topic,22664.msg144970.html#msg144970


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« Letzte Änderung: 28. Juli 2017, 17:01 von Markus KA »
KEIN ZWANGSBEITRAG - 20 MIO. MAHNMASSNAHMEN, 3 MIO. MAHNUNGEN, 1.3 MIO. VOLLSTRECKUNGSERSUCHEN - KEINE ZAHLUNG - ICH MACH MIT! - MIT 18 HAT MAN NOCH TRÄUME, MIT 18 BIST DU JETZT SCHULDNER BEIM BELANGLOSEN RADIOSENDER UND DAS LEBENSLÄNGLICH! 

Offline Zeitungsbezahler

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Verstehe ich auch nicht, warum man nur ein nettes Briefchen schreibt.
Statt einfach fundiert über das Übel des Systems zu berichten!
Das würde nicht mal zusätzliches Geld kosten wie vor Gerichten Klagen...


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  • So hatten sie es sich auch diesmal wieder gedacht.
Das ist doch nicht so schwer zu verstehen...

Verstehe ich auch nicht, warum man nur ein nettes Briefchen schreibt.
Statt einfach fundiert über das Übel des Systems zu berichten!
Das würde nicht mal zusätzliches Geld kosten wie vor Gerichten Klagen...

Die Loyalität zum Staat und dessen Machtzirkeln ist eben immer noch stärker, und die Selbstwahrnehmung als unantastbare IV. Gewalt der Presse eben auch. Das wäre ein denkbarer erklärender Aspekt.

Ferner weiss man ja nicht (Stichwort: Machtstrukturen wie auch der alte Grundsatz »Teile & Herrsche«), was hinter den Kulissen so alles passiert. Ist da alles filzfrei? Ist sichergestellt, dass es keine personellen Verflechtungen zwischen Politik und den Presseblättern bzw. Verbänden gibt? So kleine denkbare Hinweise wie der Art, bei unbotmässigem Verhalten ggü. der Politik (und mittelbar wäre es das, wenn die Presse der Parteienoligarchie i. S. »Rundfunkbeitrag« bzw. ÖRR allgemein in beschriebener Form öffentlich in die Parade fahren würde oder ÖRR-Anstalten gerichtlich angriffe.), etwa, künftig werde es schwierig, zeitnahe Termine für Interviews mit wichtigen Persönlichkeiten zu wichtigen Themen zu bekommen, oder die »Überarbeitung« der Liste der bevorzugt zu informierenden Medien stehe in Kürze an, werden bei manchem Blatt bestimmt auch Wunder wirken, nicht zu sehr in die Tasten zu hauen. Auch mit der etablierten Politik in Verbindung stehende grosse Anzeigenkunden liessen sich ggf. garantiert gegen das eine oder andere Blatt in Stellung bringen, bzw. der eine oder andere entsprechende Hinweis lancieren.

Auf dem Hintergrund des Grades, in dem praktisch alle Institutionen in diesem Land kreuz & quer vermachtet sind (Wo der Bock also auch ohne jedes Problem Ehrenvorsitzender der Gärtner-Gewerkschaft bzw. Chef der Berufsgenossenschaft werden darf) - kann da eine gewisse »Alternativlosigkeit« des Vorgehens mit Sicherheit ausgeschlossen werden?


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« Letzte Änderung: 29. Juli 2017, 12:51 von Besucher »
Die "Karlsruher Festspiele" sind vorbei - aber sie können durchaus trotzdem noch in die Geschichte eingehen. Vielleicht hängen sie sogar Bayreuth noch ab. - Beide haben / hatten irgendwie "Götterdämmerung" zum Thema, künstlerisch & handwerklich liegt Bayreuth vorn, die Karlsruher Inszenierung ist aber moderner gestaltet.

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