Autor Thema: Internes Handbuch: Wie die ARD kommunizieren soll  (Gelesen 21765 mal)

Offline Nichtgucker

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 745
Re: Internes Handbuch: Wie die ARD kommunizieren soll
« Antwort #135 am: 18. Februar 2019, 16:22 »
Nicht alles muss explizit als "Anweisung" gekennzeichnet sein, damit es als solche verstanden und befolgt wird. Wenn der Chef seine Mitarbeiter bittet, freundlich zu den Kunden am Telefon zu sein, ist das auch eine Anweisung und nicht nur ein Verhaltensvorschlag, den man befolgen kann oder auch nicht.


Unterschriftenaktion: https://online-boykott.de/unterschriftenaktion
Rechtlicher Hinweis: Beiträge stellen keine Rechtsberatung in irgendeiner Form dar. Sie spiegeln ausschließlich die persönliche Meinung des Verfassers wider. Weitere Infos: Regeln


Offline drboe

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 1.877
  • Ersatzmaßstab Wohnung: das BVerfG erklärt die Welt
Re: Internes Handbuch: Wie die ARD kommunizieren soll
« Antwort #136 am: 18. Februar 2019, 17:31 »
Über das "Framing Manual" der ARD berichten u. a.

- Cicero
- FAZ
- Spiegel Online
- T-Online
- Der Tagesspiegel
- Die Welt
- Die Zeit
- Focus
- Nordwest Zeitung
- N24
- meedia.de
- DWDL.de

- VAUNET

Wenn ich Markus Beckedahl und Leonhard Dobusch richtig verstehe, dann handelt es sich bei den obigen Namen nicht um seriöse Verbände und gute bis erste Adressen deutscher Journaille, sondern um "rechte Gegner öffentlich-rechtlicher Medien". Bislang hatte ich ja relativ viel Sympathie für Netzpolitik.org. Nachdem sich die beiden Genannten aber als ziemliche Dummbatzen erweisen, muss ich meine Position womöglich überdenken, bzw. den Frame wechseln.  8)

M. Boettcher


Unterschriftenaktion: https://online-boykott.de/unterschriftenaktion
Rechtlicher Hinweis: Beiträge stellen keine Rechtsberatung in irgendeiner Form dar. Sie spiegeln ausschließlich die persönliche Meinung des Verfassers wider. Weitere Infos: Regeln

Während unseres endlosen Krieges gegen Syrien habe ich keinen einzigen glaubwürdigen Beweis dafür gesehen, dass die "Gasangriffe" von der syrischen Armee ausgingen. Und ich habe es satt, dass wir Syrien jedes Mal bombardieren, wenn Al-Qaidas "Weisshelme" ein weiteres Ereignis unter falscher Flagge veranstalten. Ein mutiger Journalist sollte sich fragen, warum alle Gasopfer Zivilisten sind und niemals die Terroristen selbst. (Richard H. Black, US-Senator, Republikaner, auf Facebook)

Offline seppl

  • Moderator
  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 2.543
Re: Internes Handbuch: Wie die ARD kommunizieren soll
« Antwort #137 am: 18. Februar 2019, 18:03 »
Elisabet Wehling hat eine Klarstellung zur Debatte über ihr "Manual" veröffentlicht:

IN EIGENER SACHE: KLARSTELLUNG ZUR AKTUELLEN DEBATTE
Erläuterung zur Tätigkeit für die öffentlich-rechtliche ARD


Zitat
[...] Das Dokument wurde als interne Arbeits- und Diskussionsunterlage verfasst, um damit eine breite Grundlage an Optionen zu haben, was davon für eine etwaig daraus abzuleitende Kommunikationsmaßnahmen genutzt werden soll, und was jedenfalls nicht. [...]

weiterlesen unter
http://www.elisabethwehling.com/klarstellungzuraktuellendebatte
Sicherungsabbild:
https://web.archive.org/web/20190218164343/http://www.elisabethwehling.com/klarstellungzuraktuellendebatte


Unterschriftenaktion: https://online-boykott.de/unterschriftenaktion
Rechtlicher Hinweis: Beiträge stellen keine Rechtsberatung in irgendeiner Form dar. Sie spiegeln ausschließlich die persönliche Meinung des Verfassers wider. Weitere Infos: Regeln

« Letzte Änderung: 18. Februar 2019, 22:55 von Bürger »
„Eine ewige Erfahrung lehrt jedoch, daß jeder Mensch, der Macht hat, dazu getrieben wird, sie zu mißbrauchen. Er geht immer weiter, bis er an Grenzen stößt.
Wer hätte das gedacht: Sogar die Tugend hat Grenzen nötig. Damit die Macht nicht mißbraucht werden kann, ist es nötig, durch die Anordnung der Dinge zu bewirken, daß die Macht die Macht bremse.“ (Montesquieu)

Offline ope23

  • Sr. Member
  • ****
  • Beiträge: 459
Re: Internes Handbuch: Wie die ARD kommunizieren soll
« Antwort #138 am: 18. Februar 2019, 18:25 »
Damit hat sich Frau E.W. schon mal aus der Affäre wegframet. Gut, das würde ich ihr sogar zugestehen. Sie sollte m.E. nicht wirklich Zielscheibe irgendwelcher persönlicher oder unpersönlicher Angriffe sein.

Ihre Schrift hat allerdings die Infamie aufgezeigt, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk, der doch nur ein Nachrichtenmedium sein soll und (nach Ansicht des Bundesverfassungsgerichts den Schutz nach Art. 5 GG genießt), sich ja wirklich in moralischen Kategorien einordnet und sich überhöht - und das schon seit einigen Jahren.

Das ist "selbst" mir noch gar nicht so deutlich aufgefalllen, da geht mir jetzt auch ein Licht auf.

Oh ja, diese Selbstvergottung wird böse enden.

Vor ein paar Monaten mutmaßte ich, dass der entscheidende Schritt zur Erlösung vom örR von unerwarteter dritter Seiten kommen würde, also nicht von diesem Forum und auch nicht von Europa, eher noch von den Millennials. Aber dass es der örR sein könnte, der sich selbst abschießen wird, hätte ich nun echt nicht gedacht.



Unterschriftenaktion: https://online-boykott.de/unterschriftenaktion
Rechtlicher Hinweis: Beiträge stellen keine Rechtsberatung in irgendeiner Form dar. Sie spiegeln ausschließlich die persönliche Meinung des Verfassers wider. Weitere Infos: Regeln

« Letzte Änderung: 18. Februar 2019, 22:55 von Bürger »

Offline MichaelEngel

  • Sr. Member
  • ****
  • Beiträge: 276
    • Sancte Michael Archangele, defende nos in proelio
Re: Internes Handbuch: Wie die ARD kommunizieren soll
« Antwort #139 am: 18. Februar 2019, 18:44 »
Sie hat sich weggeframet, in dem sie in einen sprachlichen Frame flieht, der den Eindruck erweckt, hier geht es, trotz verschiedener Interpretation, um wissenschaftliche Objektivitat, obwohl es bei ihrem Gutachten um Propaganda für den Rundfunk ging, was sie auch nicht mal in der vernebelnden Klarstellung leugnet:

Zitat
Und zwar, um der Institution ARD darin eine gedankliche Grundlage zu schaffen für eine Kommunikation, die auf Basis der unbestrittenen Fakten den tatsächlichen Wert des öffentlich-rechtlichen Rundfunks für die Demokratie schon auf den ersten Blick besser erkennbar macht.
Quelle: http://www.elisabethwehling.com/klarstellungzuraktuellendebatte

Die angeblichen unbestrittenen Fakten und der angebliche tatsächliche Wert werden dabei in einen für den Propagandazweck geschaffenen Frame gestellt.

Zitat
Denn: Sprache schafft Bewusstsein.
Quelle: http://www.elisabethwehling.com/klarstellungzuraktuellendebatte

Nein. Reflexion, nicht Sprache, schafft Bewusstsein. Mit Sprache wird aber manipuliert.

Tiere fliehen in Löcher unter der Erde, unter Steine im Meer, in Höhlen, klettern auf Bäume.
Menschen schaffen sich einen sprachlichen Frame und fliehen dahin.


Unterschriftenaktion: https://online-boykott.de/unterschriftenaktion
Rechtlicher Hinweis: Beiträge stellen keine Rechtsberatung in irgendeiner Form dar. Sie spiegeln ausschließlich die persönliche Meinung des Verfassers wider. Weitere Infos: Regeln

« Letzte Änderung: 18. Februar 2019, 22:58 von Bürger »

Offline cook

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 828
Re: Internes Handbuch: Wie die ARD kommunizieren soll
« Antwort #140 am: 18. Februar 2019, 19:22 »
Was muss man denn machen, um das zu werden nach den Regeln der verleihenden Institution?
Wer klärt das mal näher?

Ich hoffe es sprengt nicht die Thementreue (sonst bitte in gesonderten Thread verschieben).
M.E. hängt das Thema Professur sehr stark mit Framing zusammen:

1) Wie kam sie an den Professorentitel

Sie hat eine Honorarprofessur der Uni Leipzig. Die Voraussetzungen stehen in
§ 65 Abs. 2 Sächs. HochschulfreiheitsG
https://www.revosax.sachsen.de/vorschrift/10562-Saechsisches-Hochschulfreiheitsgesetz#p65
Zitat
(2) Wer an der Hochschule Lehraufgaben wahrnimmt oder mit der Hochschule in einer engen wissenschaftlichen oder künstlerischen Arbeitsbeziehung steht, kann vom Rektor auf Vorschlag des Fakultätsrates zum Honorarprofessor bestellt werden. Für die Bestellung gelten die Voraussetzungen nach § 58 Abs. 1 Nr. 1 bis 3 entsprechend.

Sie muss also einen Uni-Abschluss einen Doktor und pädagogische Eignung (also Lehrerfahrung) haben. Uni-Intern werden in der Regel 2 Gutachten von Professoren erstellt, die die Vergabe der Professorenwürde befürworten.

Als Honorarprofessor soll man, muss aber keine Lehrverpflichtungen von 2 SWS übernehmen. Nach 5 Jahren kann man das dauerhafte Titelführungsrecht beantragen.

KW hat die Honorarprofessur als Justiziarin des MDR von der Uni Leipzig in 2002 erhalten. Damals noch unterm Radar hat sie sich über Ihre guten Beziehungen den Professorentitel abgegriffen. Warum die Uni Leipzig dies gemacht hat, ist unklar, zumal der Doktortitel ein DDR-Titel ist und bei Juristen von damals nichts gutes zu vermuten ist.

2) Warum legt sie soviel Wert auf den Titel?

Das hat mit Framing zu tun. Er gibt ihr die Legitimation und die Bestätigung qua Amtssiegel, dass mit ihrer Vergangenheit alles koscher sei (was zwar nicht geprüft wurde, aber: Framing reicht).

Wenn jemand Professorin hört, dann ist emotional schon die bedingungslose Akzeptanz des Gegenübers gegeben. Genauso wie Leute alle Ärzte als Doktor bezeichnen und bei weißen Kitteln keine Fragen mehr stellen.

Am Ende hat es funktioniert: Sie bekommt 2011 die Intendanz und damit den Schalthebel, um ihre sozialistische, antikapitalistische Agenda durchzuziehen.

3) Warum war es nötig?

Im März 2001 wurden plötzlich, über 10 Jahre nach der Wiedervereinigung, wiederholte Stasi-Vorwürfe gegen den MDR laut:

Spiegel Online, 03/2001
Gespannte Stimmung: Der MDR als Stasi-Stadl
Der Mitteldeutsche Rundfunk gerät immer tiefer in die Krise:
Ein Moderator nach dem anderen verschwindet wegen Stasi-Verdachts vom Bildschirm.

http://www.spiegel.de/panorama/gespannte-stimmung-der-mdr-als-stasi-stadl-a-121135.html

Welt, 03/2001
Erneut Stasi-Vorwürfe gegen MDR-Journalisten
Unterlagen aus Gauck-Behörde ? Intendant Reiter schlägt wissenschaftliche Aufbereitung vor
https://www.welt.de/print-welt/article437046/Erneut-Stasi-Vorwuerfe-gegen-MDR-Journalisten.html

Es war also schon eine ganze Weile Dampf auf dem Kessel. Der MDR versprach rückhaltlose Aufklärung und eine Untersuchung aller Mitarbeiter auf Stasi-Vergangenheit.

Was kam dabei raus? Nichts. Zuvor waren mehrere Personen zufällig hochgepoppt. Und das sollen dann alle gewesen sein? Ziemlich starker Zufall.

Wer hat die Untersuchungen durchgeführt? Eine externe Detektei? Eine unabhängige Kontroll-Kommission? Vera Lengsfeld? Weit gefehlt. Man hat es selbst gemacht!

Da stellt sich natürlich die große Frage: Hat man den Bock zum Gärtner gemacht? Wenn man intern alle Personen durch-checken lässt, wer steht da ganz oben über der Prüfung? Die Chefjustiziarin etwa??

Wenn sie über jeden Verdacht erhaben ist, kann das sein. Jemand der einen Professorentitel ehrenhalber einer renommierten Universität erhalten hat, wird doch nicht... kann doch nicht....

4) Gibt es Zweifel an KW?

FAZ, 10/2011
MDR Intendanz - Frau aus dem Osten mit Vergangenheit
Karola Wille soll zur Intendantin des MDR gewählt werden. Zu DDR-Zeiten verfasste sie juristische Aufsätze zum Klassenkampf. Darüber reden will sie im Augenblick nicht.
https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/mdr-intendanz-frau-aus-dem-osten-mit-vergangenheit-11499624.html

Die Vergangenheit ganz knapp:
- feuriges SED-Mitglied
- Jurastudium (wer im Osten studieren durfte, war linientreu, wer Jura studieren durfte dreimal linientreu)
- Doktor der Rechte (10x durchgecheckt, dass wirklich vollste sozialistische Überzeugung da ist)
- Heirat eines Militärstaatsanwalts (spätestens jetzt hat die Stasi-Akte 200 Seiten, außer sie ist selbst IM!)
- Assistenz an einem Institut unter der Leitung eines Stasi-Offiziers (an dieser Stelle fehlt mir die Fantasie, wie sie nicht wenigstens "eingeladen" wurde, IM zu sein)

Siehe dazu auf Vera Lengsfeld, 09/2017
Das Gegenteil von Staatsnähe
von Gastautor Dr. Wolfgang Hintze
Zitat
[...] Aber wer ist eigentlich Karola Wille? Wir lesen mit zunehmender Verblüffung in Wikipedia: im sächsischen Karl-Marx-Stadt geboren, trat sie mit 18 in die SED ein, studierte im “Rechtsstaat” DDR Jura, arbeitete am Leipziger Institut für Internationale Studien, welches den „Klassenfeind“ – die Bundesrepublik – fest im Blick hatte, mit einem Geheimdienstoffizier im besonderen Dienst zusammen, und war schließlich einige Jahre mit einem Militärstaatsanwalt der DDR verheiratet. [...]
https://vera-lengsfeld.de/2017/09/21/das-gegenteil-von-staatsnaehe/

Mir persönlich reichen diese Indizien. Die Beweislast liegt bei KW. Was kam da? Offenlegung der Akten? Mehr als "ich war jung und dachte die SED sei gut" kam da nicht. Zur Stasi-Vergangenheit ist mir keine klare, öffentliche Aussage von KW bekannt.

Blogger Danisch fasst die Gemengenlage zusammen:
Danisch: Die Zensorenkarrieren der DDR-Frauen
http://www.danisch.de/blog/2017/02/19/die-zensorenkarrieren-der-ddr-frauen/

Die Reaktion von KW:
Das Männermagazin: Aus der Reihe „Ich bin schlau, aber blöd“
https://das-maennermagazin.com/blog/karola-wille-gegen-hadmut-danisch-

Das spricht doch Bände. KW ist besonders bemüht, den Schein zu wahren und Kritik im Keime zu ersticken. Sie war es auch, die das "Gutachten" des fiktiven Berkeley Instituts in Auftrag gab. Passt schon.


Unterschriftenaktion: https://online-boykott.de/unterschriftenaktion
Rechtlicher Hinweis: Beiträge stellen keine Rechtsberatung in irgendeiner Form dar. Sie spiegeln ausschließlich die persönliche Meinung des Verfassers wider. Weitere Infos: Regeln

« Letzte Änderung: 18. Februar 2019, 23:10 von Bürger »

Offline pjotre

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 753
  • Sparquote 2013...2018: 6x(~210)=~1260€
Re: Internes Handbuch: Wie die ARD kommunizieren soll
« Antwort #141 am: 18. Februar 2019, 19:39 »
Welche Aktionen ermöglicht dieser MANUAL-Skandal?
Darüber reden ist gut, daraus Waffen schmieden ist besser.
Hier Übersicht der "Antworten" in diesem Thread für eine kohärente Strategie "pro Rechtsstaat", nachdem die 9 ARD-Anstalten sich hier ja als "Wahrheitsministerium" geoutet haben auch für solche, die das bisher nicht wussten.
(Wir hier im Forum wussten es immer - sonst wären wir ja nicht hier vereint.)

Antwort 40: Abruf von Informationen bei ARD, München:
Das kann jeder ebenfalls per E-Mail machen. Machen ist macht, macht euch Macht!
- Postadresse usw. "Berkeley Institute"?
- Wie viel mussten wir "Eigentümer des Rundfunk-Kapitals" aus unserem Kapital für die Top Wissenschaftlerin zwangs-abzweigen?  (MANUAL: "Kapital"! Ein wenig Wirtschafts-Fachkenntnis sollte Linguisten eigentlich nicht besonders schaden...) 
- und andere Fragen.
- Bei dieser Gelegenheit, wie viel hat das Gutachten von Prof. Dr. Paul Kirchhof 2010 aus unserem "Kapital" abfließen lassen?

Die Frage nach dem Gesamttext ist gegenstandslos. Wir haben ihn und da der SPIEGEL den Link veröffentliche, kann dieser nicht mehr als Geheimnis bezeichnet werden:
https://cdn.netzpolitik.org/wp-upload/2019/02/framing_gutachten_ard.pdf
--- vermerkt im SPIEGEL  18.02.2019   16:55 Uh
http://www.spiegel.de/kultur/tv/ard-debatte-um-das-framing-manual-von-elisabeth-wehling-a-1253756.html

Erstaunlich ist übrigens, dass der SPIEGEL dies MANUAL von 2017 auf Februar 2019 datiert. Es erweist sich wieder: Wer hier im Forum liest, ist klar im Vorteil.

Dass der Text insgesamt verfügbar werden würde, war von vornherein voraussehbar nach der ersten Publizierung in WELT und TAGESSPIEGEL. Da muss der darüber schreibende Journalist das Dokument ja den prüfungspflichtigen Gegenlesern ins Redaktionsarchiv einstellen. Darauf haben dann 100++ Personen Zugriff gehabt, darf vermutet werden. Wer der Sünder für Weitergeben ist, weiß dann niemand, weil mehrere Zugreifer im Log-Protokoll sind. Warum lässt man Erschießungen durch 10 gleichartig bewaffnete Leute durchführen - damit niemand ermitteln kann, wer der strafrechtlich verantwortliche "Täter" war. 

Darf das Geheimhalte-Gezeter des ARD-Sekretariats als Dramaturgie des Spannendmachens interpretiert werden?

Antwort 108 (und 81): Süßholz-Raspel-Raspel- Zitate zu virtuellen Intendanten-Reden in Zufallsmethode kombinieren:
Wer wirkt mit bei diesem Job?

Antwort 126 - oberer Teil: Neue Verfassungsbeschwerde nun erst recht möglich für Nichtzuschauer.
Da ist übrigens schon etwas in Arbeit. Mal sehen, ob die Moderatoren das dann bald auf die fernseh-nichtnutzenden  "nichtsnutzigen" Forums-Nutzer loslassen lassen. Fertigstellung aber noch nicht gewährleistet.

Antwort 126 - unterer Teil: Handelt es sich um eine "lancierte Indiskretion" beim Publikwerden des MANUAL? .
Ist der riesige Wählerstimmen-Verfall CDU und insbesondere katastrophal bei der SPD im MDR-Gebiet, ist das nun Anlass, dass Intendantin Wille über den Umweg des MANUAL-Skandals entthront werden soll? (Milieu-Slang: "demiontiert werden soll".)
Denn sie war es ja wohl in ihrer "ARD Regentschaft" 2015...2017, die die Proliferaten von solidarisch etc. etc. startete und unter der das MANUAL in Auftrag gegeben wurde? DDR-Sprech? DDR2?
Und dass der MDR von der DDR vielleicht mehr als noch demokratie-koscher geerbt hat, stellt sich ja als Frage nach Lesen der hier vorhergehenden Antwort 142 von @cook .

Quer-Info: Intendant Dr. jur. Boudgoust, SWR, hat (etwa) 10. Dezember 2018 sein Amt zur Verfügung gestellt - übrigdns rund 6 Tage vor Fristablauf der von hier koordinierten Erörterung "Politik-Justizskandal teilweises Falschinkasso Rundfunkabgabe") ,
Journalistin Patirica Schlesingen, RBB, wurde von Dritten schon einmal als geeignete Anwärterin für das Schwergewicht SWR genannt. Die Ausschreibung des Postens - hier im Forum einsehbar gemacht - ist allerdings wohl auf nur 1 einzige Person gut passend, Dr. B., bereits SWR.
Nun ist der MDR ein anderes Schwergwicht und vom Büro Patricia Schlesingen bis zum Sekretariat ARD ist der Fußweg relativ kurz - beide im gleichen Haus. Und der Anstalten-Verschmelzungs-Experte Dr. jur. Binder, RBB, ist dort ja ebenfalls physisch mit seinem Büro vertreten - und ist ARD-zuständig für "ARD-Rerformprozess". Und Patricia Schlesinger - unter Berliner Widerständlern mit Kosenamen Patty tituliert - wird da schon mal gelegentlich als "leicht links" bezeichnet, was auch immer das sein mag, jedenfalls noch im konfrontationsfrei verdaubaren Spektrum der MDR-Journalisten-Teams?
Irgendwie passt das alles zusammen - oder nicht?

Antwort 131: Keine Sprachregelungs-Anleitung, sondern nur irgendwas Nebulöses? Hier der Beweis von "Sprachregelung".
http://www.ard.de/download/4898208/ARD_Gemeinwohlbroschuere.pdf
Das ist also schon einmal etwas für den Antrag auf Härtefallprüfung für Befreiung auch aus "Gewissensgründen" und später als Beweisantrag im Klageverfahren.

Antwort 131 / untere Hälfte: Merkwürdige Professor-Titel-Doppelung bei den Obersten des MDR?
- Mein Editieren überschnitt sich zeitlich mit der hier vorhergeehenden Antwort von @cook , der sämtlich Unklarheit restlos viel besser beseitigt - und manche werden überhaupt nicht besonders appreciieren, was da alles zu Tage kam, oder? -

Hier also mein unmittelbar zuvor eingetipper Text, der nun nur noch kleine Zusatzinfo darstellt:
Gebrauchsanweisung gesucht, wie kommen wir alle an einen lebenslangen Titel als "Honorar-Professor"? Nicht von einer kalifornischen "Universal Spirit University", nicht aus Südosteuropa oder aus asiatischem Steppenstaat, sondern so seriös wie hier hätten wir es alle gern, automatisch anerkannt und führbar nach deutschem Recht.
@pinguin Antwort 138: Professor kann man in der Tat ganz normal auch ohne vorherige Promotion ("Dr.") werden: so wohl insbesondere an Fachhochschulen? Aber da ist ein Usus, dass es allgemein und insbesondere mit dem "Honorar..." etwas leichter geht, wenn immerhin Dr..
Und im Zweifel lässt man sich an einem französischen Gymnasium zum "Prof" = Lehrer ernennen, beispielsweise für Deutschkurse, und schon ist man "Professeur". Übrigens, nichts da mit Professeuse, man sagt "la professeur". Schließlich ist auch eine Anwältin immer "Maître" und nicht "Maîtresse". :-)

Antwort 132: Süddeutsche Zeitung: Wir alle hier sind "rechts"?
SZ / ZEIT: "...vor allem von Rechtspopulisten kam und mit entsprechender Wut auf den "Staatsfunk" gefärbt war. Auf rechten Internetseiten zitieren Autoren einseitig Passagen aus dem internen Papier und werfen der ARD vor, die öffentliche Meinung manipulieren zu wollen."
https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2019-02/ard-framing-gutachten-oeffentlich-rechtlicher-rundfunk-glaubwuerdigkeit-faq

Wer sich hierdurch beleidigt fühlt, fordere dort doch mal rasch eine gedruckte Richtigstellung bei der Zeitung, wo es stand. (Aus Antwort 132 nicht klar ersichtlich.) Also, der Manipulationsvorwurf ist in diesem Thread ja allgegenwärtig. Aber von "rechts"' habe ich hier im Forum noch nicht viel gemerkt. Richtigstellung einfordern? Journalistische Freiheit überschritten?
Und überhaupt, "Rechtspopulisten", seit wann ist es in einer guten Demokratie ein Fehler, dass politische Parteien das tun wollen, was wesentliche Wählerschichten wollen? Wenn man Demokratie der Wählermehrheit als "Populismus" und zwar im Sinn von "böse, gefährlich, halb-kriminell" degradiert, was unterscheidet unsere Staatsbesitzenden noch von China und Russland? Wir sind das Volk, uns gehört die Regierung und nicht umgekehrt.


Unterschriftenaktion: https://online-boykott.de/unterschriftenaktion
Rechtlicher Hinweis: Beiträge stellen keine Rechtsberatung in irgendeiner Form dar. Sie spiegeln ausschließlich die persönliche Meinung des Verfassers wider. Weitere Infos: Regeln

« Letzte Änderung: 18. Februar 2019, 20:35 von pjotre »
"Glücklich das Land, das Rechtsstaatsverteidiger hat. Traurig das Land, das sie nötig hat."   (Pedro Rosso)
Deine Worte weht der Wind ins Nirvana des ewigen Vergessens. Willst du die Welt wandeln, so musst du handeln. Um Böses abzuschaffen, Paragrafen sind deine Waffen.

Offline sonne2016

  • Jr. Member
  • **
  • Beiträge: 63
Re: Internes Handbuch: Wie die ARD kommunizieren soll
« Antwort #142 am: 18. Februar 2019, 20:27 »
Wer mehr zu den wissenschaftlichen Leistungen von Frau Wehling erfahren möchte, bitte schön:

maninthmiddle.blogspot.com, 13.02.2019
Elisabeth Wehling - ein Scheinriese?
http://maninthmiddle.blogspot.com/2019/02/scheinriese-elisabeth-wehling.html

Anfügung Mod. seppl:
Archiv
https://web.archive.org/web/20190218193440/http://maninthmiddle.blogspot.com/2019/02/scheinriese-elisabeth-wehling.html


Unterschriftenaktion: https://online-boykott.de/unterschriftenaktion
Rechtlicher Hinweis: Beiträge stellen keine Rechtsberatung in irgendeiner Form dar. Sie spiegeln ausschließlich die persönliche Meinung des Verfassers wider. Weitere Infos: Regeln

« Letzte Änderung: 18. Februar 2019, 23:18 von Bürger »

Offline Uwe

  • Moderator
  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 6.054
  • Angst und Geld habe ich nie gekannt :-)
    • gez-boykott.de
Re: Internes Handbuch: Wie die ARD kommunizieren soll
« Antwort #143 am: 18. Februar 2019, 20:41 »

Bildquelle: https://www.hfph.de/forschung/institute/leadership/pressespiegel/logo_welt.jpg

AfD oder ARD? Hier jedenfalls fällt die Unterscheidung schwer

Quelle: WELT 18.02.2019


Zitat
„Exzellenz statt Umsatz”, „Fernsehen ohne Profitzensur”: Im Framing-Papier für die ARD wird jede alternative Organisationsform des Fernsehmarktes verleumdet. Von da aus ist es nur noch ein Schritt zum offenen Antikapitalismus.

[…] Die Framing-Vorschläge Elisabeth Wehlings scheren sich jedoch nicht um empirisches Wissen. Sie wollen unabhängig von dem, was ist, eine Reihe von Vorstellungen und Werturteilen manipulativ durchsetzen. Läge das Wehling-Gutachten richtig, dann wäre die Zustimmung der Bürger zur ARD nur zu sichern, indem eine antiliberale, volksgemeinschaftliche, antimarktwirtschaftliche öffentliche Meinung hergestellt wird. Ein noch schlimmeres Zeugnis hätte die Autorin dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk kaum ausstellen können.

weiterlesen auf:
https://www.welt.de/wirtschaft/article188971321/ARD-Framing-Papier-Ein-Versuch-den-freien-Markt-zu-verleumden.html


Unterschriftenaktion: https://online-boykott.de/unterschriftenaktion
Rechtlicher Hinweis: Beiträge stellen keine Rechtsberatung in irgendeiner Form dar. Sie spiegeln ausschließlich die persönliche Meinung des Verfassers wider. Weitere Infos: Regeln

« Letzte Änderung: 18. Februar 2019, 21:29 von Bürger »

Offline faust

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 845
  • aktueller score: 1200 euro
Re: Internes Handbuch: Wie die ARD kommunizieren soll
« Antwort #144 am: 18. Februar 2019, 21:26 »
... es heisst ja, die Verfasserin des Manuals habe sich intensiv mit dem Werk eines Herrn Goebbels befasst.

Vielleicht wäre es ganz hilfreich gewesen wenn ihr dabei auch jemand erklärt hätte, WAS dieser Goebbels beruflich so gemacht hat ?!


Unterschriftenaktion: https://online-boykott.de/unterschriftenaktion
Rechtlicher Hinweis: Beiträge stellen keine Rechtsberatung in irgendeiner Form dar. Sie spiegeln ausschließlich die persönliche Meinung des Verfassers wider. Weitere Infos: Regeln


Offline azdb-opfer

  • Full Member
  • ***
  • Beiträge: 176
Re: Internes Handbuch: Wie die ARD kommunizieren soll
« Antwort #145 am: 18. Februar 2019, 21:34 »

Bildquelle: https://gez-boykott.de/ablage/presselogo/faz.png

FAZ (FAZ+ Abo), 18.02.2019

Framing-Manual der ARD
Es ist Irrsinn, aber es hat System

Wer keinen Rundfunkbeitrag zahlt, ist „demokratiefern“, „wortbrüchig oder auch illoyal“ und missachtet den „allgemeinen Willen des Volkes“:
Warum die ARD jetzt semantische Gehirnwäsche übt.


Von Michael Hanfeld

Zitat
Wir fassen uns jetzt alle an den Händen und sagen: „Unser gemeinsamer, freier Rundfunk ARD“. Nochmal, bitte mit etwas mehr Emphase: „Unser gemeinsamer, freier Rundfunk ARD“. Schon besser. Geht doch! Aber aller guten Dinge sind drei, und wir sind die Guten, also alle im Chor: „Unser gemeinsamer, freier Rundfunk ARD“. Klingt das nicht gut, fühlen wir uns jetzt nicht besser? Tief durchatmen, das Mantra murmeln und los gehts in die Diskussion mit bösen Rundfunkkritikern, die die Welt ins Unheil stürzen und uns „unseren gemeinsamen, freien Rundfunk ARD“ nehmen wollen. Wir wissen es nicht nur besser als die, wir sind besser. Deshalb informieren wir jetzt auch nicht mehr, wir setzen nicht auf Argumente, denn „objektives, faktenbegründetes und rationales Denken gibt es nicht, zumindest nicht in der Form, in der es der Aufklärungsgedanke suggeriert“. Wir reden nur noch moralisch. Wir sind die Moral.

So vorzugehen empfiehlt ein „Framing Manual“ der Linguistin Elisabeth Wehling, das schon 2017 entstand, aber erst jetzt publik wurde (nachzulesen bei netzpolitik.org), den „Mitarbeitenden“ der ARD. Es hämmert ihnen auf 89 Seiten ein, was sie tun sollen, um „Ihre Mitbürger“ dazu zu bringen „den Mehrwert der ARD zu begreifen und sich hinter die Idee eines gemeinsamen, freien Rundfunks ARD zu stellen“. […]

Weiterlesen auf (FAZ+ Abo):
https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/was-das-framing-manual-der-ard-von-elisabeth-wehling-soll-16047741.html


Unterschriftenaktion: https://online-boykott.de/unterschriftenaktion
Rechtlicher Hinweis: Beiträge stellen keine Rechtsberatung in irgendeiner Form dar. Sie spiegeln ausschließlich die persönliche Meinung des Verfassers wider. Weitere Infos: Regeln


Offline seppl

  • Moderator
  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 2.543
Re: Internes Handbuch: Wie die ARD kommunizieren soll
« Antwort #146 am: 18. Februar 2019, 21:41 »
Die Goldene Hoftrompete für den Monat Februar geht an: Elisabeth Wehling – die Hoftrompete der Hoftrompeter
Quelle: Deutschland-Kurier  15. Februar 2019


https://www.deutschland-kurier.org/die-goldene-hoftrompete-fuer-den-monat-februar-geht-an-elisabeth-wehling-die-hoftrompete-der-hoftrompeter/

Zitat
Kostprobe gefällig? Die jetzt schon beschönigend als »Rundfunkbeitrag« bezahlte Zwangsgebühr wird noch dreister schöngefärbt: als »proaktive, selbstbestimmte (da demokratisch entschiedene) Beteiligung der Bürger am gemeinsamen Rundfunk ARD«. Zwar wird an der Rundfunkgebühr gar nichts »demokratisch« entschieden, sie wird von einer Kommission mit der Länderregierung ausgekungelt. Den Bürgern hämmert man trotzdem ein, dass der Rundfunk »allen« gehört.


Unterschriftenaktion: https://online-boykott.de/unterschriftenaktion
Rechtlicher Hinweis: Beiträge stellen keine Rechtsberatung in irgendeiner Form dar. Sie spiegeln ausschließlich die persönliche Meinung des Verfassers wider. Weitere Infos: Regeln

„Eine ewige Erfahrung lehrt jedoch, daß jeder Mensch, der Macht hat, dazu getrieben wird, sie zu mißbrauchen. Er geht immer weiter, bis er an Grenzen stößt.
Wer hätte das gedacht: Sogar die Tugend hat Grenzen nötig. Damit die Macht nicht mißbraucht werden kann, ist es nötig, durch die Anordnung der Dinge zu bewirken, daß die Macht die Macht bremse.“ (Montesquieu)

Offline seppl

  • Moderator
  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 2.543
Re: Internes Handbuch: Wie die ARD kommunizieren soll
« Antwort #147 am: 18. Februar 2019, 22:30 »
Institut für Meinungsforschung und politischen Exorzismus 18. Februar 2019

Die ARD-Generalsekretärin spricht nicht gern vom Framing

Roger Letsch

Zitat
Der Tonfall des halbherzigen Dementis der ARD schwankt zwischen Trotz, Beschwichtigung und Relativierung, was bis in die Typografie geht. Da spricht Frau Pfab vom „so genannten Framing Manual“ und setzt Framing Manual in Anführungszeichen.

So genannt wird das Pamphlet jedoch, weil es exakt so genannt wurde – und zwar bereits im Titel selbst und in goldenen Versalien!

https://unbesorgt.de/die-ard-generalsekretaerin-spricht-nicht-gern-vom-framing/


Unterschriftenaktion: https://online-boykott.de/unterschriftenaktion
Rechtlicher Hinweis: Beiträge stellen keine Rechtsberatung in irgendeiner Form dar. Sie spiegeln ausschließlich die persönliche Meinung des Verfassers wider. Weitere Infos: Regeln

„Eine ewige Erfahrung lehrt jedoch, daß jeder Mensch, der Macht hat, dazu getrieben wird, sie zu mißbrauchen. Er geht immer weiter, bis er an Grenzen stößt.
Wer hätte das gedacht: Sogar die Tugend hat Grenzen nötig. Damit die Macht nicht mißbraucht werden kann, ist es nötig, durch die Anordnung der Dinge zu bewirken, daß die Macht die Macht bremse.“ (Montesquieu)

Offline seppl

  • Moderator
  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 2.543
Re: Internes Handbuch: Wie die ARD kommunizieren soll
« Antwort #148 am: 18. Februar 2019, 22:45 »
Publico, 18.02.2019
Sie werden geframt: von Ihrer ARD
Mit einem geheim gehaltenen Sprachreglungs-Katalog will die Senderfamilie die öffentliche Stimmung beeinflussen. Interessant ist, unter welcher Intendantin das „Framing Manual“ entstand
von Alexander Wendt

Zitat
In einem Interview mit der ZEIT sagte Wille 2012:
„Natürlich tut mir im Nachgang vieles leid, das in der DDR passiert ist. Ich persönlich muss mich aber auch fragen: Hast du etwas konkret zu verantworten, hast du als Juristin einem Menschen persönlich geschadet? Und da kann ich nur sagen: Nein, das habe ich nicht.“

Auch im Fall des „Framing Manuals“ kann Wille natürlich darauf verweisen, nicht die Autorin gewesen zu sein. Und ARD-Generalsekretärin Pfab betont, kein ARD-Mitarbeiter müsse sich nach dem Neusprech-Leitfaden richten, er sei selbstverständlich nur eine Anregung.

Obwohl das Manual aus der Gegenwart stammt, steht es für die gleiche binäre Weltsicht wie die Schriften Willes aus der Zeit vor 1990: Hier das durch Moral gerechtfertigte Denksystem, dort der antagonistische Gegner, dessen Argumente per se nichts taugen können.

weiterlesen unter
https://www.publicomag.com/2019/02/sie-werden-geframt-von-ihrer-ard/


Unterschriftenaktion: https://online-boykott.de/unterschriftenaktion
Rechtlicher Hinweis: Beiträge stellen keine Rechtsberatung in irgendeiner Form dar. Sie spiegeln ausschließlich die persönliche Meinung des Verfassers wider. Weitere Infos: Regeln

« Letzte Änderung: 18. Februar 2019, 23:26 von Bürger »
„Eine ewige Erfahrung lehrt jedoch, daß jeder Mensch, der Macht hat, dazu getrieben wird, sie zu mißbrauchen. Er geht immer weiter, bis er an Grenzen stößt.
Wer hätte das gedacht: Sogar die Tugend hat Grenzen nötig. Damit die Macht nicht mißbraucht werden kann, ist es nötig, durch die Anordnung der Dinge zu bewirken, daß die Macht die Macht bremse.“ (Montesquieu)

Offline sparks

  • Full Member
  • ***
  • Beiträge: 224
  • Weg mit der Zwangsabgabe
Re: Internes Handbuch: Wie die ARD kommunizieren soll
« Antwort #149 am: 18. Februar 2019, 23:10 »
Zitat
Genau diese Steuerung wird nun von Kritikern hinter dem Gutachten vermutet, weshalb [ARD-Generalsekretärin] Pfab mit einer Klarstellung auf der Homepage der ARD reagierte. Hier bekräftigt sie, dass es sich bei dem Gutachten weder um eine neue Kommunikationsstrategie noch um Handlungsanweisungen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter handelt. Vielmehr werde das Papier bei internen Workshops "als Diskussionsgrundlage" genutzt, um über die Wirkung von Formulierungen mit Bezug zu den dahinterstehenden Werten zu sprechen.
https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2019-02/ard-framing-gutachten-oeffentlich-rechtlicher-rundfunk-glaubwuerdigkeit-faq

Es ist eine klare Handlungsanleitung, keine bloße Diskussionsgrundlage, was auch der Titel besagt: "Framing-Manual". Manual bedeutet: Anleitung, Handbuch, Leitfaden.

Zahlreiche Textstellen belegen das eindeutig, worauf oben auch schon "Bürger" in # 121 hingewiesen hat; dieses "Framing-Manual" strotzt förmlich davon:

Zitat
... Das Wort „Konsument“ also hat schwerwiegende Folgen für das Voranbringen der Interessen der ARD.
Aha, das bloße Wort "Konsument" ist den Interessen "unserer gemeinsamen, freien" ARD abträglich, also wird empfohlen, es gar nicht mehr zu gebrauchen. Deswegen existieren die Konsumenten und Nicht-Konsumenten des Rundfunks aber doch und sehen sich weiter als solche.

Zitat
Wenn man Ihnen „Quotenfixierung“ vorwirft, dann sagen Sie nicht, dass „der Vorwurf der Quotenfixierung ungerechtfertigt“ sei.
(Alle Hervorhebungen, auch in den folgenden Zitaten, nicht im Original)

Die Quotenfixierung der LRA  ist eine seit Jahrzehnten in der Öffentlichkeit zu Recht kritisierte Praxis. Anstatt das endlich abzustellen, soll das Wort gar nicht mehr in den Mund genommen werden. Letzten Endes soll so die berechtigte Kritik abgewürgt werden.

Zitat
Nutzen Sie nie, aber auch wirklich nie, den Frame Ihrer Gegner, und nutzen Sie diejenigen Frames, die Ihre moralische Perspektive auf die Sachverhalte deutlich machen, immer und immer wieder – von Interview zu Interview, von Debatte zu Debatte, von Schriftsatz zu Schriftsatz. Nur durch die ständige Wiederholung neuer sprachlicher Muster über längere Zeit hinweg ist es möglich, den neuen Frames kognitiv Geltung zu verschaffen und sie damit zu einer realistischen Wahrnehmungsalternative werden zu lassen.
...
Strategisches Framing ist ein stufenweiser Prozess, und: Es führt kein Weg an einem strategischen Framing vorbei, will man erfolgreich Mitbürger mobilisieren und sie heute und morgen für die ARD begeistern.
Begeisterung für die ARD durch gezielte Manipulation??

Zitat
Nutzen Sie vor allem Plakatkampagnen und Werbesport im TV oder Radio, um die neuen Framings in Form von Slogans und Schlagwörtern umzusetzen und Geschichten zu erzählen, die ihrer moralischen Perspektive treu sind. ...

Je länger Sie die neuen Framings nutzen, desto stärker werden Ihre Rezipienten die ihnen innewohnenden Assoziationen zu der Arbeit und Rolle der ARD verinnerlichen.
Ha, ist das etwa keine Manipulation, wozu da geraten wird? Es ist eine Ungeheuerlichkeit!

Zitat
Selbst die Aufmerksamkeit ihrer Gegner ist positiv. Denn wo man Sie und Ihre neuen Konzepte angreift, da entsteht eine Debatte. Eine Debatte bedeutet wertvolle Aufmerksamkeit. In eine Debatte mischen sich Bürger ein und denken mit.

"Die Bürger denken mit", aber nur noch in den vom Rundfunk gewünschten Bahnen ... So hätten sie es natürlich gern.

Zitat
Und da Sie es sind, die die neuen Konzepte und Ideen auf den Tisch legen, wird Ihr Gegner immer Gefahr laufen, sich in Ihre (neuen) Frames einzukaufen und sie zu propagieren, indem er sie negiert. Und nicht nur das, es besteht auch eine gute Chance, dass die angestoßene Debatte oder Diskussion unter dem Titel Ihrer moralischen Framings geführt wird ...

Was ist eine solche "Debatte" wert, die von Anfang an durch sorgfältige Ausklammerung aller kritischen Wörter und Begriffe in die für den Rundfunk gewünschte Richtung gelenkt wird? Und das dann unter dem Motto: "Unser gemeinsamer freier Rundfunk"!?


Unterschriftenaktion: https://online-boykott.de/unterschriftenaktion
Rechtlicher Hinweis: Beiträge stellen keine Rechtsberatung in irgendeiner Form dar. Sie spiegeln ausschließlich die persönliche Meinung des Verfassers wider. Weitere Infos: Regeln