Autor Thema: ver.di > Re:publica: "Ein Plädoyer für den Rundfunkbeitrag" - naja...  (Gelesen 1653 mal)

Offline Bürger

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...man muss sich hin und wieder auch den Argumentationen der Befürworter widmen, um daran die eigene Argumentation zu "schärfen" ;)

Einige der Argumente stellen allerdings - wie man beim Lesen erkennen wird - ledigliche unbewiesene Behauptungen dar...


ver.di, mmm - Menschen machen Medien - 10.05.2016
Re:publica: Ein Plädoyer für den Rundfunkbeitrag
Auf der re:publica TEN hielt Lorenz Lorenz-Meyer, Professor für Onlinejournalismus und Medienentwicklung an der Hochschule Darmstadt, eine „kleine Verteidigungsrede“ für den Rundfunkbeitrag. Nicht in seiner Funktion als Wissenschaftler, sondern als interessierter und engagierter Staatsbürger appellierte er an die Zivilgesellschaft, den Versorgungsauftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks nicht nur anzuerkennen, sondern auch dessen Weiterentwicklung als gemeinschaftliche Aufgabe wahrzunehmen. Die Forderungen nach Reformen empfindet er dennoch als berechtigt.


Zitat
[...] An der Hochschule Darmstadt beschäftigt sich Lorenz-Meyer in seiner Funktion als Wissenschaftler mit den Zukunftsperspektiven des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und stellt sich vor allem die Frage, wie dieses schwerfällige System reformiert und weiterentwickelt werden könne, insbesondere was die nachhaltige Positionierung der Sender im Netz betrifft. In seiner Rolle als Staatsbürger muss er jedoch feststellen, wie die Kritik am öffentlich-rechtlichen Rundfunk inzwischen selbst in informierten Kreisen jedweder fundierten Argumentation entbehrt und fast immer auf die Forderung nach dessen Komplettabschaffung hinausläuft. [...]

Zitat
[...] Idee eines öffentlich-rechtlichen Rundfunks als Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge entgegen. Für einen gesamtgesellschaftlich zu entrichtenden Beitrag leistet er die informationelle Grundversorgung der Bevölkerung, die Versorgung also mit (von politischer und kommerzieller Einflussnahme) unabhängiger Information, welche allein eine freie und umfassende Meinungsbildung in der Gesellschaft gewährleisten kann. [...]

Zitat
[...] Aspekte der Rundfunkfreiheit seien die Programmfreiheit, die Bestands- und Entwicklungsgarantie und die Finanzierungsgarantie. Diese verfassungsmäßig garantierte Finanzierung werde durch ein bedarfsorientiertes Finanzierungssystem gesichert, welches unabhängig von kommerziellen Gesichtspunkten und frei von staatlicher Einflussnahme sein müsse. Deshalb könne der öffentlich-rechtliche Rundfunk auch nicht durch Steuern finanziert werden. Eine staatliche Unabhängigkeit wäre dann nicht mehr gegeben. [...]

Zitat
[...] Dieses Prinzip der Universalität gelte in Deutschland auch für ARD, ZDF und Deutschlandradio insofern ihr Informationsangebot als Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge zu verstehen sei. Aus diesem Grund sei eine Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks über ein Abo-Modell, so wie es etwa vom wissenschaftlichen Beirat des Bundesfinanzministeriums vorgeschlagen wurde, abzulehnen. Ein Teil der Bevölkerung wäre auf diese Weise von der informationellen Grundversorgung abgeschnitten, das Prinzip der Universalität durchbrochen. [...]

Zitat
[...] Auch eine Schrumpfung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks nach dem Prinzip der Subsidiarität sei [...] nicht möglich. [...] noch immer nicht sicher [...], wie und ob guter Journalismus im Netz in Zukunft überhaupt finanziert werden könne. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk stelle in dieser Logik [...] eine Infrastruktur für Notzeiten dar, eine Sicherheit für potenzielle Situationen, in denen andere Informationsangebote, also diejenigen privater Anbieter, einbrechen, beispielsweise in wirtschaftlich schlechten Zeiten. [...] Grundidee der Daseinsvorsorge, die auch und gerade in Krisenzeiten gewährleistet sein müsse. [...]

Zitat
[...] Nur eine beitragsfinanzierte öffentliche Medieninfrastruktur könne die Rundfunkfreiheit inklusive der Online-Präsenz der öffentlich-rechtlichen Sender gewährleisten. Die Sicherung der Staatsferne und die Weiterentwicklung des Versorgungsauftrags des öffentlich-rechtlichen Rundfunks seien im Kern eine zivilgesellschaftliche Aufgabe. Die Adressen für Reformbemühungen seien die Rundfunkräte auf operativer Ebene und der Gesetzgeber auf strategischer Ebene. Dabei stehe die Zivilgesellschaft vor der Aufgabe, die notwendigen Reformen von den Rundfunkräten einzufordern, während der Gesetzgeber andere Rahmenbedingungen schaffen müsse, die den öffentlich-rechtlichen Rundfunk als System flexibler und transparenter machen. [...]

Zitat
[...] In einer Vergleichstabelle zeigt er auf, dass das Monats-Abo einer beliebigen Qualitätszeitung schon jetzt immerhin etwa drei Mal so viel koste wie der Rundfunkbeitrag. Und was solle erst werden, wenn den Medien die Werbefinanzierung wegbrechen wird? Dann werde gute Information, so Lorenz-Meyer, für den normalen Bürger unbezahlbar.
Es sei denn, die Zwangsgebühren-Gegner werden sich nicht durchsetzen, der öffentlich-rechtliche Rundfunk als Teil der Daseinsvorsorge bleibt erhalten und wird uns in solchen Zeiten weiterhin mit unabhängiger und kostengünstiger Information versorgen.


weiterlesen unter
https://mmm.verdi.de/medienpolitik/republica-ein-plaedoyer-fuer-den-rundfunkbeitrag-31209


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Offline volkuhl

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Eigentlich nichts weiter, als die immer gleichen Phrasen in neue bunte Kleider verpackt.

Zitat
In seiner Rolle als Staatsbürger muss er jedoch feststellen, wie die Kritik am öffentlich-rechtlichen Rundfunk inzwischen selbst in informierten Kreisen jedweder fundierten Argumentation entbehrt und fast immer auf die Forderung nach dessen Komplettabschaffung hinausläuft.

Soso... Die Unmengen an fundierten Programmbeschwerden entbehren also jeder fundierten Argumentation...

Dagegen hilft vielleicht ein Besuch auf:
https://publikumskonferenz.de/forum/viewforum.php?f=30
https://propagandaschau.wordpress.com/
oder
http://www.rationalgalerie.de
oder oder oder...

"Grundversorgung" wäre, jedem Haushalt einen bezahlbaren, performanten Internetzugang zu ermöglichen, damit die Informationsquelle wie in Art.5 GG gefordert frei gewählt werden kann.
Den örR ins Netz zu drängen, um eine weitere Rechtfertigung für die Zwangsabzocke zu erhalten ist jedenfalls nicht der Sinn des Art.5.

Zitat
welches unabhängig von kommerziellen Gesichtspunkten und frei von staatlicher Einflussnahme sein müsse.

...aber politische Einflußnahme ist ok, oder was? Manchmal ist auch interessant, was Menschen nicht sagen.

Zitat
Aus diesem Grund sei eine Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks über ein Abo-Modell, so wie es etwa vom wissenschaftlichen Beirat des Bundesfinanzministeriums vorgeschlagen wurde, abzulehnen. Ein Teil der Bevölkerung wäre auf diese Weise von der informationellen Grundversorgung abgeschnitten, das Prinzip der Universalität durchbrochen.

Warum? Wo ist der Unterschied zwischen Abo-Modell und Zwangsabgabe? Zahlen muss ich beides, das eine freiwillig, zum anderen werde ich gezwungen. Sollte wohl eher heißen: "Ein nicht unerheblicher Teil der Bevölkerung wäre für die (Finanzierung der) Propaganda nicht mehr erreichbar."

Zitat
Der öffentlich-rechtliche Rundfunk stelle in dieser Logik [...] eine Infrastruktur für Notzeiten dar, eine Sicherheit für potenzielle Situationen, in denen andere Informationsangebote, also diejenigen privater Anbieter, einbrechen, beispielsweise in wirtschaftlich schlechten Zeiten.

Na, da wird aber mit einer SEHR GROßEN NOT gerechnet...

Zitat
In einer Vergleichstabelle zeigt er auf, dass das Monats-Abo einer beliebigen Qualitätszeitung schon jetzt immerhin etwa drei Mal so viel koste wie der Rundfunkbeitrag.

Schon jetzt kann ich mir aufgrund des abgepressten Zwangsbeitrags nicht mal mehr eine ganz normale Tageszeitung leisten. Von einer "Qualitätszeitung" mal ganz zu schweigen. (Was definiert denn eine "Qualitätszeitung"? "ARD Buffet"?) Zwangsbeitrag also nicht so schlimm, weil Schnäppchenpreis?

Diese ewig gleichen Phrasen hängen mir inzwischen sowas von zum Hals raus...


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« Letzte Änderung: 11. Mai 2016, 22:44 von Bürger »
Bremische Verfassung:
Artikel 19 [Widerstandrecht und -pflicht]
Wenn die in der Verfassung festgelegten Menschenrechte durch die öffentliche Gewalt verfassungswidrig angetastet werden, ist Widerstand jedermanns Recht und Pflicht.


Rundfunkbeitragsgegner = Grundrechtsverteidiger!

Einfach.
Für alle.
Einfach nicht zahlen.

Anti-Raubritter

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Prof. Dr. Lorenz Lorenz-Meyer:
http://www.grimme-institut.de/html/index.php?id=1946
- 1996-1999 als Redakteur bei Spiegel Online
- 2000 bis 2001 die Internet-Redaktion der ZEIT
- Berater in Internetprojekten für die Bundeszentrale für politische Bildung und die Deutsche Welle
- Seit 2004 Professor für Online-Journalismus an der Hochschule Darmstadt

1.) Kooperationen zwischen ÖRR und Zeitungen
https://wdr-mediagroup.com/unternehmen/publikationen/newsletter/corporate-newsletter-marz-2011/wdr-mediagroup-und-spiegel-qc-erweitern-werbeangebot-in-nrw/ bzw. http://www.spiegelgruppe.de/spiegelgruppe/home.nsf/PMWeb/F8D50CFDFCE5199EC1257B19003FFAEF
http://www.welt.de/wirtschaft/webwelt/article2135772/ZDF-liefert-fuer-Zeit-Online-Videobeitraege.html

2.) Journalismus und ÖRR
http://journalismus.h-da.de/oj/studium/berufsbild/oj-absolventenstudie-2008/
"Beispiele: Wo die Absolventen arbeiten / gearbeitet haben"

Noch Fragen zur Werbeaktion?  ;)

PS: Interessant ist nur, dass er als Berater für die Deutschen Welle gearbeitet hat (die ja über Steuern finanziert wird), und sagt, dass eine Finanzierung des ÖRR über Steuern nicht die notwendige Unabhängigkeit schafft. Spricht er aus Erfahrung?  ;D
(http://www.dw.com/de/wer-finanziert-die-dw/a-279073)


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Offline Zeitungsbezahler

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Klar doch, Ausbau des Internetangebotes des ÖRR, genau deshalb ist die Qualitätszeitung im Netz so teuer, weil sie eben nicht subventioniert wird!


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