Autor Thema: Wie feste Freie bei der ARD arbeiten: Eindrücke vom Ende der ör - Nahrungskette  (Gelesen 551 mal)

Offline Uwe

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Wie feste Freie bei der ARD arbeiten: Eindrücke vom unteren Ende der öffentlich-rechtlichen Nahrungskette

Quelle: Meedia 21.09.2017 Von Stefan Winterbauer


Zitat
IDie Transparenz-Offensive der ARD hat zu einer Debatte über die Angemessenheit der Gehälter beim Senderverbund geführt. Während an der Spitze WDR-Intendant Tom Buhrow fast 400.000 Euro Jahressalär einstreicht, sehen sich die zahlreichen freien Mitarbeiter der diversen Sender einem immer stärkeren Kostendruck ausgesetzt. MEEDIA sprach mit einem festen freien Mitarbeiter einer ARD-Anstalt über die Arbeitsbedingungen am unteren Ende der öffentlich rechtlichen Nahrungskette.

Unser Gesprächspartner arbeitet als fester freier Mitarbeiter in einer Redaktion eines großen öffentlich-rechtlichen Senders. Da er oder sie anonym bleiben möchte, haben wir alle Hinweise auf die Identität des Gesprächspartners aus dem Gesprächsprotokoll entfernt.

weiterlesen auf:
http://meedia.de/2017/09/21/wie-feste-freie-bei-der-ard-arbeiten-eindruecke-vom-unteren-ende-der-oeffentlich-rechtlichen-nahrungskette/


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Einige, mir wichtig erscheinende Aussagen - u.a.

Zitat
[...]
Würden Sie trotzdem sagen, dass Sie scheinselbstständig sind?
Ja, logisch. Wie frei bin ich denn? [...] Es ist ganz klar ein Abhängigkeitsverhältnis.

Zahlt der Sender Sozialleistungen?
Man bekommt an 31 Urlaubstagen einen Durchschnittswert der vergangenen Honorare bezahlt. Auf derselben Basis bekommt man ab dem vierten Tag Krankheit auch Krankengeld für sechs Wochen bezahlt. Die Honorare laufen alle über Lohnsteuerkarte, d.h. in der Regel wird die Einkommenssteuer gleich abgezogen und es werden für die Honorare Rentenbeiträge gezahlt. Manche Honorare werden aber auch brutto ausbezahlt, ich habe bis heute nicht begriffen warum. Wenn diese Brutto-Honorare 16.000 Euro im Jahr übersteigen, werde ich umsatzsteuerpflichtig und muss auch Einkommenssteuervorauszahlungen ans Finanzamt leisten, das ist dann sehr lästig.

Wie zufrieden sind Sie mit der Bezahlung?
Wenn Arbeit da ist, ist die Bezahlung gut. Vor allem im Vergleich mit Privatsendern oder Tageszeitungen. Über die Honorare pro Beitrag kann man sich wirklich nicht beschweren, und im TV sind die Honorare nochmal deutlich höher als im Hörfunk. [...] letztlich ist das eine Mischkalkulation. Was mehr stört als die Bezahlung ist, wie stellenweise mit Freien umgegangen wird. Junge Leute, die für alles bereit sind, werden in der Regel für Wochenend-Dienste hergenommen. Festangestellte Redakteure sollen möglichst nicht am Wochenende arbeiten, weil sie dann Zuschläge bekommen würden, was der Sender vermeiden will.

Spüren Sie einen Kostendruck in Ihrem Bereich?
Das ist jetzt vielleicht Jammern auf hohem Niveau, aber wir spüren schon einen gewissen Kostendruck. [...] Auch wurden eher Sendeplätze gestrichen, der Wort-Anteil im Hörfunk heruntergefahren. Das bedeutet, dieselbe Anzahl Leute kloppt sich um weniger Aufträge.
[...]

Wie beurteilen Sie die aktuelle Debatte um die Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und Gehälter in der ARD?
Ach, wir bekommen jedes Jahr zu Weihnachten einen Brief vom Intendanten, der uns sagt, wie wichtig doch der Hörfunk und die regionale Berichterstattung ist. Leider spüren wir davon wenig in der täglichen Arbeit. [...] Dass einer wie WDR-Intendant Tom Buhrow 400.000 Euro im Jahr verdient, ist mir relativ egal. [...] Viel mehr Geld wird zum Beispiel durch ineffiziente Materialwirtschaft ausgegeben, da gibts viele kleine Beispiele, die sich summieren. Das Budget etwa für ein ganzes Jahr regionaler Berichterstattung in einem relativ großen Hörfunk-Regionalstudio ist jedenfalls deutlich kleiner als die Hälfte von Buhrows Intendantengehalt. Das ist nicht so viel dafür, dass wir eigentlich das Rückgrat vom öffentlichen Rundfunk sein sollen.
Quelle: http://meedia.de/2017/09/21/wie-feste-freie-bei-der-ard-arbeiten-eindruecke-vom-unteren-ende-der-oeffentlich-rechtlichen-nahrungskette/

Erschreckend... :o


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