Autor Thema: Reformen im öffentlich-rechtlichen Radio - Fremdwort Vielfalt  (Gelesen 1371 mal)

Offline ChrisLPZ

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taz.de, 12.02.2016

Reformen im öffentlich-rechtlichen Radio
Fremdwort Vielfalt

von Daniel Bax

Zitat
Der WDR kürzt sein Funkhaus Europa zusammen. Der Vorzeigewelle droht das Aus. Die Angebote für Minderheiten im Rundfunk sterben aus.

Zunächst war es nur ein Gerücht, aber jetzt ist es amtlich. Der Westdeutsche Rundfunk will seine polyglotte Vorzeigewelle, das Funkhaus Europa, radikal zusammenstreichen. Sowohl im Musikprogramm als auch bei den fremdsprachigen Sendungen, mit denen der WDR die diversen Migrantencommunities auf Arabisch, Türkisch, Spanisch oder Polnisch zu erreichen versucht, sind harte Einschnitte geplant, die das bisherige Profil des Senders einebnen würden. Am Donnerstag wollte WDR-Hörfunkdirektorin Valerie Weber, die vom Privatfunk geholt wurde, die geplante „Programmreform“ dem Rundfunkrat vorstellen.[..]

Weiterlesen auf:
https://www.taz.de/!5277406/


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Offline Rochus

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Re: Reformen im öffentlich-rechtlichen Radio - Fremdwort Vielfalt
« Antwort #1 am: 12. Februar 2016, 11:12 »
Ausgerechnet jetzt setzten die genau dort den Rotstift an? Die sollen sich lieber den ganzen Fußballmüll sparen. Aber nur weiter so. Sägt fleißig weiter an dem Ast auf dem Ihr sitzt. Der Traum vom WDR-Museum rückt immer näher.


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"Verfassungsrechtlich bedenklich ist schließlich die Reformvariante einer geräteunabhängigen Haushalts- und Betriebsstättenabgabe. Insofern ist fraglich, ob eine solche Abgabe den vom BVerfG entwickelten Anforderungen an eine Sonderabgabe genügt und eine Inanspruchnahme auch derjenigen, die kein Empfangsgerät bereithalten, vor Art. 3 I GG Bestand hätte." Dr. Hermann Eicher, SWR-Justitiar in "Neue Zeitschrift für Verwaltungsrecht 12/2009"

Offline Greyhound

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Re: Reformen im öffentlich-rechtlichen Radio - Fremdwort Vielfalt
« Antwort #2 am: 12. Februar 2016, 16:12 »
Dazu passt auch:

journalist online
Funkhaus Wallrafplatz - Ausgefunkt
Autor: Monika Lungmus
verfasst am: 27.08.2015
http://www.journalist.de/aktuelles/meldungen/wdr-5-ausgefunkt-fuer-funkhaus-wallrafplatz.html#kommentar_ende

Zitat
"Funkhaus Wallrafplatz soll als eigenständige Sendung wegfallen. So sieht es der Plan für den Programmumbau bei WDR 5 vor. In der Branche werden einige das Medien-Talkformat vermissen. ... Funkhaus Wallrafplatz, eine jahrzehntealte Sendung, bei der Hörer regelmäßig am Samstagvormittag mit Machern und Experten über Medienthemen und aktuelle Fragen des Journalismus diskutieren, steht auf der Kippe. ... Quoten spielten bei der Planung keine Rolle, so die Pressestelle. Diese sollen ohnehin für die Sendezeit am frühen Samstagvormittag ganz gut sein. Auch die Produktionskosten sind bei einer Call-in-Sendung vergleichsweise gering. Die Sendung passt womöglich einfach nicht mehr ins neue Programmschema. ... Kein Platz für die medienkritische Mitmachsendung. ... "Die Sendung hat im WDR keine Lobby", heißt es im Umfeld der Macher. Das sei bedauerlich, denn Funkhaus Wallrafplatz sei eine Sendung, "in der sich der öffentlich-rechtliche Rundfunk ungefiltert dem Gespräch mit den Hörern stellt und sich da auch mal Kritik anhören muss". Es gehe hier um die viel beschworene Transparenz in eigener Sache, um die Vermittlung von Medienkompetenz, um die Reflektion medialer Zusammenhänge. "

Laut dem Kommentar wurde Funkhaus Wallrafplatz planmäßig eliminiert.


Auch auf dieser Linie:

journalist online
Kritisch, unbequem, teuer
Autor: Marvin Milatz
verfasst am: 30.06.2015
http://www.journalist.de/aktuelles/meldungen/kritisch-unbequem-teuer-wdr-will-am-streitkultur-magazin-politikum-sparen.html

Zitat
"Der WDR streicht das Programm zusammen – vor allem in den Nischen. Wie der journalist erfahren hat, soll es auch das Streitkultur-Magazin Politikum treffen. ... Wie der journalist erfahren hat, soll die Sendung, die meinungsstarke Moderationen und zugespitzte, ironische Beiträge zum Weltgeschehen präsentiert, statt viermal künftig nur noch einmal pro Woche laufen. Dafür wird die Sendung zwar von 25 Minuten auf eine Stunde gestreckt. Allerdings läuft sie, so der Plan, künftig in den Abendstunden nach 20 Uhr statt wie bisher am frühen Abend um 19.05 Uhr. ... Die mögliche Schrumpfkur für die von Journalisten geschätzte Sendung Politikum passt zur derzeitigen Strategie des Senders, bei Nischenangeboten zu sparen. So stellte Deutschlands größter öffentlich-rechtlicher Rundfunk bereits im Februar einige seiner WDR-5-Podcasts ein. Die Podcasts etwa von Platz der Republik, Osteuropa-Magazin und Funkhaus Wallrafplatz erreichten zuletzt kaum Hörer, verzeichneten nur einige 100 Abrufe pro Ausgabe. ... Politikum gilt als unbequem. Die Sendung, die der WDR 2008 als kritisches Leuchtturmprojekt ins Leben rief, soll schon öfter Hörerbeschwerden bis zur Intendanz verursacht haben. ... Wird der Politikum-Umbau so beschlossen, wie eingangs beschrieben, büßte die Sendung 40 Prozent Sendezeit ein."

Es wird genau daran gespart, wofür der öffentlich-rechtliche Rundfunk gedacht ist: Quotenunabhängige Vielfaltserfüllung, Nischenabdeckung, Sendungen zur Meinungsbildung.


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"Weil es der kommerziellen Konkurrenz des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Deutschland so gut wie nie geht (...), müssen wir mit „Sky“ leiden." (Zitat Dr. Hermann Eicher, Justitiar des Südwestrundfunks, Gastbeitrag "Der Rundfunkbeitrag ist ein Korrektiv für Marktversagen", Handelsblatt 30.09.2012, http://www.handelsblatt.com/meinung/gastbeitraege/gastbeitrag-der-rundfunkbeitrag-ist-ein-korrektiv-fuer-marktversagen/7199338.html, Abruf: 21.08.2014)

Offline ellifh

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Re: Reformen im öffentlich-rechtlichen Radio - Fremdwort Vielfalt
« Antwort #3 am: 12. Februar 2016, 17:07 »
Stattdessen gibt's vermehrt Musikantenstadl, Rosamunde Pilcher und die ich-weiß-nicht-wievielte Tatort Wiederholung aus der Konserve

Spart die sogenannten "Nischenangebote", dann ist der ÖRR nicht nur wenig, sondern gar nichts mehr wert.

BROT FÜRS VOLK, das brauchen wir!


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Gattungen, die sich nicht anpassen, gehen zugrunde.

Paul Watzlawick

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