Autor Thema: Pluralistische ARD und ZDF  (Gelesen 23173 mal)

Offline BM

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Re: Pluralistische ARD und ZDF
« Antwort #30 am: 02. März 2013, 11:42 »

Hallo Gebühren-Igel,
ich denke Kurt Beck hat nicht in seiner Rolle als SPD- „Führungskader“ die neue Gebührenordnung durchgeboxt, sondern weil er als „fürsorglicher Landesvater“ die Interessen des Pfälzer Regionalsenders zu seinen eigenen gemacht hat (aber dies nach außen natürlich anders verkauft hat!).
Wenn das ZDF Wünsche und Sorgen (zB. über rückläufige Einnahmen) signalisiert, dann muß jeder Landeschef, egal von welcher Partei, springen. Jeder Politiker macht Fehler, hat mehr oder weniger Dreck am Stecken und es ist leicht, jemanden zu demontieren. 

Hallo Mob underdog,
gutes Bild!
„Grundsätzlich gilt natürlich: Der ÖRR ist eine nützliche Schaubühne für alle etablierten Parteien. Weder die Partein, noch der ÖRR möchten es sich miteinander verscherzen, und so lebt man in einer Art Symbiose miteinander.“

Hallo syna,
ich bin noch eine Antwort schuldig zu Deiner Einlassung auf meinen Satz
„Wenn das auf Staatskosten aus dem Steuersäckel finanziert wird, nennt man das doch Staatsfernsehen?“

Meine Wortwahl „Staatsfernsehen“ war ironisch gemeint, als Frage angelegt und sollte jedenfalls keine nachdrückliche Behauptung sein. Der Begriff ist negativ besetzt und vielleicht wollte ich auch nur etwas zum Widerspruch provozieren.

Deine Richtigstellung kann ich so übernehmen.

(Unter „Staatsrundfunk“ (Staatsfernsehen) verstehe ich einen Rundfunk, der keine Sendungen, Inhalte, Meinungen zulässt, die mit der herrschenden Ideologie nicht vereinbar sind und der permanent Weisungen erhält und kontrolliert wird von der Staatsmacht, die ihn in aller Regel (?) auch finanziert.)

Ich bin kein „Medientheoretiker“ und sehe mich gerade in einer Phase, wo ich mit großem Interesse mitlese, Informationen zum ÖRR sammle und versuche einen eigenen Standpunkt zu finden.

Angestoßen wurde das Ganze natürlich durch die neue Gebührenregelung.
Deren Begründung passt mir nicht und die finanziellen Folgen auch nicht. 


Abschaffung des ÖRR ist für mich vorerst keine Option.
Die Abschaffung des ÖRR würde doch bedeuten, dass nur noch die Privaten als kostenlose Informationsquelle übrigbleiben? Die mögen sich zwar volksverbunden, seriös, aufgeschlossen gegenüber den Nöten der kleinen Leute geben, aber sie agieren im Sinne ihrer Auftraggeber. Ich sehe die Gefahr, dass deren Wahrheiten gefärbt sind oder dass sie Informationen unterdrücken könnten. 



Ich bin auch der Meinung:
Jeder Mensch hat ein Recht darauf, essentielle Nachrichten und ein Mindestmaß an Informationen über den Rundfunk zu erhalten.
Dies sollte kostenlos sein und aus Steuermitteln finanziert werden.
Die Summen wären, wenn man den ÖRR deutlich verkleinern würde, leicht zu tragen für den Staat.


Die Frage ist, ob man nicht lieber etwas mehr an Sendungen anbieten sollte, über die aus Rationalisierungsgründen selbstverordneten Grenzen hinaus, damit auch die Bevölkerungskreise, die kein zusätzliches Bezahlfernsehen kaufen wollen oder es sich nicht leisten können, auch in den Genuß von einem „halbwegs anspruchsvollen, breitgefächerten“ Programm kommen. Die Gesellschaft oder der Staat sollte schließlich ein grundsätzliches Interesse daran haben, dass „sinnvolles Wissen unters Volk gebracht wird“.

Persönlich besteht bei mir ein gewisser Konflikt:
Das eine (steuerfinanzierter ÖRR der ja noch nicht existiert) hatte ich bisher - vielleicht vorschnell (?) - auch eingeschätzt als eine passiv empfangene „Versorgungsleistung“ (- und etwas, das nichts kostet, das sowieso verabreicht wird, kann nichts wert sein, bzw. könnte den Empfänger abwerten (?) ) und das andere ist eine bewusst in Anspruch genommene, von mir als „souveränem Bürger“ freiwillig bezahlte Dienstleistung.
Vielleicht sind das Luxussorgen...

Die Gefahr, dass ein staatlich bezahltes Fernsehen zum Sprachrohr staatlicher Interessen wird (zB. im unermüdlichen Einsatz für eine alternativlose Politik), ist auch immer gegeben.
Ich vermute, es ist jeweils ein Unterschied, ob zB. das Technische Hilfswerk, der Verfassungsschutz oder der ÖRR aus Steuermitteln bezahlt werden.


Wie dies in der Praxis ablaufen sollte, welche finanziellen Mittel tatsächlich eingesetzt werden müssten, auch über die Vor- und Nachteile eines allein aus dem Steueraufkommen (und nicht wie bisher aus privaten Zuschauergebühren) finanzierten ÖRR, darüber habe ich mir aber bisher noch keine Gedanken gemacht.
...


Die Kontrolle sollte Verhandlungssache sein.
Vor allen Dingen sollten die Interessen der Zuschauer zum Ausdruck kommen bzw. sie sollten als der wesentliche Verhandlungspartner auftreten!
Die bisherigen Verhandlungspartner hatten natürlich egoistische Motive: Alle Seiten beschwören einvernehmlich, sich um das Wohl der ÖRR-Konsumenten zu kümmern, aber die Politiker möchten sich die Medienvertreter gewogen machen und diese denken im wesentlichen an ihr Einkommen.

In den letzen Jahren schien Panik aufgekommen zu sein, weil immer mehr Gebührenzahler absprangen, ausfielen und die generelle Tendenz bezüglich der Einnahmen ungünstig schien.
Also machte man sich beim ÖRR Gedanken wie die Pfründe gesichert werden könnten.
Es ist naheliegend, dass weniger die „Grundversorgung“ der Bevölkerung das Motiv war, sondern die Festigung und sogar Steigerung der eigenen Einkünfte.

Dies ist jetzt mit der Brechstange geschehen, mit gekauften Gutachten, mit befangenen Politikern, mit der Neufassung des Landesrundfunkgesetzes.

K.Beck und die anderen Länderchefs (insbesondere auch die ÖRR-Oberen) stellen das als die normalste Sache der Welt dar, als quasi fürsorgliche, von allen guten Geistern begrüßte rein technische Änderung, die für 90% zufriedene Rundfunkteilnehmer keine Änderung bringt.
Das ist verlogen, arglistig, hinterhältig!

 
Dazu werden umfangreiche „Gesamtpakete“ in jeden Haushalt gestopft, die volle Dröhnung sozusagen.

Das ist ein beeindruckendes Angebot, es sind sicher auch jede Menge interessante und hochwertige Sendungen dabei.
Ich persönlich würde gern vieles davon „konsumieren“, aber mir ist der Preis zu hoch, mir passen die Bedingungen nicht, die Zeit für reales, selbstbestimmtes Tun ist mir wichtiger usw..

Die Sendeanstalten haben es einmal produziert (können es zigmal wiederholen) und es kostet keinen Cent mehr, ob man es 40Mill. oder 50Mill. Haushalten verabreicht.


Sehr informativ hat das Olaf Kretschmann dokumentiert:
http://rundfunkbeitrag.blogspot.de/2013/02/zweiter-offener-brief-die-intendantin.html   






Kann jemand Literatur zum Thema empfehlen?
Die historische Entstehung des Rundfunks. Philosophische (bitte allgemeinverständliche) Abhandlungen über die Rolle des Fernsehen. Wechselbeziehungen Medienleute Empfänger.







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Offline Abcdef

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Re: Pluralistische ARD und ZDF
« Antwort #31 am: 02. März 2013, 12:22 »
Auch wenn das hier alles tausendmal durchgekaut wurde.
Der Örr ist nicht kostenlos.


Es gibt viel wichtigere Bereiche in denen man mehr Steuergelder werfen könnte (z.B. Bildung und Infrastruktur). (Ja es gibt in den Bereichen etliche Verbrennungsöfen z.B. S21.)
Irgendwelche Unterhaltung steuerlich zu finanzieren ist einfach nicht angemessen bei den finanziellen Löchern.
Wissen sollte doch in Schulen vermittelt werden und nicht in Sendungen die Wenige schauen.

Über einen Nachrichtensender liese sich sicherlich reden.
Es gibt keine nicht eingefärbten Nachrichten.
Schon allein dadurch, daß man in einem Bericht nie die ganzen Umfang einer Gegebenheit wiedergeben kann.
Die "Wahrheit" muß man sich zusammenklauben.
Aber eingefärbter als die jetzigen Berichte des ÖRR gehts eh garnicht mehr.
Ich habe mir ein paar Berichte des ÖRR zum Thema Rundfunkbeitrag angehört/angeguckt und da werden Informationen unterdrückt bzw. die Wahrheit verfälscht (z.B. Arte rechtfertigt alles).
Wovor du Angst hast ist längst Realität.


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« Letzte Änderung: 02. März 2013, 12:42 von Kausrufe »

Offline Mob Underdoc

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Re: Pluralistische ARD und ZDF
« Antwort #32 am: 03. März 2013, 01:45 »
Ein kleiner Nachtrag, was mir noch einfiel: Klaro, Nachrichten können per Definition eigentlich niemals ganz objektiv sein. Und eigentlich ist es auch irrelevant, ob sie das nun sind, oder welche Anhänger welcher Gesinnung mehrheitlich in den Sendeanstalten vertreten sind, oder ob hier und da mal eine bestimmte Meinung gefakt wird.
Auch dass die etablierten Parteinen den Rundfunk als Bühne benutzen, und sie ihn deshalb am Leben erhalten, kann man alles noch verstehen und es trägt ja meinetwegen zum Funktionieren des Systems bei.

Aber Tatsache ist doch auch, dass der Rundfunk in seiner heutigen Form eigentlich kaum noch etwas mit Nachrichten, politischer Berichterstattung oder dem Bildungsauftrag zu tun hat, sondern dass er zu einer Unterhaltungsindustrie verkommen ist. Man kann wohl in Nachrichten über Fussball-Ergebnisse berichten, aber man muss nicht gleich für 100te Millionen die Übertragungsrechte kaufen.

Man muss nicht für 11 Millionen einen Moderator einkaufen, wenn es um pure Inhalte / Diskussionen ginge, man muss nicht für 2 Millionen einen Till Schweiger pro Tatort engagieren, usw usw. und dafür noch jeden Geringverdiener auf Teufel komm 'raus zwangsverpflichten, den ganzen Mist auch noch von seinem sauer Verdienten zu finanzieren! Das finde ich, ist der eigentliche Skandal!


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In der Regel erkennt man den wahren Charakter eines Systems nicht an seinen hehren Absichtserklärungen, sondern an den ganz profanen Durchführungsverordnungen. In dieser Hinsicht ist der neue Rundfunk-Beitrag kein Mittel zur Stärkung der Demokratie, sondern ein Vehikel zur langsamen Aushöhlung derselben. (DWS 22.02.2013)

Offline Abcdef

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Re: Pluralistische ARD und ZDF
« Antwort #33 am: 03. März 2013, 03:38 »
Da stimme ich zu.
Wenn es doch nur mehr Nachrichten statt Kochshows und miserabler schauspielerische Leistungen geben würde.
Das hat einfach keine Existenz Berechtigung. Wieso "muß" so etwas existieren?

Ich finde, daß es einen Fernsehsender/Radiosender/App geben sollte, der Nachrichten möglichst ohne wertenden Kommentar veröffentlicht. Dadurch werden die Meldungen automatisch kürzer und es wird der "normalen" Presse wenig Konkurrenz gemacht.
Da der Übertragungsweg (Bild, Ton, Schrift) unwichtig und praktisch sowieso nicht mehr zu unterscheiden ist, sollte das auf allen Wegen geschehen (natürlich keine gedruckten Papiere).
Regional unterschiedliche Lokalnachrichten könnte man in einer ähnlichen Form wie bisher beibehalten.

Da man eh etliche Frequenzen hat, wäre noch ein zweiter Fernsehkanal, der Sitzungen des EU und des deutschen Parlaments überträgt, und der der Politik als Bühne dient, möglich.

Vielleicht sollte man sich zusätzlich auch an euronews beteiligen, was ARD, ZDF und ORF bisher nicht machen.

Wie gesagt, ein staatliches Fernsehen ist per Definition nicht unabhängig, deshalb wäre die Behauptung schon eine reine Lüge.
Außerdem ist es auch eine wichtige Aufgabe die Meinung und Ansichten der Regierung/Regierenden an die Bürger weiter zu geben und natürlich auch dafür zu werben.
Für kritische Fragen gibt es unabhängige Journalisten.

Sicherlich könnte man sich noch über einen Fernsehsender streiten der z.B. Sprachkurse sendet, jungen Filmemachern eine Bühne bietet und Theaterstücke überträgt.
Aber das würde eigentlich schon über die "Aufgabe" die ich mir vorstelle hinausgehen und sollte, wenn dann, enge finanzielle Grenzen gesetzt bekommen.

Wir bewegen uns hier aber in einem Mikrokosmos wo jeder mehr oder minder die gleiche Meinung vertritt.
Man bräuchte einen Plan (Finanzierung usw.) der jedem vernünftig denkenden Menschen als richtig erscheint.
Mit vernünftig denkenden Menschen meine ich Leute die Tatort schauen, aber einsehen daß es ungerecht ist, wenn jeder dafür zahlen soll.


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Offline BM

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Re: Pluralistische ARD und ZDF
« Antwort #34 am: 22. März 2013, 10:19 »
Guter Artikel:
http://www.welt.de/debatte/kommentare/article114633512/Totalitarismus-zum-Zweck-bequemer-Geldeintreibung.html


Der Autor unterstellt beim ÖRR eine immanente Tendenz zur Machtvergrößerung,
er geht allerdings nicht auf irgendeine ideologische Ausrichtung der Sendeanstalten ein.

Ich würde daraus das Folgende ableiten:

Wenn es richtig ist, daß beim ÖRR das pluralistische Prinzip stringent durchgesetzt wird (parteipolitisch im Sinne von rot/grün und nationale Interessen konsequent tabuisierend), dann entsteht auch hier eine Form von Totalitarismus (entsteht eine Machtstruktur wie in einem totalitären Staat)?

 

Es würde dann eine ähnliche Beziehung zwischen „allmächtigen“ Produzenten der Sendungen und „ohnmächtigen“ Empfängern entstehen, wie in Staaten, wo die beteiligten Medienmacher und Politiker ein nationalistisches Grundverständnis haben (Nordkorea, China, Ungarn, ...)?

Totalitarismus (Duden):
„Die in einem diktatorisch regierten Staat in allen Gesellschaftsbereichen zur Geltung kommende Tendenz, den Menschen mit allem, was er ist und besitzt, voll zu beanspruchen und eine bürokratisch gesicherte Herrschaftsapparatur auch bis zur Vernichtung der den Staat beschränkenden sittlichen Prinzipien zu entwickeln. „




Der neue Rundfunkstaatsvertrag hat den Charakter eines „Ermächtigungsgesetzes“.

Kurt Beck (als Sachwalter der Interessen des ZDF) und seine Länderfürsten-Kollegen (etliche von denen, einschließlich der teuren Bürokratien dahinter, sind m.E. überflüssig. Liest hier jemand aus Bremen mit?) haben etwas aus der Taufe gehoben, was einen großen Schritt in Richtung „Big Brother“ darstellt.

Die Politiker haben es aus eigennützigen Motiven „verbrochen“.
Dem Publikum gegenüber wurde das Ganze als gerecht oder gemeinnützig oder als notwendige Anpassung an die neuen Kommunikationstechnologien verkauft.

Wie bei anderen wichtigen Themen (insbesondere natürlich die EURO-Einführung) wurde die Bevölkerung von den korrupten Entscheidern nicht gefragt.

Die Freiheiten der Informationsfindung, die sich seit ein paar Jahren im Internet ergeben haben und die unabhängig vom ÖRR-Monopol entstanden waren, bewirkten einen Zuschauerschwund, einen Bedeutungsverlust und hätten zurückgehende Einnahmen zur Folge gehabt, - ein Horrorszenario für die gutbezahlten Beschäftigten der Anstalten.



Mediokre Politiker haben jetzt dem ÖRR einen Machtzuwachs beschert, sie haben einer hochbezahlten „Gauklerbande“ einen nicht gerechtfertigten Status zugemessen.
Denen wird materielle Sicherheit auf Dauer garantiert und der Bevölkerung werden gegen deren freien Willen (nämlich automatisch!) Zwangsabgaben auferlegt.

Der ÖRR hat neuerdings die auf windige Weise zustande gekommene und heuchlerisch begründete Lizenz zum Abkassieren, - und zwar bei jedem!
(unabhängig davon, ob „ein Gerät bereitgehalten“ wird oder nicht)


Angeblich hat sich für 90% der Gebührenzahler nichts geändert und lediglich die Gebührenerhebung wurde vereinfacht ....

Das sind Lügen!




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Offline Thomas L. B.

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Re: Pluralistische ARD und ZDF
« Antwort #35 am: 24. März 2013, 13:30 »
Murdoch hat die Moral auf seiner Seite, ganz klar! Per Gesetz den wehrlosen Bürger zum Zwang verpflichten, so einen Blödsinn wie das Fernsehen zu finanzieren, ist zutiefst unmoralisch! Es widerspricht meiner Meinung nach Grundsätzen, die sehr viel höher angesetzt sind. Dazu die Frage: sind wir wirklich auf dieser Welt, um irgendwo innerhalb des uns gesetzten unverfübbaren Zeitrahmens vor einer Glotze zu hocken und uns mit Dingen füttern zu lassen, die zum allergrößten Teil höchstens als "Unterhaltung" bezeichnet werden können? WOZU soll das den gut sein, wenn nicht dazu, uns vor allem fehlzuleiten oder lahmzulegen?

Bitte keine voreiligen Schlüsse, ich halte diese Frage für eine der fundamentalsten überhaupt, denen wir als Mensch gegenüber stehen. Unterhaltung, einfach so zum Zeitvertreib, eine heikle Fragen. Die aber kann jeder nur selbst für sich entscheiden.

Wieso kann sich ein Staat dann hier einmischen? Denn er tut dies, stellt er den Bürgern doch eine Leistung zur Verfügung, die dieser vielleicht gar nicht haben will. Niemals darf der Staat dafür Geld verlangen. Dazu hat er kein Recht. Ich meine jetzt ein anderes Recht, als das, was der Staat per Gesetz festlegt.

Thomas L.B.


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Offline BM

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Re: Pluralistische ARD und ZDF
« Antwort #36 am: 24. März 2013, 19:48 »


Zitat von mir (Seite1 ganz unten):
Der ÖRR liefert ab Januar erzwungenes Bezahlfernsehen (per Zwangsabgabe!).
Murdoch liefert Informationen und Unterhaltung zwar auch gegen Geld, - aber immerhin auf freiwilliger Basis...
Was ist moralischer?

Hallo Thomas L. B.
das war kein ernsthafter Aufruf zum moralisierenden Gerichtsitzen.
Wenn ich schon mal was ironisiere ...
 
Murdoch ist ein sehr erfolgreicher Vertreter kapitalistischen Wirtschaftens.
Er (sein Medienimperium) liefert weltweit u.a. Bezahlfernsehen.

Er (seine Zeitungen, Sender) macht die Leute abhängig.
Aus normalen Menschen, die sich auch ohne Berieselung halbwegs selbstbestimmt zu beschäftigen wissen, sich eben nicht langweilen, werden rammdösige, nach aufgebauschten Belanglosigkeiten lechzende Konsumenten gemacht.
Das geschieht mit visuellen Sensationen, sportlichen Großereignissen, „wichtigen“ Events, Blockbustern, unerhörten Kuriositäten, Pornofilmen und anderen „Ausziehsendungen“(Marke Dschungelcamp) usw.
Im alten Rom gab es auch schon Gladiatorenkämpfe, Tierkämpfe und andere Veranstaltungen zur Volksbelustigung. Ich denke auch, dass dieses Phänomen historisch nicht neu ist und immer schon eine echte (natürliche?) Nachfrage bestand.

Wie bei anderen privaten Verlegern, Medienunternehmern (und vielen anderen Akteuren auch, zB. Künstlern) wird das natürliche menschliche Neugierverhalten ausgenutzt, um Gewinne zu erzielen.
Das machen viele und das ist grundsätzlich nicht anstößig.
Nur wenn hier Monopole entstehen sollten wäre mir das nicht recht.


 
Murdoch bedient den Markt und ist bestrebt möglichst hohe Profite aus seinem Investment zu ziehen.
Er liefert das was die Zuschauer haben wollen. Die Quote legitimiert ihn, - leider.
(Ich habe durchaus auch eine Antenne für die Dribbelkünste von Herrn Messi ...)

Er wird bestrebt sein zu wachsen und seine Medienmacht auszubauen.
Je größer er wird, um so besser kann er den Markt manipulieren.

Deswegen würde ich sagen:
Murdoch hat die Moral eben nicht auf seiner Seite.

Im Vergleich (mit so einem Marktakteur wie Herrn Murdoch) plädiere ich für einen nicht profitgesteuerten und entschieden verkleinerten ÖRR.

(Ein moralisches Urteil will und kann ich mir ernsthaft gar nicht anmaßen.
Das würde voraussetzen, daß ich selber den höchsten moralischen Standards genüge.
Leider Fehlanzeige!)

Ich denke Murdoch ist ein mehr oder weniger talentierter normaler Mensch, der mit einem ausgeprägten Machtinstinkt, eingeübten Verhaltensroutinen und etwas Glück (Ich kenne seine Biografie nicht?) seine Position als „Medienmogul“ erkämpft hat. 

Diese seine Machtstellung und Möglichkeit der Einflussnahme ist mir jetzt nicht geheuer.

Z.B. könnten sich ihm (oder der von ihm manipulierten Volksmeinung) Politiker anbiedern oder er könnte die Karrieren von ihm missliebigen Personen zerstören.

Bekanntermaßen bestimmt in Italien Herr Berlusconi was ein großer Teil der Eingeborenen dort denkt.
 


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Offline Thomas L. B.

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Re: Pluralistische ARD und ZDF
« Antwort #37 am: 25. März 2013, 15:13 »
du hast Recht, ich meinte ja auch nur, dass er in diesem einen Punkt moralischer handelt, er setzt den Menschen nicht die Pistole auf die Brust und sagt, jetzt Geld her oder ich hole es mir mit Gewalt. Die Unmoral liegt in diesem Zwang. Von dem ich finde, dass er in dieser Form was ganz Neues ist. Alle anderen Abgaben sind doch wenigstens noch soweit freiwillig, als das ich durch die eine oder andere Unterlassung, von der Geldausgabe frei bin. Aber diesmal muss wirklich jeder, der in den Grenzen 2013, mithin unter der Berliner Fuchtel wohnt.

Thomas L.B.


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Offline BM

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Re: Pluralistische ARD und ZDF
« Antwort #38 am: 11. April 2013, 15:55 »

„Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, was passiert. Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter, - Schritt für Schritt, bis es kein zurück mehr gibt!“

Das sind nicht die geheimsten Gedanken eines Mafiosi, sondern das ist eine Aussage von Herrn Junker (1999), lange Zeit Vorsitzender der Euro-Gruppe und Ministerpräsident von Luxemburg.

Gestern hörte ich von einer EZB-Studie über den Reichtum in den einzelnen Euro-Ländern (ich habe jetzt leider keine Zeit nach genauen Zahlen zu suchen und bin mir bewusst, dass Statistiken auf die verschiedenste Weise erhoben werden können und alles mögliche beweisen können): Das durchschnittliche Haushaltsvermögen (Medianvermögen) Angaben in Euro in Cypern 260000(?), in Spanien 180000, in Deutschland 5o000 und in Luxemburg 400000(!!!). 
Siehe "Europas Phantom-Reichtum" im Handelsblatt.

Die Bevölkerung in Luxemburg war immer schon recht wohlhabend, aber durch den Euro kam noch einmal ein ordentlicher „Reichtumszuschlag“ dazu.

Was das mit dem Ärger (mein Ärger) über den Öffentlich Rechtlichen Rundfunk tun hat?

Der ÖRR hat massiv Propaganda gemacht für die Euro-Zone.

Herr Juncker hatte Gelegenheit mehrmals täglich im Radio und Fernsehen seine Visionen eines geeinten Europa auszubreiten. Sein Außenminister Asselborn: „Deutschland müsse mehr Verantwortung übernehmen“ (mehr zahlen!)



Wir erinnern uns:
Es würde niemals eine Vergemeinschaftung der Schulden im Euro-Raum geben,  war der deutschen Bevölkerung von den deutschen Politikern versprochen worden, dies sei vertraglich ausgeschlossen bzw abgesichert....


Politiker und ÖRR-Spitzen sind Gutverdiener und machen in harmonischer Eintracht beide Politik für Ihresgleichen, also für Gutverdiener.
Das betrifft m.E. (wenn man die Konsequenzen betrachtet, z.B. wenn Eurobonds eingeführt werden) auch die SPD und die Grünen.

Menschen die sich Ausklinken“ wollen, z.B. Gebührenverweigerer, stören die für einige Leute komfortable Ordnung und müssen „bekämpft“ werden oder wieder auf die Norm gebracht werden, z. B. mit einer ÖRR-Gehirnwäsche.

Ich vermute, dass es sich bei den meisten GEZ-Gegnern um Leute mit einem geringeren Einkommen handelt.

Bei einer Info-Veranstaltung der AfD (neue Partei: „Alternative für Deutschland“) sagte ein Referent (Landgrebe) in Gießen: “....Am schlimmsten wird es die kleinen Leute treffen...“
Ich unterstelle, er hat es aus einem Anflug von Mitgefühl gesagt (?).

Bei dem „Gründungsparteitag“ der Anti-Euro-Partei am 14.4. jetzt in Berlin wünsche ich mir, dass nicht nur gutverdienende CDU- und FDP-Dissidenten, wirtschaftsliberale Ökonomieprofessoren und andere aus dem Lager der Wohlhabenden ihre Standpunkte durchsetzen, sondern es sollten auch „Lösungsmodelle“ erarbeitet und vorgestellt werden, die einen Ausstieg aus der Euro-Zwangsgemeinschaft für alle Gesellschaftsschichten gleichermaßen ermöglichen, - und zwar bei fairer „Lastenübernahme“.

Die Schere zwischen arm und reich hierzulande in der Gesellschaft darf nicht weiter wachsen!

Ein gemeinsames friedliches Europa (war der Friede ernsthaft gefährdet, stand Frankreich kurz vor dem Einmarsch in die Bundesrepublik als es zur Wiedervereinigung kam?) ist auch in meinem Interesse.

Aber warum sollen aus dem deutschen Steueraufkommen „Betrügerstaaten“ gesponsert werden, in denen sich die Reichen nicht solidarisch zeigen, z. B. keine Steuern zahlen und ausbüchsen?
Warum soll auf versteckten Umwegen deutsches Geld verplempert werden, um die angenehmen Rentenregelungen in Frankreich, Griechenland, ... zu finanzieren, während es hierzulande auch alte Menschen mit niedrigsten Rentenanwartschaften gibt und in der EU andere Staaten (Slowakei, Polen, ...) die Deutschen nicht dermaßen finanziell angezapft haben?

Wegen mir sollen die Guthaben deutscher Banken bei Pleitestaaten notfalls abgeschrieben werden.
Dann wäre die deutsche Politik gefordert, sich Gedanken darüber zu machen und entsprechende Gesetze zu verabschieden, wie die eintretende Konfusion geregelt werden müsste und der übriggebliebene Reichtum, bzw. die Schulden gerecht verteilt werden müßten.


Leider ist das jetzige politische Personal diskreditiert und wäre dazu nicht in der Lage.



Neuester Spruch von Schäuble (sinngemäß?):

Es muß erst eine Krise entstehen, um die Vereinigung Europas voranzutreiben.

Wer hat den ganzen Mist denn losgetreten und zu verantworten?



Noch einmal zum Einprägen der vielsagende Spruch von Herrn Juncker:

[b]„Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, was passiert. Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter, - Schritt für Schritt, bis es kein zurück mehr gibt!“ [/b]

Den sollte man in der Schule auswendig lernen, dann wissen die Schüler und Lehrer wie Politik funktioniert ...






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Offline BM

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Re: Pluralistische ARD und ZDF
« Antwort #39 am: 10. Mai 2013, 17:34 »

Interessanter Artikel in Spiegel-online zum „ÖRR-Einheitsbrei“:

Journalismus in der Krise: Und nun die Scheinnachrichten
Eine Kolumne von Georg Diez
„Drohnen, Merkel, Krise: Die deutschen TV-Nachrichten tun so, als würden sie uns Zuschauer informieren. Tatsächlich stampfen sie uns in die Passivität, sie machen uns dümmer und letztlich uninformierter. Wie es besser ginge, zeigt die BBC.“


http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/georg-diez-ueber-nachrichten-und-die-krise-des-journalismus-a-899091.html#spCommentsBoxPager
 
Die Kommentare sind zumeist auch lesenswert!


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Offline Jan

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Re: Pluralistische ARD und ZDF
« Antwort #40 am: 15. Mai 2013, 21:54 »
@antilinker:

Ganz offen gesagt: Du bist hier wirklich im falschen Forum!

Uns geht es nicht darum, ob wir nun ÖRR sehen und hören oder nicht!
Uns geht es auch nicht darum, eine andere politische Grundtendenz in den ÖRR durchzusetzen!

Die Motive, GEZ und den ÖRR abzuschaffen bzw. erheblich einzuschränken, ergeben
sich aus sozialen und gesamtgesellschaftlichen Überlegungen, die Dir nicht gefallen
werden: Die Gründe sind:

1. Die Gebühren-Erhebung bzw. Beitragserhebung ist nicht sozial!

2. Die "demokratisch wertvollen Sendungen" wie Panorama, Monitor, ZAPP, Extra-3, Report,
Bundestagsübertragungen und politische Info-Sendungen sowie Nachrichten usw.
machen nur ein Minibruchteil der Sendungen aus. Finanziell betrachtet sind sie sogar
unendlich fragmentarisch klein und können den derzeitigen exorbitanten Finanzbedarf nie
und nimmer rechtfertigen.

------------------------------------



Ich glaube nicht, daß Du für alle sprichst.

Der Finanzbedarf der ÖR geht mich persönlich auch gar nichts an. Meinetwegen können die soviel Geld verprassen, wie sie wollen. Nur meines nicht.





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Offline Jan

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Re: Pluralistische ARD und ZDF
« Antwort #41 am: 15. Mai 2013, 22:10 »
@ BM

Für Ihr Programm würde ich auch keinen Pfennig bezahlen.






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Offline Helmut Enz

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    • Rundfunkbeitrag und Freiheit des Gewissens
Re: Pluralistische ARD und ZDF
« Antwort #42 am: 19. Mai 2013, 12:11 »

Ich fühle mich als *Kunde* des ÖR-Radio verraten und verkauft.
.
.
.

Ich überlege mir schon seit einiger Zeit, wie man die unzähligen Radiohörer ohne Fernseher erreichen könnte, um sie zum Beispiel darüber zu informieren, dass es die Möglichkeit gibt, einen Antrag auf Befreiung von der Rundfunkbeitragspflicht aus religiösen Gründen zu stellen.

Das wäre meiner Meinung nach zum Beispiel Teil des Grundversorgungsauftrags des ÖR-Radios.
Ich bin natürlich nicht so naiv, zu glauben, dass sie ihre Hörer darüber informieren werden.
Also werden die ÖR-Radio-hörer tatsächlich verraten und verkauft.

Da ich mich innerlich auf den Prozessweg einstelle, wäre das ein weiteres Argument gegen "Erfüllung des Grundversorgungsauftrages" und "Demokratie-abgabe".


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« Letzte Änderung: 19. Mai 2013, 13:07 von Helmut Enz »
Friedrich Schiller:
Die Großen hören auf zu herrschen, wenn die Kleinen aufhören zu kriechen.

Offline BM

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Re: Pluralistische ARD und ZDF
« Antwort #43 am: 07. Januar 2014, 22:17 »
Hallo Helmut Enz,

als ich das erste Mal davon hörte, aus religiösen Gründen eine Befreiung von den Rundfunkgebühren zu erwirken, hielt ich das für eine etwas skurrile Vorgehensweise.
 
Es schien mir zumindest nicht geeignet, als das es von einer größeren Schar von Gebührenverweigerern/ Klägern übernommen werden könnte.


Verstehe ich Dich richtig, daß Du den ÖRR als eine „neuartige“ Religion mit „missionarischem“ Anspruch siehst und Du dich der allumfassenden Einwirkung entziehen möchtest?




Das deutsche Grundgesetz  sichert die Glaubens-und Gewissensfreiheit in

      Artikel  4


(1) Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit           des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses sind    unverletzlich.
           (2) Die ungestörte Religionsausübung wird gewährleistet.“
                   (3)  Niemand darf gegen sein Gewissen zum Kriegsdienst mit der Waffe            gezwungen werde. Das Nähere regelt ein Bundesgesetz.



Wie dieser Sachverhalt im Detail geregelt oder gehandhabt wird oder wie es von Juristen oder Theologen kommentiert wird, welche Gerichtsurteile zu dem Thema vorliegen, welche rechtsphilosophischen Spitzfindigkeiten da hineinspielen usw. ist mir nicht bekannt.

Da sind Fachleute (z.B. Theologen, alternativ aber auch Menschen mit freidenkerischen Vorstellungen?) gefragt, die sich mit der Materie länger und grundlegend befasst haben und hier etwas beisteuern könnten.

Mich hier über Fragen praktizierten Glaubens oder ungestörter Religionsausübung auszulassen wäre lächerlich und das wollte ich mir und anderen eigentlich nicht antun.

Dennoch ist mir etwas eingefallen.
Wenn der ÖRR wesentliche Funktionen übernommen hat, die früher in der Hand der Kirche lagen, könnte man doch sagen, daß er bzw das gesendete Programm wesentliche Merkmale einer Religion aufweist?

Der ÖRR verabreicht den Gläubigen ein Wertesystem, liefert den Orientierung Suchenden eine Welterklärung, er präsentiert emotional aufgeladene Inszenierungen, er schafft ein Gemeinschaftsgefühl durch kollektiv erlebte Events, - wenn auch nur virtuell und fremdgesteuert.

Radio und Fernsehen definieren das Wahre, Gute und Schöne. (Zumindest liefern sie für diese Qualitäten jeweils die ganze Skala und die Optima darf man sich dann herauspicken)

Aus dem Äther sprechen erlauchte Menschen, Übermenschen, Prominente, Wichtigtuer zu uns.

Der ÖRR ist staatstragend, so wie die Kirche immer eine wesentliche Säule des Staates war.
 
Er hält alle Glieder des Gemeinwesens durch aktuelle Nachrichten auf dem Laufenden. Die Zeiten ändern sich, dauernd passiert etwas, es kommen immer neue Informationen hinzu, die wiederum eine neue Kommentierung erfordern. Die wird gleich mitgeliefert oder ergibt sich aus dem Rahmen. Das System ist auf Dauer angelegt, es wird zur Gewohnheit und, - weil es abhängig macht, unverzichtbar. 

Ein vertrautes, verlässliches „Koordinatensystem“ ist natürlich wichtig.
Ich würde sagen, daß auch ich in einer komplizierten Welt darauf (auf Medieninformationen, speziell Radio) zurückgreifen möchte, - neben Zeitung und Internet.

Durch die - wie auch immer gesteuerte - Themenauswahl definiert der ÖRR was relevante Informationen sind.

Er reklamiert das „wir“, sozusagen die Autorität der Gemeinschaft, dem ich als singuläres einfaches Würstchen wenig Substanzielles entgegenstellen kann.
Meine eigenen persönlichen Erlebnisse erscheinen banal und belanglos im Vergleich zu den öffentlich rechtlichen Sensationsmeldungen (Äußerungen von Politikern, Königshochzeiten, Formel1-Events, Flugzeugabstürzen, Kriegen und anderen Wichtigkeiten).

Da werden also in penetranter Weise Anregungen zum Denken, Fühlen oder auch zum Abstumpfen und Resignieren an mich herangetragen, raffiniert aufbereitet, so daß ich mich der Dauerberieselung möglichst nicht entziehen kann.

Das spielt sich alles im virtuellen Bereich ab, ist nicht echt, ich kann mich nicht einbringen, kann nicht reagieren, werde fortwährend verleitet als passiver Konsumidiot an der fernen Show teilzunehmen.
 
Die Fernsehmacher erwarten also, daß ich mein Gehirn als „Resonanzboden“ zur Verfügung stelle und zwar um eine Fülle von Sendungen zu konsumieren, die von wem und mit welcher Zielsetzung auch immer inszeniert wurden,.

Das ist an sich nichts Besonderes. 

Aber eine Gleichschaltung und Bevormundung durch einen federführenden „Geist“, der mich in eine bestimmte Richtung manipulieren möchte und den ich gelegentlich und bei bestimmten Themen systembedingt immer wieder beim Lügen ertappe, möchte ich mir gern ersparen.

Die ö.r. Rundfunkanstalten treten mir mit einem Informationsangebot entgegen, - in ganz harmloser und fürsorglicher Weise tun sie das.
Ich sehe mich mit einem Welterklärungsanspruch konfrontiert und werte diese Indoktrinierung als einen unzulässigen Machtanspruch.

Die öffentlichkeitsgeilen Politiker werden als Trittbrettfahrer mitgenommen.
Diese sind unverzichtbar, u.a. weil sie den Status des ÖRR und die Rundfunkgebühren legitimieren.
Es wäre sicher etwas hart gesagt, dies sei eine Kumpanei unter Spitzbuben zum gemeinsamen Vorteil.

Es ist – um in diesem Kontext zu bleiben - eine unheilige Allianz, es sind knallharte materielle Interessen der Beteiligten im Hintergrund, die ihrem Unternehmen den „heiligen“ Anstrich geben, gesellschaftlich Wertvolles zu liefern.

Indem sich die ö.r. Rundfunkanstalten eine noble, idealistische Attitüde geben, sind sie scheinheilig, - sie waren das immer schon, jetzt durch die Zwangsabgabe kommt der wahre Charakter (Geldgier, Machtgier, Verschwendung auf Kosten der Allgemeinheit usw.) um so deutlicher zum Vorschein.
 
Den Bürgern wird Geld für eine gar nicht oder immer weniger gewünschte Leistung aus der Tasche gezogen, es wird Ihnen eine Ideologie aufgedrückt, sie werden dumm gehalten usw.  und es werden Durchschnittsidioten, die etwas dreister und pfiffiger sind, zu prominenten Politstars aufgebaut, - durch die Magie des Mediums.

Und alle Profiteure haben ein Interesse daran, daß dies - wie geschmiert - so weiter läuft.

Die modernen, demokratischen Politiker scheinen in der Mehrheit daran keinen Anstoß (an der Zwangsabgabe) zu nehmen.




(In dem lesenswerten Artikel „Die entwickelten Demokratien der Welt stehen am Abgrund“ von Wolfgang J. Koschnik   http://www.heise.de/tp/artikel/40/40546/3.html   fand ich folgendes Zitat:

Politik ohne Gemeinwohlperspektive
Die Politik hat mit dem Gemeinwohl nichts mehr zu tun. Vielmehr sind alle davon überzeugt, dass Politiker ihr eigenes Süppchen kochen. Politische Beobachter gehen heute davon aus, dass sich in den etablierten Demokratien eine vom Volk weitgehend losgelöste Kaste von Politikern gebildet hat ("die politische Klasse" ), die in einer eigenen Welt betriebsamer Geschäftigkeit und hochtrabender Herablassung lebt und die sich immer unverhüllter gegen das Volk wendet, es jedoch auf gar keinen Fall repräsentiert.
Es mag durchaus sein, dass diese Kaste sich nicht als solche empfindet. Sie hat dennoch deutliche Züge einer Kaste und sie wird vor allem von der breiten Bevölkerung und anderen politischen Beobachtern als solche wahrgenommen. …..

…...  Das grassierende Misstrauen großer Teile der Bevölkerung kommt nicht von ungefähr; denn diese Kaste hat sich in etablierten demokratischen Systemen komfortabel eingerichtet. Nur sind die sozialen Prozesse, durch die sie ihre politische Herrschaft errichten und verfestigen konnte, wesentlich diffiziler als die relativ grobschlächtigen Prozesse, durch die Herrschaft in vordemokratischen System entstand und bestand.
Die in praktisch allen etablierten Demokratien herrschende und sich kontinuierlich weiter ausbreitende Politikverachtung kann nur Gründe haben, die im System der etablierten Demokratien selbst ruhen. Das System "repräsentative Demokratie" selbst hat die Grenzen seiner Leistungsfähigkeit erreicht. Und wenn sich die Verantwortungsträger weiter gegen die Erkenntnis wehren, dass der Niedergang der Herrschaftsform "Demokratie" bereits in vollem Gange ist, dann wird das Ende der Demokratie unvermeidlich sein und gewissermaßen über Nacht über alle hineinbrechen.
….


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Offline Roggi

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Re: Pluralistische ARD und ZDF
« Antwort #44 am: 08. Januar 2014, 00:07 »
Jetzt ist mir auch klar, warum örR so wichtig für die Demokratie ist: dadurch, dass ein Großteil der Bürger am freien Denken behindert wird und vorgefertigte Meinungen serviert bekommt, können die feinen Damen und Herren politische Fehlentscheidungen treffen, ohne dass es zum Volksaufstand kommt. Die Demokratie lebt, der Bürger bleibt auf der Strecke. Beispiel: Bankenkriese, Hilfsfonds, Krankenkasse, Rentenkasse usw., vorneweg der RBStV. Darauf wäre ich nicht gekommen, wenn ich weiterhin von diesem öffentlich vernebelnden Rundfunk verdummt worden wäre. Vermutlich hätte ich noch wie ein Junkie auf Entzug aufgejault, wenn mir jemand den Bildschirm ausgeknipst hätte. Ohne diese mediale öffentlich rechtliche  Beweihräucherung der Fehlentscheider wären diese unfeinen Damen und Herren in den Berichten der privaten Medien bloß Versager, die abgewählt werden müssen. So aber jubeln ihnen tausende zu, wie in Berlin mit Merkel und Obama. Über die korrupten Machenschaften bei der Vergabe von Olympia und WM wird nicht berichtet, Sport nährt örR, örR nährt Sport. Die Funktionäre werden gefeiert, als hätten sie persönlich alle Goldmedailen bezahlt und alle Völker geeint.

Hallo Helmut Enz,
als ich das erste Mal davon hörte, aus religiösen Gründen eine Befreiung von den Rundfunkgebühren zu erwirken, hielt ich das für eine etwas skurrile Vorgehensweise.
Es schien mir zumindest nicht geeignet, als das es von einer größeren Schar von Gebührenverweigerern/ Klägern übernommen werden könnte.
Verstehe ich Dich richtig, daß Du den ÖRR als eine „neuartige“ Religion mit missionarischem“ Anspruch siehst und Du dich der allumfassenden Einwirkung entziehen möchtest?
Das ist keine Religion, das ist eine Sekte!


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