Autor Thema: ZDF-Intendant: "Wir werden sehr genau kontrolliert. Und das ist okay"  (Gelesen 412 mal)

Offline ChrisLPZ

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MDR / medien360g, 12.11.2020

Interview mit ZDF-Intendant Thomas Bellut
"Wir werden sehr genau kontrolliert. Und das ist okay"

ZDF-Intendant Thomas Bellut warnt davor, sich politischem Druck zu beugen und sieht in einem Abo-Modell keine Alternative zur Finanzierung der Öffentlich-Rechtlichen, die für alle in der Gesellschaft da sein müssen.

von Steffen Grimberg (ehem. ARD Pressesprecher)

Zitat
Steffen Grimberg: Wir sind zu Gast bei Thomas Bellut. Er ist der Intendant des ZDF, also Chef des Zweiten Deutschen Fernsehens in Mainz. Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit nehmen, um uns ein paar Fragen zu beantworten, die aufgetaucht sind in dieser Diskussion: Der öffentlich-rechtliche Rundfunk – Was tut er eigentlich für uns? Und warum müssen ihn alle Menschen in Deutschland bezahlen? Deswegen auch gleich die erste Frage Herr Bellut: Wie machen Sie jemandem auf der Straße, den Sie vielleicht zufällig treffen, den öffentlich-rechtlichen Rundfunk schmackhaft und auch die Tatsache, dass jeder dafür bezahlen darf?

Thomas Bellut: Also ich glaube wirklich, dass wir viel dafür tun, dass Demokratie überhaupt möglich und praktikabel ist in diesem Land. Fernsehen, auch Hörfunk sind nach wie vor unglaublich wichtig. Niemand hat mehr Informationsangebote als die öffentlich-rechtlichen Plattformen. Das allein reicht schon als Argument, finde ich.
[…]

Steffen Grimberg: Der MDR hat dieses System eben auch versucht, seinen Nutzerinnen und Nutzern zu erklären und da kamen dann viele Fragen, zum Teil auch Vorwürfe und von denen würde ich jetzt einige gerne mit Ihnen mal, so zu sagen, abarbeiten. Da fragen zum Beispiel viele: Warum soll ich denn dafür bezahlen, wenn ich das gar nicht nutzte? Da sagen vor allen Dingen junge Leute: Ich habe doch gar keinen Fernseher mehr, warum soll ich den Rundfunkbeitrag entrichten müssen?

Thomas Bellut: Also denen würde ich spaßig sagen, sie werden auch noch älter und werden mehr Fernsehen gucken.
[…]

Steffen Grimberg: Ein weiterer Vorwurf ist, Sie haben die Gremien schon angesprochen, der öffentlich-rechtliche Rundfunk sei immer noch zu staatsnah.

Thomas Bellut: Ja, ich bin halt schon länger im Geschäft. Ich kenne sehr heftige Diskussionen darüber. Und das Verfassungsgericht hat ja reagiert, als geklagt worden ist nach Personalentscheidungen im ZDF und hat festgelegt, dass nur ein Drittel der uns kontrollierenden Gremien staatsnah sein dürfen: also Abgeordnete, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Landesregierung und ähnliches. Und das, finde ich, ist eine saubere Regel. Die will ich auch drin haben. Ich will klar sagen: auch Parteienvertreter. Parteien sind demokratische Organisationen, da werden deren Führungskräfte auch gewählt, die gehören zur Demokratie dazu.
Es darf nur nicht überhandnehmen. Und am Ende ist es die Verantwortung des Intendanten, Grenzen dieser Versuche der Einflussnahme zu setzen. Ohne Einflussnahme bei der Macht, die man auch hat, die Versuche sind ja nachvollziehbar. Das kommt darauf an, wie man damit umgeht und dass man nicht alles mitmachen.
[…]

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« Letzte Änderung: 21. November 2020, 15:49 von Bürger »

Offline noGez99

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Achtung Framing!
Es wird die vollversorgende Unterhaltungseinlullung und die Versorgung mit Nachrichten und Demokratie gleichgesetzt und damit für unverzichtbar erklärt.

MDR / medien360g, 12.11.2020
Interview mit ZDF-Intendant Thomas Bellut
"Wir werden sehr genau kontrolliert. Und das ist okay"

Zitat
Thomas Bellut: Also ich glaube wirklich, dass wir viel dafür tun, dass Demokratie überhaupt möglich und praktikabel ist in diesem Land.
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Aha "Babylon Berlin" und Tatort machen die Demokratie möglich!

Trennung der Versorgung in Nachrichten-Grundversorgung (Demokratie) und Unterhaltung wie die Sendung "Auf Klo"!


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« Letzte Änderung: 21. November 2020, 15:54 von Bürger »
(nur meine Meinung, keine Rechtsberatung)       und         das Wiki jetzt !!

Offline Nevrion

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Urgh, ist mir schlecht. Wenn man Gründe sucht gegen den ÖRR zu sein, hat er in diesem Interview wohl wieder einiges geliefert. Aus persönlicher Erfahrung kann ich übrigens sagen, dass mein Fernsehkonsum mit dem Alter nachgelassen hat und seit bald 10 Jahren auf einem Nullpunkt steht.


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Offline drboe

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MDR / medien360g, 12.11.2020
Interview mit ZDF-Intendant Thomas Bellut
"Wir werden sehr genau kontrolliert. Und das ist okay"

Zitat
Thomas Bellut: Also ich glaube wirklich, dass wir viel dafür tun, dass Demokratie überhaupt möglich und praktikabel ist in diesem Land.
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Glauben ist eine gewisse Zuversicht dessen, was man nicht weiß. Dass Herr B. glaubt viel für die Demokratie zu tun, mag seinem Verständnis von dieser Staatsform entsprechen. Es wäre ja auch erstaunlich, würde er statt PR in eigener Sache zu machen Kritik an seiner eigenen Arbeit äußern. Aber selbst ein so devoter Stichwortgeber wie Steffen Grimberg wollte vermutlich nicht über Glaubensfragen reden. Um austauschbares Wischi-Waschi aber schon. Könnte an der Vita des Fragestellers liegen, der das, was er da abliefert, vermutlich für guten Journalismus hält.
Völlig abseitig wird es, wenn Herr B. den Nutzen der Landesrundfunkanstalten darin sieht, dass diese eine „sinnliche“ Darstellung von Politik ermöglichen, die anders nicht organisierbar sein soll. Ich kann solche Sinnlichkeit nicht erkennen und bezweifle auch, dass dies Aufgabe von ÖR-Rundfunk ist. Aber selbst wenn dem so sein sollte, führt dies automatisch zu der Frage, wozu es dann das ZDF gibt, welches ja offenbar auch nach Ansicht des verantwortlichen ZDF Intendanten solches  nicht ermöglicht. Skurril auch die Aussage, dass allein die Masse des Informationsangebots ein Argument für den ÖR-Rundfunk wäre. Mir kommt es doch eher auf Qualität an. Nach meinen Feststellungen gibt es zudem wesentlich mehr Krimis und Trallala-Sendungen als Informationen im ÖRR. Das zu ermitteln reicht ein Blick in eine x-beliebige Programmzeitschrift.
Kurios auch, dass Herr B. auf eine ernste Frage meint den Spaßmacher geben zu müssen. Ich mag Späße, vom Clown im Zirkus. Aber ich zahle nicht für den Dummen August, wenn ich nicht in den Zirkus gehe. Schön, dass der ZDF-Intendant feststellt, dass man niemanden vor das TV-Gerät zwingen kann. Merkwürdig, dass er dies für die Finanzierung seines Senders nicht gelten lässt.
Dass junge Leute älter werden, ist sicher richtig, auch wenn die Erkenntnis nicht wirklich originell ist. Originell finde ich, dass älter werden dazu führen soll, dass sich die Nicht-mehr-Jungen vor die Rentner-Glotze setzen; das ist vermutlich auch so eine Glaubensfrage des Herrn B. Aber ich kann mir das durchaus vorstellen; jedenfalls wenn der Zahn der Zeit massiv zu Lasten der Intelligenz geht, so stark, dass man das Programm des ZDF mit Information verwechselt. Es wird hoffentlich bessere Todesarten geben als vor dem TV zu verblöden. Für mich muss ich Herrn B. jedenfalls enttäuschen: ich bin zuversichtlich, dass es bei mir bis zur Demenz noch etwas hin ist. Und ich bin alles andere als jung! Offenbar ist der ÖRR von den Ansichten des Herrn aus Mainz auch nicht richtig überzeugt. Anders sind die Bemühungen um die Eroberung des Internets kaum nachvollziehbar. Wobei Herr B. das Internet für eine andere Form von Fernsehen hält. So doof kann man sein. Mailt, chattet, telefoniert man über Rundfunksender? Kann man die zum recherchieren und spielen benutzen, vernetzt mich das ZDF mit der Welt? Das ist mir bisher nicht aufgefallen. Die Fernsehmacher schwärmen doch eher vom „Lagerfeuer“, um dass sich die Familie einst versammelte.

M. Boettcher


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« Letzte Änderung: 22. November 2020, 01:06 von Bürger »
Während unseres endlosen Krieges gegen Syrien habe ich keinen einzigen glaubwürdigen Beweis dafür gesehen, dass die "Gasangriffe" von der syrischen Armee ausgingen. Und ich habe es satt, dass wir Syrien jedes Mal bombardieren, wenn Al-Qaidas "Weisshelme" ein weiteres Ereignis unter falscher Flagge veranstalten. Ein mutiger Journalist sollte sich fragen, warum alle Gasopfer Zivilisten sind und niemals die Terroristen selbst. (Richard H. Black, US-Senator, Republikaner, auf Facebook)

Offline Roggi

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Das örR-Programm ist manipulierend und langweilig. Junge Leute merken das und nutzen diese Sender nicht. Wenn sie älter werden, sind sie nicht so verblödet wie die Generation davor, sondern haben sich die Fähigkeit bewahrt, selbst zu denken und Entscheidungen zu treffen. Sie werden den örR nicht anschauen, zumal die Konkurenz auch älter wird und sich anpasst, eine Eigenschafft, die es beim örR nicht gibt. Ein Medienjunkie wurde nur mit örR zugrunde gehen, er braucht schon intelligente Programme. Die kann man naturgemäß nicht erwarten von jemandem, der sich jetzt schon die Nutzung bezahlen lässt, die in Zukunft vielleicht stattfinden könnte. Die würden lieber jetzt schon für die eigene Rente vorsorgen.

Fazit aus dieser Selbstbeweihräucherung:
- die tun alles dafür, dass der Bürger den Beschiss nicht merkt, den die Regierungen veranstalten.
- mehr Fernseh gucken ja, aber sicherlich nicht örR
- Informationsangebote zuhauf, aber gefühlt alles Wiederholungen, nichts neues, nichts wichtiges. Alles ist Information in allen Medien. Mehr Argumente gibt es ohnehin nicht (armer Wicht)
- das dämliche Geschwurbel um die Staatsnähe ist überflüssig. Er beschreibt den Ist-Zustand. Er meint, er müsse Grenzen setzen, tut es aber nicht. Sein Gestammel ist entlarvend:
MDR / medien360g, 12.11.2020
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Zitat
Thomas Bellut: [...] Es darf nur nicht überhandnehmen. Und am Ende ist es die Verantwortung des Intendanten, Grenzen dieser Versuche der Einflussnahme zu setzen. Ohne Einflussnahme bei der Macht, die man auch hat, die Versuche sind ja nachvollziehbar. Das kommt darauf an, wie man damit umgeht und dass man nicht alles mitmachen.
https://www.mdr.de/medien360g/medienpolitik/interview-thomas-bellut-102.html(Link führt zu einem Angebot des örR. Zum Aufrufen der Webseite URL kopieren (Klick auf "Auswählen", dann ctrl+c), in einem neuen Browserfenster/-tab in die Adresszeile einfügen (ctrl+v) und bestätigen)
Welchen Sinn ergibt dieses Gestammel, wenn es von einem Intendanten kommt statt von einem Praktikanten? Den Sollzustand bei der Staatsferne hätte er seit fünfeinhalb Jahren herstellen müssen. Ja, man kann ihn nach diesem Interview ungestraft als Witzfigur oder Marionette bezeichnen. Falls das jemand bezweifelt, dann nehmt den Satz auseinander:
Zitat
Thomas Bellut: Also denen würde ich spaßig sagen, sie werden auch noch älter und werden mehr Fernsehen gucken.
oder so, ohne Spaß:
Zitat
Thomas Bellut: Also denen würde ich spaßig sagen, sie werden auch noch älter und werden mehr Fernsehen gucken.
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Das ist kein Argument, um jeden zur Finanzierung des Rundfunks zwingen zu können. Das ist eine Ausrede, um nicht gefeuert zu werden wegen Unfähigkeit.


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« Letzte Änderung: 22. November 2020, 01:06 von Bürger »
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