Autor Thema: Ein trauriges Zeugnis öffentlich-rechtlicher Realitätsverniedlichung  (Gelesen 362 mal)

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welt.de, 09.11.2020

„Das Unwort“
Ein trauriges Zeugnis öffentlich-rechtlicher Realitätsverniedlichung

Ein jüdischer Schüler beißt einem muslimischen Schüler das Ohrläppchen ab. Der hat ihn vorher gemobbt. Ja, so sind sie, die Juden – zumindest in Leo Khasins ZDF-Komödie „Das Unwort“. Geschichte eines angekündigten Desasters.

Zitat
Sind muslimische Ohren koscher? Ich frage mich das, weil der Film „Das Unwort“, den das ZDF am Jahrestag der Reichspogromnacht ausstrahlt, eine jüdische Gewalttat gegen einen Moslem voraussetzt. Der Schüler Max Berlinger hat seinem Mitschüler Karim Ansari das Ohrläppchen abgebissen. Einem weiteren muslimischen Mitschüler, Reza Marschner (sic) hat Max das Nasenbein gebrochen.

[…]

Leo Khasins Drehbuch orientiert sich einerseits erkennbar an Yasmina Rezas von Roman Polanski genial verfilmtem „Gott des Gemetzels“, wo ein Schulhofstreit zum Kulturkrieg eskaliert; andererseits, wie das ZDF betont, „an realen Vorfällen“. Und da liegt schon der Hase im Pfeffer, der Hund begraben, oder wie man auch immer die Verlogenheit umschreiben will, der diesem Film zugrunde liegt. Denn es hat zwar in Berlin und anderswo viele Fälle des Mobbings und der Gewalt gegen jüdische Schulkinder und der Angriffe auf jüdische Erwachsene gegeben. Aber keinen einzigen Fall, in dem die Betroffenen sich mit Gewalt zur Wehr gesetzt hätten.

[…]

Das ist einfach nicht komisch

Und Iris Berben, für die man anscheinend die völlig überflüssige Rolle der Dr. Nüsse-Winkelmann geschaffen hat: Ach, ach, ach. Immerhin: Neda Rahmanian macht das Beste aus der viel zu kleinen Rolle der Majan Marschner.

[…]

„Schon die Absurdität des Streites über einen Konflikt, der zunächst einfach verleugnet wird, sorgt für viel Komik“, meint ZDF-Redakteur Günter van Endert. Nein, Herr van Endert, komisch ist „Das Unwort“ allenfalls für Leute, die sich nicht betroffen fühlen. Dass ausgerechnet dieser Film am 9. November ausgestrahlt wird, ist vielmehr ein trauriges Zeugnis öffentlich-rechtlicher Realitätsverniedlichung.

weiterlesen:
https://www.welt.de/kultur/article219362332/Das-Unwort-Ein-trauriges-Zeugnis-oeffentlich-rechtlicher-Realitaetsverniedlichung.html


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« Letzte Änderung: 10. November 2020, 13:16 von Bürger »
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spiegel.de, 09.11.2020

ZDF-Film "Das Unwort"
Tortenschlacht mit Happy End

Wie viel Antisemitismus gibt es in deutschen Schulen? Zum Jahrestag der Novemberpogrome schildert der ZDF-Film "Das Unwort" einen Fall aus Berlin – und scheitert am schwierigen Thema.

Zitat
[…]
So weit, so gut. Doch leider ist die Geschichte so angelegt, dass sie den Intentionen der Programmverantwortlichen weitgehend zuwiderläuft. Laut ZDF-Pressemitteilung will man "den wieder erstarkenden Antisemitismus" mit diesem Film aufgreifen. Tatsächlich aber verlegt Regisseur Khasin nur den Nahostkonflikt ins bundesdeutsche Klassenzimmer. Die bösen Buben, die dem armen Max das Leben schwer machen, sind nämlich ausschließlich Muslime – Palästinenser und Iraner vor allem. Die christlichen Deutschen schauen beim Judenhass nur hilflos zu, die Schülerinnen und Schüler ebenso wie das pädagogische Personal. Bekanntlich lief das am 9. November 1938 etwas anders.

[…]

Nach dem Scheitern der Schulkonferenz – sie endet in einer veritablen Schlägerei, eine Tortenschlacht inklusive – nimmt die Geschichte dann noch eine äußerst unwahrscheinliche Wendung: Aus heiterem Himmel kommt es zu einer jüdisch-arabischen Versöhnung zwischen dem Vater des Opfers und dem Vater des Haupttäters. Offenbar wollte man um jeden Preis ein Happy End für den Film. Wenn man nur mal nett miteinander redet, so die naive Botschaft der Geschichte, lässt sich sogar der Nahostkonflikt lösen, jedenfalls auf den Fluren eines Berliner Schulamtes.

weiterlesen:
https://www.spiegel.de/kultur/tv/das-unwort-mit-iris-berben-tortenschlacht-mit-happy-end-a-aee9838f-6d42-46e6-b5e0-33c181b2a7d9


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