Autor Thema: Wir dürfen die Kritik am ö.r. Rundfunk nicht den Populisten überlassen  (Gelesen 415 mal)

Offline ChrisLPZ

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Heise / Telepolis, 11.09.2020

Wir dürfen die Kritik am Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk nicht den Populisten überlassen

Von Tobias M. Schwaiger

Zitat
Ideen für einen besseren Rundfunk
Mit dem neuen Medienstaatsvertrag wird sich der monatliche Rundfunkbeitrag nach monatelangen Auseinandersetzungen um 86 Cent auf dann 18,36 Euro erhöhen. In Anbetracht einer veritablen Wirtschaftskrise, die bundesweit mehr als 5 Millionen Arbeitnehmern Kurzarbeit beschert hat und unzählige Privathaushalte und Unternehmen vor mitunter existenzielle finanzielle Probleme stellt, ist das derzeit nicht unbedingt der ideale Zeitpunkt für die um Akzeptanz ringenden Rundfunkanstalten.

Aber gäbe es einen geeigneteren Zeitpunkt, um eine sachliche Debatte über den Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk zu führen? Wann, wenn nicht jetzt, sollte man die Sendeanstalten einer kritischen Evaluation unterziehen und die eine oder andere konstruktive Reformforderung artikulieren, die dem Rundfunk letztlich mehr Akzeptanz bei den Beitragszahlern verschaffen würde?
[…]
Wie ist es um die Neutralität des ÖRR bestellt?
[…]
Ist die Zusammenstellung der Rundfunkräte noch zeitgemäß?
[…]
Stellt der Rundfunk die Grundversorgung sicher?
[…]
Wo könnte die Zukunft der Öffentlich-Rechtlichen liegen?
[…]
Wir dürfen Kritik nicht den Populisten überlassen
[…]

Tobias M. Schwaiger hat Medien-, Kultur-, Film- und Literaturwissenschaften an der Ludwig-Maximilians-Universität in München und am University College London studiert. In seiner 2019 erschienenen Dissertation beschäftigte er sich mit dem Wissenschaftsbild im Science-Fiction-Film. Er schreibt und forscht zu medien- und kulturwissenschaftlichen Themen.

Weiterlesen auf:
https://www.heise.de/tp/features/Wir-duerfen-die-Kritik-am-Oeffentlich-Rechtlichen-Rundfunk-nicht-den-Populisten-ueberlassen-4886435.html

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Offline Nevrion

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Witzig fand ich diese Zeile:

Zitat
Letztlich sind wir, das Publikum, die Beitragszahler, gezwungen, den Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk kritisch zu begleiten, wollen wir Kritik an dieser Einrichtung nicht den Populisten überlassen. Wagen wir also mehr fundierte Kritik an den Öffentlich-Rechtlichen!

Weil man daran merkt, dass hier selbst selbsternannte Kritiker immer noch den Tunnelblick haben und tatsächlich glauben, dass Beitragszahler = Publikum ist XD Dass toppt er dann nur noch mal im nächsten Satz, indem er suggeriert, dass Kritik, wenn Sie von der AfD oder Rechten kommt, pauschal unfundiert ist. Als ob nur eine bestimmte politische Richtung angebrachte, fundierte Kritik äußern könnte.


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Offline Tracker

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Wir dürfen Kritik nicht den Populisten überlassen

So weit, so gut... Das Dumme ist nur, die Medien selber üben ja kaum Kritik, innerhalb des ÖR existiert Kritik überhaupt nicht.


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« Letzte Änderung: 12. September 2020, 00:13 von Bürger »

Offline ope23

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Der Junge muss noch lernen, dass der Beitragszahler unabhängig von seinem Nutzungswillen den Beitrag entrichtet.

Was die Stilistik angeht, so sollte der Junge von seinen diversen Superlativ-Ausdrücken wegkommen. Allein im ersten Absatz finde ich 6 solcher Wendungen ("veritablen" Wirtschaftskrise, "unzählige" "existenzielle ... Probleme", "nicht unbedingt", "ideale" Zeitpunkt , um Akzeptanz "ringenden").

Der Artikel macht Framing, wenn es um andere Ansichten geht: "seriöse Beobachter", "sachkundige und konstruktive Reformvorschläge"..., und ein allgegenwärtiges "wir"  ???

Einmal etwas Hellsichtiges:
Man bekommt den Eindruck, dass Kritik an Medien und Journalisten schon lange nicht mehr so schwierig zu äußern war wie heute, insbesondere dann, wenn sie den Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk adressiert. Spätestens seitdem die AfD zu einer relevanten politischen Kraft geworden ist, haftet ihr schnell der Ruch des Rechtspopulismus an. Zu oft bekommt man das Gefühl, sich auch durch vorsichtig und differenziert formulierte Kritik zu Weidel, Höcke und von Storch ins Boot zu setzen.

und dann gleich völliger Quark
Doch warum scheint die AfD ein Monopol auf Kritik an den Öffentlich-Rechtlichen zu haben? Warum lassen wir ein Vakuum in der öffentlichen Debatte entstehen, das von den Rechtspopulisten problemlos ausgefüllt wird?
Es gibt kein AfD-Monopol, es gibt kein "Vakuum", und von den Rechtspopulisten wird es nicht "problemlos" ausgefüllt. Mal davon abgesehen, dass das Wort "Kritik" viel zu groß ist (Kritik am Rundfunkbeitrag, Kritik am Inhalt, Kritik an nicht vorhandener Staatsferne,....).

Eine Antwort auf diese "Warums" gibt er übrigens nicht, nicht einmal ansatzweise.

Gegen Ende kommt dann noch
Rundfunkkritik ist ein wesentlicher Bestandteil demokratischer Debattenkultur. Lassen wir sie also nicht verkümmern!
Dazu trägt der Aufsatz nur minimal bei.

Mir kommt es langsam echt so vor, als ob man heutzutagen den deutschen öffentlich-rechtlichen Rundfunk nur gerade so verhalten und so vorsichtig kritisieren dürfen würde, wie man es sich von ehemaligen DDR-Bürgern aus der Zeit bis vielleicht 1985 erzählen lässt.

Der allererste Kommentar ist übrigens dieser:
Zitat
Konstruktive Kritik gab es schon immer, halb Youtube ist Kritik und Gegendarstellung.
Besser, wir stellten die Legitimitätsfrage.
Quelle: https://www.heise.de/forum/Telepolis/Kommentare/Wir-duerfen-die-Kritik-am-Oeffentlich-Rechtlichen-Rundfunk-nicht-den-Populisten-ueberlassen/nein/posting-37399864/show/

In einem anderen Kommentar wird dem Autor "präsidiale Reden" vorgehalten. Stimmt! Gut getroffen!

Die Kommentare sind erstaunlich gehaltvoll. Krawalltexte sind es vielleicht zwei-drei. Weitere Fundstücke:
Zitat
Konstruktive Kritik" heißt, daß sich nichts ändern soll.
Defund GEZ!

Zitat
Zitat
Das Medienmagazin ZAPP hat 2016 in einer bemerkenswerten Sendung gezeigt, dass die Sender zu kritischer Selbstbetrachtung sehr wohl in der Lage sind.
Also alle paar Jahre in einem Dritten Programm kurz vor Mitternacht darf durchaus auch mal Kritik geübt werden.
(Das Zitat im Zitat ist vom Autor.)

Zitat
Der Vorwurf (oder die Angst, so bezeichnet zu werden) "Rechts"
Soll ja genau das tun: Diskussionen verhindern.
Und das funktioniert hervorragend.
Der Autor hätte den Artikel auch schreiben können, ohne "rechts", "Populismus" und "Afd" auch nur zu erwähnen.
Da er es aber für nötig hält, sich sofort zu distanzieren, zeigt eben, wie wirkmächtig dieses Framing ist.

(Leicht zensiert:)
Zitat
Schon die Überlegung, dass Kritik nicht tragfähig sei, weil sie aus "der falschen politischen Ecke" komme, ist ein Zeichen "intellektueller Perversion". Andere nennen es f*sch*stoid.
(Das f-Wort mache ich mir ausdrücklich nicht zueigen.)

Bis jetzt hat sich noch kein örr Höriger in die Kommentare eingebracht (bis vielleicht auf diesen Mac...).


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« Letzte Änderung: 12. September 2020, 00:16 von Bürger »

Offline Bürger

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Kleiner Korrektur-Vorschlag... ;)
Heise / Telepolis, 11.09.2020
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https://www.heise.de/tp/features/Wir-duerfen-die-Kritik-am-Oeffentlich-Rechtlichen-Rundfunk-nicht-den-Populisten-ueberlassen-4886435.html
...was dann im Übrigen auch genau das wäre, was das Forum seit jeher versucht ::)


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Offline Spark

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Also ich habe nichts an keiner Universität studiert, und trotzdem weiß ich, dass der geplante Medienstaatsvertrag mit der Erhöhung nichts zu tun hat.
Das zeigt, dass selbst ein Studium nicht vor fundamentalen Irrtümern schützen kann.
Sehr schön belegt das auch der Schlußsatz:
Wir Zuschauer und Gebührenzahler wünschen uns mehr davon.

Der Medienstaatsvertrag wird wohl umgesetzt werden, aber über die angedachte Erhöhung wird erst noch abgestimmt werden. Und das geschieht unabhängig von dem Medienstaatsvertrag.

Auch im Artikel zu finden ist mal wieder die Rede von Meinungsvielfalt und freier Meinungsbildung. Langsam gewinne ich den Eindruck, dass es sich dabei nur noch um hohle Phrasen ohne wirklichen Inhalt handelt. Denn macht man tatsächlich von diesem elementaren Grundrecht Gebrauch und folgt das daraus resultierende Ergebnis nicht einer bestimmten Richtung, dann landet man ziemlich schnell in einer bestimmten Ecke.
Das haben wir zum Beispiel bei dem sogenannten "Oma-Video" so erlebt, und erleben es auch gerade wieder bei dem aktuellen "Corona-Thema".

Eine sachliche Debatte über den Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk klingt ja erstmal nicht schlecht. Aber wo bleiben bei so einer Debatte eigentlich die Beitragszahler? Dürften diese sich überhaupt an so einer Debatte beteiligen? Oder sind sie nur für die finanziellen Mittel zuständig, und das mit möglichst hoher Akzeptanz?
Beitragszahler setzen sich auch nicht nur aus Rundfunkteilnehmern zusammen, auch Menschen, welche Rundfunk überhaupt nicht nutzen sind Beitragszahler. Alleine diese Tatsache belegt, und zwar unwiderlegbar, dass es sich nicht um eine Rundfunkgebühr handeln kann, wie immer wieder gerne behauptet wird.

Wann füttere ich eine Parkuhr mit einigen Euros? Wenn ich meinen Wagen auf einen Parkplatz abgestellt habe und damit die beabsichtigte Parkzeit ausgleichen will?
Oder füttere ich die Parkuhr alleine schon für die Möglichkeit, dass ich meinen Wagen auf diesen Parkplatz abstellen könnte?
Auch Rundfunkteilnehmer zahlen keine Rundfunkgebühr, auch wenn sie Rundfunk tatsächlich nutzen. Denn die Abgabe kann entweder eine Gebühr für die tatsächliche Nutzung sein, oder sie ist ein Beitrag für die bloße Möglichkeit der Nutzung.
Aber sie kann nicht beides gleichzeitig sein, denn eine solche Abgabe wäre unzulässig.

Was den Titel des Artikels betrifft, da würde es mich wirklich einmal interessieren, wer eigentlich bestimmt, wann eine Kritik populistisch ist und wann nicht.


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« Letzte Änderung: 12. September 2020, 00:16 von Bürger »
"Wenn so eine Welle des Aufruhrs durch das Land geht, wenn "es in der Luft liegt", wenn viele mitmachen, dann kann in einer letzten, gewaltigen Anstrengung dieses System abgeschüttelt werden."
(II. Flugblatt der Weißen Rose)

"Fear. It's the oldest tool of power. If you're distracted by fear of those around you, it keeps you from seeing the actions of those above."
(Mulder)

"Die Meinungsbildung muß aber absolut frei sein; sie findet keine Grenze."
(Dr. H. v. Mangoldt - am 11. Januar 1949)

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