Autor Thema: Intendanten, beschränkt euch!  (Gelesen 240 mal)

Offline LECTOR

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Intendanten, beschränkt euch!
« am: 28. Juni 2020, 18:01 »
Ein Kurzkommentar zum Rundfunkbeitrag findet sich in der Zeitschrift
Wirtschaftsdienst, März 2020, auf Seite 154:

Intendanten, beschränkt euch!

Autor: Timm Leinker

Eintrag im Bibliothekskatalog:
https://kxp.k10plus.de/DB=2.1/PPNSET?PPN=1693362325

Direktlink zum PDF (~80 kb)
https://link.springer.com/content/pdf/10.1007/s10273-020-2591-9.pdf


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« Letzte Änderung: 29. Juni 2020, 00:34 von DumbTV »

Offline LECTOR

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Re: Intendanten, beschränkt euch!
« Antwort #1 am: 28. Juni 2020, 18:09 »
In dem Kommentar geht es anlässlich der geplanten Erhöhung des Rundfunkbeitrags vor allem um nötige Sparmaßnahmen. Doch abgesehen von der Frage der Höhe des Rundfunkbeitrags stellt der Autor durchaus einige dringlichen Fragen:

Zitat
Lässt sich der ÖRR als öffentliches Gut überhaupt noch rechtfertigen? Viele der ursprünglichen Gründe ziehen jedenfalls nicht mehr: Die Frequenzen sind nicht knapp, und der Markt macht vielschichtige Angebote, die oft überlegen sind. Marktversagen ist nicht beim Sport zu erwarten, auch nicht in der  Unterhaltung. Daher ist jeder Gebühren-Euro, der dort verwendet wird, verschwendet [...]


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Offline ope23

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Re: Intendanten, beschränkt euch!
« Antwort #2 am: 28. Juni 2020, 19:04 »
Vielen Dank.

Der Autor schreibt zwar Roba statt Robra und macht auch sonst orthographische Schnitzer...
Die nachfolgend zitierten Passagen finde ich recht interessant.

Quelle: https://link.springer.com/content/pdf/10.1007/s10273-020-2591-9.pdf (wie im Eingangsposting)

Nach "verschwendet" geht es so weiter:
Zitat
Der Markt  versagt  am  ehesten  hier:  Information,  Kultur  und  Regionales. Genau dort wäre die sinnvolle Nische für die Öffentlich-Rechtlichen. Genau dort gibt es ökonomische Argumente,  die  einen  staatlichen  Eingriff  rechtfertigen.  Hier handelt es sich um meritorische Güter, die der Markt nicht anbietet, die aber gesellschaftlichen Nutzen stiften. Ökonomisch lässt sich nur ein auf Information, Kultur und Regionales getrimmter ÖRR rechtfertigen. Die Entschei-der  wären  daher  gut  beraten,  genau  zu  überlegen,  was  ARD, ZDF und Deutschlandradio besser machen als RTL, Sky und Netfl ix. Unterhaltung ist es nicht.
Schöner Gedanke. Derzeit werden Information, Kultur und Regionales nahzu ausschließlich von den Printmedien geleistet. Vom deutschen örR kommt schon seit Jahrzehnten nichts von Bedeutung. Dunkel erinnere ich mich noch an einen sonntäglichen Russisch-Kurs 1992, den ich wegen eines Auslandsaufenthalts "abbrechen" musste. Bei der Rückkehr aber war ich vom TV entwöhnt (und der Russisch-Kurs eh wieder abgesetzt).

Selbst  die Regionalschauen sind schon zu Nachrichtenhäppchen verkommen, die zwischen blödsinnig inszenierten Einspielern und Filmchen aus der Fußgängerzone, wo Passanten irgendwelche Spielchen machen sollen, eingelegt sind. (Mal drauf achten, wenn man bei Freunden örr-TV kuckt! Besonders die Mini-Einspieler sind grauenhaft und würden so beim Privatfernsehen nie gezeigt werden.).

Ich wunderte mich schon über das "offene" Wort des Autors, aber ach!, das Framing durch den deutschen öffentlich-rechtlichen Rundfunk funktioniert. Der Autor fügt nämlich eilig hinzu:

Zitat
Dabei sollte die Kritik nicht den Verächtern der Demokratie  am  rechten  Rand  überlassen  werden.  Die  Öffentlich-Rechtlichen sind kein Staatsfunk! Informationen und Kul-tur über dem Niveau von RTL2 News und dem Bachelor sind  konstitutiv  für  mündige  Bürger  und  eine  lebendige  Demokratie. 
Das ist alles. Plötzlich Statements aneinandergestückelt in betulichem Gehorsam. Brav, brav.
Diese Stilfigur kenne ich sehr schön aus Vorworten von Fachbüchern, die in - sagen wir - ungünstigen Zeiten verlegt wurden. In beiden notorisch hierfür bekannten Zeiten, wohlbemerkt.

Naja... es ist also nicht zu übersehen, dass der geistige Ungehorsam doch so langsam wächst.

Wachstumsprozesse, die nicht massiv gebremst werden, verlaufen in der Regel nicht linear, sondern exponentiell, egal, wie lang die "Verdopplungszeit" sein mag. Irgendwann geht es sehr spürbar sehr schnell.

Man muss nicht an die Pandemie denken, auch die "Flüchtlingskrise" 2015 hätte der vorsorgende Staat lange voraussehen können - die Flüchtlingszahlen sind schon immer mit einem gewissen Prozentsatz gestiegen. So wird es auch bei den Kritikern des Rundfunkbeitrags laufen.

Und für die braven Mitleser des deutschen öffentlich-rechtlichen Rundfunks das forumsbrave Statement von mir:
Dieses Forum beschäftigt sich mit der Abschaffung des Rundfunkbeitrags in seiner gegenwärtigen Form. Nicht mit der Abschaffung des deutschen öffentlich-rechtlichen Rundfunks.


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