Autor Thema: Infoscore: Beitragsservice verplempert Geld mit zahnlosem Inkassotiger  (Gelesen 304 mal)

Offline seppl

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Relativ frisch im "TED" (Veröffentlichung europäischer Vergabeverfahren):
25/05/2020    S100    Dienstleistungen - Bekanntmachung über vergebene Aufträge - Verhandlungsverfahren (competitive procedure with negotiation) 
https://ted.europa.eu/udl?uri=TED:NOTICE:241585-2020:TEXT:DE:HTML&src=0
Archiv:
https://web.archive.org/web/20200625065918/https://ted.europa.eu/udl?uri=TED:NOTICE:241585-2020:TEXT:DE:HTML&src=0

Die Beschreibung der Beschaffung hat interessante Informationen:
- Das Wichtigste:
Zitat
Das Inkassounternehmen hat über einen Zeitraum von 10 Monaten, beginnend ab Übermittlung der Daten des Einzelauftrags, seine Maßnahmen zur Realisierung der Forderung aus zubringen. Nach Ablauf dieser 10 Monate ist das Inkassounternehmen verpflichtet, den Inkassoauftrag zu beenden und an den Beitragsservice zurückzugeben.
Wer sich auf die Infoscore- Briefe also nicht meldet, ist dort nach 10 Monaten wieder raus. Eine Abtretung der Forderung, also dass Infoscore Rechte an der einzutreibenden Summe erwirbt, ist ausgeschlossen:
Zitat
Die einzuziehenden Forderungen werden dem Auftragnehmer nicht abgetreten.
-
Zitat
Im Jahr 2018 beliefen sich diese Inkassoaufträge nach fruchtloser Vollstreckung auf rund 180 000 Datensätze bzw. Einzelaufträge. Das Forderungsvolumen der Inkassoaufträge betrug im Jahr 2018 rund 80 Mio. EUR. Die Erfolgsquote bei den im Jahr 2018 beendeten Inkassoaufträgen (inklusive der vom Beitragsservice zurückgezogenen Inkassoaufträge) lag bei rund 9 Prozent. Der Anteil der davon zurückgezogenen Inkassoaufträge lag bei rund 10 Prozent. Auf 7,5 Prozent dieser zurückgezogenen Inkassoaufträge gingen provisionspflichtge Zahlungen ein.
Hier werden völlig ineffektiv Gelder in die Privatwirtschaft ausgelagert, denn eigentlich ist der Beitragsservice ja selbst dafür geschaffen worden, zentral den Massenzwang zur Zahlung auszuführen.
Ab 01.01.2021 soll der Vertrag für erstmal 2 Jahre laufen.


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„Eine ewige Erfahrung lehrt jedoch, daß jeder Mensch, der Macht hat, dazu getrieben wird, sie zu mißbrauchen. Er geht immer weiter, bis er an Grenzen stößt. Wer hätte das gedacht: Sogar die Tugend hat Grenzen nötig. Damit die Macht nicht mißbraucht werden kann, ist es nötig, durch die Anordnung der Dinge zu bewirken, daß die Macht die Macht bremse.“ (Montesquieu)

Offline Spark

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Ich nehme an, dass es sich hierbei um die Briefchen von diesem Inkassoverein Creditreform handelt?
Seit einigen Monaten erhält eine Person D in unregelmäßigen Abständen Schreiben mit dubiosen Fristen und Ratenzahlungsforderungen. Allerdings denkt Person D nicht im Traum daran, auf eines dieser Schreiben zu reagieren. Dieser Verein dürfte wohl kaum mit hoheitlichen Rechten ausgestattet sein.
Normalerweise würde Person D das auch nicht weiter interessieren, aber etwas stört sie doch dabei. Wie kommt dieser private Verein an die Daten von Person D. Einer Weitergabe der Daten an diesen hat Person D niemals zugestimmt.
Ist das die viel gerühmte Datensicherheit des Beitragsservice? Warum werden die Daten nicht gleich groß in Zeitungen oder so veröffentlicht?


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Offline Zeitungsbezahler

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Wozu soll das gut sein?
Die einzige Drohgebärde des Inkassounternehmens ist es, auf deren schwarzen Liste zu kommen und damit den persönlichen Score runterzuziehen, sonst haben die ja gar nichts.
Denn die Forderung wurde ja nicht abgetreten, man hat lediglich einen externen Briefschreibeservice mit dem Verschicken böser Briefe beauftragt.
Da wäre also mittels vorgefertigtem Formular desjenigen, der von solchen Drohbriefen betroffen ist auf Abhilfe zu drängen mit strafbewehrter Unterlassungserklärung, Datenschutzbeschwerde oder sonstwas, was den Leuten ihr Geschäftsmodell vergällt.

Witzig wäre natürlich, wenn auf das Konto der Inkassobutze ein kleiner Teilbetrag überwiesen werden kann, der dann eine Vollstreckung von Seiten des BS behindert, weil der ja schon einen Teil der Schuld bekommen hat...


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« Letzte Änderung: 25. Juni 2020, 15:33 von seppl »

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