Autor Thema: Corona: Die bizarre Selbstsicht der Medien  (Gelesen 809 mal)

Offline drboe

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Corona: Die bizarre Selbstsicht der Medien
« am: 19. Juni 2020, 19:11 »

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Corona: Die bizarre Selbstsicht der Medien
Von : Tobias Riegel / 19. Juni 2020

Zitat
Es gibt Meldungen, die möchte man zunächst als Satire abtun: Mehrere deutsche Fernsehsender erhalten in diesem Jahr laut Medienberichten eine Sonderehrung des Deutschen Fernsehpreises für ihre Berichterstattung über die Corona-Episode. Die Jury zeichnete laut den Berichten die ARD, das ZDF, RTL, ProSieben, Sat.1 und n-tv mitsamt den verantwortlichen Journalisten für ihre Nachrichten- und Sondersendungen über das Virus aus. Der Jury-Vorsitzende Wolf Bauer erklärte, die Jury verstehe diesen Sonderpreis als Verpflichtung zu Qualitätsjournalismus im digitalen Medienzeitalter und als Ermutigung für verantwortungsbewusste Journalisten. Die Corona-Pandemie sei gerade im Bereich Information zur Bewährungsprobe geworden – die habe man „mit Bravour gemeistert“.
Weiter lesen: https://www.nachdenkseiten.de/?p=62169

Der "Deutsche Fernsehpreis" wird von ARD, ZDF, RTL und Sat.1 vergeben. Interessanter Weise vergeben sie die Preise letztlich an sich selbst. Diesmal für ihre Corona-Sondersendungen. Reines Eigenlob für das, was, nach allem was man hört, einer zunehmenden Zahl von Zuschauern auf die Nerven fällt.

M. Boettcher


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Offline Nichtgucker

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Re: Corona: Die bizarre Selbstsicht der Medien
« Antwort #1 am: 20. Juni 2020, 08:59 »
Wie kann es überhaupt Qualitätsjournalismus außerhalb von ARD und ZDF geben? Der Qualitätsjournalismus soll doch gerade der Unterschied sein, der zum zwangsbeitragspflichtigen Vorteil des ÖRR führt …

Oder müssen wir bald auch für RTL, SAT.1, Pro 7 und n-tv Zwangsbeiträge zahlen?


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« Letzte Änderung: 20. Juni 2020, 13:04 von DumbTV »

Offline Spark

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Re: Corona: Die bizarre Selbstsicht der Medien
« Antwort #2 am: 20. Juni 2020, 10:41 »
Der Artikel ist sehr interessant. Aber diese "Selbstpreisverleihung" ist eigentlich nur die Spitze eines Eisberges. Und man könnte fast darüber lachen, aber nur fast, weil sich darunter etwas viel Gravierenderes befindet: Die Frage nach dem Stellenwert des Artikel 5 Abs. 1 GG in der heutigen Zeit.
Es gab einmal eine Zeit in diesem Land, da mußte man um sein Leben fürchten, wenn man auch nur eine falsche Äußerung von sich gab. Das ist heute zwar nicht mehr der Fall, aber immerhin muß man noch um seinen Ruf fürchten und mit Diffamierungen rechnen.

Artikel 5 des Grundgesetzes wurde in dem Bewußtsein und als Schutz geschaffen, dass sich so etwas niemals wiederholen kann. Aber dieser Schutz wird zunehmend unterwandert, und das ausgerechnet noch von den sogenannten Leitmedien, die es eigentlich besser wissen müßten.
Wie groß, oder auch, wie klein ist wohl der Schritt in die Vergangenheit? Wo soll der Weg noch hinführen? Zurück in eine Zeit, die sich kein halbwegs normaler Mensch wirklich wünschen kann, oder in eine Zukunft, für welche es sich noch zu Leben und Kämpfen lohnt?

Anstatt sich selbst auf die Schulter zu klopfen und mit Preisen auszuzeichnen, sollten diese Verantwortlichen einmal in sich kehren und sich ernsthaft fragen, ob sie ihrer eigentlichen Funktion wirklich noch gerecht werden.


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"Wenn so eine Welle des Aufruhrs durch das Land geht, wenn "es in der Luft liegt", wenn viele mitmachen, dann kann in einer letzten, gewaltigen Anstrengung dieses System abgeschüttelt werden."
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(Dr. H. v. Mangoldt - am 11. Januar 1949)

Offline unGEZahlt

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Re: Corona: Die bizarre Selbstsicht der Medien
« Antwort #3 am: 20. Juni 2020, 11:49 »
Lt. https://www.deutscher-fernsehpreis.de/preis/ wird
Zitat
der Deutsche Fernsehpreis von ARD... und ZDF .... vergeben.

Dann ist wohl klar, dass dieser "Preis" durch den Rundfunkbeitrag finanziert wird.

Deshalb ist es auch kein Wunder, dass diese Fernsehpreis-"Preis"-Gelder selbstverständlich auch recht üppig ausfallen.
Nur als Bsp.:
Zitat
Der Förderpreis in Höhe von 15.000 Euro geht an .... Mai Thi Nguyen-Kim.

( Quelle: https://www.wuv.de/medien/fernsehpreis_das_sind_die_gewinner )
( Selbst kenne ich Mai ( ? ) aber auch nicht ... )

Und die "Gewinner"-"Preis"-Höhen brauchen wir, glaube ich, auch gar nicht mal genau zu kennen.
Da haben wir schon so eine Ahnung, wie hoch die anderen Rundfunkbeitragsfinanzierten "Preis"-Gelder ausfallen.
( Diese "Preis"-Verleihung war dann sicherlich auch ein ganz gutes "Geschäft" für RTL und SAT.1...... )

Edit: Ach ja,
Coronabedingt gab es diesmal ja keine Gala.
Der Käseveranstaltungsausfall müsste rein rechnerisch demnach Rundfunkbeitragsgelder eingespart haben.
Selbstverständlich gibt es aber wieder mal keinerlei Angaben über irgendwelche Einsparungen.
Warum auch. Die überfinanzierte KEF ist ja für Einsparungen verantwortlich.....

Markus


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« Letzte Änderung: 20. Juni 2020, 12:07 von unGEZahlt »
Lebenslänglich für NICHTS? -> Nein Danke, ö.-r. R.!
Ist der Rundfunkbeitrag nun die Strafe für das Bedürfnis, ein Dach über den Kopf haben zu wollen?
Zwangsbeitragszahlung = Korruptionsunterstützung. Das zahle ich NICHT, schon allein aus Gewissensgründen.

Ulrich Wilhelm (sinngemäß auf der BVerfG-Toilette) : "Wenn sie ARDZDFDR nicht bezahlen können, dann sollen sie doch ihre Handys verkaufen!“

( Quelle: https://gez-boykott.de/Forum/index.php/topic,28135.msg177046.html#msg177046 )

Offline PersonX

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Re: Corona: Die bizarre Selbstsicht der Medien
« Antwort #4 am: 20. Juni 2020, 12:20 »
Welche Funktion haben diese Verantwortlichen?
Das kann nicht beantwortet werden. Vielleicht muss eher gefragt werden, welche Rechte und Pflichten diese Verantwortlichen haben?


Welche Funktion hat Art. 5 GG? Die genaue Antwort wird in der Interpretation der Bestandteile liegen, am Ende ist wichtig, welche Rechte oder Pflichten sich ableiten lassen. Also Pflicht und für genau welche Person. Ebenso Recht und genau welche Person. Person steht dabei für jede beliebige juristische oder natürliche Person.

Welche Aufgabe hat der Staat, damit Art. 5 GG eingehalten wird?
Diese Frage lässt sich beantworten, der Staat hat den gesetzlichen Rahmen zu setzen, damit jeder seine Rechte aus Art 5 GG wahrnehmen kann.Macht der Staat das nicht, dann steht jedem das Recht zu den Staat zur Pflicht zu rufen.
Wenn eine Person mit Blick auf Art. 5 GG keine andere Person an der Teilhabe nach Art. 5 GG hindert, dann ist das kein Problem.

Zum Problem wird etwas, dass eine Teilnahme anderer Personen verhindert.

Jetzt ist zu prüfen ob eine Diffamierung eine solche Behinderung ist. Zu prüfen ist gegen welche andere Person diese gerichtet ist.
Ebenfalls ist zu prüfen ob der suggerierten Information, dass andere Teilnehmer am Art. 5 GG keinen  "Qualitätsjournalismus" betreiben, eine Marktbehinderung ist.

Es wird ja in gewisser Weise von einem Teil der Personen die "Behauptung" aufgestellt, Qualitätsjournalismus zu erbringen und durch weitere Formulierungen versucht den Eindruck zu erwecken, als sei das ein Alleinstellungskriterium bei Ihnen.
Letztlich gibt es keine gesetzliche Definition was genau Qualität in Bezug auf Journalismus ist. Eine Überprüfung ist lediglich nach den Kriterien möglich, welche sich Journalisten selbst auferlegt oder verpflichtet haben.
Journalist ist dabei jedoch breit gefächert und keine geschützte Bezeichnung.zwei Beispiele zur Verdeutlichung

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Journalist
Zitat
Ein Journalist [???na?l?st] beteiligt sich „hauptberuflich an der Verbreitung und Veröffentlichung von , Meinungen und Unterhaltung durch Massenmedien“ (Definition des Deutschen Journalisten-Verbandes). Die Berufsbezeichnung Journalist ist in Deutschland rechtlich nicht geschützt. Es gilt der freie Zugang zum Journalismus aufgrund der Meinungs- und Pressefreiheit nach Artikel 5 des Grundgesetzes.
Es fällt das Wort "hauptberuflich" auf. Und woher diese Definition kommt.
Naja, ist halt Wikipedia, die Deutsche ;-).

Jornalisten sind jedoch nicht die einzigen Personen, welche am Art. 5 teilnehmen.
Art. 5 GG enthält das Recht für jede Person ganz unabhängig wie diese sich selbst bezeichnet.
Mit Sicherheit gibt es Personen, welche sich hauptsächlich mit Journalismus beschäftigen, welche nicht beim Rundfunk arbeiten, diese Personen würden wohl damit gemeint sein, keinen Qualitätsjournalismus zu betreiben.

Würde eine weitere Sichtweise auf Journalist gelegt, eine viel einfachere, welche wahrscheinlich weiter verbreitet ist, dann vielleicht diese:
https://en.m.wikipedia.org/wiki/Journalist
Zitat
A journalist is a person who collects, writes, or distributes news or other current information to the public. A journalist's work is called journalism.
Damit kann eine Abgrenzung erfolgen, gegen jeden. Unter dieser Sichtweise wäre auch der Autor des Artikels der im Startbeitrag verlinkt ist ein Journalist.
Der Hintergrund ist schlicht folgender,  was will ein Jornalist? Informieren, beeinflussen, bewegen, aufklären...? Es gibt verschiedene Möglichkeiten, was ein Journalist will oder warum er etwas in der Art tut, wie er das macht.
Es gilt aber immer, jeder hat seinen Kopf nicht nur zum Tragen. Die Frage bei allen Informationen ist, wo kommt die her und wie ist diese nachprüfbar.
Jetzt kann jeder für sich eine Entscheidung finden ob "Qualitätsjournalismus" eine Möglichkeit mitbringt die Informationen so zu überprüfen, dass es möglich wird selbst über das Wahr/Falsch zu entscheiden. Ganz unabhängig davon, woher die Information kommt.
Natürlich steht es allen nach Art. 5 GG auch zu über etwas nicht zu informieren, etwas nicht zu hinterfragen.

Natürlich kann die Rolle, welche das Bundesverfassungsgericht dem öffentlich rechtlichen zugedacht hat in Frage gestellt werden, wenn nicht jede Person am Art. 5 GG teilnehmen kann. Oder sich Teilnehmer gegenüber anderen Teilnehmern unprofessionell verhalten.

Natürlich kann hinterfragt werden ob der gesetzliche Rahmen mit dem dualen System des Rundfunks dem Art. 5 GG gerecht wird, wenn jede Person Rechte aus diesem haben soll.


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« Letzte Änderung: 20. Juni 2020, 13:11 von DumbTV »

Offline drboe

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Re: Corona: Die bizarre Selbstsicht der Medien
« Antwort #5 am: 20. Juni 2020, 15:12 »
Solche Meldungen sollten einen daran erinnern wachsam und misstrauisch zu sein gegenüber jeglicher PR. Die besondere Dreistigkeit des "Fernsehpreises" im Allgemeinen und des Sonderpreises im Besonderen liegt natürlich darin, dass Preisträger und Preisverleiher identisch sind.

Auch andere Preise oder sogenannte "Rankings" sind oft reine PR. So wird z. B. der Preis "Deutschlands beste/beliebteste Arbeitgeber" unter Firmen ermittelt, die dieses Ranking finanzieren, "ermittelt". Die Geldgeber haben also ein Interesse; der Veranstalter, die Funke Mediengruppe, aber auch.  :) Auch wenn man "Die Goldene Kamera", den "Echo" etc. verleiht, geht es um Werbung und nix anderes. Als PR-Mittel beliebt sind auch Studien z. B. von Gartner, Ovum, Forrester und diversen anderen. Die "Studien" werden meist von den dort genannten finanziert und sind oft genug das Papier nicht wert, auf das sie früher gedruckt wurden. Sie dienen aber regelmäßig als Begründung für kapitalträchtige Firmenentscheidungen. Wer fragt denn in 5 Jahren, ob die Prognosen solcher Studien je eingetroffen sind? Dann sind doch längst weitere Studien verfügbar, die vielleicht auch erklären, warum alles ganz anders kam.

Also weiter wachsam sein und den Medien, vor allem aber dem zwangsfinanzierten ÖR-Rundfunk solche dreiste PR nicht durchgehen lassen.  8)

M. Boettcher


Edit "Bürger":
Danke für den Einstiegsbeitrag und den hier erfolgten Rückbezug darauf.
Zur Vermeidung abschweifender und/oder eigenständiger Diskussionen und weil das Thema der "in-house"-Preisverleihungen auch schon andernorts im Forum diskutiert wurde (Forum-Suche), wird dieser Thread zur reinen Informationen und als "Mahnung" bzgl. der Wachsamkeit ggü. solchen PR-Aktionen für die Diskussion geschlossen.
Danke für allerseitiges Verständnis und die Berücksichtigung.


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« Letzte Änderung: 20. Juni 2020, 17:25 von Bürger »
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