Autor Thema: ZDF setzt bei internationalen Spielfilmen und Serien auf „Klasse statt Masse“  (Gelesen 1291 mal)

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medienpolitik.net        12.09.2018

„Wir bieten ein professionell kuratiertes Angebot“
ZDF setzt bei internationalen Spielfilmen und Serien auf „Klasse statt Masse“

Interview mit Dr. Simone Emmelius, Leiterin der ZDF-Hauptredaktion Spielfilm
Zitat
Die Hauptredaktion Spielfilm des ZDF trägt derzeit etwa 18 Prozent zum Sendevolumen des ZDF bei – zum größten Teil mit Spielfilmen. Etwa 300 Spielfilmsendungen laufen pro Jahr im ZDF-Hauptprogramm. Nimmt man die Sendeplätze auf ZDFneo hinzu und den Programmanteil bei 3sat, kommt man auf 750 bis 800 Spielfilmtermine. In einem medienpolitik.net-Gespräch erläutert Dr. Simone Emmelius, dass VoD-Plattformen den Markt dahingehend verändert hätten, dass sie Spielfilme und andere Lizenzware zu einer ubiquitär verfügbaren Ware machten, die für jeden gegen entsprechendes Geld erreichbar sei, solange es dafür eine Nachfrage gäbe. „Insgesamt registrieren wir eine Reduktion des frei verfügbaren, unabhängigen Spielfilmangebots und dessen Anbietern.“ Dennoch sei die Chance relativ groß, dass das ZDF weiterhin attraktive Spielfilme erwerben könne: „Wir kennen alle relevanten ‚Player‘ im Markt und verfügen in hohem Maße über die notwendige fachliche Expertise, die uns erlaubt, inhaltlich schnell und finanziell angemessen zu entscheiden.“
Zitat
medienpolitik.net: Wie stark haben Plattformen wie Netflix den internationalen Spielfilm- und Lizenzfilmmarkt verändert?

Dr. Simone Emmelius: Unsere programmliche Leistung liegt oft über die tatsächlich gesehene Sendung hinaus in dem Impuls, die Bereitschaft, das Interesse an einem Programm, das wir aus dem Kontext unseres Senders bis hin zum unmittelbaren programmlichen Umfeld wecken. Kommerzielle Plattformen wie Netflix können hingegen etwas leisten, was uns der Gesetzgeber bislang – und bezogen auf amerikanische Spielfilme und Serien – wohl auch weiterhin verwehrt: die zeitlich unabhängige Verfügbarkeit von Programmen, die aus gutem inhaltlichen Grund ihren Platz im Angebot unserer Sender gefunden haben. So gesehen haben diese Plattformen den Markt dahingehend verändert, dass sie Spielfilme und andere Lizenzware zu einer ubiquitär verfügbaren Ware machen, die für jeden gegen entsprechendes Geld erreichbar sind, solange es dafür eine Nachfrage gibt. Das ist absolut legitim und wirtschaftlich erfolgreich, entspricht aber nicht unserem Verständnis von kreativen Werken, deren künstlerischer Wert im Kontext von Sender- und Sendeplatzausrichtung für uns maßgebend ist. Allerdings: Die Veränderung ist unverkennbar und – je nach Programmfarbe – unterschiedlich hoch. Insgesamt registrieren wir eine Reduktion des frei verfügbaren, unabhängigen Spielfilmangebots und dessen Anbietern.
Zitat
medienpolitik.net: Macht es angesichts der wachsenden Bedeutung von VoD-Plattformen strategisch noch Sinn, teure Spielfilmlizenzen zu erwerben?

Dr. Simone Emmelius: Aus meiner Sicht muss es geradezu unser Anspruch sein, in einem öffentlich-rechtlichen Angebot das gesamte Spektrum vom „Blockbuster“ bis hin zu internationalen Filmklassikern (z.B. in den Partnerkanälen) und frischen internationalen Arthouse-Filmen auf exponierten Sendeplätzen abzubilden. Die positive Zuschauerresonanz gibt uns da ein eindeutiges Signal!
Weiterlesen auf :
http://www.medienpolitik.net/2018/09/wir-bieten-ein-professionell-kuratiertes-angebot/



Siehe auch :
ZDF-Chef Bellut: Mehr Hochglanz-Serien und neue 3sat-Mediathek
https://gez-boykott.de/Forum/index.php?topic=28939.0

Simone Emmelius übergibt: Führungswechsel bei ZDFneo
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