Autor Thema: ARD-Plan eines „europäischen Youtube“ spaltet die Medienbranche  (Gelesen 719 mal)

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Handelsblatt        25.09.2018

Gegenwicht zu Netflix und Amazon
ARD-Plan eines „europäischen Youtube“ spaltet die Medienbranche

Die ARD will ein Gegenwicht zu den US-Streaming-Marktführern herstellen. Unterstützung kommt von Pro Sieben Sat 1 und RTL. Das ZDF wartet lieber aber ab.
Zitat
Neu sei die Idee aber nicht. In Österreich verfolge Pro Sieben Sat 1 diesen Ansatz seit einiger Zeit. „Wir als gesamte Gruppe stehen für Kooperationen zwischen öffentlich-rechtlichem Rundfunk und Privaten nicht nur bereit, sondern laden auch zu einer raschen Umsetzung ein“, so Albert.
Zitat
Der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) zweifelt am ARD-Vorschlag. Zwar sei die Idee der Bündelung zu einer großen Informationsplattform im Grundsatz richtig, um der Konkurrenz der großen Digital-Plattformen mehr Größe und Relevanz entgegenzusetzen, sagte ein VDZ-Sprecher in Berlin.
„Der Verwirklichung stehen aber durch die vollkommen unterschiedlichen Geschäftsmodelle der freien Presse auf der einen und der öffentlich-rechtlichen Anstalten auf der anderen Seite ausgesprochen große Herausforderungen gegenüber.“ Der VDZ sei gespannt auf die weiteren Vorstellungen von Ulrich Wilhelm.
Zitat
Der Schweizer Medienkonzern Ringier gibt dem ARD-Plan kaum Chancen auf Verwirklichung. Marc Walder, CEO von Ringier, sagte dem Handelsblatt: „Ich fürchte, dass dieser Wilhelm-Plan nicht annähernd aufgehen kann.“ In der digitalen Welt hätten Startups Erfolg, weil sie den Nerv der Zeit träfen und mit sensationeller Geschwindigkeit und risikobereiten Investoren arbeiteten.
„So wird es auch in Zukunft sein. Dass man da mit staatlichen Subventionen erfolgreich dagegenhält, kann ich mir einfach nicht vorstellen“, so Walder. Die Realität sei dafür leider zu komplex.
Weiterlesen auf :
https://www.handelsblatt.com/unternehmen/it-medien/gegenwicht-zu-netflix-und-amazon-ard-plan-eines-europaeischen-youtube-spaltet-die-medienbranche/23112874.html



Siehe auch :
„Wir brauchen ein europäisches Youtube“ – der Plan des ARD-Chefs
https://gez-boykott.de/Forum/index.php?topic=28809.0

ProSiebenSat.1: Geld für Infosen­dungen aus GEZ-Topf?
https://gez-boykott.de/Forum/index.php?topic=28797.0

ProSieben-Manager: Mit GIS-Gebühr europäische Social Media entwickeln
https://gez-boykott.de/Forum/index.php?topic=27669.0

Österreich: VÖP fordert nachhaltiges Reform- und Finanzierungskonzept
https://gez-boykott.de/Forum/index.php?topic=28799.0

UVEK: Mehr Geld für Lokalradios und Regional-TV
https://gez-boykott.de/Forum/index.php?topic=28828.0

Onlineallianz Salto : Frankreichs TV-Sender planen eigenes Netflix
https://gez-boykott.de/Forum/index.php?topic=27838.0

Europäischer „Verhaltenskodex für Online-Desinformation“ veröffentlicht
https://gez-boykott.de/Forum/index.php/topic,28855.0.html


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« Letzte Änderung: 28. September 2018, 18:02 von Bürger »

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Re: ARD-Plan eines „europäischen Youtube“ spaltet die Medienbranche
« Antwort #1 am: 26. September 2018, 18:29 »

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DWDL.de        26.09.2018

von Timo Niemeier
Demmel: "Wir reden gerade unser Mediensystem klein"

Bei den Österreichischen Medientagen haben Vertreter von Öffentlich-Rechtlichen und Privaten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz über den Vorschlag von ARD-Intendant Ulrich Wilhelm über ein europäisches Youtube debattiert. Kritik kam von Vaunet-Chef Hans Demmel.
Zitat
Um genau dieses Projekt ging es nun auch auf dem TV-Panel bei den Österreichischen Medientagen in Wien. Warnende Worte kamen dabei von Vaunet- und n-tv-Chef Hans Demmel. Der sagt, aus politischer Sicht, seien die Ankündigungen von Wilhelm genial. "Man tut sich da ja erst einmal schwer, nein zu sagen." Dennoch gebe es viele offene Fragen. Demmel sieht zwei Probleme: Zum einen der von Wilhelm angeführte Vergleich mit Airbus. Dieser Konzern sei ein Konglomerat aus Industriekonzernen. Bei einer geplanten, europäischen Medienplattform seien die Voraussetzungen durch Öffentlich-Rechtliche und Private aber andere. Außerdem warnt Demmel ganz explizit vor Begriffen wie "europäisches Youtube". Demmel: "Wir müssen über Inhalte reden und nicht über Plattformen." Youtube sei nicht deshalb so erfolgreich, weil es dort so viel Kultur gebe. Youtube bestehe vor allem aus User Generated Content. "Der Begriff ‘europäisches Youtube’ ist gefährlich", sagt der Vaunet-Chef. Er wolle die Pläne allerdings nicht kleinreden oder abtun, auch bei der Mediengruppe RTL sei man offen für Gespräche. "Aber wir reden gerade unser Mediensystem klein."
Zitat
ZDF-Intendant Thomas Bellut zeigte sich am Mittwoch in Wien pragmatisch und erklärte, man wolle die US-Plattformen nicht verteufeln. Man sei mit verschiedenen Sendungen auf Facebook und habe mit dem Unternehmen gewisse Regeln vereinbart. "Damit können wir leben. Wir gehen dahin, wo die jungen Zuschauer sind." Dennoch wolle man auch mit ProSiebenSat.1 und der Mediengruppe RTL über deren angekündigten VoD-Projekte sprechen. Trotzdem sei man derzeit mehr damit beschäftigt, aktuellen Herausforderungen zu begegnen. Bellut meint damit den Journalismus, der grundsätzlich unter Beschuss steht. "Wir versuchen, mit sehr präziser Arbeit ein Gegengewicht zu setzen." Gemeinsame europäische Projekte sieht Bellut in weiter Ferne. "Wir arbeiten gerade daran, die Online-Angebote des ZDF zu verbessern."
Zitat
Die drei deutschen Vertreter auf dem TV-Panel diskutierten mit ORF-Chef Alexander Wrabetz, ProSiebenSat.1Puls4-Geschäftsführer Markus Breitenecker und der stellvertretenden SRG-Generaldirektorin Ladina Heimgartner. Die einzige Frau in der Runde erklärte, die SRG wäre auch gerne bei einem europäischen VoD-Projekt dabei. Zuvor stellte Ulrich Wilhelm noch klar, dass "europäisch" nicht zwangsläufig "EU" bedeute.
Weiterlesen auf :
https://www.dwdl.de/nachrichten/68943/demmel_wir_reden_gerade_unser_mediensystem_klein/



Siehe auch :
„Zeitenwende“ – VAUNET fordert zukunftsfesten Medienstaatsvertrag
https://gez-boykott.de/Forum/index.php?topic=28694.0

Europäischer „Verhaltenskodex für Online-Desinformation“ veröffentlicht
https://gez-boykott.de/Forum/index.php/topic,28855.0.html


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« Letzte Änderung: 28. September 2018, 18:03 von Bürger »

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Re: ARD-Plan eines „europäischen Youtube“ spaltet die Medienbranche
« Antwort #2 am: 29. September 2018, 06:30 »

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faz.de        27.09.2018

Von Michael Hanfeld
Medienplattform soll Gegner zu Verbündeten machen

Der ARD-Chef wirbt für ein Mega-Portal im Netz, das den Öffentlich-Rechtlichen und den Verlagen gleichermaßen dienlich sein soll. Mal wird es als europäisches Youtube heraufbeschworen, mal als deutsches Google, mal ist es alles zusammen. Eine Einordnung.
Zitat
Der Plan lautet: Wir brauchen im Internet eine Plattform, die Google, Facebook und Youtube paroli bietet. Mit der Idee geht der Intendant des Bayerischen Rundfunks, Ulrich Wilhelm, hausieren, seit er zu Jahresbeginn ARD-Vorsitzender wurde. Er wurde damit in Berlin und Paris vorstellig, in Brüssel, bei der Politik, bei Sendern und Medienhäusern. Sie alle nämlich muss er zu Verbündeten machen, soll aus der Idee etwas werden.
Zitat
Wer wird sich, gibt es erst Wilhelms großes Ding mit dem Euro-Algorithmus, für die Presseportale noch interessieren, sie gar abonnieren? Wer „darf“ bei der Euro-Sause mitmachen und wer nicht? Was sagt das Kartellamt? Was sagen die Rundfunkgremien? Wer bestimmt über die Inhalte? Wie bleiben Staat und Politik außen vor? Wer programmiert, wer hat die Hand am Algorithmus? Und was ist das überhaupt – eine Suchmaschine und Werbeschleuder wie Google, ein Netzwerk wie Facebook, ein Videoportal wie Youtube oder ein digitaler Presse-Kiosk? Da ist noch vieles im Ungefähren und gibt es Klippen, für die Öffentlich-rechtlichen genauso wie für die Verlage. Die sollten sich fragen, ob Ulrich Wilhelms große Geste nicht ein Danaer-Geschenk ist.
Weiterlesen auf :
http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/medienplattform-soll-gegner-zu-verbuendeten-machen-15808176.html



Siehe auch :
produzentenallianz.de        28.09.2018
Mega-Portal des ARD-Vorsitzenden Ulrich Wilhelm – eine Einordnung
https://www.produzentenallianz.de/presseschau/einzelansicht/article/mega-portal-des-ard-vorsitzenden-ulrich-wilhelm-eine-einordnung.html

Internet ist nicht Rundfunk und ist deshalb nicht analog zu regulieren
https://gez-boykott.de/Forum/index.php?topic=28857.0

„Keine Entpolitisierung der Rundfunkgesetzgebung"
https://gez-boykott.de/Forum/index.php?topic=28765.0


Danaergeschenk (wikipedia)
https://de.wikipedia.org/wiki/Danaergeschenk
Zitat
Ein Danaergeschenk (gesprochen Da-na-er-geschenk) ist ein Geschenk, das sich für den Empfänger als unheilvoll und schadenstiftend erweist. [...]


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« Letzte Änderung: 29. September 2018, 19:48 von Bürger »

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