Autor Thema: taz-Serie örR: Eine Gesellschaft braucht Fiktion  (Gelesen 456 mal)

Offline ChrisLPZ

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taz-Serie örR: Eine Gesellschaft braucht Fiktion
« am: 14. März 2018, 15:42 »

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taz, 14.03.2018

Serie Öffentlich-rechtlicher Rundfunk
Eine Gesellschaft braucht Fiktion

Die öffentlich-rechtlichen einstampfen und nur noch Nachrichten und Infos senden? Nein Danke. Unterhaltung ist relevant.

Von Stefan Stuckmann (Drehbuchautor, war unter anderem Showrunner bei der ZDFneo-Serie „Eichwald, MdB“)

Zitat
Wer die Frage stellt, ob ein öffentlich-rechtlicher Sender auch Fiktion und Unterhaltung produzieren sollte oder nur Information und Nachrichten, der hat eigentlich das Problem nicht verstanden.

Zugegeben, die Frage an sich ist unfair: Die vermeintlich binäre Auswahl zwischen „Lindenstraße“ oder „Tagesschau“ täuscht eine Trennschärfe vor, die es in Wirklichkeit gar nicht gibt. Wo genau etwa hören Informationen auf? Ein Kommentar in den „Tagesthemen“ ist eine journalistische Form. Aber ist er noch Nachricht? Viele, die sich einen weit reduzierten öffentlich-rechtlichen Rundfunk wünschen, würden diese Frage verneinen. Auf der anderen Seite: Sind Filme und Serien wie „Contergan“, „Barschel“ oder „Bad Banks“ reine Fiktion? Natürlich nicht. […]

Serien bilden enorm
[…]
Das Erzählen den USA überlassen?
[…]

Weiterlesen auf:
https://www.taz.de/Serie-Oeffentlich-rechtlicher-Rundfunk/!5488322/


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« Letzte Änderung: 14. März 2018, 16:34 von ChrisLPZ »

Offline seppl

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Re: taz-Serie örR: Eine Gesellschaft braucht Fiktion
« Antwort #1 am: 14. März 2018, 16:20 »
Zitat
Serien wie „Girls“ oder „Sex and the City“ haben mehr getan für das sexuelle Selbstbewusstsein junger Frauen als jede Doku über Frauenrechte. In den USA war es kein Essay, kein Leitartikel, sondern das Musical „Hamilton“, dem die populäre Neudefinition des amerikanischen Gründungsmythos als Immigrantengeschichte gelang. Und die Serie „Black Mirror“ macht die Schattenseiten der Digitalisierung besser erfahrbar als jedes Erklärstück über russische Twitterbots.
Serien prägen Diskurse häufig stärker als nicht­fiktionale Stücke
Nun kann man zu Recht einwenden: All das sind Produkte, die mit privatem Geld finanziert wurden. Stimmt.

Dieser Artikel soll nun Fürsprecher für den ÖRR sein und kann nur gesellschaftlich relevante Beispiele aus den privat finanzierten Bereich der Branche anführen.
Wo sind die relevanten Spielfilme, die der deutsche ÖRR in den letzten Jahren produziert hat, die aktuelle Themen aufgreifen, die die Gesellschaft beeinflussen? Ich rede nicht davon, in der alten Naziproblematik lehrerhaft herumzuwühlen und dann international verkaufbare Filme wie "Babylon Berlin" zu produzieren. Wo bleibt die Abbildung des heutigen Deutschlands? Der deutsche Zeitgeist? Es scheint ihn nicht zu geben. Dank den ÖRR, die immer einen Schritt zurück sind. Die deutschen ÖRR sind immer "Archiv". Selbst wenn sie was Neues produzieren.

Da gibt es einfach nichts aufregendes an Filmen, nichts "junges". Es liegt nicht am Geld und wo es herkommt. Es liegt an der Ideenlosigkeit und Blutleere eines behördlich strukturierten Mediensystems. Es wäre schön wenn auch dieser modern bebartete Herr Stuckmann, der eben auch sein Geld dort verdient (hat), das erkennen könnte.

Revolutionen wurden nie mit Geld begonnen. Fiktionen kommen einfach, sie sind keine Frage des Geldes. Gutes und  Neues entsteht in der Ideenphase immer lösgelöst vom Gedanken an Geld. Ein mit sozialistischer Solidarität sichere 8 Milliarden Euro pro Jahr ergaunerndes und verdampfendes Mediensystem wirtschaftet nicht frei von Eigen- und Fremdinteressen. Und so entsteht in diesem Ambiente genau das Gegenteil von Kreativität. Nämlich sowas wie "Eichwald, MdB".


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« Letzte Änderung: 14. März 2018, 16:39 von seppl »
„Eine ewige Erfahrung lehrt jedoch, daß jeder Mensch, der Macht hat, dazu getrieben wird, sie zu mißbrauchen. Er geht immer weiter, bis er an Grenzen stößt.
Wer hätte das gedacht: Sogar die Tugend hat Grenzen nötig. Damit die Macht nicht mißbraucht werden kann, ist es nötig, durch die Anordnung der Dinge zu bewirken, daß die Macht die Macht bremse.“ (Montesquieu)

Offline Spark

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Re: taz-Serie örR: Eine Gesellschaft braucht Fiktion
« Antwort #2 am: 14. März 2018, 20:09 »
Der öffentlich-rechtliche Rundfunk ist viel zu klein, als dass er eine Zwangsabgabe - noch dazu eine verfassungswidrige - überhaupt rechtfertigen könnte.
Die Informationsquelle die ich benutze - und noch zahlreiche andere - vermitteln mir mehr Informationen und Wissen aus den unterschiedlichsten Bereichen wie Naturwissenschaften, Geschichte, Politik und auch noch vielen anderen Bereichen, als es der öffentlich-rechtliche Rundfunk mit seinem beschränkten Angebot jemals könnte, da er schlicht nicht über solche Kapazitäten verfügt.

Die Zwangsabgabe würde für mich den Verlust dieser Informationsquellen bedeuten. Es wäre so, als würde ich mein Mittagessen abgeben und nur den Nachtisch behalten. Und nicht einmal das, da ich keinen Rundfunk nutze, hätte ich auch keinen Nachtisch mehr.


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