Autor Thema: Statistiken: Abweichung "Rohdaten"/"repräsentat. Ergebnisse" > Wie geht das?  (Gelesen 574 mal)

Offline BR_Nichtnutzer

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Hi Leute.

Ich habe es jetzt bereits an mehreren Stellen so gesehen. Beispielsweise unter
https://www.derwesten.de/kultur/fernsehen/mehrheit-der-deutschen-gegen-abschaffung-von-ard-und-zdf-id213602043.html

Wie schafft man es - ohne Statistikfälschung, was ich auch gar nicht unterstellen möchte - aus diesen "Rohdaten" die gezeigten "repräsentativen Ergebnisse" zu machen?



Ich hatte in der Uni Statistik und mache aktuell beruflich auch einige Auswertungen, aber mir will einfach nicht in den Kopf, was man mit den Rohdaten "anstellen" muss, um die gezeigte Änderung bei den "repräsentativen Ergebnissen" zu erreichen...

Und wie gesagt, das ist nicht die einzigste Auswertung, wo es den Reiter "Rohdaten" und "repräsentativen Ergebnisse" gibt. Waren glaube ich insgesammt vier.

Könnte ich mal noch zusammen suchen aus der History...


Also. Wenn einer ne Idee hat, wie das gehen soll, ggf. sogar einer der Ersteller, falls das mal einer lesen sollte - ich würde es nur zu gerne wissen und nachvollziehen können...


Edit "Bürger":
Ursprünglicher schwer verständlicher Betreff "Statistik... Rohdaten zu re.Ergebnisse... WIE GEHT DAS???" musste angepasst/ präzisiert werden.
Danke für das Verständnis und die Berücksichtigung.


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« Letzte Änderung: 27. Mai 2018, 02:12 von Bürger »
ich bin ein nichtnutzer! weder schwarzseher, schmarotzer oder was sonst noch so seitens der ör vorgeworfen wird...

wenn ich nicht mit dem bus fahre, kaufe ich auch kein ticket!

Offline BR_Nichtnutzer

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Nachtrag...
Vielleicht ist es ja einfach nur ein Programmierfehler und sie haben "auf jeden Fall abschaffen" und "nicht abschaffen" lediglich vertauscht... Und wenn ja, dann bestimmt nur ausversehen.


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« Letzte Änderung: 27. Mai 2018, 02:11 von Bürger »
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Offline Housebrot

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Du weißt ja nicht, was im Hintergrund läuft. Ich habe die Umfrage mitgemacht und musste Geburtsjahr und Postleitzahl angeben.

Wenn ich diese zwei Daten habe, kann ich doch schon per Formel im Hintergrund berechnen, wie stark die Stimme gewichtet werden soll.

Ausserdem könnte auch ein beauftragter Dienstleister massiv an der Umfrage "teilnehmen"... hat es alles schon gegeben.

Praxisbeispiel gefällig? Gerne:
Ich bin bei meinem Arbeitgeber über einen Privatkunden gestolpert, der ca 40.000 Euro Telefonrechnung pro Monat hat. Davon entfielen gerade einmal ein paar Euro auf den Anschluss selber, der rest waren sog. TED Nummern.

Diese werden gerne für Abstimmungen genutzt.

Diese Rechnungshöhe hatte der Kunde durchgehend, und zahlte die Rechnung auch immer brav und pünktlich zum vereinbarten Fälligkeitstermin.

Das war kein warscheinlich kein Privatunde, und warscheinlich wurde die Rechnung auch durch eine Firma beglichen - die starkes Interesse an dem Ausgang der Meinungsumfrage hatte.

Grüße
Adonis


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« Letzte Änderung: 27. Mai 2018, 02:14 von Bürger »

Offline drboe

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  • Ersatzmaßstab Wohnung: das BVerfG erklärt die Welt
Ein repräsentatives Abbild der Wohnbevölkerung in Deutschland müsste diverse Bedingungen erfüllen. Darunter die, dass die Anteile der Auswahl der Gesamtheit aller nach Geschlecht, Alter, Wohnortgröße und Bundesland, Ausbildung, Beruf, Einkommen, Wohnsituation, Familienstand, Anzahl der Kinder und mehr entsprechen müsste. Bei Befragung einer zufälligen Gruppe dürften die Abweichungen bezüglich fast aller Kriterien erheblich sein, was dazu führt, dass die gewählte Gruppe eben nicht repräsentativ ist. Korrekturen, d. h. Wichtungen nach diversen Parametern führen dann dazu, dass der Fehler des Ergebnisses recht groß ist. Würde man den angeben, so wäre die Untersuchung noch OK, allerdings liesse sich keine "knackige" Aussage a la "60% sind der Ansicht dass ..." formulieren. Die Aussage "20-65% der Befragten geben an, dass ..." ist für die Berichterstatter und ihre Intention ersichtlich wertlos, weil bei der Bandbreite jeder Leser sich fragen würde, warum man ein so unscharfes Ergebnis für berichtenswert hält. So lässt man Fehler einfach weg. Zudem darf man bei solchen Umfragen Effekte beobachten, dass sich bei Reizthemen mehr Leute beteiligen, deren Ansichten extrem auseinander liegen. Zwischentöne sind dann deutlich unterrepräsentiert, was die Analyse zusätzlich erschwert.

Kurz: Ich halte solche Umfragen für weitgehend wertlos. Allenfalls bei Themen, die man auf diese Weise regelmäßig abfragt, könnte man aus Veränderungen auf Trends schließen und selbst das nur mit Einschränkungen.

M. Boettcher


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« Letzte Änderung: 27. Mai 2018, 02:15 von Bürger »
Während unseres endlosen Krieges gegen Syrien habe ich keinen einzigen glaubwürdigen Beweis dafür gesehen, dass die "Gasangriffe" von der syrischen Armee ausgingen. Und ich habe es satt, dass wir Syrien jedes Mal bombardieren, wenn Al-Qaidas "Weisshelme" ein weiteres Ereignis unter falscher Flagge veranstalten. Ein mutiger Journalist sollte sich fragen, warum alle Gasopfer Zivilisten sind und niemals die Terroristen selbst. (Richard H. Black, US-Senator, Republikaner, auf Facebook)

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