Autor Thema: Interview mit Heinrich Dück: Dann muss ich halt wieder ins Gefängnis  (Gelesen 4412 mal)

Offline ChrisLPZ

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Planet Interview, .03.2017

Heinrich Dück
Dann muss ich halt wieder ins Gefängnis

Von Jakob Buhre

Zitat
Der Rundfunkbeitrag steht immer wieder in der Kritik, die Zahl der Mahn- und Vollstreckungsverfahren liegt im Millionenbereich. Heinrich Dück boykottiert die Gebühr komplett, kam dafür ins Gefängnis – und nach wenigen Tagen wieder frei. Hier erzählt er von seiner Haft, der überraschenden Freilassung und er erklärt wo seine Probleme mit den Öffentlich-Rechtlichen liegen und warum er einen vom Bürger finanzierten Rundfunk befürwortet.

Heinrich, erzähl bitte zu Beginn, wie das angefangen hat, mit dir und der Rundfunkgebühr.
Heinrich Dück: Das Ganze begann 2013, als ich von zu Hause ausgezogen bin. [..]

Weiterlesen auf:
http://www.planet-interview.de/interviews/heinrich-dueck/49582/

Siehe auch:
Wie ein Beitragsverweigerer zum Häftling wird
http://gez-boykott.de/Forum/index.php/topic,22280.0.html


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« Letzte Änderung: 03. März 2017, 22:26 von Bürger »

Offline Hailender

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Zitat
Fehlt es dir an Transparenz?
Dück: Ja. Ein erster Schritt wäre eine komplette Veröffentlichung der Ausgaben. Ich finde, wenn sich jemand entschließt für die ÖR zu arbeiten, also von den deutschen Haushalten bezahlt zu werden, dann sollte er auch preisgeben, wie er bezahlt wird. Das sollte so im Arbeitsvertrag stehen. Und es sollte eine Internetseite geben, wo das für den Bürger einsehbar ist. Und Leute, die nicht möchten, dass ihr Gehalt offengelegt wird, die gehen dann einfach nicht zu den ÖR.


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Es ist besser, für den gehasst zu werden, der man ist, als für die Person geliebt zu werden, die man nicht ist.
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Offline Nevrion

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Zitat
Bist du denn generell dafür, dass es einen staatlich-finanzierten Rundfunk gibt?
Dück: Ja, vom Bürger finanziert, unabhängig von der Regierung. Damit ist gemeint, dass sämtliche Politiker von ihren Posten und Funktionen beim Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk zurücktreten und dass ihnen untersagt ist, nach ihrer Amtszeit, für die ÖR zu arbeiten oder in deren Gremien zu sitzen.

Aber finanziert werden sollte der Rundfunk schon von allen Bürgern bzw. Haushalten?
Dück: Es ist ein kompliziertes Thema. Man könnte vielleicht sagen, dass jeder Haushalt eine Standard-Gebühr bezahlt, aber mit der Möglichkeit, dass der Bürger beantragt, nur für die Geräte zu zahlen, die er tatsächlich hat – dann reduziert sich sein Beitrag. Ansonsten zahlt er den Standard-Beitrag. Und diejenigen, die wegen weniger Geräten eine Reduzierung beantragen, müssten zulassen, dass ein Prüfer in ihre Wohnung kommt. Das ist nur ein Beispiel, da kann man noch andere Konzepte ausarbeiten.

Ich bin sogar etwas überrascht, dass selbst Leute, die ins Gefängnis gehen, die Situation nicht bis zu Ende gedacht haben. Er relativiert in späteren Fragen zwar, dass es Ausnahmen geben sollte, die sich von der Rundfunkgebühr befreien können, aber mit solchen Aussagen wirkt er schon fast wieder etwas inkonsequent.
Für mich ist glas klar, das es in einem Rechtsstaat nicht richtig und gerecht sein kann, dass man als normaler berufstätiger Mensch sein Obdach aufgeben muss um keine Gebühr bezahlen zu müssen. Die Öffentlich Rechtlichen Anstalten finanzieren sich nun mal nicht über eine Steuer und sind auch kein höheres Gut in der Gesellschaft als jedes andere Informationsmaterial, ob nun in der Bibliothek, am Zeitungsstand oder im Internet.

Die Ironie ist ja, das gerade er im Interview deutlich zeigt, das er bewusst für Nicht-Öffentlich-Rechtliche Dienste im Internet bezahlt oder bezahlen würde - nämlich durch die Provider-Gebühr, zum Teil ergänzt durch Netflix-Abos, aber nicht für Öffentlich Rechtliche Inhalte. Das heißt, der Mensch an sich ist schon gewillt Geld für Information und Unterhaltung auszugeben, aber es muss und sollte in einem Staat wie Deutschland die Möglichkeit bestehen seine Bezugsquelle frei zu wählen. Bei den ÖR wird den Menschen heutzutage die Wahl abgenommen, denn die bezahlt man ganz unabhängig davon, ob man diese nutzt oder sogar unterstützen will.

Zitat
Wenn jetzt jemand sagt: „Du, der Böhmermann hat da wieder ein tolles Ding gemacht, guck dir mal den Clip hier an“ – guckst du dir den Clip dann an?
Dück: Ja, das würde ich mir dann angucken. Aber rechtfertigt ein Clip von Jan Böhmermann, von dem ich von einem Freund erfahre, das Bezahlen von 17,50€ für eine Person in einem Haushalt die kein Fernsehen schaut?

Auch hier hätte man ergänzen und klar stellen müssen: Wenn mir ein Freund sagt, ich müsse mir den Clip von Jan Böhmermann anschauen, dann ist das nichts anderes als wenn ich Abends (ist das eine Absendsendung? ^^') zu meinem Freund zu Besuch bin, der ganz offenbar bereit ist die Gebühr zu bezahlen und deren Inhalte zu konsumieren. Das ist ja dann sein Ding. Also sehe ich objektiv keinen Anlass warum ich dann für seinen Konsum mitbezahlen soll. Ich bezahl ja auch nicht sein Internet mit, nur weil ich als Gast bei ihm in seinem WLAN surfen darf oder sein Sky für den gemeinsamen Fußballabend.


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Online Markus KA

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  • Das Ende des Rundfunkzwangsbeitrags naht!
Was mich etwas schockiert, dass im Zeitalter von handys, netzwerken und internet drei Monate vergehen müssen, bis die Öffentlichkeit und das Forum von der Haft erfährt. Die Bekanntgabe von Vollstreckungen, Haftandrohungen und Haft muss schneller funktionieren. Genauso müssen sofort Zeugen vor Ort auftreten, je mehr desto besser. Bürgerinnen und Bürger sollten mehr durch Beistand unterstützt werden, nicht nur beim VG. Darum sollen mehr Bürgerinnen und Bürger sich nicht scheuen und hier ihre Situation kund tun, damit andere Mitstreiter aus der Umgebung informiert sind und als Beistand oder Zeugen vor Ort unterstützen können.


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KEIN ZWANGSBEITRAG - 20 MIO. MAHNMASSNAHMEN, 3 MIO. MAHNUNGEN, 1.3 MIO. VOLLSTRECKUNGSERSUCHEN - KEINE ZAHLUNG - ICH MACH MIT! - MIT 18 HAT MAN NOCH TRÄUME, MIT 18 BIST DU JETZT SCHULDNER BEIM BELANGLOSEN RADIOSENDER UND DAS LEBENSLÄNGLICH! 

Offline cook

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Das Problem ist, dass nach wie vor Leute an den guten Vater Staat glauben, der uns besser informieren könne als private und auch besser weiß, was gut für uns ist als wir selbst. Diese Staatsliebe ist sehr tief in der deutschen Denke verwurzelt.

Es ist ja nicht so, dass niemand bereit wäre für Information zu bezahlen. Seit Erfindung der Buchpresse hat das sehr gut funktioniert und funktioniert immer besser. Heute kann eigentlich so gut wie jeder in Deutschland an jede öffentliche Information herankommen. Und aktiv an der Meinungsbildung mitwirken (siehe dieses Forum  :)) Es ist ein Mythos, dass staatliche Medien vor einer Beeinflussung besser geschützt seien als private. Das Gegenteil ist der Fall. Um im Wettbewerb bestehen zu können, müssen private Medien langfristig wahrhaftiger informieren, sonst verlieren sie schnell Marktanteile. Die offensichtliche Beeinflussung durch Werbepartner ist mir lieber als eine versteckte durch Parteien und wer weiß wer sonst.

Und auch beim Rundfunk hat das jahrzehntelang prima geklappt. Bis dann Goebbels auf die Idee kam, den Rundfunk zu verstaatlichen. Offenbar hatte das Dritte Reich aber wegen Aufrüstung und Autbahnbau nicht genug Kohle übrig, um den staatlichen Rundfunk selbst zu finanzieren. Und so wurde dann die Schergen losgeschickt, um die Entrichtung der Rundfunklizenzgebühr zu überwachen.

Das BVerfG hat letztlich den unglücklichen Spagat versucht, den staatlichen Rundfunk aufrecht zu erhalten und gleichzeitig eine unabhängige Finanzierung sicherzustellen. Das ganze ist Augenwischerei. Am Ende wird die Idee der staatlichen Kontrolle der Informationen fortgeführt, weil sich das Wahlvieh so besser zähmen lässt. Der Gedanke, man müsste ein System erschaffen, bei dem jeder Bürger (direkt oder indirekt) einzahlt und das dann "unabhängig" ist, ist vollkommen wirklichkeitsfremd.


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