Autor Thema: IfM: Deutsche Medienkonzerne haben das Nachsehen  (Gelesen 795 mal)

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IfM: Deutsche Medienkonzerne haben das Nachsehen
« am: 01. Februar 2017, 12:12 »
Badische Zeitung, 1.2.2017

Deutsche Medienkonzerne haben das Nachsehen

http://www.badische-zeitung.de/computer-medien-1/deutsche-medienkonzerne-haben-das-nachsehen--132562660.html
Zitat
Im Gespräch mit Ulrike Simon vom RedaktionsNetzwerk Deutschland entwickelte Hachmeister, Direktor des Institut für Medien- und Kommunikationspolitik (IfM), fünf Thesen:

Zitat
2.?Die deutsche Medienindustrie löst sich auf.
"Das gilt jedenfalls für ihre internationale Geltung. Von acht deutschen Medienkonzernen sind zwei in den Top 50 übriggeblieben: Bertelsmann und die ARD, die ohnehin kein kommerzieller Konzern, sondern ein öffentlich-rechtliches Medienkonglomerat ist.

Zitat
3.?Der Rundfunkbeitrag wird zur Medienabgabe
"Private Medienunternehmen fahren hierzulande die Linie, Steuererleichterungen oder Regulierungsbefreiungen zu reklamieren. Im zweiten Schritt wird die Politik nicht umhin kommen, eine Medienabgabe zu definieren, die höher liegt als der bisherige Rundfunkbeitrag und die nach einem ausgeklügelten Fördermodell und Kriterienkatalog (in der Art der heutigen Filmförderung) jene unterstützt, die einen für die Gesellschaft gewinnbringenden und aufklärerischen Journalismus anbieten (public service)."

Zitat
4.?ARD und ZDF werden sich auf Regionales und Politik beschränken müssen
"Mit Netflix, Youtube und Amazon können ARD und ZDF nicht mithalten. Daher gibt es zwei Möglichkeiten: sich beim Rechteerwerb und der Produktion auf europäischer Ebene zu größeren Einheiten zusammenzuschließen, wie das teilweise bei der Serienproduktion der Fall ist. Oder sie konzentrieren sich auf die nationalen Märkte und setzen auf Heimatgefühl.

Lutz Hachmeister (57) ist Journalist, Sachbuchautor und Regisseur. Er war Leiter des Grimme-Instituts und gründete 2006 das IfM in Berlin.

Er ist gerade dabei, sein neues Buch zu vermarkten. Daher das Interview.

Zum IfM:
http://medienpolitik.eu/institut/ueber-das-ifm/

Das IfM wird von den "Größen" des deutschen Medienkartells gefördert: u.a. ARD, Axel Springer, Bertelsmann, FAZ, ProSieben, RTL, Spiegel; und natürlich auch vom Staate: NRW, bpb und Köln

Kommentar:

Das Interview offenbart, wo die Reise nach Vorstellung der deutschen Medien- und Politiklandschaft hingehen soll. Es geht beim Rundfunkbeitrag nicht "nur" um 210 EUR pro Jahr! Es ist der Beginn einer Vollkontrolle der Medienlandschaft, die durch die Bürger unabhängig vom Nutzungsverhalten zwangsfinanziert werden soll. Alternative, unabhängige Medien werden ausgesperrt und erfahren natürlich keine finanzielle Unterstützung.

Die Verknüpfung von Bertelsmann, Politik und öffentlich-rechtlichem Rundfunk ist hinlänglich bekannt (siehe nur Arvato-Dienste für den Beitragsservice). Die Interessen der anderen großen Medienhäuser liegt auf gleicher Linie. Der kurze Ausschnitt oben fügt einen weiteren Puzzlestein zur Beantwortung folgender Fragen hinzu:

  • Warum musste es ein geräteunabhängiger Beitrag werden?
  • Warum ist die Politik so scharf darauf?
  • Warum gibt es von der Fernseh-Konkurrenz trotz Verstoßes gegen das EU-Beihilfenrecht keinen Gegenwind?
  • Warum äußert sich die Presse nur selten kritisch?
  • Warum billigen Gerichte und EU-Kommission das Modell trotzt offensichtlicher, vielfältiger rechtlicher Bedenken?

Das Interview verharmlost die Konzentration der deutschen Medienmacht, um damit ein Argument für die Ausweitung der Medienkontrolle und der Rundfunkabgabe zu gewinnen.

Wer sich das Ranking der Medienkonzerne nach Umsatz ansieht, stellt fest, dass die deutschen Konzerne gleich nach den USA (die erwartungsgemäß ganz oben stehen) kommen (was aufgrund der Bevölkerungszahl und der internationalen Irrelavanz der deutschen Sprache überraschend sein sollte -- Bertelsmann kommt noch vor Facebook!):
http://www.horizont.net/medien/nachrichten/Ranking-Das-sind-die-groessten-Medienkonzerne-der-Welt-145331

Die ÖRR werden künstlich arm gerechnet, indem nur der Umsatz der ARD angegeben wird. In Wahrheit müssten ARD, ZDF und DR noch vor BBC kommen.

Zusätzlich werden Konzerne wie Microsoft als Medienunternehmen dazwischengepuffert, um ARD nach unten zu ranken (Software ist nicht gleich Medien!)


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Re: IfM: Deutsche Medienkonzerne haben das Nachsehen
« Antwort #1 am: 01. Februar 2017, 13:02 »
Zitat:
Die Verknüpfung von Bertelsmann, Politik und öffentlich-rechtlichem Rundfunk ist hinlänglich bekannt (siehe nur Arvato-Dienste für den Beitragsservice).

Vollkontrolle ist das richtige Stichwort! Big Data. Arvato Systems baut an der Infrastruktur der elektronischen Gesundheitskarte ordentlich mit, PAV druckt die egk-Karten, der Beitragservice ist eine zentrale Einwohner-Meldestellle mit regelmässigem Datenabgleich der Einwohnermeldeämter. ALLE Daten liegen auf den Servern bereit, und eine kleine Gesetzesänderung wird ausreichen um den Zugriff und die Verknüpfung zu erlauben. Bargeld wird weitestgehend abgeschafft, virtuelles Giralgeld unterliegt der völligen Kontrolle der Finanzbehörden. Wie schnell derartige Änderungen dann doch im Einvernehmen der gesamten Koalition abgesegnet werden kann man ja gerade sehr schön beobachten. George O. würde sich totlachen, wir wurden ja gewarnt!


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Offline KlarSchiff

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Re: IfM: Deutsche Medienkonzerne haben das Nachsehen
« Antwort #2 am: 01. Februar 2017, 13:19 »

Vollkontrolle ist das richtige Stichwort! .....

daran wird schon seit Jahrzehnten gearbeitet. Dass es ohne merklichen Widerstand so weit kommen konnte liegt an der Einbindung der gesamten Medienlandschaft zur Erreichung dieses Ziels. Desinformation, Fake-News und Aktionen unter falscher Flagge sind die Werkzeuge.


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Offline abtuten

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Re: IfM: Deutsche Medienkonzerne haben das Nachsehen
« Antwort #3 am: 01. Februar 2017, 13:40 »
daran wird schon seit Jahrzehnten gearbeitet. Dass es ohne merklichen Widerstand so weit kommen konnte liegt an der Einbindung der gesamten Medienlandschaft zur Erreichung dieses Ziels. Desinformation, Fake-News und Aktionen unter falscher Flagge sind die Werkzeuge.

... und mit dem durch die "Flüchtlingskrise" erzeugbaren Unsicherheitsgefühl lassen sich Maßnahmen durchsetzen die noch vor kurzem kaum vorstellbar waren. Bertelsmann Arvato hat die Finger übrigens auch bei Toll Collect und damit dem Mautsystem drin, wie tief ist mir leider nicht bekannt.


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