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Autor Thema: swr weisst auf aufdeckung durch auf stern hin  (Gelesen 4285 mal)

j
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swr weisst auf aufdeckung durch auf stern hin
Autor: 13. April 2008, 15:46
hi ihr,

ich hab grad was beim rumsurfen entdeckt, dass ich gerne mal wieder zur diskussion freistellen möchte. is zwar nichts neues, aber ich finde man kann das nicht oft genug erwähnen.

Zitat
Gehrig räumte laut SWR ein, dass die Mitarbeiter wohl heute noch überwacht würden, wenn das Magazin „Stern" dies nicht aufgedeckt hätte.

es ging hier um die überwachungsaffäre seiner mitarbeiter des discounters lidl.

hm, gibt der swr damit nicht zu, dass auch die privaten medien durchaus in der der lage sind frei und unabhängig zu recherieren??? und das sogar obwohl diese nicht zwangsfinanziert sind und ihr geld dadurch verdienen müssen, dass sie unabhängige und immer die neusten neuigkeiten drucken/ senden müssen, damit ihnen die menschen ihre ergebnisse auch abkaufen?!

was meint ihr?

gruß jörg



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Y
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Hast Recht, joerg

aber hätte der Stern auch dann so gnadenlos aufgedeckt, wenn Lidl regelmäßig Anzeigen im Stern schalten würde?

Der Konkurrenzkampf auf dem Zeitungsmarkt ist ebenso hart wie der in anderen Märkten. Ein Anzeigen-Boykott kann einem Verlag das Genick brechen. Nur selten wird von solchen Maßnahmen durch die Industrie berichtet, denn in der Regel kommt es gar nicht dazu:

  • Der Redakteur schreibt, was der Chefredakteur anordnet
  • Der Chefredakteur ordnet an, was die Verlagsleitung wünscht
  • Die Verlagsleitung wünscht, was die Konzernführung befiehlt

Die Lidl-Story hat dem Stern keine Nachteile gebracht, nur deshalb ist sie wohl so knallhart präsentiert worden.

Ein weiterer Punkt: So eine Titel-Story muß spektakulär sein und die Leser empören. Die wirklich schweren Verbrechen gegen Volk und Demokratie sind aber meist unscheinbar aber kompliziert und deshalb schwer zu durchblicken. Die eignen sich weniger für einen Stern-Titel und fallen bei privaten Medien eher unter den Tisch.

Und machen wir uns nichts vor: Die Lidl-Story ist nicht das Ergebnis harter Recherche, sondern das Angebot eines Insiders, der das (Film-) Material für viel Geld verkauft hat.

Ich bin gegen den GEZ-Terror, Gebühren-Ungerechtigkeit und Verschwendung - aber für die Öffis.

Gruß von Yojo


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Hi all,

nur mal eine kleine Anmerkung zum Thema (un-)abhängigkeit von Medien:

Jeder Redakteur und jeder Chefredakteur hat einen Boss.

Bei Privaten ist das am Ende die Aktionärsmehrheit, die mehr Geld will.

Beim ÖR ist das am Ende die Politschranzenversammlung (sorry, der offizielle Begriff ist mir gerade entfallen), die die zusätzlich benötigten Zwangsgelder (inkl. dem Image- und Wählerstimmenverlust) auch nicht umsonst vergibt.

Der Unterschied liegt nur in der Tranzparenz und der Mittelbeschaffung:
Aktionäre sagen dem Management, dass sie mehr Rendite wollen; "denkt euch was aus". Wenn das nicht hinhaut, Pech gehabt.
Der ÖR ist aber, zieht man die entscheidenden Politiker mit ein, ein staatlicher Konzern, der machen kann, was er will, weil er den Preis nach Belieben festsetzen kann... man muss sich nur noch über die Argumentation einigen, mit der man dem Zwangsabgabenzahler die nächste Kröte reinwürgt.

- Flo

P.S.:
Wen die ÖR so unabhängig sind, dann frag ich mich, warum man Berichte über marodierende Schergen, wenn überhaupt, nur im Privat-Rundfunk erleben kann.


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  • IP logged  »Letzte Änderung: 14. April 2008, 05:17 von Florian«

j
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hi all,

das von Yogi stammende

Zitat
aber hätte der Stern auch dann so gnadenlos aufgedeckt, wenn Lidl regelmäßig Anzeigen im Stern schalten würde?

ist sicherlich richtig, aber: hätte es der stern nicht aufgedeckt, weil lidl anzeigen dort geschaltet hätte, hätte es eben z.B. der focus getan.

wir haben eine so große vielzahl an medien, dass es für ein einzelunternehmen unmöglich sein dürfte sich bei allen einzukaufen.

niemand kann alles und jeden kontrollieren. nicht, solange es eine freie marktwirtschaft gibt und dadurch eine entsprechende vielzahl an anbietern von (in diesem falle) informationen gibt.

mal ganz abgesehen davon hat florian recht. angenommen der chef von lidl ist politisch angagiert und sitzt nebenbei noch im aufsichtsrat der öfre- glaubst du nicht auch, dass das automatisch dazu führen würde das dieser skandal auch bei den öfre vertuscht werden würde???

also sehe ich nach wie vor keinen sinn darin die öfre durch zwangsfinanzierung aufrecht zu erhalten.

gruß jörg


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  • IP logged  »Letzte Änderung: 14. April 2008, 15:03 von joerg«

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Bei Privaten ist das am Ende die Aktionärsmehrheit, die mehr Geld will.

Wenn's (nur) so sein würde, wäre es noch verträglich. Leider gibt es diesen reinen Kapitalismus nicht. Geld verdienen ist nicht das alleinige Interesse der Aktionäre, denn die großen Beteiligungen stammen eben aus anderen Wirtschaftsbereichen (Stichwort: Deutschland AG - alle Unternehmen hängen zusammen). Bestimmt haben sich viele Investoren nur deshalb in Zeitungsverlage eingekauft, um diese kontrollieren zu können.

'Politschranzenversammlung' ist gut ;D. Ohne Vertreter aus Politik und Kirchen in den Aufsichtsgremien wäre der öR besser dran.

Zitat
Wen die ÖR so unabhängig sind, dann frag ich mich, warum man Berichte über marodierende Schergen, wenn überhaupt, nur im Privat-Rundfunk erleben kann.

Da hast du natürlich Recht. Andererseits kann man von diesen Leuten schlecht verlangen, dass sie den Ast absägen, auf dem sie sitzen. Meine Forderung wäre, die Zahl der Sender auf ein Drittel zusammenzustreichen. Das schöne Städtchen Bremen hat fünf Radiosender und ein Drittes TV und braucht keines davon, weil es von Sendern des NDR und vielen Privaten umstellt ist. Das sehen bestimmt auch viele Mitarbeiter der öR so, aber nur heimlich, denn die sind ja froh über ihren festen Job und wollen sich nicht selber arbeitslos machen.


...angenommen der chef von lidl ist politisch angagiert und sitzt nebenbei noch im aufsichtsrat der öfre- glaubst du nicht auch, dass das automatisch dazu führen würde das dieser skandal auch bei den öfre vertuscht werden würde???

Ja, sehe ich ganz genau so. Wie etwas weiter oben gesagt: Politik und Kirchen raus aus den Gremien.

Aber gegen die Zwangsgebühren hätte ich nichts, wenn 17 Euro nur die Sehr-Gut-Verdiener zu zahlen hätten, der Normalverdiener mit 6 Euro dabei wäre und der Niedriglöhner ohne Befreiungs-Heckmeck einfach nix zahlen müsste. Dann wär's gerecht.

Am Besten wäre es wohl, wenn man die Kohle über Steuern einsammelt - wie die Kirchensteuer. Dann könnte man sich den ganzen GEZ-Quatsch sparen.

Yojo



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Wenn's (nur) so sein würde, wäre es noch verträglich. Leider gibt es diesen reinen Kapitalismus nicht. Geld verdienen ist nicht das alleinige Interesse der Aktionäre, denn die großen Beteiligungen stammen eben aus anderen Wirtschaftsbereichen (Stichwort: Deutschland AG - alle Unternehmen hängen zusammen). Bestimmt haben sich viele Investoren nur deshalb in Zeitungsverlage eingekauft, um diese kontrollieren zu können.

Selbstverständlich kaufen sich Investoren in Firmen ein, um diese kontrollieren zu können. Wo kämen wir denn hin, wenn der Eigentümer eines Unternehmens dieses nicht kontrollieren dürfte?
Abgesehen davon: Klar, das mit der Deutschland AG ist naheliegend. Woran das liegt, darüber kann man aber streiten. Ich finde das reichlich idiotisch: Die Politik gibt vor, dass Arbeiter in Unternehmen Mitbestimmungsrechte über Gewerkschaften haben, anstatt Mitbestimmungsrechte als Eigentümer über Aktien. Außerdem investiert der Arbeiter sein Geld in ein totes, umlagefinanziertes Rentensystem anstelle eines kapitalgedeckten Systems, wie man es in den meisten Industrieländern der Welt vorfindet, welches wiederrum in Unternehmen investieren würde. Das alles sind Möglichkeiten, die das Deutschland AG System einschränken und gleichzeitig Arbeitnehmern nützen würden.
Wenn man das aber alles nicht erlaubt, braucht man sich auch nicht darüber zu wundern, dass die Top-Kapitalisten ihre Unternehmen gegenseitig beaufsichtigen.
Übrigens geht es diesen Leuten am Ende trotzdem darum, Geld zu verdienen; oder denkst du ernsthaft, dass Person A bereit wäre einen drastischen Vermögensverlust auf sich zu nehmen, nur um einer entfernt bekannten Person B nicht ans Bein zu kacken? Das sind Leute, die einen finanziellen Vorteil suchen, nicht irgendeine Art von "Bruderschaft"; wenn da einer versagt hat, wird er mit ner vetraglich festgesetzten Abfindung vor die Tür gesetzt und fertig.

Übrigens, zum Thema Marktmacht und politische Kontrolle: Es lohnt sich ein (detaillierter, nicht der üblicherweise oberflächliche) Blick in die USA, wo Rundfunkunternehmen grundsätzlich privat sind und von jedem aufgekauft werden können. Trotzdem gibt es dort ein extrem breites Spektrum an Medien. M.E. sogar ein breiteres als in Europa, weil die Eintrittskosten in den Markt wesentlich geringer sind. Da kann jeder nen Radiosender starten, der sich das Equipment leisten kann. In Deutschland ist einiges an Sendergebühren abzudrücken.


Meine Forderung wäre, die Zahl der Sender auf ein Drittel zusammenzustreichen. Das schöne Städtchen Bremen hat fünf Radiosender und ein Drittes TV und braucht keines davon, weil es von Sendern des NDR und vielen Privaten umstellt ist. Das sehen bestimmt auch viele Mitarbeiter der öR so, aber nur heimlich, denn die sind ja froh über ihren festen Job und wollen sich nicht selber arbeitslos machen.

Wenn du mir nur ein einziges Beispiel in der Geschichte der Menschheit vorzeigst, in dem Bürokraten sich selbst freiwillig die Mittel gekürzt haben, werde ich dich für den Nobelpreis in Wirtschaftswissenschaften vorschlagen. Den hat übrigens mal jemand bekommen, der das genaue Gegenteil behauptet hat: Bürokratie ist ein Prozess, der sich im Lauf der Zeit von selbst aufbläht.

Grüße,
Flo




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Selbstverständlich kaufen sich Investoren in Firmen ein, um diese kontrollieren zu können. Wo kämen wir denn hin, wenn der Eigentümer eines Unternehmens dieses nicht kontrollieren dürfte?

Hier meinte ich eigentlich die Inhalte von Medien. Dass Inhaber die Geschäftsführung kontrollieren ist natürlich okay, aber Journalisten sollten in der Theorie ja unabhängig sein. In der Praxis kontrollieren die Eigentümer leider auch, was gedruckt und gesendet wird.

Die Deutschland AG, also die Verflechtung der Unternehmen, hat zur Folge, dass eine Krähe der anderen kein Auge aushackt.

Was das Rentensystem angeht, da haben sich die Deutschen damals mächtig verarschen lassen. Die Rentenversicherung ist früher ja mal eine echte Versicherung gewesen. Als dann im Wirtschaftwunder die Löhne mächtig anzogen (es gab ein Überangebot an Arbeit, die Firmen haben sich gegenseitig die Arbeiter abgeworben, bis man die Türken geholt hat) waren die vielen Rentner ganz schön sauer, dass ihre Renten nicht stiegen. Um sich die Wiederwahl zu sichern, hat sich die CDU einen genialen Trick einfallen lassen: Den Generationenvertrag

Dazu hat man einfach das Geld der Beitragszahler in die Rentenversicherung genommen, und es den Rentnern gegeben. Den Beitragszahlern hat man versprochen, dass sie dafür ja das Geld zukünftiger Beitragszahler bekommen werden. Alle sind zufrieden gewesen, und eine zeitlang ging das ja auch gut, wie bei jedem Schneeballsystem.

Die CDU hat damals die Wiederwahl geschafft. Heute aber haben wir den Salat:

Weil es mindestens drei mal mehr Beitragszahler als Rentenempfänger geben muss, bricht dieses Pyramidenspiel nun in sich zusammen. Es gibt immer weniger Arbeit, während die Rentner immer älter werden. Verschärfend kommt hinzu, dass man totkranke alte Leute mit kostspieligen Maschinen noch mehrere Jahre künstlich am Leben erhalten kann. Und die Maschinen werden immer besser! Ich werde rechtzeitig so eine Patientenverfügung erstellen, denn ich hab echt keine Lust, als Scheintoter noch 30 Jahre an der Maschine zu hängen.

Wo war ich stehen geblieben? Ach ja, Rente. Weil die gesetzliche Rente nicht reicht, empfiehlt man den Leuten, zu 'Riestern'! Na? Schon geriestert ??? Weil sich nicht genug Leute verarschen lassen wollen, soll die freiwillige Riester-Rente Pflicht werden. Heißt im Klartext: Wir sollen zweimal in die Rente einzahlen. Bin mal gespannt, wieviel Renten die sich noch einfallen lassen.

Radio in den USA: Stimmt, eine enorme Vielfalt von den riesigen Networks bis hinunter zu den kleinen 1-Personen-Radiosendern. Aber alle liegen wegen des wirtschaftlichen Drucks an der kurzen Leine. Als der Rockmusiker Frank Zappa sich über den Konsumterror in den USA lustig gemacht hat, wurde er erst von einem Network boykottiert und dann von allen. Zappa wurde nie wieder im Radio gespielt (mal abgesehen von ein paar Studenten-Radios).

Zitat
Wenn du mir nur ein einziges Beispiel in der Geschichte der Menschheit vorzeigst, in dem Bürokraten sich selbst freiwillig die Mittel gekürzt haben, werde ich dich für den Nobelpreis in Wirtschaftswissenschaften vorschlagen.

Klar: Der öffentlich-rechtliche Rundfunk ist eine Behörde mit eigenen Sendern. Ich hab' auch gar nicht vor, diese Behörde zu bitten, sich zu verkleinern. Mein Plan sieht so aus:

Sobald es in Deutschland mal eine Partei geben sollte, die verspricht, bei uns die Demokratie einzuführen, dann wähle ich die schnell. Und wenn die gewinnt und dann die Demokratie einführt, dann können die Bürger ja darüber abstimmen, ob und wie sehr der öR verkleinert wird. Also, ich finde den Plan genial - der kann doch gar nicht schief gehen.

Schön' Gruß, Yojo


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  • IP logged  »Letzte Änderung: 19. April 2008, 01:22 von Yojo«

 
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