Autor Thema: Bild Hamburg: Wie? Rundfunkbeitrag für Elphi? Wussten Sie nicht? Ist aber so.  (Gelesen 16855 mal)

Offline ChrisLPZ

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Bild, 07.01.2017

Im Moment surft die Elbphilharmonie ja die Euphoriewelle
Wie? Rundfunkbeitrag für Elphi? Wussten Sie nicht? Ist aber so
von Markus Arndt

Zitat
[..]
Im Moment surft die Elbphilharmonie ja die Euphoriewelle.
Ist auch ein tolles Haus, architektonisches Wunderwerk, Wahrzeichen, Klangwunder... Keine Frage, keine Diskussion. Tut Hamburg gut. Und der Betrieb wird in ordentlichen Teilen vom Rundfunkbeitrag aller Norddeutschen (17,50 Euro pro Wohnung und Monat) bezahlt.
Wie? Rundfunkbeitrag für Elphi? Wussten Sie nicht? Ist aber so.
Der NDR stellt das Haus-Orchester, die früheren NDR-Sinfoniker. Und zahlt dafür an Miete für die Elphi rund 913 000 Euro pro Jahr plus Inflationsausgleich. Die Musiker-Gehälter kommen obendrauf.

Dagegen muss man natürlich die Konzert-Einnahmen rechnen. Ob's am Ende wenigstens keinen Verlust oder sogar einen Gewinn gibt, ist noch unklar.
Die Tickets sollen ja möglichst günstig sein, damit jeder Hamburger sich die Elphi auch leisten kann. Und wenn der NDR doch draufzahlt?
Dann wird er darauf verweisen, dass das Elbphilharmonie-Orchester im Rahmen des „Kulturauftrags einer öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt" spielt, wetten?

Weiterlesen auf:
http://www.bild.de/regional/hamburg/hamburger-rathaus/raetselraten-um-ehrengast-beim-matthiae-mahl-49632120.bild.html

Anmerkung:
NDR - Konzern-Gewinn- und -Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 2015

Quelle: NDR Geschäftsbericht 2015 S.81


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« Letzte Änderung: 07. Januar 2017, 19:28 von Uwe »

Offline Sophia.Orthoi

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Zitat
Die Tickets sollen ja möglichst günstig sein, damit jeder Hamburger sich die Elphi auch leisten kann.

Aber die Finanzierung tragen alle Untertanen des NDR, der eigentlich für alle senden sollte.



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Offline beat

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Aber die Finanzierung tragen alle Untertanen des NDR, der eigentlich für alle senden sollte.

Untertanen trifft es wohl ganz gut aus der Sicht der selbsternannten "Eliten".
In der heutigen NZZ war ein recht guter Artikel zur Elbphilharmonie:

http://www.nzz.ch/feuilleton/elbphilharmonie-eroeffnung-elphi-oder-die-erfindung-von-coca-cola-ld.138235

Dort wird der ehemalige Dirigent des NDR-Sinfonierchesters, das emsig die Grundversorgung sicherstellt, zitiert, die NZZ schreibt:

Zitat
Willkommen war da die Chuzpe eines weltmännischen Dirigenten wie Christoph von Dohnányi, zwischen 2004 und 2011 Chef des in Hamburg ansässigen NDR-Sinfonieorchesters. Bei einer Expertenanhörung konterte er die Frage eines Abgeordneten, ob überhaupt Bedarf bestehe für einen weiteren Konzertsaal in der Hansestadt, mit der gänzlich unhanseatischen Gegenfrage, ob es seinerzeit denn einen «Bedarf» gegeben habe für Beethovens Neunte oder auch bloss für die Erfindung von Coca-Cola?


Abgesehen davon, dass offen bleibt, ob der Vergleich mit Beethovens Neunter einer kritischen Überprüfung standhält, hat die Neunte vermutlich keine paar 100 Millionen gekostet und insbesondere hat Beethoven dafür nicht Millionen vermeintlich freier Bürger zwangsvollstrecken lassen.
Auch der Verkauf von Coca-Cola erfolgt auf freiwilliger Basis, das ist halt ein feiner, aber gewichtiger Unterschied.

Die hochfliegenden Vergleiche des "weltmännischen" Dirigenten unter Ausblendung der völlig unterschiedlichen Finanzierungsbasis lässt aber das Ausmass des Realitätsverlusts erahnen unter dem die Profiteure des sogenannten öffentlich rechtlichen Rundfunks leiden, bzw. der es ihnen erlaubt, von verfassungswidrig eingetriebenen Zwangsgeldern luxuriös zu leben.

Selbst den Petersdom hat die katholische Kirche durch den geschickten und gewiss auch betrügerischen Verkauf von Ablassbriefen an ihre Gläubigen finanziert, aber letztlich eben doch durch freiwillige Beiträge.
Da ist der ÖRR inzwischen darüber hinaus, heute wird derjenige einfach zwangsvollstreckt, der die Kathedralen der Gegenwart nicht durch seine Arbeit finanzieren möchte. Dient ja nur der verfassungsmässig gebotenen Grundversorgung, höhö...


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« Letzte Änderung: 08. Januar 2017, 19:19 von Bürger »

Offline Sindri

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Abgesehen davon, dass offen bleibt, ob der Vergleich mit Beethovens Neunter einer kritischen Überprüfung standhält, hat die Neunte vermutlich keine paar 100 Millionen gekostet und insbesondere hat Beethoven dafür nicht Millionen vermeintlich freier Bürger zwangsvollstrecken lassen.
Auch der Verkauf von Coca-Cola erfolgt auf freiwilliger Basis, das ist halt ein feiner, aber gewichtiger Unterschied.

Der Vergleich ist nun wirklich mehr als lächerlich. Fakt ist: Ein Konzertsaal – so prachtvoll er auch sein mag – ist ein Nutzungsgegenstand. Und Nutzungsgegenstände braucht man nur so viele wie man auch, nun ja, benutzen kann. Hamburg ist mit der Laeiszhalle über ein Jahrhundert lang ausgekommen, warum sollte es das jetzt nicht mehr? Es ist doch allgemein bekannt, dass das Klassikpublikum immer älter wird. Wird die Elbphilharmonie etwas daran ändern können? Werden nun die Jugendlichen scharenweise in die Sinfoniekonzerte strömen, von Werken schwärmen, deren Schöpfer sie vormals nicht einmal mit Namen kannten? Wohl kaum.

Im Übrigen sollte ein Dirigent, zumal ein "weltmännischer", schon wissen, dass Beethoven der erste freischaffende Komponist war. Er stand anders als etwa Bach oder Händel nicht im Dienste einen Fürsten oder der Kirche und ist nicht letztlich von der Allgemeinheit finanziert worden. Beethoven musste sich somit sehr wohl bis zu einem gewissen Grad fragen, ob "Bedarf" an seinen Werken besteht.


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Offline Sophia.Orthoi

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Die hochfliegenden Vergleiche des "weltmännischen" Dirigenten unter Ausblendung der völlig unterschiedlichen Finanzierungsbasis lässt aber das Ausmass des Realitätsverlusts erahnen unter dem die Profiteure des sogenannten öffentlich rechtlichen Rundfunks leiden, bzw. der es ihnen erlaubt, von verfassungswidrig eingetriebenen Zwangsgeldern luxuriös zu leben.

Ich würde eher mangelnden Einfühlungsvermögen als Realitätsverlust sagen. Mangelndes Einfühlungsvermögen ist ein typisches Merkmal der narzistischen Persönlichkeitsstörung, die wahrscheinlich bei den Eliten sehr verbreitet ist.


Edit "Bürger" @alle:
Bitte explizit beim Forum-Thema "Rundfunkbeitrag" und beim eigentlichen Kern-Thema dieses Threads bleiben, welches da lautet
Bild Hamburg: Wie? Rundfunkbeitrag für Elphi? Wussten Sie nicht? Ist aber so.
Danke für das Verständnis und die Berücksichtigung.


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« Letzte Änderung: 08. Januar 2017, 19:23 von Bürger »

Offline ChrisLPZ

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Heise, 12.01.2017

Zehn-Millionen-Imagekampagne für die Elbphilharmonie
von Peter Mühlbauer

Zitat
Rechnet man Werbekosten und jährliche Subventionen dazu, knackt das von der Politik für lau versprochene Bauwerk die 800-Millionen-Marke

Als der Hamburger Senat einen Prestige-Konzertsaal auf einer Elbinsel plante, da sagte man den Bürgern der Hansestadt zuerst, das Projekt Elbphilharmonie würde sie lediglich das von der Stadt dafür zur Verfügung gestellte Grundstück kosten. Dann stiegen die veranschlagten Kosten nach und nach von 77 auf fast 790 Millionen Euro (vgl. Hamburger Staatsanwaltschaft untersucht Elbphilharmonieskandal). Die jährlichen Subventionen für den seit gestern laufenden Betrieb werden derzeit auf sechs Millionen Euro jährlich geschätzt.

Dazu kommen dem Branchenmagazin Horizont zufolge noch einmal zehn Millionen Euro, mit denen die Stadt eine "Eröffnungskampagne" finanziert. Vorerst nur für eineinhalb Jahre, aber vielleicht auch länger (und dann für entsprechend mehr Geld). Im Rahmen dieser Kampagne soll ein von der unter anderem für Angela Merkel und Zalando tätigen Agentur Jung von Matt angeführtes "internationales Agenturnetzwerk" dafür sorgen, dass sich das Image des Bauwerks vom Skandal zum Wahrzeichen wandelt. [..]

Weiterlesen auf:
https://www.heise.de/tp/features/Zehn-Millionen-Imagekampagne-fuer-die-Elbphilharmonie-3594204.html


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« Letzte Änderung: 12. Januar 2017, 09:27 von ChrisLPZ »

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