Autor Thema: hr-Intendant Manfred Krupp: „Kern ist die kritische Berichterstattung“  (Gelesen 586 mal)

Offline ChrisLPZ

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Frankfurter Rundschau, 22.07.2016

Intendant Manfred Krupp:
„Kern ist die kritische Berichterstattung“
von Pitt von Bebenburg

Zitat
Der neue Intendant des hessischen Rundfunks, Manfred Krupp, will die „Spirale der Emotionalisierung“ bremsen. Für Sportrechte zahlt er nicht jeden Preis, erklärt er im FR-Interview.

Für Sport-Übertragungsrechte werden inzwischen unglaublich hohe Preise aufgerufen. Sollten die öffentlich-rechtlichen Sender da noch mitbieten?

Objektiv betrachtet kostet es uns zu viel Geld. Die Preisspirale dreht sich extrem nach oben. Aber warum dreht sie sich nach oben? Weil Sport vielleicht die wichtigste Kraft zur Bindung an ein Bildmedium ist. Und weil Sie über Sport Zuschauerinnen und Zuschauer für ihr Programm gewinnen können, die Sie sonst nicht bekommen würden. Die 50 stärksten Tagesschau- oder Tagesthemen-Ausgaben liegen im Umfeld von Sport-Übertragungen, in der Halbzeit oder im Vorlauf. Damit interessieren wir Menschen für unsere stärkste Informationsmarke und hoffen, dass sie auf tagesschau.de gehen oder in die Tagesschau-App und vielleicht auch ins lineare Programm. Der Kern der Sportübertragung ist sein Live-Charakter. Seit der Zugriff auf fiktionale Programme rund um die Uhr da ist, wird die Nachfrage nach Live-Ereignissen weltweit noch größer.

Heißt das, Sie müssen unendlich weit mitgehen?

Nein. Hier gibt es Grenzen. Wir wissen, wir werden weniger Sport im Programm haben. Wir werden für weniger Rechte mehr Geld bezahlen. Auf ARD-Ebene haben wir einen Rahmen festgesetzt, der nicht überschritten wird. Wir versuchen, andere Sportarten, die noch nicht im Markt aufgeteilt sind, stärker zu positionieren. Das ist beim Biathlon gelungen.[..]

Ihren Sender drücken finanzielle Probleme. Im vergangenen Jahr betrug das Minus rund 54 Millionen Euro. Wie soll das besser werden?

Das Seltsame ist: Es wird in diesem Jahr besser, aber nur durch eine Maßnahme von außen. Im Frühjahr dieses Jahres hat der Bundestag das „Gesetz zur Umsetzung der Wohnimmobilienkreditrichtlinie und zur Änderung handelsrechtlicher Vorschriften“ geändert. Danach bezieht sich der sogenannte Referenzzins für die Abzinsung der Pensionsverpflichtungen nicht mehr auf den Schnitt der letzten sieben, sondern der letzten zehn Jahre. Und danach könnten wir 2016 voraussichtlich auf eine schwarze Null kommen, obwohl wir mit einem Jahresabschluss von minus 81,6 Millionen Euro geplant hatten. Faktisch ist das alles nur Kosmetik und eine Verschiebung des Problems. Man sieht daran, dass es wichtige Elemente in unserem Haushalt gibt, die wir nicht beeinflussen können. Aber wir bemühen uns um Verbesserungen in anderen Bereichen. Wir sind in Tarifverhandlungen, weil wir versuchen wollen, die Steigerung bei den Altversorgten zu deckeln, wie das im öffentlichen Dienst auch der Fall ist. Das hieße, dass der Tarifabschluss nicht voll auf die Rentnerinnen und Rentner durchschlägt. Im operativen Bereich, den wir beeinflussen können, geben wir nicht mehr Geld aus, als wir einnehmen. Hier hatten wir 2015 einen Überschuss.

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