Autor Thema: Produzentenallianz: Unterhaltung muss Kernelement bleiben  (Gelesen 669 mal)

Offline azdb-opfer

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DWDL.de        23.10.2018

von Uwe Mantel
Produzentenallianz: "Unterhaltung muss Kernelement bleiben"

Nachdem die Dokumentarfilmer-Vereinigung AG DOK ein Gutachten vorgelegt hat, nachdem der Gesetzgeber ARD und ZDF einen Schwerpunkt auf Info-Programm verordnen dürfte, dringt die Produzentenallianz auf eine weiterhin starke Rolle der Unterhaltung

Zitat
[...] Alexander Thies, Vorsitzender der Produzentenallianz, sagt: "Seit dem ersten Rundfunkurteil hat das Bundesverfassungsgericht immer betont, dass die Unterhaltung zum Auftrag gehört. Zahlreiche Unterhaltungsprogramme wie beispielsweise die 'heute-show' oder Quizsendungen mit informativem Inhalt, aber auch Filme und Serien mit zeitgeschichtlichem Anspruch stellen einen funktionell bedeutenden Teil für die insbesondere vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk geforderte Meinungsbildung dar. Diese dient objektiv und gleichzeitig unterhaltend der Vielfaltssicherung. Zudem müssen die Anstalten laut Bundesverfassungsgericht ein ‚ernstzunehmender publizistischer Einflussfaktor’ bleiben. Diese Relevanz hängt auch in erheblichem Maße vom Umfang und der Qualität von Unterhaltungsprogrammen ab." [...]

Weiterlesen auf :
https://www.dwdl.de/nachrichten/69409/produzentenallianz_unterhaltung_muss_kernelement_bleiben/


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Offline PersonX

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Re: Produzentenallianz: Unterhaltung muss Kernelement bleiben
« Antwort #1 am: 23. Oktober 2018, 21:20 »
Zu beachten sei die
Drucksache 16/2460 16. Wahlperiode RN 810.
http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/16/024/1602460.pdf
aus dem Jahr 2006

Darin wird in Nummer 810 Seite 354 ausgeführt:
Zitat
810. Offensichtlich kann der Bedarf an öffentlich-rechtlichen Programmen nicht über eine inhaltliche Einteilung festgelegt werden. Dies darf aber nicht dazu führen, dasses  zu  einer  grenzenlosen  Ausdehnung  des  öffentlich-rechtlichen  Angebots  kommt.  Eine  praktikable  Begrenzung  des  Programmangebots  der  öffentlich-rechtlichen Sender kann aufgrund des Mangels einer greifbaren Definition  des  Funktionsauftrags  nur  über  die  Kostenseite  in Form  einer  Budgetierung  für  das  Angebot  erfolgen.  Es sollten  für  die  einzelnen  Programmsparten  (Fiction,  Unterhaltung,  Sport  usw.)  Budgets  durch  den  Gesetzgeber festgelegt  werden.  Dabei  ist  zu  unterstreichen,  dass  eine pauschale  Budgetvorgabe  für  einzelne  Programmsparten keinen  Verstoß  gegen  das  Zensurverbot,  sondern  eine sinnvolle  Budgetbeschränkung  darstellt.  Bei  der  Budgetierung  ist  allerdings  zu  diskutieren,  wie  viele  Mittel  im Rahmen der Zuweisungen den öffentlich-rechtlichen Sendern  für  nichtmeritorische  Aktivitäten  (massenattraktive Programme,  multimediales  Angebot)  zur  Verfügung  gestellt  werden  sollen  und  ob  es  angemessen  ist,  den  Sendern  einen  absoluten  Betrag  für  diese  Aktivitäten  vorzugeben oder einen prozentualen Anteil des Budgets für die nichtmeritorischen Tätigkeiten zu bestimmen.

Soweit erkennbar wird jetzt x-Jahre später ähnliches von Dokumentarfilmer-Vereinigung AG DOK angesprochen.

aus dem DWDL.de Beitrag

Zitat
...Eine Reduzierung des Unterhaltungsangebots aufgrund von Unsicherheiten in der Abgrenzung des öffentlich-rechtlichen Rundfunkauftrages hätte für die deutsche Produktionswirtschaft fatale Folgen, da viele Arbeitsplätze der Kreativwirtschaft durch Unterhaltungsprogramme gesichert werden. ...
Es ist jedoch kein Kernelement des Rundfunks Arbeitsplätze zu schaffen oder zu erhalten, denn es ist schlicht egal, wie viele Arbeitsplätze davon abhängen, wenn es über das zur Funktion notwendige hinausgeht.


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« Letzte Änderung: 23. Oktober 2018, 22:25 von Bürger »
Beim Benutzen von Geräten mit zu kleinem Bild werden öfters Zeichen nicht richtig eingegeben auch nicht immer sauber kontrolliert, wer also solche Zeichenfehler findet z.B. "ein" statt "eine", darf diese behalten, wenn der Inhalt des Textes nicht völlig entstellt wird.

Offline Bürger

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Re: Produzentenallianz: Unterhaltung muss Kernelement bleiben
« Antwort #2 am: 23. Oktober 2018, 22:21 »
Zitat
[...] Zahlreiche Unterhaltungsprogramme wie beispielsweise die 'heute-show' oder Quizsendungen mit informativem Inhalt [...] stellen einen funktionell bedeutenden Teil für die insbesondere vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk geforderte Meinungsbildung dar.
Quelle: im Einstiegsbeitrag verlinkter Artikel

zur "heute-show" siehe u.a. wikipedia
https://de.wikipedia.org/wiki/Heute-show
Zitat
Produktionsunternehmen: Prime Productions GmbH, Köln[1]
ergo: pivate Prdoduktionsgesellschaft...
...sicherlich mit dem Anspruch GELD zu scheffeln - jedenfalls nicht "gemeinnützig" - siehe u.a. auch unter
Prime Productions GmbH - "über"
http://www.primeproductions.de/ueber.html
Zitat
Die Prime Productions GmbH ist eine unabhängige Produktionsfirma für TV- und Online-Inhalte mit Sitz in Köln. Das Unternehmen wurde 1998 von Georg Hirschberg gegründet.

Das Produktionsspektrum von Prime Productions umfasst Comedy, Online-Channels, Sitcoms, Unterhaltungsshows und Docutainment. Neben den laufenden Produktionen arbeitet die Produktionsfirma kontinuierlich an der Entwicklung neuer Programmideen sowie an der Adaption ausländischer Formate.

Zu den Produktionen gehören: heute SHOW & heute SHOW online (ZDF), Sträters Männerhaushalt (WDR), Knallerfrauen (SAT.1), Ellerbeck (ZDF), Mein bestes Jahr (RTL), Nicht nachmachen (ZDF), Einfach unzertrennlich (VOX), Comedystreet (ProSieben) und viele weitere.

Brauchen "Demokratie" und "Rechtsstaat" und die "Meinungsbildung" sowas?!?
Und weshalb - selbst bei DESINTERESSE - per ZWANG finanziert?
Würde doch reichen, den "uneghinderten Zugang" zu haben, was Kostenpflichtigkeit bei Nutzungsinteresse nicht ausschließt.

Genau: Die Arbeitsplatz-Keule.
Obwohl auch diese eine reine Heuchelei ist.


PS:
Prime Productions GmbH Gründer und Geschäftsführer, Georg Hirschberg, war zeitweilig auch Vorsitzender des Sektionsvorstands "Entertainment" bei der "Produzentenallianz" - siehe u.a. unter
Produzentenallianz, Köln/Berlin, 29. Januar 2014
Vorstandswahlen bei der Produzentenallianz Sektion Entertainment
Neuer Vorstand bei den Unterhaltungsproduzenten

Zitat
Bei der Mitgliederversammlung der Sektion Entertainment am 27. Januar 2014 in Köln haben die Mitglieder einstimmig einen neuen Sektionsvorstand gewählt. Vorsitzender des Sektionsvorstands ist nun Georg Hirschberg (Prime Productions GmbH); [...]
weiterlesen unter
https://www.produzentenallianz.de/pressemitteilungen/pressemitteilungen/inhalte-pressemitteilungen/sektion-entertainment-neuer-vorstand.html

Alles nur Lobbysprech, was sich mit dem "Siegel" des BVerfG schmücken will... ::) >:(


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« Letzte Änderung: 23. Oktober 2018, 22:39 von Bürger »
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Offline Spark

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Re: Produzentenallianz: Unterhaltung muss Kernelement bleiben
« Antwort #3 am: 24. Oktober 2018, 00:14 »
Zitat
Alexander Thies, Vorsitzender der Produzentenallianz, sagt: "Seit dem ersten Rundfunkurteil hat das Bundesverfassungsgericht immer betont, dass die Unterhaltung zum Auftrag gehört. Zahlreiche Unterhaltungsprogramme wie beispielsweise die 'heute-show' oder Quizsendungen mit informativem Inhalt, aber auch Filme und Serien mit zeitgeschichtlichem Anspruch stellen einen funktionell bedeutenden Teil für die insbesondere vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk geforderte Meinungsbildung dar. Diese dient objektiv und gleichzeitig unterhaltend der Vielfaltssicherung. Zudem müssen die Anstalten laut Bundesverfassungsgericht ein ‚ernstzunehmender publizistischer Einflussfaktor’ bleiben. Diese Relevanz hängt auch in erheblichem Maße vom Umfang und der Qualität von Unterhaltungsprogrammen ab."
Quelle: im Einstiegsbeitrag verlinkter Artikel

Bei wem bei dieser Aussage nicht die Alarmsirenen heulen, dem ist nicht mehr zu helfen.
Weiß dieser Mensch eigentlich, was er da von sich gibt? Anscheinend nicht.
Ich empfehle Herrn Alexander Thies dringend sich mit dem Grundgesetz auseinanderzusetzen, speziell mit Artikel 5. (Und auch ein bisschen Geschichtsunterricht kann nicht schaden.)

Es ist nicht Aufgabe des öffentlich-rechtlichen Rundfunks die Meinung der Bürger zu bilden, er soll zur Meinungsbildung beitragen, sie aber nicht generieren. Das ist ein gewaltiger Unterschied.
Meinungsbildung liegt bei jedem Einzelnen selbst, individuell und ganz bestimmt nicht fremdbestimmt. Und es liegt auch in der freien Wahl, welcher Informationsquellen sich jeder Einzelne dafür bedient.
Mag ja sein, dass Herr Alexander Thies sich Meinungen gerne vorgeben läßt, erspart wenigstens das Selberdenken, aber das ist sein persönliches Problem. Nur soll er es nicht auch von allen anderen erwarten.

"ein 'ernstzunehmender publizistischer Einflußfaktor'" - Also von wem ich mich beeinflussen lasse oder auch nicht, bestimme immer noch ich selbst, sowie jeder andere noch selbständig denkende Mensch.


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"Wenn so eine Welle des Aufruhrs durch das Land geht, wenn "es in der Luft liegt", wenn viele mitmachen, dann kann in einer letzten, gewaltigen Anstrengung dieses System abgeschüttelt werden."
(II. Flugblatt der Weißen Rose)

"Fear. It's the oldest tool of power. If you're distracted by fear of those around you, it keeps you from seeing the actions of those above."
(Mulder)

Offline azdb-opfer

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Re: Produzentenallianz: Unterhaltung muss Kernelement bleiben
« Antwort #4 am: 24. Oktober 2018, 04:16 »
Zitat
Alexander Thies, Vorsitzender der Produzentenallianz, sagt: "Seit dem ersten Rundfunkurteil hat das Bundesverfassungsgericht immer betont, dass die Unterhaltung zum Auftrag gehört. Zahlreiche Unterhaltungsprogramme [...] stellen einen funktionell bedeutenden Teil für die insbesondere vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk geforderte Meinungsbildung dar.

Herr Thies hat in seiner Aufzählung die Talkshows vergessen, z. B. "hart aber fair". Moderator ist Frank Plasberg, er ist auch einer der Geschäftsführer der Produktionsfirma "Ansager & Schnipselmann". Diese Produktionsfirma ist ein Mitgliedsunternehmen der Produzentenallianz.
https://www.aunds.tv/impressum/
https://www.produzentenallianz.de/die-produzentenallianz/ueber/verband/mitglieder.html

Her Plasberg wurde im Forum bereits erwähnt, z.B. hier:
Zitat
Schleichwerbungs-Eklat in der ARD: In der ersten Ausgabe der Talkshow „Hart aber fair“ in 2018 diskutierten die Gäste über das Thema „Wampe oder Waschbrettbauch – ein Leben ohne schlechtes Gewissen?“. Gast war unter anderem der Fitness-Coach Detlef Soost. Dieser nutzte seine Redezeit immer wieder dafür, sein Abnehmprogramm „I make you sexy“ zu bewerben. Und Moderator Frank Plasberg ließ den früheren Tänzer gewähren. Soosts Slogan war zeitweise sogar im Hintergrund der ARD-Sendung eingeblendet, zu Beginn der Sendung lief ein Werbespot – offiziell, damit Zuschauer wissen, worum es geht.
Quelle: Schleichwerbungs-Eklat in der ARD
https://gez-boykott.de/Forum/index.php/topic,25882.0.html

ARD-Zitat:
Zitat
Dies ist aus unserer Sicht nicht Werbung, sondern kritisches journalistisches Hinterfragen einer Werbebotschaft.
Quelle: https://www.focus.de/finanzen/videos/talkshow-in-der-ard-zur-besten-sendezeit-plasberg-laesst-detlef-soost-minutenlang-werbung-machen_id_8273704.html
Aha, es ist also keine Schleichwerbung, sondern "öffentlich-rechtliche Meinungsbildung".



[...] Heuchelei [...]

Zum Thema Heuchelei habe ich bei der Produzentenallianz noch etwas entdeckt:

Mitglieder der Produzentenallianz sind auch diverse ÖRR-Tochterfirmen, z.B.:
Zitat
Bavaria Entertainment GmbH, Köln
Bavaria Fiction GmbH, Geiselgasteig
Bavaria Film GmbH, Geiselgasteig
Bavaria Filmproduktion GmbH, Geiselgasteig
Bavaria Pictures GmbH, Geiselgasteig
Studio Hamburg GmbH
Studio Hamburg Produktion Gruppe GmbH
Studio Hamburg Serienwerft GmbH
https://www.produzentenallianz.de/die-produzentenallianz/ueber/verband/mitglieder.html

Im "Aktionsplan 2017" der Produzentenallianz steht u.a. folgendes:
Zitat
Die deutschen Förderinstrumente für audiovisuelle Produktionen sind in den letzten Jahren gegenüber dem europäischen Ausland [...] und internationalen Produktionsstandorten [...] ins Hintertreffen geraten, wenig konsistent und zersplittert. [...] Wir setzen uns deshalb dafür ein, dass auch Deutschland eine automatische, steuerbasierte Investitionszulage (oder einen Tax Credit oder Tax Rebate) für in Deutschland stattfindende audiovisuelle Produktionen einführt oder aber die Mittel des DFFF und des GMPF substantiell aufstockt.
http://web.archive.org/web/20171226224252/http://www.produzentenallianz.de:80/die-produzentenallianz/ueber/verband/produzentenallianz-aktionsplan-2017.html

Die Produzentenallianz fordert für die o.g. Mitgliedsunternehmen "eine automatische, steuerbasierte Investitionszulage"? Staatliche Subventionen?
Steuergeld für ÖRR-Sendungen? Für Schrottsendungen wie die o.g. Plasberg-Talkshow oder den ZDF-Fernsehgarten?
Haben die ÖRR-Funktionäre (und diverse Politiker) nicht behauptet, eine Steuerfinanzierung gefährde die "Staatsferne" des ÖRR?

[...] Heuchelei [...]
genau

@alle: Bitte das Thema "Produzentenallianz fordert Steuergeld für audiovisuelle Produktionen" bei Bedarf im neuen Thema weiterdiskutieren.


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« Letzte Änderung: 24. Oktober 2018, 05:00 von azdb-opfer »

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