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Allgemeines => Archiv => Pressemeldungen Juli 2017 => Thema gestartet von: Uwe am 01. Juli 2017, 14:12

Titel: PRO7-SAT.1 Vorstand fordert öffentliche Mittel für Privatsender
Beitrag von: Uwe am 01. Juli 2017, 14:12
(http://www.handelsblatt.com/images/logo_handelsblatt/11002806/7-formatOriginal.png)
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PRO7-SAT.1
Vorstand fordert öffentliche Mittel für Privatsender


Quelle: Handelsblatt 01.07.2017


Zitat
Privatsender haben bisher keinen Zugriff auf öffentliche Gelder - diese sind ARD und ZDF vorbehalten. Conrad Albert, ProSieben-Sat.1-Vorstand, fordert indes einen Systemwechsel und die Auszahlung an Privatsender.

ProSieben-Sat.1-Vorstand Conrad Albert hat in einem Interview Geld aus öffentlicher Hand für private Sender gefordert. „In dem Maße, in dem wir – die privaten TV-Vollprogramme – die Grundversorgung vor allem in jungen Segmenten de facto mitübernehmen, finden wir es sachgerecht, dass diese Inhalte aus öffentlichen Mitteln finanziert oder mitfinanziert werden“, sagte Albert der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“.

weiterlesen auf:
http://www.handelsblatt.com/unternehmen/it-medien/prosieben-sat-1-vorstand-fordert-oeffentliche-mittel-fuer-privatsender/20006582.html

siehe auch
Privatsender wollen Anteil an TV-Gebühren aus den Pressemeldungen Juni 2017
http://gez-boykott.de/Forum/index.php/topic,23569.0.html
Titel: Re: PRO7-SAT.1 Vorstand fordert öffentliche Mittel für Privatsender
Beitrag von: rk97 am 01. Juli 2017, 14:21
Ähnliche Meldung in der Frankfurter Allgemeinen:
Privatsender wollen Anteil an Fernsehgebühren
http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/f-a-s-exklusiv-privatsender-wollen-anteil-an-fernsehgebuehren-15085566.html

Wo ein Trog ist, sammeln sich die Schweine.

____
Edit "ChrisLPZ":
Bitte keine unter einem Text versteckten URLs verwenden.
Danke für das Verständnis und die Berücksichtigung.
Titel: Re: PRO7-SAT.1 Vorstand fordert öffentliche Mittel für Privatsender
Beitrag von: rk97 am 01. Juli 2017, 17:38
Privatsender wollen Anteil an TV-Gebühren
http://gez-boykott.de/Forum/index.php/topic,23569.msg150107.html#msg150107
Das erklärt vielleicht auch, warum bei den Privatsendern kaum kritisch zum Zwangssystem des 'Rundfunkbeitrags' berichtet wird: lieber versucht man selbst einen Anteil an dem angehäuften Geldaufkommen zu ergattern, statt das System in Frage zu stellen ...
Das ist doch dasselbe mit diversen Printmedien wie der SZ, Spiegel Online, u.a. Die erhalten bereits "Zuwendungen" aus den Töpfen der Rundfunkfinanzierung über die sogenannten Rechercheverbünde. Und sie spekulieren darauf, daß sie dies demnächst ebenfalls an den Trog heranführen werde:
Zitat
Jedes Medienhaus, das gesellschaftlich relevante Inhalte liefere, sollte über öffentliche Gelder gefördert werden - und nicht nur ARD und ZDF, sagte der Manager.
"Medienhaus"! Das sind dann solche Firmen wie Funke Mediengruppe, Axel-Springer-Verlag, Süddeutscher Verlag, usw. Dann bekommen wir durch die Hintertür die Haushaltszwangsabgabe für Medien. Nutznießer neben den von Landtagsabgeordneten kontrollierten öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten wollen "unabhängige" Firmen werden. Ob was für Netzpolitik.org, Golem.de oder Fefe abfallen wird ...? Wenn diversen Herren in Berlin oder München dann auffallen wird, daß sie mit ihrer Haushaltszwangsabgabe andere bezahlen müssen, die sie nicht leiden können, könnte das zu einem Denkprozeß führen, falls noch möglich.
Titel: Re: PRO7-SAT.1 Vorstand fordert öffentliche Mittel für Privatsender
Beitrag von: faust am 01. Juli 2017, 18:18
... da hat das  "Qualitätsmedium"   8) SPIEGEL wieder mal schlecht recherchiert !!!

Edit: DumbTV: Siehe Betrag "weiter unten":
http://gez-boykott.de/Forum/index.php/topic,23575.msg150185/topicseen.html#msg150185

Überschrift:

ProSiebenSat1 will Staatsknete

Unterzeile:

Rundfunkbeiträge für Privatsender?

Ja was denn nun, Freunde? Das eine ist nicht das andere!!!  "Rundfunkbeiträge" sind keine "Staatsknete" !!! (... hihihi - oder doch  >:D (#) >:D ?!?)

Aber auch für den Fall, dass dieser Herr nur an sich selbst denkt, so stellt er doch eine plausible Frage:

Braucht es wirklich acht Milliarden Euro, um den öffentlich-rechtlichen Auftrag zu erfüllen?"


Edit DumbTV:
Bitte immer die Quelle auf die sich die Aussage bezieht angeben!
Titel: Re: PRO7-SAT.1 Vorstand fordert öffentliche Mittel für Privatsender
Beitrag von: DJ_rainbow am 01. Juli 2017, 19:41
Ginge es nach Inhalten, müssten die Geld beim Bürger abliefern.
Egal, ob öffentlich-rechtswidrig oder privat.
Titel: Re: PRO7-SAT.1 Vorstand fordert öffentliche Mittel für Privatsender
Beitrag von: rk97 am 01. Juli 2017, 21:16
Ginge es nach Inhalten, müssten die Geld beim Bürger abliefern.
Da ich seit Jahrzehnten kein Fernsehgerät habe, ist es mir egal, welche Inhalte die liefern, sofern ich nichts dafür bezahlen muß. Blöderweise muß ich mich seit 2013 einmischen, obwohl ich das Drama nicht mal verfolgen kann.
Titel: Re: PRO7-SAT.1 Vorstand fordert öffentliche Mittel für Privatsender
Beitrag von: DumbTV am 02. Juli 2017, 15:25
(http://www.spiegel.de/static/sys/v10/logo/spiegelonline.gif)
Bildquelle: http://www.spiegel.de/static/sys/v10/logo/spiegelonline.gif

spiegel.de, 01.07.2017

Privatsender
ProSiebenSat1 will Staatsknete


Zitat
Rundfunkbeiträge für Privatsender? Der Chef der Sendergruppe ProSiebenSat1 hält das für gerecht. Er fordert: Öffentliche Mittel sollten an Inhalte geknüpft werden - nicht an die Sender.

Vorstand Conrad Albert hat in einem Interview Geld aus öffentlicher Hand für private Sender gefordert. "In dem Maße, in dem wir - die privaten TV-Vollprogramme - die Grundversorgung vor allem in jungen Segmenten de facto mitübernehmen, finden wir es sachgerecht, dass diese Inhalte aus öffentlichen Mitteln finanziert oder mitfinanziert werden", sagte Albert der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Er wünsche sich deshalb einen "Systemwechsel, damit die öffentliche Finanzierung sich nicht länger an der Institution festmacht, sondern am Inhalt". [..]

Weiterlesen auf:
http://spiegel.de/wirtschaft/a-1155420.html
Titel: Re: PRO7-SAT.1 Vorstand fordert öffentliche Mittel für Privatsender
Beitrag von: Philosoph am 02. Juli 2017, 16:18
Würde die Forderung der Privatsender (die ja noch nicht einmal ganz von der Hand zu weisen ist, wenn man der Argumentation für die Zwangsfinanzierung der ö.r.R. folgt) umgesetzt werden, dann kann der durchschnittliche Bürger sein Geld in Zukunft gleich direkt an den BS überweisen - übrig bleibt dann bald nichts mehr.

Vielleicht kann man die Forderung der Privatsender auch endlich als Weckruf sehen: Der Staat hat nicht die Aufgabe, Rundfunksendungen zur Verfügung zu stellen, sondern nur dafür Sorge zu tragen, daß jeder Interessent auch die Möglichkeit des Empfangs hat (Rundfunk-Infrastruktur). Damit wird es auch endlich Zeit, die Duale Rundfunkordnung abzuschaffen und es jedem selbst zu überlassen, aus welchen Quellen er sich informieren möchte, denn inzwischen dürfte es jeder verstanden haben, daß die Argumente für die Sonderrechte der ö.r.R. Schall und Rauch sind - weder sind sie unabhängig vom Staat (vgl. BVerfG-Urteil "ZDF-Staatsvertrag") noch gibt es keine Beeinflussung durch Unternehmen (Stichwort "Werbung") noch sind sie in diesen moderenen Zeiten notwendig für eine Grundversorgung oder können sie gar leisten (wenn man bedenkt, wie viel da im ö.r.R. einfach nicht gesagt wird).
Laßt endlich den Bürger selbst entscheiden, aus welchen Quellen er sich informieren und welche Unternehmen er unterstützen will! Dies ist einer der ureigensten Grundsätze einer Demokratie.
Titel: Re: PRO7-SAT.1 Vorstand fordert öffentliche Mittel für Privatsender
Beitrag von: Karlson am 02. Juli 2017, 17:03
Eigentlich warte ich nur noch darauf, dass die Privatsender klagen. War da nicht einmal etwas, dass man auch die Rundfunkbeitragseinnahmen auch für Zeitungen vorsieht für die Zusammenarbeit?
Titel: Re: PRO7-SAT.1 Vorstand fordert öffentliche Mittel für Privatsender
Beitrag von: faust am 02. Juli 2017, 17:15
... gut so - das Chaos muss immer größer werden -> damit klar wird, wie wichtig eine "klare Ansage" aus Karlsruhe ist und was da letztlich alles dranhängt!
Titel: Re: PRO7-SAT.1 Vorstand fordert öffentliche Mittel für Privatsender
Beitrag von: tokiomotel am 02. Juli 2017, 21:24
Der große Knall ist schon bald aus der Ferne zu hören.
Das erforderliche Schweigegeld des örR für die privaten Sender steigt zunehmend ins unermessliche und das einstig gepriesene gleichberechtigt Nebeneinander wird vor allem für die gierigen Geier des örR eine finanzielle Katastrophe ohnegleichen.
Titel: Re: PRO7-SAT.1 Vorstand fordert öffentliche Mittel für Privatsender
Beitrag von: Sainttelemachus am 02. Juli 2017, 22:15
Großer Knall?
Aus dem Dunstkreis Wirtschaftsrat der CDU e.v.?
Eher ein laues übelriechendes Lüftchen,wenn nicht sogar ein sommerloch Duft Signal,welches da heißen möge"Eur 69 ..da geht noch was..ihr zieht ja mit! Wir bleiben im Windschatten Ei Ei!"

Rein fiktiv von PersonAO
Gruß
Titel: Re: PRO7-SAT.1 Vorstand fordert öffentliche Mittel für Privatsender
Beitrag von: FuerstBerg am 03. Juli 2017, 11:22
Man muß dabei zwei Sachen bedenken:Die Grundverschlüsselung wurde von Anfang an von öffentlich-rechtlicher Seite boykottiert, es kamen schon in den 1990ern/2000ern Gerüchte auf, daß jegliche Blockade der Aufrechterhaltung der Rundfunkgebühr dient.

Links:Aber ich freue mich auf die – damit hoffentlich aufkommende – Diskussion, was eine über eine Mindestversorgung hinausgehende Grundversorgung denn eigentlich ist.
Titel: Re: PRO7-SAT.1 Vorstand fordert öffentliche Mittel für Privatsender
Beitrag von: DumbTV am 09. Juli 2017, 00:43
Die Idee ist scheinbar gar nicht so neu...
...schon 2014:

Auch das noch! Chef der Medienanstalten: Rundfunkbeitrag auch für Privatsender?
http://gez-boykott.de/Forum/index.php/topic,7952.0.html

digitalfernsehen.de, 15.01.2014
Chef der Medienanstalten:
Rundfunkbeitrag auch für Privatsender?


Zitat
Für den Vorsitzenden der Landesmedienanstalten sind die privaten TV-Sender in Deutschland längst ein unverzichtbarer Teil der Medienlandschaft. In einigen Bereichen würden sie dem Grundversorgungsauftrag sogar mittlerweile besser nachkommen als die öffentlich-rechtlichen Anbieter. Grund genug, dass starre Konzept der Gebührenfinanzierung zu überdenken?

weiterlesen
http://www.digitalfernsehen.de/Chef-der-Medienanstalten-Rundfunkbeitrag-auch-fuer-Privatsender.111590.0.html
Titel: Re: PRO7-SAT.1 Vorstand fordert öffentliche Mittel für Privatsender
Beitrag von: maikl_nait am 16. Juli 2017, 19:05
Hallo!

Ich denke, dem Pro7-Chef geht es letztlich auch um die Abschaffung des Beitrags.

Es ist nur so (BVerwG läßt grüßen), daß es eine "Verteidigungsgemeinschaft" ör-Rundfunk, Politik und Gerichte gibt. Mit dieser - als "im Wettbewerb" agierende Konkurrenz - kann scheinbar auch der private Rundfunk sich nicht direkt anlegen. Während der ör-Rundfunk aktuell mit den Nicht-Zahlern und Nicht-Guckern viel zu tun hat, und die ihn auch direkt angreifen - haut der Pro7-Chef seinen Keil in einen anderen Riß im Gebälk: wieso kostet die "Grund"versorgung so viel Geld, und warum sollte für den geforderten Zweck nicht auch der priv-Rundfunk profitieren?

Der ör-Rundfunk wird sich mitsamt der "Verteidigungsgemeinschaft" natürlich gegen dieses grobe, unsägliche Ansinnen und den Versuch in "unsere" Beiträge zu greifen, ebenso heftig wehren wie gegen uns. Da habe ich mal keine Sorge.

Nur, und das ist IMHO das Gute am Versuch des Pro7 - es wird letztlich am Sockel der Erhabenheit des ör-Rundfunks über die priv-rechtlichen Schmuddelkinder gemeißelt: was unterscheidet effektiv denn den ör-Rundfunk vom priv-Rundfunk? Das Geeiere mit Quoten gegen die Privaten (was es aufgrund der angeblichen Staats- und Quoten-ferne eigentlich gar nicht geben darf) kann es ja nicht sein. Die angestossene Diskussion könnte durchaus das Ziel haben, die Nacktheit des "Kaisers" ör-Rundfunk zu demonstrieren, und damit dessen Ruf weiter schädigen.

Andererseits kann auch der Pro7-Chef anhand des Gegenwinds, den er bekommen wird, klar beweisen, wie schief der TV-Markt in Deutschland schon hängt.

Manchmal, besonders wenn es denn größere Hindernisse im direkten Weg hat, lohnt sich auch mal der (längere) Umweg. Pro7 kann sich das (im Verhältnis zu uns) sicherlich leisten, und kann als Konkurrenz ja auch gegen staatliche öffentlich-rechtliche Gegenangriffe direkt bei der EU-Kommission bzw dem EuGH wehren.

MfG
Michael