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Archiv => Archiv => Pressemeldungen September 2022 => Thema gestartet von: ChrisLPZ am 06. September 2022, 06:47
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turi2.de, 03.09.2022
“Beim RBB gab es ein Organversagen” – Medienwissenschaftler Otfried Jarren im epd-Interview.
Komplett-Ausfall: Die ARD und der RBB müssen einen “moderierten Prozess unter Einschluss der Belegschaft beginnen”, sagt Medienwissenschaftler Otfried Jarren von der Uni Zürich im Interview mit Diemut Roether bei epd Medien. Anwälte würden die Probleme nicht lösen und die staatsanwaltlichen Ermittlungen werden dauern: “So viel Zeit hat der RBB, auch die ARD, nicht.” turi2 veröffentlicht das Interview in der wöchentlichen Reihe Das Beste von epd Medien bei turi2.
Von Diemut Roether / epd Medien
Trotz der fristlosen Kündigung der RBB-Intendantin Patricia Schlesinger droht die Krise beim RBB die ARD und den öffentlich-rechtlichen Rundfunk insgesamt in Verruf zu bringen. Forderungen nach einer Reform der Aufsichtsgremien werden lauter. Diemut Roether sprach mit dem Medienwissenschaftler Otfried Jarren über das Versagen der Aufsicht beim RBB und darüber, wie die Aufsicht in der ARD und beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk organisiert werden müsste. Jarren war bis 2020 Professor am Institut für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung an der Universität Zürich und von 1995 bis 2001 Direktor am Hans-Bredow-Institut für Medienforschung in Hamburg.
epd: Was wir in den vergangenen Wochen über den RBB erfahren haben, ist besorgniserregend: Da soll es zwischen der Intendantin Patricia Schlesinger und dem Verwaltungsratsvorsitzenden Wolf-Dieter Wolf ein System der gegenseitigen Gefälligkeiten gegeben haben. Hinzu kommen Vorwürfe wegen Essenseinladungen in Schlesingers Privatwohnung, die die Intendantin beim RBB abgerechnet haben soll, und ein teurer Umbau der Etage der Intendanz im Fernsehzentrum des RBB in Berlin. Inzwischen ermittelt die Generalstaatsanwaltschaft Berlin gegen Wolf, Schlesinger und ihren Mann Gerhard Spörl wegen des Verdachts der Untreue und der Vorteilsannahme. Und die ARD-Intendanten haben der amtierenden Geschäftsleitung des RBB das Vertrauen entzogen. Hat beim RBB die Aufsicht versagt?
Jarren: Ja, aber es handelt sich bei Causa RBB zudem um einen spezifischen Fall. Man darf das jetzt nicht politisch nutzen wie Rainer Robra, der Chef der Staatskanzlei Sachsen-Anhalt, oder andere das tun, um alles Mögliche anzusprechen. Das ist ein Einzelfall. Neben dem Einzelfall – das ist ja immer abhängig von spezifischen Personen und Konstellationen – gibt es gewisse strukturelle Auffälligkeiten und Defizite bei der Governance des RBB, die verallgemeinert werden können.
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...alles "gute" Gründe und Anlässe für
SEPA-Mandat/Lastschrift kündigen/rückbuchen, Zahlg. einstellen + Protestnote
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Außerdem...
An die Mitarbeiter des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und GEZ/Beitragsservice
Tippgeber werden - zu Missständen im ö.r. Rundfunksystem!
https://gez-boykott.de/Forum/index.php?topic=19977.0
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So so, das ist also ein Einzelfall?
Nun, Mr. Medienwissenschaftler scheint nicht ganz auf dem Laufenden zu sein. Oder ist ihm vielleicht nur entgangen, dass es mittlerweile auch beim NDR Anzeichen gibt, dass da wohl nicht alles so rund läuft, wie immer gerne dargestellt wird?
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Rainer Robra steht wohl jetzt auf der Abschussliste, nachdem man ihm in den letzten Wochen sogar neutral zugehört hatte. Er nervt ja schon seit Jahren mit Abschaffungs- und Zusammenlegungsvorschlägen usw usf. (Forumssuche mit "Robra" ist ergiebigst.)
Jarren sieht nur den rbb. Ein Organversagen des deutschen öffentlich-rechtlichen Rundfunks zieht er gar nicht in Betracht. Betulich läuft das Interview strikt kanalisiert in Sachen rbb und sieht weder links noch rechts auf die anderen LRA (bis vielleicht auf den NDR).