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Archiv => Archiv => Pressemeldungen September 2018 => Thema gestartet von: linkER am 03. September 2018, 17:18
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Yahoo 02.09.2018
Hannah Klaiber - Freie Journalistin
"GEZ": Unsinn oder unabdingbar?
Zwei Meinungen zu den Rundfunkgebühren
Rund 3,5 Millionen Deutsche werden in nächster Zeit Post vom Beitragsservice von ARD, ZDF und Deutschlandradio bekommen. Denn seit Mai bekommt der Nachfolger der GEZ die Daten der Einwohnermeldeämter. Ein Thema, das polarisiert. Zwei Autorinnen schreiben über das Pro und Kontra.
Dagegen:
Antonia Wallner, freie Autorin, widerwilliger Rundfunkbeitrag-Zahler
Ich persönlich nutze kein einziges der staatlichen Programme. Als Grundlage für meine Meinungsfreiheit brauche ich kein staatlich finanziertes Rundfunk- und Sendeprogramm. Ich schaue weder “Tagesschau” noch “Tatort” oder Fußball. Ich höre keine öffentlich-rechtlichen Radiosender. Und trotzdem zahle ich, Monat für Monat. Ein neutraler Journalismus soll damit garantiert werden. Das ist ja gut und schön, aber wir wissen letztendlich nicht, wie das ganze Geld, was hier von gut 40 Millionen Haushalten eingenommen wird, verteilt wird.
Dafür:
Hannah Klaiber, freie Autorin, Rundfunkbeitrag-Verfechterin
Völlig verständlich, dass viele Menschen bei “GEZ”-Gebühren zuerst an “Sturm der Liebe”, “Tatort” oder langatmige Radio-Talks denken. Doch es steckt eben so viel mehr dahinter. Aufwändige Reportagen, gute Recherchen und Investigativer Journalismus, den es bei vielen Zeitungen und Magazinen, die den Regeln des Marktes unterworfen sind, nicht mehr gibt. Und davon profitieren auch diejenigen, die sich für das Programm der Öffentlich-Rechtlichen nicht direkt interessieren, aber Enthüllungen und Informationen in ihren Medien konsumieren, die es ohne die unabhängigen Institutionen gar nicht gäbe. Als Beispiel seien hier die monatelangen Recherchen zu “Paradise Papers”, “Die Volkswagen-Story” oder die “Swiss-Leaks” genannt.
Weiterlesen auf :
https://de.finance.yahoo.com/nachrichten/gez-unsinn-oder-unabdingbar-zwei-meinungen-zu-den-rundfunkgebuhren-171602525.html (https://de.finance.yahoo.com/nachrichten/gez-unsinn-oder-unabdingbar-zwei-meinungen-zu-den-rundfunkgebuhren-171602525.html)
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Als Beispiel seien hier die monatelangen Recherchen zu “Paradise Papers”, “Die Volkswagen-Story” oder die “Swiss-Leaks” genannt.
1) Paradise Papers: Süddeutsche Zeitung
Wikipedia: Panama Papers
https://de.wikipedia.org/wiki/Panama_Papers
Ein anonymer Whistleblower hatte sie 2015 zunächst dem deutschen Journalisten Bastian Obermayer von der Süddeutschen Zeitung zugespielt. Anschließend koordinierte das International Consortium of Investigative Journalists (ICIJ) die einjährige Datenauswertung und weitere Recherchen. Am 3. April 2016 präsentierten 109 Zeitungen, Fernsehstationen und Online-Medien in 76 Ländern gleichzeitig die ersten Ergebnisse.
2) Vokswagen-Story? Gemeint ist wohl der Abgasskandal, der von der US-Umweltbehörde Environmental Protection Agency (EPA) aufgedeckt wurde.
3) Swiss-Leaks: Le Monde
Wikipedia: Swiss-Leaks
https://de.wikipedia.org/wiki/Swiss-Leaks
Die Dokumente gelangten in Kopie auch an die französische Zeitung Le Monde, welche diese an das Internationale Konsortium für investigative Journalisten in Washington übergab. Das ICIJ stellte sie weiteren 45 Medien weltweit zur Verfügung, darunter The Guardian, der BBC und der US-Sendung 60 Minutes. Die Dokumente wurden durch mehr als 140 Journalisten in monatelangen Recherchen ausgewertet.
Für keine dieser drei Beispiele hätte es den ÖRR gebraucht.
Jede größere Redaktion hat dazu recherchiert und berichtet, allen voran wieder die privatwirtschaftlich finanzierten Zeitungen.
Wenn man Fakten nur so gut wie die Tagesschau prüft, dann kommt man natürlich zu solchen Aussagen. (#)
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Dafür:
Hannah Klaiber, freie Autorin, Rundfunkbeitrag-Verfechterin
Völlig verständlich, dass viele Menschen bei “GEZ”-Gebühren zuerst an “Sturm der Liebe”, “Tatort” oder langatmige Radio-Talks denken. Doch es steckt eben so viel mehr dahinter. Aufwändige Reportagen, gute Recherchen und Investigativer Journalismus, den es bei vielen Zeitungen und Magazinen, die den Regeln des Marktes unterworfen sind, nicht mehr gibt. [...]
Quelle: im Einstiegsbeitrag verlinkter Artikel
Wann begreifen die "Verfechter" endlich, dass die angesichts des inflationären Quoten-Programms geradezu homöopathisch dosierten "aufwändigen Reportagen, guten Recherchen und investigativer Journalismus", die es u.a. (insbesondere?) auch wegen der jegliche wirtschaftliche Bemühungen privater Medien-Unternehmen untergrabenden, privilegierten Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Medien-Konsortiums "bei vielen Zeitungen und Magazinen, die den Regeln des Marktes unterworfen sind, nicht mehr gibt" vollkommen konterkariert werden...
...und jedenfalls keine 8+ Milliarden Euro unsoziale Pauschalabgabe auf das Grundrecht "Wohnen" - zwangseingetrieben u.a. auch von geringverdienenden, alleinerziehenden Nicht-Nutzern - rechtfertigen?
Davon "profitieren" in aller erster Linie Bessergestellte - und auch die Politik (fragt sich nur, ob wirklich dauerhaft).
Alibi-Rechtfertigungen mit lediglicher öffentlich-rechtlicher Feigenblätt-Qualität.
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Denn eines sollte nie wieder geschehen: Dass Medien zur Manipulation der Bevölkerung und zu Propagandazwecken missbraucht werden.
Wie naiv kann man eigentlich sein, bzw. hat die Frau in ihrer Schulzeit nicht aufgepasst? Der Begriff "vierte Gewalt" scheint ihr jedenfalls nicht bekannt zu sein?
Zumal sie auch die Möglichkeiten der Medien unterschätzt. Wer kann schneller den Mob zu Fackel und Mistgabel bringen? Liz Mohn oder Angela Merkel?
Jan Böhmermann oder Frank-Walter Steinmeier? Claus Kleber oder Horst Seehofer?
Das Märchen von unabhängigen Medien, sollte sie mal ganz schnell vergessen. Medien sind und waren schon immer tendenziös behaftet und da macht es auch keinen Unterschied ob z.B. Rundfunkanstalten öffentlich-rechtlich oder privat organisiert sind. Es gibt genügend Beispiele wo ARD, ZDF und Co. politisch neutral und sachlich (wobei dies auch immer im Auge des Betrachters liegt) berichtet haben, aber es gibt auch genug Beispiele wo dies eben nicht der Fall war. Das ist auch verständlich und menschlich. Hinter jeder Reportage oder Recherche stehen Menschen, welche unterschiedliche Ideale und politische Ideologien besitzen. Es mag nicht einmal bewusst passieren, aber selbstverständlich geht das eigene Ideal in Beitrag, Reportage und -/ oder Recherche. Manchmal stärker und dann wieder schwächer.
Als großes Angstgespenst verweist man wie üblich auf Goebbels-TV. Dabei wird immer die heutige Medienvielfalt mit Print, Funk, Fernsehen und Internet (!!) außer Acht gelassen. Medienpluralismus stützt Demokratie und nicht die Zwangsfinanzierung eines 8+ Milliarden Euro Rundfunkapparates. Dieses Geld wäre deutlich besser angelegt, wenn damit z.B. Menschen (jung und alt) gezeigt wird, wie sich jeder selber objektiv informieren kann. Kritisches Denken, Logik und ein Eempfinden für die Feinheiten für Bild, Text und Sprache sind heute wichtiger denn je. Mit 20 Uhr Tagesschau und zdf.de hat es sich damit nicht getan!