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Archiv => Archiv => Pressemeldungen Juni 2017 => Thema gestartet von: drboe am 28. Juni 2017, 15:15

Titel: ZDF produziert 'Asymmetrische Fakten'
Beitrag von: drboe am 28. Juni 2017, 15:15
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Wahlbeteiligung unter Merkel
Asymmetrische Fakten

Zitat
Zu kontroversen Themen keine Stellung beziehen und hoffen, dass die Wähler der anderen Parteien am Wahltag einfach zu Hause bleiben. Martin Schulz nannte das in seiner Parteitagsrede „einen Anschlag auf die Demokratie“ und zog damit den heiligen Zorn der Union auf sich.
Auch das „ZDF heute journal“ wollte der Kanzlerin zu Hilfe eilen – natürlich nicht mit allzu offensichtlichem Schulz-Bashing, sondern mit harten Fakten. Denn die sind in Zeiten von Lügenpressen-Vorwürfen eine Bastion der demonstrativen Neutralität. Frei nach dem Motto: „Menschen lügen. Zahlen nicht“.

Politik mit Zahlen! Das ZDF (heute journal) vergleicht die Wahlbeteiligung von 2009 mit der von 2013 und widerspricht damit Martin Schulz. Nun regiert Angela Merkel aber schon seit 2005. Es ist erstaunlich, wie der volle Blick auf die Historie die Fakten ändert, bzw. wie man mit der Reduktion des Blickwinkels "Fake News" produziert und manipulieren kann. Machen nur Putin, das alte Schlitzohr, und die Russen, großes Indianer Ehrenwort. Ein Schelm, wer den ZDF-Machern dabei Schlechtes unterstellt!

Volltext: http://www.taz.de/Wahlbeteiligung-unter-Merkel/!5425185/

M. Boettcher
Titel: Re: ZDF produziert 'Asymmetrische Fakten'
Beitrag von: Nevrion am 28. Juni 2017, 16:30
Das ist gar nicht mal so neu, dass das angeblich so staatsferne Öffentlich Rechtliche, die politische Wahrnehmung oder gar die Faktenlage falsch oder unzureichend darstellt. Wer war z.B. als Bundeskanzler zur Wahl 2002 angetreten? Gefühlt würde ich sagen, dass die meisten Menschen mit Gerhard Schröder und Edmund Stoiber antworten würden, weil Guido Westerwelle in aller Regel unterschlagen wurde. Überhaupt suggerieren die ÖR ja schon seit Anbeginn, dass man stets die Wahl zwischen SPD und CDU hat, wenn es darum geht, wer denn künftig das Land regieren soll. FDP, Grüne, Linke und AFD sind bestenfalls Randbewegungen und Juniorpartner. Parteien wie die Piraten, LKR oder Freien Wähler werden vom Gefühl her seltener erwähnt als die ebenfalls existierende NPD. Inhaltliche Fragen zu Parteiprogrammen im Vorwahlkampf sind immer unterrepräsentiert, im Vergleich zur Gefühlslage in den verschiedenen Lagern.
Wer da noch glaubt, der ÖR leistet beispiellose, objektive Berichterstattung in der Politik, der irrt schlicht und ergreifend. Gäbe es die Privaten nicht, wäre Lucke mit seiner AfD damals (2013) wohl nicht mal annähernd an 5 % gekommen.