Autor Thema: Internes Handbuch: Wie die ARD kommunizieren soll  (Gelesen 27128 mal)

Offline pjotre

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Re: Internes Handbuch: Wie die ARD kommunizieren soll
« Antwort #60 am: 15. Februar 2019, 11:38 »
Zitat
@Roggi === Meine Meinung zu UNSEREM Framing: Unsere Ausdrucksweise ist Neusprech. Den BS Beitragsservice zu nennen, obwohl sich ein anderer Name geradezu anbietet, ist falscher Respekt. Die Verantwortlichen, die uns zu ihren Sklaven machen wollen, verdienen keinen Respekt, sondern Verachtung. Im Hinblick auf Aussendarstellung des Forums sollten einige "Frames" neu überdacht werden, unsere Stellung bei dieser ehrenwerten Gesellschaft ist gefestigt und der wehrhafte Bürger weiss auch, was er vom Zwangsbeitrag und seinen Schergen zu halten hat und wird uns nicht schief angucken, wenn wir einiges durch unser "Framing" deutlich machen.

In Schriftsätzen und Mustertexten von hier wird "Framing" längst angewandt:
---------------------------------------------------------------------
Auch beim VG. Immer beispielsweise:
"Medien-Infosteuer" (ARD-Tarnbezeichnung: "Rundfunk-Beitrag")
"MIEZE Mediensteuer-Inkasso-Zentrale" (Tarnbezeichnung: "Beitrags"-"Service" - GEZ ist mir zu veraltet)
- oder auch: "Außenstelle der Landesfinanzämter"
"Staatskanzlei-Fernsehen" (Tarnbezeichnung: "öffentlich-rechtliche Sender")

Wusstet ihr das? Laut Entscheid auf EU-Ebene vom 5. Juli 2018 wurde durch den Entscheid BVerfG vom 18. Juli 2018 die Rundfunkabgabe rückwirkend seit 2013 zur Steuer.

Alle Briefe vom Kölner Beitragsservice gehen postwendend zurück mit "Annahme verweigert mangels Rechtsperson dort" inklusive Klarstellung wie vor - und immer mit Kopie an die Intendantin. Schon mehrere machen das so mit dem hier produzierten Vordruck von 1 Seite A4. Die Intendantin kennt damit ihre kämpferischen Pappenheimer-Familienmitglieder und das ist gut so.

Und noch was mit FRAMING:
-----------------------------------------
Alle Schriftsätze - an ARD/ LRA, VG usw. - haben auf Seite 1 und der Schlussseite in rot:
Zitat
Wie lange werden Intendanten mit diesen Themen belastet?

So lange Intendanten ihren Weg zum Multi-Millionär pflastern auch mit den letzten verfügbaren Euros des Monatsendes von rund 4 Millionen Geringverdienern, darunter rund 1,5 Millionen alleinerziehende finanzknappe Mütter. Das ist ein strikt unzulässiges Antasten des Existenzminimums zum Zweck auch der Multi-Millionen und sogar erheblich zu Lasten des Kindeswohls. Es ist ein nicht duldbarer Verstoß gegen zwingende Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts (§ 31 BVerfGG, siehe Anlage "2018-09-01" Abschnitte B6.1. bis B6.6.). Wen dies nicht zum Protest veranlasst, dem fehlt etwas im Denken und Gewissen.

"Glücklich das Land, das die Verteidigung des Rechtsstaats möglich macht. Traurig das Land, das es nötig hat."

Was soll denn das?
-------------------------------
Stellt auch endlich mal die Intendanten als Menschen vor, eitel wie wir fast alle und gern "Gutmenschen in göttlicher Vollkommenheit". Jetzt stellt euch vor, solche Schriftsätze zirkulieren für Bearbeitung in ihrem Imperium des Gutmenschentums des kollektiven Guten - vulgo "Die(!) Öffentlich-Rechtlichen".  Das finden die Intendanten vielleicht weniger gut? Denn das Ding haut alles Gutmenschen-Prestige der obersten Chefs mit rund 10 Zeilen in Scherben?
Da von hier immer nur an die Intendanten "persönliches Büro" adressiert wird statt an den "Beitragsservice", der ja keine Rechtsperson hat, also nicht adressierbar ist, hat man dort im "persönlichen Büro" die Macht, über Bearbeitung - also Inkasso-Fortsetzung - oder Nichtbearbeitung zu entscheiden.
Capito?

Quelle für dieses und weiteres "Framing" statt nur Paragrafen-Streit: Irgendwelche E-Bücher. Benennen bedarf der Moderatoren-Zustimmung.


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« Letzte Änderung: 16. Februar 2019, 04:44 von Bürger »
"Glücklich das Land, das Rechtsstaatsverteidiger hat. Traurig das Land, das sie nötig hat."   (Pedro Rosso)
Deine Worte weht der Wind ins Nirvana des ewigen Vergessens. Willst du die Welt wandeln, so musst du handeln. Um Böses abzuschaffen, Paragrafen sind deine Waffen.

Offline fahrer

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Re: Internes Handbuch: Wie die ARD kommunizieren soll
« Antwort #61 am: 15. Februar 2019, 12:27 »
Ja, nach dem Telefoninterview hätte ich auf eine etwas genauere Wiedergabe meiner Standpunkte und Aussagen gehofft. Diese werden extrem verkürzt ... sie entsprechen nur sehr entfernt dem, worüber ich mich mit Frau Vivica Mildner unterhalten habe.
So geht's jedem freien Medienschaffenden, der den Mainstreammedien ein Interview gibt, dessen Inhalt dem Mainstreamnarrativ aber zuwiderläuft.
Man könnte glauben, dass diese Interviews nur dazu dienen, um Content zu sammeln und diesen dann sehr lückenhaft wiederzugeben, um den Interviewpartner möglichst ungünstig aussehen zu lassen, also zu diskreditieren.


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« Letzte Änderung: 16. Februar 2019, 04:45 von Bürger »

Offline marx

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Re: Internes Handbuch: Wie die ARD kommunizieren soll
« Antwort #62 am: 15. Februar 2019, 13:11 »
[...] Es ist aber nun wieder mal die Frage wer soll all dieses anmelden
Sicherlich gibt es etliche Hürden, die genommen werden müssen, um einen freien Rundfunk zu gründen und zu betreiben.
Frage an die Runde: Hat denn schon irgendwann jemand etwas Ähnliches versucht und wie ist es ausgegangen?

Die Streamer machen ja gerade die Erfahrung, dass schon das kleinste bisschen ausreicht, in Verhandlungen mit der Landesmedienanstalt zu treten. Offenbar lassen sich die Kosten für die Lizenz verhandeln, zumindest sind sie nicht einheitlich, oder offen. Von Transparenz keine Spur.

Da die Streamer gerade die Lizensierungserfahrungen machen, können wir von ihnen profitieren und lernen, wie man da richtig framed.


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« Letzte Änderung: 16. Februar 2019, 04:22 von Bürger »

Offline Winkelmann

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Re: Internes Handbuch: Wie die ARD kommunizieren soll
« Antwort #63 am: 15. Februar 2019, 16:48 »
etliche Hürden die genommen werden müssen um einen freien Rundfunk zu gründen und zu betreiben
Das ist wie in 1984. Doppeldenk, ein Rundfunk kann nicht frei sein, wenn er zuvor erlaubt werden muss. - Man ist auch kein Hauseigentümer, wenn man für den Grund Steuern zahlt.

Die technische Entwicklung führt zur Offenbarung, ursprünglich wurde die Lizenzierung -offiziell- mit der Knappheit der Frequenzen begründet. Jetzt, man will gerade 20.000 5G Satelliten im Orbit platzieren, zeigt sich worum es geht, schlussendlich um Zensur.

Damit sind wir auch wieder beim Thema, dem Kaschieren von Ungeheuerlichkeiten mittels Sprache.


Edit "Bürger" @alle:
Das Thema "Gründung eines freien Rundfunks" gehört nicht mehr zum Kern-Thema dieses Threads und ist daher hier bitte nicht weiter zu vertiefen.
Hier im Thread wie überall im Forum bitte ausschließlich eng und zielgerichtet zum eigentlichen Kern-Thema, welches hier lautet
Internes Handbuch: Wie die ARD kommunizieren soll
und das "framing manual" sowie die Berichterstattung dazu zum Gegenstand hat.
Danke für das Verständnis und die Berücksichtigung.


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« Letzte Änderung: 16. Februar 2019, 04:22 von Bürger »

Offline ChrisLPZ

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Re: Internes Handbuch: Wie die ARD kommunizieren soll
« Antwort #64 am: 15. Februar 2019, 16:50 »

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nwzonline.de, 15.02.2019

Gegenaufklärung

Von Alexander Will

Zitat
Die Propaganda ist in der Postmoderne angekommen. Die Zeit der Riesenplakate und Spruchbänder ist in Europa ebenso vorbei wie die Zeit der Personenkulte. Heute geht man raffinierter vor, und ausgerechnet die ARD lieferte dafür in dieser Woche ein Beispiel. Die Affäre um das Propaganda-Handbuch der öffentlich-rechtlichen Anstalten zeichnet sich dabei nicht nur durch die Chuzpe aus, mit der da die öffentliche Meinung manipuliert werden soll, sondern auch durch Intransparenz und Ignoranz gegenüber denjenigen, die das System finanzieren müssen.

Da ließ sich die ARD also ein 90 Seiten starkes „Framing-Manual“ beim „Berkeley International Framing Institute“ erstellen. „Framing“ hört sich zunächst sperrig an, ist jedoch der neuste Schrei aus dem Arsenal der Propagandatechniken, und das „Framing Institute“ eine Einrichtung, die sich mit nichts anderem befasst. „Framing“ nennt sich eine Technik, die das Ziel hat, bereits bei der Wahl von Worten und Ausdrücken, bei der Wahl von Formulierungen und Begriffen eine bestimmte Interpretation der Inhalte beim Zuhörer zu erzeugen.
[…]

Das ist antiaufklärerisch, weil es eine rationale, auf Fakten basierte Debatte verhindern will. Es ist antiaufklärerisch, weil es ein Weltbild offenbart, in dem Eliten überzeugt sind, man könne Menschen durch „Framing“ und die Manipulation von Begriffsbedeutungen regelrecht programmieren. Und es ist antiaufklärerisch, weil es den Menschen letztlich den Weg zu selbstbestimmter Erkenntnis verbauen will.

Weiterlesen auf:
https://www.nwzonline.de/meinung/oldenburg-nwz-kolumne-gegenaufklaerung_a_50,3,4087610140.html


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« Letzte Änderung: 16. Februar 2019, 04:24 von Bürger »

Offline Shuzi

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Re: Internes Handbuch: Wie die ARD kommunizieren soll
« Antwort #65 am: 15. Februar 2019, 21:30 »
Die Rundfunkgemeinschaft, die sich hier so sehr in den Fokus rückt, übt ja die Rundfunkfreiheit nicht im luftleeren Raum aus:

Zitat
In der Möglichkeit, den öffentlich-rechtlichen Rundfunk in der Funktion 

durch authentische, sorgfältig recherchierte Informationen (die Fakten und Meinungen auseinanderhalten) die Wirklichkeit nicht verzerrt darzustellen und das Sensationelle nicht in den Vordergrund zu rücken, vielmehr ein vielfaltssicherndes und Orientierungshilfe bietendes Gegengewicht zu bilden

zu nutzen, liegt der die Erhebung des Rundfunkbeitrags rechtfertigende individuelle Vorteil
.

(Dank gilt dem BVerfG für die glasklare Formulierung, vgl. BVerfG v. 18.7.2018, Rn 80 f.)



Nun, jeder der folgenden Gründe schließt die Möglichkeit der vorbezeichneten Nutzung objektiv aus:

  • Die in Rn. 80 beschriebene Funktion wird mehrheitlich nicht erfüllt.
  • Aus persönlichen Gründen ist eine Nutzung des Rundfunks ausgeschlossen.
  • Aus technischen Gründen ist eine Nutzung des Rundfunks ausgeschlossen.

Dass Grund #1 tatsächlich für großen Unmut sorgt, sollte der „gemeinsamen, freien“ Rundfunkgemeinschaft zu denken geben: in das Programm einfließendes Framing, Wording und Co. sind krasses Gegenteil der in Rn. 80 beschriebenen Anforderungen an die Funktionsweise des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Sollte der Nachweis gerichtsfest gelingen, wäre es das Aus für die Erhebung des Beitrages. Sollten weitere solche Gutachten, Manuals und Handlungsanweisungen existieren, wäre jetzt ein guter Zeitpunkt für weitere Leaks.

Betrachtet man jedoch die berüchtigte Rn. 80 des BVerfG v. 18.7.2018 etwas umfassender, so wird möglicherweise das sog. "Framing" darin bereits berücksichtigt ...
Zitat
[...] Der einzelne Nutzer muss die Verarbeitung und die massenmediale Bewertung übernehmen, die herkömmlich durch den Filter professioneller Selektionen und durch verantwortliches journalistisches Handeln erfolgt. Angesichts dieser Entwicklung wächst die Bedeutung der dem beitragsfinanzierten öffentlich-rechtlichen Rundfunk obliegenden Aufgabe, durch authentische,  [...]

... indem von einem sog. Filter professioneller Selektionen die Rede ist?


Edit "Bürger":
Fortgeführte Diskussion zu diesem Spezial-Thema bitte nunmehr unter
"Framing" im Bruderurteil (BVerfG-Urteil vom 18.7.2018)?
https://gez-boykott.de/Forum/index.php/topic,30184.0.html
Danke für das Verständnis und die Berücksichtigung.


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« Letzte Änderung: 16. Februar 2019, 20:32 von Bürger »
Vielleicht wären wir zusammen in der Lage,
uns von diesen alten Zwängen zu befreien.
Oder ist die Welt für jetzt und alle Tage,
viel zu wahr, viel zu wahr um schön zu sein?

Offline ChrisLPZ

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Re: Internes Handbuch: Wie die ARD kommunizieren soll
« Antwort #66 am: 15. Februar 2019, 21:47 »

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Tichys Einblick, 15.02.2019

Der New Speak der ARD – wie wir manipuliert werden sollen


Von Roland Tichy

Zitat
Die ARD ist erkennbar unter Druck: Der Widerstand wächst gegen die ständig steigenden Zwangsgebühren, die auch von Bürgern erhoben werden, die niemals ARD schauen oder gar blind oder taub sind (Gebührenbefreiung gibt es nur für Taub-Blinde). Die Qualität der bunten Allerlei-Sender wird bestritten, die Nachrichtensendungen werden wegen erkennbarer politischer Einseitigkeit kritisiert, die Wirtschaftlichkeit selbst vom Wissenschaftlichen Beirat des Bundesfinanzministers in Frage gestellt.
Dagegen versucht die ARD, eine Argumentation zu entwickeln. Das ist prinzipiell legitim. Aber Verfasser und Methode sind fragwürdig.

Political Framing als Methode der ARD
Verfasserin des Papiers ist Elisabeth Wehling. Die 38-jährige gebürtige Hamburgerin hat ein Buch über „Political Framing“ geschrieben, gilt seitdem als Expertin und macht auf Kongressen (re:publica) sowie in Talkshows („Hart aber fair“, ARD) fleißig Werbung für sich, ihr Buch und ihr Business. Die akademische Welt sieht ihre Position überwiegend kritisch: Studien haben ihre Behauptungen zuletzt widerlegt (vgl..Jedidiah Siey, Shelby E. Zuckerman, Joseph J Siey: „The Relationship Between Immorality and Cleansing“ in: Social Psychology, Band 49, Nr. 5, September 2018). Frau Wehling ist auf der Suche nach Begriffen, die etwa „Abgabenbelastung“ ersetzen, damit Steuer- und Gebührenerhöhungen freundlicher klingen und gerne bezahlt werden. „Zellhaufen“ soll Embryo ersetzen, um Abtreibung harmloser erscheinen zu lassen und damit zu befördern.

Wehling hat sich im Studium nach eigenen Angaben auf „Propaganda im Dritten Reich“ spezialisiert.

Schon die ersten Auszüge aus dem „Manual“ erregten viele Gebührenzahler, weil als Rezept für die Auseinandersetzung empfohlen wurde, die Thematik zu moralisieren, um Kritiker gezielt ins Unrecht zu setzen.

Manipulation als Strategie
[…]
Die Moralisierungsstrategie der ARD
Ziel des ARD-Papiers ist es erklärtermaßen, lästige Wahrheiten wie Gebührenfinanzierung, Zwangsbeiträge und bürokratische Struktur sowie Einfluß der Politik als nebensächlich erscheinen zu lassen, sprachlich zu entsorgen und diese Fakten umzudrehen, in eine eigene Wortwahl und Wertschöpfung umzudrehen. Die soll moralisch aufgeladen werden.
[…]
Wehlings Hoffnung: „Und dann beim dritten, vierten, fünften Mal ergeben sich Einschleif-Prozesse im Gehirn und ein Wiedererkennungseffekt – egal, ob die Sache wahrhaft ist oder eine Lüge. Und dann sagt das Gehirn irgendwann: ‚Ist mir viel zu anstrengend, das ist für mich jetzt eine Wahrheit.“

Kann der mit rund 6 Milliarden an Gebühren finanzierte Koloss ARD mit seinen TV- und Rundfunksendern eine neue Wahrheit produzieren? Sagen wir es mal so: Sie versuchen es. Und die Zuschauer und Hörer wissen jetzt, dass es nicht um Fakten, sondern Erfindungen geht, wenn sie auf den Einschaltknopf drücken.

Wir alle sind ARD, sagt die ARD: Eine Entität
[…]
Ein Volk, ein Sender – „Wir sind Ihr“
[…]
Die Privaten sind die Bösen
[…]
Ohne ARD keine Demokratie
Aber es geht weiter. Ohne ARD keine Demokratie. Das ist absurd – denn natürlich gibt es eine Unzahl von demokratischen Staaten, die sehr gut mit weniger oder gar keinem Staatsrundfunk zu Recht kommen. Diese Wahrheit darf nicht aufscheinen
[…]
ARD gegen Privatwirtschaft
[…]
Nur subtiler Sex?
[…]
ARD missbraucht bewusst den Begriff „solidarisch“
[…]
ARD macht frei
[…]
ARD will „Raus aus dem Zahlungsframe“
[…]
ARD will Freiheit sein
[…]

PS.: Nach Veröffentlichung melden sich bei mir Mitarbeiter der ARD. Diese sind empört. Sie möchten sich an der Manipulation nicht beteiligen. Dieses Papier sei ein Verstoß gegen die Prinzipien, für die sie als Journalisten angetreten sind. Mein Fazit:

Die ARD braucht einen Aufstand der Anständigen….

Weiterlesen auf:
https://www.tichyseinblick.de/tichys-einblick/der-new-speak-der-ard-wie-wir-manipuliert-werden-sollen/

Ein Leserkommentar:
Zitat
Nun ja, ehrlicher Weise muss man hier das Zugeständnis machen, dass die Vorgehensweise bei einem nicht unerheblichen Teil meines Umfeldes gefruchtet hat. Die „Einschleifprozesse“ haben Erfolg gehabt – selbst bei Akademikern. Da wird auch nicht mehr gefragt wie Meinungsbildung geht. Der Konformitätsdruck und dieses damit verbundene unangenehme Gefühl, bloß zur richtigen Seite gehören zu müssen, lässt keinen Raum mehr für kritisches Hinterfragen.


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« Letzte Änderung: 16. Februar 2019, 04:30 von Bürger »

faust

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Re: Internes Handbuch: Wie die ARD kommunizieren soll
« Antwort #67 am: 15. Februar 2019, 23:09 »
 >:D >:D >:D ... die Möglichkeit, dass sie sich eines Tages mal selber "ins Knie schießen" würden, hat ja als Hoffnung, als (sehr abstrakte) Möglichkeit die ganze Zeit existiert ... Jetzt könnte sie wahr werden - vielleicht sogar inklusive ARD - Whistleblower  (#).

Schätze, da wird Madame Wille am Sonntagfrüh in Dresden den SED - Propaganda - erprobten Sachsen eine ganze Menge zu erklären haben - vielleicht kann sie's ja als "Parteilehrjahr" (der eine   8) oder andere  (#) weiß, was ich meine) abrechnen ... ?!?

Dresdner Reden 2019: u.a. Karola Wille "Wahl-/Medienfreiheit" So 17.2.19 11h
https://gez-boykott.de/Forum/index.php/topic,29490.0.html


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« Letzte Änderung: 16. Februar 2019, 20:31 von Bürger »

Online seppl

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Re: Internes Handbuch: Wie die ARD kommunizieren soll
« Antwort #68 am: 15. Februar 2019, 23:42 »
Hier eine Amazon-Rezension vom 27.12.2018 über das Buch
"Politisches Framing" von Frau Främling sorry Wehling
https://www.amazon.de/Politisches-Framing-Nation-einredet-Politik/dp/3548377769/ref=dp_ob_title_bk
(sortieren nach "neueste zuerst", vierte Rezension)
Zitat
Amazonpure
Bewertung als Mitarbeiter der ARD
27. Dezember 2018

Liebe geschätzte Kollegen in anderen Rundfunkanstalten wie ZDF, BR, SWR und andere, ich möchte Ihnen meine Meinung und auch Empfehlung über dieses Buch, als auch über das "Berkeley International Framing Institute", dessen Chefin die Autorin des vorliegenden Buches ist, kundtun.

Wir leben in Stürmischen Zeiten. Es gibt aufgrund immer mehr TV Sendern (wir befürworten, dass RT Deutsch keine Sendelizenz bekommt) und des bösen Internets immer mehr Möglichkeiten der Bürger sich breit und unabhängig zu informieren. Deshalb müssen wir auch weiterhin unsere Deutungshoheit v.a. bei den nicht Internetaffinen älteren Bevölkerungsschichten durch ein fortbestehen der Zwangsfinanzierung des Öffentlich Rechtlichen Rundfunks zementieren. Um für die sehr guten Argumente, die gegen den ÖR existieren gewappnet zu sein, habe ich dieses Buch gelesen, und mir einige Tipps und Tricks für meine ganz eigene "Argumentation", die man auch zugegebener Maßen als Ablenkungs- oder Pseudo-Argumentations betiteln könnte, geholt. Ein wirklich hervorragendes Buch für meine/ unsere Zwecke!

Da die ARD aber auch Zugriff auf üppige Zwangsgebühren hat, dachte ich mir es sei keine schlechte Idee, von diesen Geldern eine Studie bei dem genannten Institut in Auftrag zu geben, um noch bessere, auf uns zugeschnittene "Argumente" und "Argumentationsframes" zu erhalten, zumal eben Geld keine große Rolle spielt. Das Ergebnis kann sich sehen lassen, man oh man:

Auch wenn bei der ersten Aussprache der einzelnen Frames wie z.B. "Der gemeinsame Rundfunk ARD gibt uns die Freiheit, uns weitflächig vollkommen selbstbestimmt und mündig zu bewegen – abseits von Barrieren und verschlossenen Türen der Kommerzmedien, jenseits vom Zugriff auf unsere Daten durch Internetriesen" man leicht grinsen muss angesichts, der fehlenden Logik und Realität, wenn man diese Sätze erst einmal automatisch und mit dem nötigen Ernst abspielen kann, fällt dem kritischen gegenüber meist keine Antwort mehr ein, auch wenn ich vermute, dass viele einfach ein erstauntes "Was stammelt mein Gegenüber für sinnlose Worte" der Grund dafür ist.

Fazit: Immer schön moralische Sätze absondern (von Argumentieren kann man ja hier nicht sprechen) und NIEMALS auf die wirklichen Argumente des Gegenübers eingehen. Am besten man legt sich 5 Sätze zurecht und gibt die wahllos wieder, klappt perfekt, zumal unsere noch vorhandene Kern-Zielgruppe der Ü60er damit sehr zufrieden ist.
Mit dem Code "ARD-hats-schon-bezahlt" bekommt ihr bestimmt auch Rabatt, zumal eure zukünftige Nicht-Existenz auch mit unserer gekoppelt ist. Auch im Kampf gegen unsere "Feinde" wie z.B. das Volksbegehren rundfunk-frei de , hilft das vorliegende Buch, bzw. das Propagandawissen der Autorin ungemein weiter, daher verdiente 5 Sterne!

Hinweis für die Rechtsabteilung der ÖR: Diese Bewertung spiegelt die Aussagen einer hochrangigen fiktiven ARD Mitarbeiter*IN (m/w/d) wieder.
Die Auftragsvergabe der ARD an Frau Wehling war also schon letztes Jahr bekannt.
Dass es sich bei " Amazonpure" um eine/n Mitarbeiter/in der ARD handelt, bezweifle ich natürlich.
Warum wird das alles aber erst jetzt (1,5 Monate später) über die Medien publik gemacht?


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« Letzte Änderung: 16. Februar 2019, 04:35 von Bürger »
„Eine ewige Erfahrung lehrt jedoch, daß jeder Mensch, der Macht hat, dazu getrieben wird, sie zu mißbrauchen. Er geht immer weiter, bis er an Grenzen stößt.
Wer hätte das gedacht: Sogar die Tugend hat Grenzen nötig. Damit die Macht nicht mißbraucht werden kann, ist es nötig, durch die Anordnung der Dinge zu bewirken, daß die Macht die Macht bremse.“ (Montesquieu)

Online seppl

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Re: Internes Handbuch: Wie die ARD kommunizieren soll
« Antwort #69 am: 15. Februar 2019, 23:56 »
Preussische Allgemeine Zeitung, 15.02.2019
https://www.preussische-allgemeine.de/mobil/einzelansicht/artikel/unsere-gurus.html
Zitat
Und was ist nun mit der verhassten Zwangsgebühr? Ganz einfach: Die gibt es laut ARD-Mitarbeiter-„Manual“ gar nicht. So wenig wie es bis vor knapp 30 Jahren einen „Zwangsumtausch“ für Westdeutsche bei Reisen in die DDR gab. Wem das „Z-Wort“ an der Grenze unvorsichtigerweise herausrutschte, dem fuhr der Grenzer barsch über den Mund: „Einen Zwangsumtausch gibt es nicht. Das heißt verbindlicher Mindestumtausch!“


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« Letzte Änderung: 16. Februar 2019, 04:16 von Bürger »
„Eine ewige Erfahrung lehrt jedoch, daß jeder Mensch, der Macht hat, dazu getrieben wird, sie zu mißbrauchen. Er geht immer weiter, bis er an Grenzen stößt.
Wer hätte das gedacht: Sogar die Tugend hat Grenzen nötig. Damit die Macht nicht mißbraucht werden kann, ist es nötig, durch die Anordnung der Dinge zu bewirken, daß die Macht die Macht bremse.“ (Montesquieu)

Offline marga

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Re: Internes Handbuch: Wie die ARD kommunizieren soll
« Antwort #70 am: 16. Februar 2019, 00:12 »
Preussische Allgemeine Zeitung, 15.02.2019
https://www.preussische-allgemeine.de/mobil/einzelansicht/artikel/unsere-gurus.html
user @marga kann es sich nicht verkneifen:
Das ist so lesenswert - das muss jeder hier im Forum lesen!

Der letzte Satz bringt es auf den Punkt:
Zitat
(...) Das Angebot, Wein trinken und Wasser predigen zu dürfen, ohne auch nur ein Jota seiner „moralischen Überlegenheit“ zu gefährden, ist einfach unschlagbar.
  ;)


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« Letzte Änderung: 16. Februar 2019, 04:15 von Bürger »
Jetzt das Kinderlied: Drah`di net um, oh, oh, oh schau, schau, der ÖR geht um, oh, oh, oh er wird di anschau`n und du weißt warum, die Lebenslust bringt di um, alles klar Herr Justiziar? In Memory einer fiktiven Person: Urteil AZ: 6 K 2043/15 (http://www.rechtsprechung.saarland.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=sl&nr=5671&Blank=1) , Urteil AZ: 6 K 2061/15 VG des Saarlandes (https://filehorst.de/d/cnqsyhgb) , https://gez-boykott.de/Forum/index.php/topic,21488.msg137858.html#msg137858

Offline Bürger

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Re: Internes Handbuch: Wie die ARD kommunizieren soll
« Antwort #71 am: 16. Februar 2019, 04:56 »
Wer leakt denn nun das Manual?

...mglw. eine "gute Gelegenheit", dies

a) innerhalb etwaiger Widerspruchsverfahren direkt bei der jeweiligen Intendanz anzufordern - als "beglaubigte Ausfertigung", da man dies "zur ausführlichen Begründung des Widerspruchs benötigt"

b) innerhalb etwaiger Klageverfahren/ Verfassungsbeschwerdeverfahren als Beweismittel beiziehen zu lassen ;)

c) an alle Landtagsfraktionen heranzutragen und z.B. im Wege von parlamentarischen Anfragen eine Veröffentlichung/ "öffentliche Bekanntgabe" zu veranlassen

und somit quasi "offiziell leaken" zu lassen ;)


Achso, vielleicht bietet ja Frau Wille zu ihrer anstehenden Sonntags-Rede-Lesung eine handsignierte "limited (framing manual) edition" an besonders ungeframete Autokratie- Autogramm-Jäger... ;) ;D
Dresdner Reden 2019: u.a. Karola Wille "Wahl-/Medienfreiheit" So 17.2.19 11h
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Offline marx

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Re: Internes Handbuch: Wie die ARD kommunizieren soll
« Antwort #72 am: 16. Februar 2019, 07:28 »
Betrachtet man jedoch die berüchtigte Rn. 80 des BVerfG v. 18.7.2018 etwas umfassender, so wird möglicherweise das sog. "Framing" darin bereits berücksichtigt ...
Zitat
[...] Der einzelne Nutzer muss die Verarbeitung und die massenmediale Bewertung übernehmen, die herkömmlich durch den Filter professioneller Selektionen und durch verantwortliches journalistisches Handeln erfolgt. Angesichts dieser Entwicklung wächst die Bedeutung der dem beitragsfinanzierten öffentlich-rechtlichen Rundfunk obliegenden Aufgabe, durch authentische,  [...]

... indem von einem sog. Filter professioneller Selektionen die Rede ist?

Deine Frage sprengt den Rahmen dieses Fadens. Meine Antwort liegt unter

"Framing" im Bruderurteil (BVerfG-Urteil vom 18.7.2018)?
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Offline ChrisLPZ

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Re: Internes Handbuch: Wie die ARD kommunizieren soll
« Antwort #73 am: 16. Februar 2019, 17:25 »

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Welt+ (Abo), 15.02.2019

Die ARD hat Angst

Von Don Alphonso

Zitat
Ich muss leider gestehen, dass ich mir das Framing-Manual der ARD – jenes 89-seitige Handbuch, in dem die Sprachforscherin Elisabeth Wehling den Mitarbeitern der Sendergruppe erklärt, wie sie ihren Arbeitgeber, seine Zwangskunden und besonders ihre Feinde behandeln sollen – aus reiner Eitelkeit bestellt habe. Denn natürlich hatte ich die Hoffnung, dass man mich darin namentlich oder gar mit einer Case Study erwähnt. […]

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https://www.welt.de/kultur/stuetzen-der-gesellschaft/plus188872241/Don-Alphonso-ueber-das-Framing-Manual-Die-ARD-hat-Angst.html


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Offline ChrisLPZ

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Re: Internes Handbuch: Wie die ARD kommunizieren soll
« Antwort #74 am: 16. Februar 2019, 21:16 »

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Rubikon, 16.02.2019

Rosstäuscher im Frack

Um sich gegen Kritik zu immunisieren, plant die ARD eine massive Propagandainitiative.

von Friedhelm Klinkhammer, Volker Bräutigam

Zitat
Die schiere Selbstachtung hätte die ARD-Oberen davon Abstand nehmen lassen müssen, aber nein: Ihr anscheinend doch nicht ganz sauberes Gewissen wegen des häufig miesen Programmangebots diktierte ihren Beschluss. Ein Strategiepapier fürs Schönreden musste her. Sie gaben es bei einem Beratungsinstitut in Auftrag. Sie, Repräsentanten des Ersten Deutschen Fernsehens, wollten sich sprachlich aufrüsten lassen für ihren Krieg um die politische Deutungshoheit im Lande. Sie bekamen ein ausgefeiltes Manual. Es rät ihnen dazu, den abgrundtief verlogenen Anspruch „Die ARD ist der verlängerte Arm des Bürgers“ in die Köpfe ihres Publikums zu dengeln (1). So lange und so nachdrücklich, dass viele bedauernswerte Leute das tatsächlich immer noch glauben.

Die ARD sieht sich mit wachsender Kritik und zunehmendem Ansehensverlust konfrontiert. An die Substanz geht das zwar noch längst nicht, aber es schmerzt. Das Publikum lässt sich nicht mehr alles bieten und reagiert auf bestimmte Programmangebote und -defizite lauter und gereizter. Beispielsweise lässt sich sein begründeter Vorwurf der illegitimen Meinungsmache, der transatlantisch genormten Nachrichtenmanipulation, der antirussischen Hetze, der Regierungshörigkeit und der auch sprachlich-formal grottenschlechten Berichterstattung nicht einfach wegwischen (2). Doch statt sich über Mittel und Wege zu einer spürbaren Verbesserung der Programmqualität Gedanken zu machen, fanden die ARD-Herrschaften es angeraten, sich für eine sprachlich schönere Außendarstellung ihres Ladens professionelle Anleitung zu kaufen.

Bildlicher Vergleich für die Realsatire: Statt – im Rahmen ihrer Möglichkeiten – eigenes Gehirnschmalz auszubraten, ließen sich die ARD-Manager das Haupthaar toupieren. Das Eine hätte dem Programm vielleicht gedient. Das Andere soll nur Eindruck schinden.

Die Manager beauftragten das in Berlin ansässige „Berkeley International Framing Institute“, die sprachlichen Benimm-Regeln zusammenstellen. Dessen Leiterin, Elisabeth Wehling, ist promovierte Linguistin (3), ihre Spezialität und besondere Eignung für diesen Auftrag kommen im Titel ihres Hauptwerks klar zum Ausdruck: „Politisches Framing. Wie eine Nation sich ihr Denken einredet – und daraus Politik macht“ (4).

Elisabeth Wehling ist eine Expertin, die an der Berkeley-Universität in den USA erforscht hat, wie unser vermeintlich freies Denken manipulierbar ist. Sie hat untersucht, wie sprachliche Mittel genutzt werden können, um in unseren Köpfen eine „Wirklichkeit“ entstehen zu lassen, die zwar mit unserer Realität wenig zu tun hat, dafür aber umso mehr den herrschenden Eliten nützt. Offensichtlich setzt die Ex-Forscherin ihre Erkenntnisse nun in klingende Münze um. Geld stinkt nicht.

Und die ARD-Oberen haben es. Sie kaufen sich eine Fachfrau als Einweiserin in die Kunst, andere zu überreden statt zu überzeugen. Was ist „Framing“? Es handelt sich um eine Methode, die eigenwillige Denkweise zur herrschenden Ansicht zu machen, indem für eine Person, eine Sache oder für ein Ereignis einfach nur andere Begriffe verwendet werden. Unterschiedliche Formulierungen einer Botschaft führen – bei gleichem Inhalt – auch zu unterschiedlichem Verhalten des Empfängers. Eine rationale Entscheidung wird damit ausgehebelt (5). Framing ist das klassische Mittel der Verführung und der politischen Propaganda.

Der Anspruch des „Berkeley International Framing Institute“ in Berlin ist laut Wikipedia,
Zitat
„interdisziplinär neurowissenschaftliches, psychologisches und linguistisches Wissen zu neuen Erkenntnissen zu verknüpfen. Die Kognitionsforscherin Wehling macht sich folglich Gedanken darüber, wie durch das Setzen von sprachlichen Deutungsrahmen eine Debatte in eine bestimmte Richtung gelenkt werden kann. Insbesondere konservative Thinktanks wie die Heritage Foundation investieren Millionenbeträge für die Entwicklung von Frames. Bei Wahlen würden die meisten Menschen aufgrund ihres „moralischen Bauchgefühls“ ihre Entscheidung treffen, was damit zusammenhänge, dass nur 2 Prozent des Denkens bewusst erfolgten“ (ebenda).

Demnach sind 98 Prozent unseres Denkens unbewusst. Aha, ach so: Man könnte Wehlings Geschäft auch als „Verkauf wissenschaftlich abgesicherter Methoden zur unauffälligen Gehirnwäsche“ bezeichnen. Wie die funktioniert, beschreibt George Lakoff in seinem Buch „Auf leisen Sohlen ins Gehirn“ (6). An dem Band hat Dr. Wehling übrigens mitgewirkt. Eindrucksvoll, keine Frage.

Die Reklamebranche macht rege und erfolgreich von Dr. Wehlings Erkenntnissen Gebrauch, die Politik ebenso. Da wollten die ARD-Oberen wohl nicht mehr beiseite stehen – und machten sich damit zum Gespött ihrer Kollegenschar außerhalb des öffentlich-rechtlichen Rundfunkbereichs.

Um einer Legendenbildung vorzubeugen: Die Fehlbesetzung in der ARD-aktuell-Chefredaktion, Dr. Kay Gniffke, gab dazu nicht den Anstoß. Das 80-seitige Wehling-Papier liegt schon seit Mitte 2018 vor. Gniffke setzte sich erst im Oktober 2018 beim AfD-Ortsverein Dresden so richtig in die Nesseln, als er sich diesem reichlich gemischten Publikum in einer Podiumsdiskussion mit der Bemerkung anbiederte, auch er bezahle die Rundfunkgebühr nur ungern (7, 8 ). Vermutlich hatte er das Wehling-„Strategiepapier“ vorher immer noch nicht gelesen, obwohl es extra für solche Auftritte als Schablone dienen sollte. Vielleicht hatte er aber auch nur was Unrechtes zur Vesper verspeist.

Für uns ist nicht zu klären, ob die Schnapsidee für den Sprachknigge dem ARD-Programmdirektor Volker Herres kam. Beim NDR in Hamburg war er zwar schon vor Jahren als Bewerber um das Intendantenamt abgeschmiert, weil er ein paar kritischen Zeitgenossen gar zu sehr auf den Zeiger gegangen war. Aber auch auf dem herausgehobenen Posten in München kann er noch eine Menge Schaden anrichten. Und zudem ist er nicht der einzige Omnipotenz-Gockel in der ARD. Wie bei vielen Managern des öffentlich-rechtlichen Rundfunks führen das opulente Gehalt und die Tatsache, dass man sich um Bestand und Finanzierung der Institution weder Gedanken noch gar Sorgen machen muss, zu ausgesprochen arrogantem Rollenverhalten.

Das Wehling-Elaborat ist zwar seit mehr als einem halben Jahr ausgeliefert und in die Schubladen der Rundfunkbürokraten eingelagert, aber erst jetzt, Mitte Februar 2019, macht die Story darüber die Runde (9). Nicht nur im Internet, auch in den Zeitungen. „Wozu braucht die ARD denn ein Framing-Manual?“ fragt der Branchendienst Meedia (10). Tja. Wie schon der Volksmund sagt: Wer den Dachschaden hat, spottet jeder Beschreibung (oder so ähnlich).

Peinlich, wenn man als Hierarch deshalb auch vor den eigenen Leuten, den Beschäftigten in den Sendern des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, als Kindskopf mit runtergelassener Hose dasteht. Im Scheinwerferlicht der Betriebsöffentlichkeit! Da musste aber nun ganz schnell ebenfalls ein Framing her, ein verbaler Bauchtanz mit Schleier vor dem da unten, dem Peinlichen. Unter dem Titel
Zitat
„Framing in der ARD: Sensibilisieren für den Umgang mit Sprache“
ist im Intra-Net des NDR nachzulesen (11), was die Sprachkünstler im Generalsekretariat der ARD dazu zu sagen haben:
Zitat
„... Von einer ‚Sprechanweisung für ARD-Führungskräfte‘ ist die Rede. Die Tatsachen sind allerdings deutlich weniger spektakulär. ... Sich nicht mit der Wirkung und Wirkkraft von Sprache zu befassen, wäre für jedes Medienhaus nachlässig. Daher beschäftigen wir uns in der ARD selbstverständlich mit Themen wie Framing und wie es unsere Kommunikation prägt. Das ‚Manual‘, das Dr. Elisabeth Wehling ... verfasst hat, dient als Denkanstoß und Diskussionsgrundlage. Ihre Ausführungen sind Hinweise aus sprachwissenschaftlicher Sicht, die uns dafür sensibilisieren sollen, wie wir über uns selbst sprechen und wie wir mit unseren inhaltlichen Argumenten die Menschen erreichen können.“

Bloß Hinweise. Keine Sprachregelung also, kein „Wording“. Keine „Marktstrategie“. Kein Versuch, den Eignungsnachweis und das Zertifikat für die eleganteste Verarschung des Publikums zu erwerben. Alles ganz harmlos! Aber dringend nötig, wie die Lohnschreiber in ihrer Darstellung andererseits betonen:
Zitat
„... Auch aus der Debatte rund um das „No-Billag“-Referendum (12) in der Schweiz haben wir gelernt, dass eine werteorientierte Kommunikation ebenso wichtig ist wie die reine Faktenvermittlung. Und schließlich wird, unter anderem von den Gremien, immer wieder gefordert, wir sollten in der Selbstdarstellung aktiver werden.“

Das, hoch verehrtes Publikum, müssen wir uns richtig auf der Netzhaut zergehen lassen: Die Schaumschlägerei, genannt „werteorientierte Kommunikation“, ist genauso wichtig wie die Darstellung von Tatsachen – nach Ansicht dieser angespitzten ARD-Bleistifte.
Zitat
„Um besser und aktiver zu erläutern, wer wir sind, wie wir arbeiten und warum es uns braucht, hatte die ARD ... im Jahr 2017 gebeten, Vorschläge aus wissenschaftlicher Sicht zu entwickeln. ...“

O tempora! O mores! Schlimm, dass sogar ARD-Obere erläutern müssen, wozu es sie überhaupt braucht. Aber bitte, machen Sie nur so weiter, werte Herrschaften, immer runner mit de Büx:
Zitat
„Was ist Framing überhaupt? Framing ist das Einbetten von Fakten und Informationen in einen werteorientierten „Rahmen“, der eine Haltung verdeutlicht. ... Frames prägen (oftmals unbemerkt) unser Weltbild. ... Die Beschäftigung mit dem Thema Framing innerhalb der ARD dient vor allem dazu, sich dieser Prozesse bewusst zu werden - im Sinne eines verantwortungsvollen Umgangs mit Sprache. ...Um unsere Leistungen aktiv zu vermitteln und dabei offen eine werteorientierte Haltung zu kommunizieren, wird die Beschäftigung mit Sprache und ihrer Wirkmechanismen weiter fortgesetzt werden.“

Das kann man nur noch als Offenbarungseid und als freche Drohung in einem Atemzug empfinden.

Hier nun der fällige Eintrag ins Stammbuch der ARD-Herrschaften:
Wer qualitativ Hochwertiges anzubieten hat, vertraut auf den Erfolg seines Produktes. Es wirbt selbst für sich und für ihn. Er braucht keine Reklame und keine ausgefeilten psychologischen Verkaufstricks. Er muss nicht über „Werteorientierung“ als Nachweis seiner Existenzberechtigung schwadronieren. Wer Framings braucht, hat's nötig.

Die ARD-Verantwortlichen ziehen aus dem qualitativen Niedergang ihres Angebots, aus der zunehmenden Bereitschaft des Publikums, die Rundfunkgebühren zu verweigern und vor allem aus der Entwicklung von Gegenöffentlichkeit nicht den nahe liegenden Schluss, ihr Programmangebot, besonders ihre Nachrichtensendungen, wieder verstärkt nach den „anerkannten journalistischen Grundsätzen“ zu gestalten, auf die sie übrigens in den Staatsverträgen über den öffentlich-rechtlichen Rundfunk gleich mehrmals verpflichtet sind. Vielmehr wollen sie ihren versumpften Laden sprachgeregelt schönreden und sich damit über ihre Gegner erheben: „Sich niemals auf das Framing der Kritiker einlassen!“ Stattdessen: „Unser Rundfunk ARD“. „Freiheit“, „Beteiligung“, „Zuverlässigkeit“ (13).

Rosstäuscher im Frack. Wie man die Leute richtig leimt, hätten sie sich aber nicht extra von dieser auswärtigen Expertin erklären lassen müssen. Mit Tagesschau-Chefredakteur Dr. Kay Gniffke haben sie doch einen praxiserfahrenen Illusionskünstler in den eigenen Reihen. Framings anwenden lassen ist sein täglich Brot. Er weiß genau, wie die Sache funktioniert.

Hat der Mann nicht grade erst einen Emporkömmling als „selbsternannten Übergangspräsidenten Venezuelas“ ausgeben lassen, eine Type, die genauso treffend als „USA-gesalbter Hochverräter und faschistoider Putschist“ zu benennen wäre – die gleiche Person, nur in höchst unterschiedlicher sprachlicher Verpackung? Dr. Gniffke ist ein Experte, der immer die richtige Wahl trifft bei Alternativen wie „Terrorist – Rebell“, „Straftäter – Menschenrechtsaktivist“ oder „Präsident – Machthaber“. Er weiß, wie man seiner Aufgabe als Staatsfunker gerecht wird. Er hat es drauf, das Framing.
Für ihre Effekthascherei und Marktschreierei haben die Rundfunk-Bonzen aber lieber einen auf „von-der-Leyen“ gemacht und für ein sündhaft teures Gutachten Rundfunkgebühren in mindestens fünfstelliger Höhe verschleudert – derweil das Berufsethos in der ARD den Bach runtergeht.


Quellen und Anmerkungen:
(1) https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/medien/wie-die-ard-kommunizieren-soll-kommt-allen-gegnern-bloss-moralisch/23973830.html
(2) Siehe dazu hunderte von Programmbeschwerden, dokumentiert auf den Seiten der „Ständigen Publikumskonferenz öffentlich-rechtlicher Medien,“ Link: https://publikumskonferenz.de/blog/
(3) https://de.wikipedia.org/wiki/Elisabeth_Wehling
(4) Politisches Framing. Wie eine Nation sich ihr Denken einredet – und daraus Politik macht. Herbert von Halem Verlag, Köln 2016, ISBN 978-3-86962-208-8.
(5) https://de.wikipedia.org/wiki/Framing-Effekt
(6) https://www.rezensionen.ch/auf-leisen-sohlen-ins-gehirn/3896706950/
(7) https://publikumskonferenz.de/blog/2018/12/06/programmbeschwerde-zur-berichterstattung-zum-thema-inf-vertrag/
(8 ) https://uebermedien.de/32425/afd-dresden-dialog-ard-zdf-was-haben-sie-gelacht/
(9) http://www.turi2.de/aktuell/ard-hat-framing-expertengutachten-beauftragt/
(10) https://meedia.de/2019/02/12/wofuer-braucht-die-ard-denn-ein-framing-manual-generalsekretaerin-susanne-pfab-ueber-den-viel-diskutierten-sprach-leitfaden/
(11) Zugegeben: Nur NDR-Beschäftigte können das nachlesen. Und es dann kopieren und an uns schicken. Sie genießen bei uns gesetzlich gesicherten Informantenschutz.
(12) Gemeint ist der (ablehnende) Schweizer Volksentscheid über die Abschaffung der Rundfunkgebühren
(13) Wortlaut der Zwischentitel in dem Framing-Manual.


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Quelle:
https://www.rubikon.news/artikel/rosstauscher-im-frack

Die Autoren:
Friedhelm Klinkhammer, Jahrgang 1944, ist Jurist. Von 1975 bis 2008 war er fest angestellt beim NDR. Er war Gesamtpersonalrats- und ver.di-Vorsitzender sowie zeitweise Arbeitnehmer-Vertreter im NDR-Rundfunk- und -Verwaltungsrat.

Volker Bräutigam, Jahrgang 1941, ist Journalist. Er startete bei Tageszeitungen in Süddeutschland und landete 1975 für zehn Jahre in der Tagesschau-Redaktion in Hamburg. Nach elf weiteren Jahren als Personalrat und Kulturredakteur im NDR übernahm er 1996 einen Lehrauftrag an der Fu Jen Catholic University in Taipeh und danach einen Forschungsauftrag des Wissenschaftsrates der Regierung von Taiwan. Seine Rente verzehrt er jetzt aber im Umland von Lübeck.


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